23.05.2013 18:34 Merkliste 0

Grasser? „Eine der größten Dummheiten des Lebens“

10.07.2012 | 18:27 |  HEDI SCHNEID UND REGINA PÖLL (Die Presse)

Lobbyist Hochegger bereut, Ex-Minister Grasser in Firma Valora Solutions genommen zu haben. Karl-Heinz Grasser soll bei dem Versuch zur Änderung des Glücksspielgesetzes die Fäden gezogen haben..

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Rund 140 Zeugen wurden befragt, hunderte Stunden lang die größten Wirtschaftskriminalfälle der Zweiten Republik aufgearbeitet. Just am vorletzten Tag vor der Sommerpause des parlamentarischen Korruptions-U-Ausschusses gab es eine Überraschung, die die Öffentlichkeit schon nicht mehr erwartet hatte. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der bei der Buwog-Affäre, den Geldflüssen der Telekom Austria an Politiker und beim Terminal-Tower in Linz eine Schlüsselrolle spielte, soll auch bei einem spektakulären Versuch zur Änderung des Glücksspielgesetzes 2006 die Fäden gezogen und dafür Geld kassiert haben.

„Wer hat die 600.000 Euro bekommen, die von der Novomatic an die Firma Valora Solutions von Peter Hochegger, Walter Meischberger und Karl-Heinz Grasser geflossen sind?“, fragte der Grüne Peter Pilz Hochegger und später Grasser. Die Antwort lieferte Pilz gleich selbst: „Es besteht der Verdacht, dass Sie knapp nach Ihrer Ministerzeit für die Reform des Glücksspielgesetzes Geld von Novomatic erhalten haben“, donnerte er in Richtung Grasser. Deshalb bestehe der Verdacht der Geschenkannahme, die Staatsanwaltschaft ermittle zu Recht.

Pilz sprach den Umstand an, dass Grasser nach Ausscheiden aus der Regierung 2007 Gesellschafter der Valora Solutions wurde. Dort arbeitete Christine Kilzer, eine frühere Mitarbeiterin von Ex-Verkehrsminister Hubert Gorbach, für Grasser. Pilz ortet Parallelen: Gorbach ließ sich nach Ausscheiden aus der Politik von der Telekom eine Sekretärin zahlen, gegen ihn wird ermittelt.

VIDEO: Grasser: "Waren nicht Herr des Verfahrens"

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser / Bild: (c) Rca

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurde im U-Ausschuss zur Causa Glücksspiel befragt. Es geht um den Verdacht des versuchten Gesetzeskaufs.



Grasser dementierte wortreich die Vorwürfe: „Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“ Er habe Kilzer nicht eingestellt, und überhaupt habe die Valora nichts mit dem Glücksspiel zu tun. Die Firma sei ohnedies eine „Totgeburt“ gewesen, weil man kein Geschäft gemacht habe. Hochegger ging zuvor noch weiter und bezeichnete Grassers Engagement als „eine der größten Dummheiten in meinem Leben“. Grasser habe nämlich nicht die gewünschten Aufträge gebracht.

„Selbst geschriebenes, gekauftes Gesetz“?

 Zurück ins Jahr 2006: Der Glücksspielkonzern Novomatic plante mit der Telekom eine Online-Spieleplattform. Dazu brauchten die beiden Konzerne eine eigene Konzession, die nur über eine Liberalisierung des Glücksspielgesetzes zu erreichen war. Die Novomatic schaltete den Grasser-Vertrauten Meischberger ein und dieser Hochegger. Ein Masterplan wurde entwickelt und die Lobbying-Maschine in Gang gesetzt. Es lief alles wie am Schnürchen. Der Gesetzesänderungsantrag, der Hochegger zufolge vom Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt selbst erarbeitet worden war, sollte ohne Begutachtung ins Parlament gehen. Denn, so gab auch Peter Erlacher, damals Beamter im Finanzministerium, zu Protokoll: Die Casinos Austria und deren Tochter, die Lotterien, die über die einzige Lizenz verfügten, sollten nichts davon erfahren.

Das „selbst geschriebene und gekaufte Gesetz“ (Pilz) kam dennoch in letzter Minute nicht zustande. Was für Grasser und Hochegger „eine riesige Überraschung“ war. Als möglicher Grund für das Ausscheren des BZÖ, damals noch Regierungspartei, gilt: Die Casinos hatten bei der BZÖ-Werbeagentur „Orange“ um 300.000 Euro ein Gutachten über „verantwortungsvolles Glücksspiel“ erstellen lassen. Dieses hat nur neun Seiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

90 Kommentare
 
12 3
Gast: singlemama
18.08.2012 18:05
0 0

buwog

WER war eigentlich beim Verkauf der BUWOG Wohnungen jener Immobiliensachverständige der für das BUWOG Paket das an Herrn DR Daniel Jelitzka verkauft wurde, diesen lächerlichen Wert von rund EURO 40 Mill bestimmt hatte, obwohl man dann um fast das Doppelte nach kurzer Zeit verkauft hat.
WER hat davon sonst noch profitiert, wurde das jemals untersucht? man müsste wohl die gesamte
Buwog Buchhaltung über Jarhe nachprüfen, jetzt ist die BUWOG bei der Cred o Immobilien, dh
Constantia, siehe auch Dir Petrikovic und
Sekretär Dr Jelitzka Gesellschafter..ja wien
ist anders...

Re: buwog

Eine einfache Rechnung: Rund 60.000 Wohnungen um knapp eine Milliarde Euro. Klingt nach viel Holz, sind aber nicht mal 17.000 Euro pro Wohnung. Das müssen Löcher gewesen sein, diese Wohnungen. Sind wir froh, dass sie wer anderer hat.

"Wollten unsere Zeit nicht mit Glücksspiel vertun"

Na klar, man musste sich doch um so wichtige Sachen wie BUWOG kümmern. .....

Re: "Wollten unsere Zeit nicht mit Glücksspiel vertun"

Will KHG uns mit dieser Feststellung verarschen?

Hat ihn jemand aufgefordert, selbst ins Kasino zu gehen oder wieso gibt er sonst so einen Unsinn von sich?

Selbst geschriebenes, gekauftes Gesetz

Ich, 1957 geboren, war also kein 68er mehr! Doch als Intellektueller Jugendlicher, für den ich mich damals gehalten habe, träumte ich natürlich auch davon, so einer zu sein! Ich habe Alles gelesen, und dann natürlich auch nachgeplappert! Doch dann hielt das Leben selbst seinen Einzug, ich hörte auf zu träumen! Ein 68er-Gutmensch nach dem anderen wurde Chef von irgendeiner Gutmenschen-Spenden-Aktion! Wir riefen alle unisono HOCH! Nach ein paar Jahren kam man dahinter, dass er den größten Anteil unserer Spenden selbst verludert hatte! Kaum war ein Skandal vorbei, löste ihn schon der nächste schlimmer noch als schlimmer ab. Ein Staunen war im Gutmenschlager, doch wir staunten und auch glaubten weiter! Weiter und w.usf!!
Ich war SPÖ-Mitglied! Ja, sogar Betriebsrat! Nach dem BAWAG-Skandal habe ich den Irrsinn dann beendet!
Ich kann nicht mehr an das Gutsein eines "Wichtigen" glauben! Wenn heute Einer, oder Eine, den Mund aufmacht, dann kommt mir der Ekel hoch! Ich träume als kleiner Dichter und so kleiner Philosoph nur noch von der Weltrevolution! Denn ich habe inzw verstanden, von OBEN her kommt keine Veränderung mehr! Sie sind ALLE korrumpiert! Denn auch WER zu den Verbrechen seiner Parteimitglieder schweigt, ist zumindest Mit-Täter! Und somit, an allen Schweinereien mitschuldig! Und Niemand sage mir, dass bei einer Schweinerei in einer Partei kein Einziger Anderer dabei ist, der von Nichts Was weiß!
Gesindel sind sie ALLE!
Ich bin seit einigen Jahren eigentlich nur noch empört!

Gast: John Travolta
11.07.2012 19:24
0 1

Grasser?

Noch nie gehört.

Gast: TanteIrmi
11.07.2012 18:18
1 1

Der Karlie ist und war immer so ein lieber Bua.

Der würde keiner Geldbörse, die man ihm reicht, etwas zu leide tun.

Ach so,

als ich die Überschrift gelesen habe, habe ich gedacht es handle sich um ein Interview mit Wolfgang Sch.

1 5

Wie's Amen im Gebet unser Polit- und Medienjustiz

zum hundertsten Mal Grasser mit Fragezeichen.
Und die "Presse" hüpft noch immer mit.

Re: Wie's Amen im Gebet unser Polit- und Medienjustiz

Wäre KHG ein kleiner Hendeldieb ohne große Netzwerke, wäre er vermutlich bei gleicher Beweislage verurteilt. Da hätte sich jeder Richter auf die freie Beweiswürdigung berufen und bei 90% Beweisen logisch weitergedacht und in den "Schmalztopf" gegriffen, aufgrund der zahlreichene "Einnerungslücken". Letztere könnten z.B. auch Grund für eine amtswegige Überprüfung seiner Verkehrstauglichkleit herangezogen werden.

Gast: Geldschöpfung Betrachter
11.07.2012 12:34
1 0

Was sagt Herr Grasser eigentlich als ehemaliger Volksvertretender Finanzminister zur Geldschöpfung im Staat?

Was sagt Herr Grasser eigentlich als ehemaliger Volksvertretender Finanzminister dazu, dass der Staat sein Geld nicht selbst schafft?

- würde es Staatsschulden geben, wenn der Staat Geld selbst schaffen würde?

Was wäre, wenn der Staat Geld nicht über Kredite bei Banken nur zum Vorteil der Banken und deren Besitzer aufnehmen würde, sondern zB über eine 4. Staatsgewalt in Form einer Monetative selbst Geld schaffen würde?

Warum nimmt der Staat Geld auf und zahlt Zinsen für ein Service, dass dieser selbst auch machen könnte? - was meint Grasser dazu?

Antworten Gast: django
11.07.2012 20:09
0 0

Re: Was sagt Herr Grasser eigentlich als ehemaliger Volksvertretender Finanzminister zur Geldschöpfung im Staat?

Dieses Experiment haben wir schon zur Genüge gehabt, da ist Geld in Kürze nicht mehr das Papier wert auf dem es gedruckt ist...

Re: Was sagt Herr Grasser eigentlich als ehemaliger Volksvertretender Finanzminister zur Geldschöpfung im Staat?

Gehns in die Schule!

Wann gesteht der KHG

endlich seine Schuld,wie z.B. der Birnbacher?

„Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“

Betonung auf "kaum"
ein paar 100.000er sind für den Saubermann "kaum" von Bedeutung
unsereins würd sich alle 10 Finger abschlecken....

Re: „Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“

Wären Sie halt der Liebling vom Schüssel geworden, dem intelligentesten Bundeskanzletr aller Zeiten, der bei all seiner Intelligenz leider bei der Wahl seiner Mitarbeiter (KHG, Strasser, Scheibner, vieölleicht nicht ganz vom Glück verfolgt war.

Re: „Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“

Hättest halt was gelernt!

Re: Re: „Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“

Haben`S recht, ich hätt´die Schul abbrechen und Politiker werden sollen...

Re: Re: Re: „Ich habe kaum Leistungen aus der Valora Solutions erhalten.“

Na in die Schul' scheint der KHG aber schon gegangen zu sein. Ist ja sogar ein G'studierter. Oder ist vielleicht sein Mag. auch nur Makulatur?

11 2

Untersucht mal den Fall Faymann-Ostermayer mit der gleichen Energie wie den Fall KHG

3 Monate später bräuchten wir wahrscheinlich eine neue Regierung.

Re: Untersucht mal den Fall Faymann-Ostermayer mit der gleichen Energie wie den Fall KHG

die brauchen wir so oder so

Re: Untersucht mal den Fall Faymann-Ostermayer mit der gleichen Energie wie den Fall KHG

Das glaube ich auch, aber da geht man mit Glacehandschuhen ans Werk.

Gast: Nachrechner
11.07.2012 10:31
5 0

?

Novomatic zahlt 600.000, Casinos Austria zahlt nur
300.000 und wird bevorzugt. Kann es sein, dass hier noch ein paar Hunderttausender geflossen sind, von denen (noch) keiner was weiß?

?

Und was ist jetzt wirklich rausgekommen? Ausser das es in diesem U-Ausschluss zwei Selbstdarsteller gibt die sich auf Kosten der Steuerzahler provilieren wollen?

Re: ?

und ß

Re: ?

f

 
12 3