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Wie die ÖVP sich selbst zu motivieren versucht

11.07.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Generalsekretär Hannes Rauch malt über Rot-Grün im Bund schwarz. Adressat sind die eigenen Funktionäre. Nicht wenige in der ÖVP waren verdutzt.

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Wien/Pri. Rund 400 ÖVP-Funktionäre erhielten dieser Tage Post von Generalsekretär Hannes Rauch. In den Briefumschlägen befand sich eine 61-seitige Fibel, die den Titel „Rot-Grün“ und den Subtitel „Eine gefährliche Drohung“ trägt. Die Bundespartei alias Rauch spielt darin eine Art Was-wäre-wenn-Spiel. Was wäre, wenn die SPÖ nach der Nationalratswahl 2013 eine Koalition mit den Grünen bildet?

Rauch kommt unter anderem zu folgenden Schlüssen: Rot-Grün – das hieße nicht nur „hohe Energiepreise“ und „mehr Steuern“. Es bedeutete auch „Schuldenpolitik“, „Chaos und Anarchie“ bzw. „Guantánamo-Häftlinge in Österreich“. Haschisch würde legalisiert, die Ehe abgeschafft und Abtreibung auf Krankenschein ermöglicht.

Nicht wenige in der ÖVP waren verdutzt. Was es mit dem Zeitpunkt – mitten im Sommer – auf sich habe, fragten andere. In Oberösterreich, wo die ÖVP mit den Grünen regiert, sah sich manch einer sogar veranlasst, sich beim Koalitionspartner für den eigenen Generalsekretär zu entschuldigen.

Dabei sind weder die Grünen noch der Regierungspartner im Bund die Zielgruppe des Pamphlets: Indem ein gemeinsames Feindbild gezeichnet wird, sollen vor allem die eigenen Reihen motiviert werden. In Zeiten, in denen die krisengebeutelte ÖVP Gefahr läuft, auf Platz drei abzurutschen, ist ein Weckruf nicht nur logisch, sondern geradezu notwendig gewesen. Der Sommer kam Rauch dabei gelegen: Die thematische Konkurrenz ist nicht so übermächtig, als dass er nicht Gehör finden würde: Die „Krone“ berichtete am Mittwoch auf einer ganzen Seite.

 

Kräuter: „Dirty Campaigning“

Über die Wortwahl lässt sich dafür streiten. Rauch sagt, er könne jede These mit einem Zitat eines SPÖ- oder Grünen-Politikers belegen. Günther Kräuter, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, spricht schon von „Dirty Campaigning“. Der Wahlkampf dürfte damit eröffnet sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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11 Kommentare
Gast: harras
14.07.2012 19:23
1 0

spannend, zu sehen

für wie dämlich er die eigenen Leute hält, dass er
meint, sie so motivieren zu müssen. Gratuliere,
grosser Wurf.

Gast: Karl, Innsbruck
12.07.2012 09:21
3 0

Hannes Rauch gehört zurück ins Kuhdorf!



Die "Österreichische Verhinderungspartei" gräbt sich mit derart primitiven Maulhelden ihr eigenes Grab.

Re: Hannes Rauch gehört zurück ins Kuhdorf!

Er war gestern bereits zurück in Innsbruck beim ORF-Fest, wo sich der ganze Klüngel traf.

Trotzdem glauben die meisten denkenden ÖVPler in Tirol, er sollte nach Wien lieber nur die Hinfahrt buchen, die Scherben im Land sind noch nicht verräumt, die dieser "Wording-Hugo" hinterlassen hat. Mit seinem Statthalter Platter haben wir ohnehin schon unsere Probleme.

Gast: gegenrechts
12.07.2012 08:13
3 0

Das Motiv ist doch klar

und in keiner Weise "nur für die eigenen Reihen". Hier geht es darum, den gleichen Populismus, gleiche Sprechweise und Aggressivität wie die Blaubraunen zu finden - hoffentlich nicht auf dem gleich tiefen Niveau.
Die eigentliche Absicht ist auch klar: die ÖVP droht die Koalition mit der Rechtspartei an.

Sollen sie. Der Absturz ist vorprogrammiert; wenigstens betrifft er dann beide Parteien. Denn die ÖVP-Wähler werden sich dumme Sprüche und aggressiven Tonfall nicht gefallen lassen.

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Grabenkämpfer im Anmarsch

Die Blauen sollten das nie vergessen!
Für Knittelfeld und die Folgen war einzig und alleine die ÖVP verantwortlich.

die övp ist nur mehr erbärmlich ....

die brochure ist eine einzige beleidigung der eigenen funktionäre.

zu meiner zeit hätte man diese parteiführung (spindelegger & rauch) mit dem nassen fetzen davongejagt. heute lassen sich selbst höchste parteikader eine solche frechheit gefallen.


das hat ka goethe g`schriebn,

das hat ka schiller dicht,
ist von kan klassiker, von kan genie;
das ist a deppater, aus dem die armut spricht .

wilhem wisberg, volkssänger, wird von seiner wolke herab hoffentlich verzeihen, dass die letzte zeile aus einer der refrainvariationen, .."das ist a wienerherz, das zu der armut spricht", von mir aktuell geändert wurde.

Erkennt man jetzt, warum in Tirol so viele Krokodilstränen geflossen sind ...

als Rauch in der Parteizentrale solch eine Karriere startete.

Da kann der Spindelegger seine "Kodexbibel" zu den "Satanischen Versen" des Rauch werfen.

Wir wohl beides nicht der grosse Renner werden.

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Der Heilige Michael!

Mit Michael Spindelegger übernimmt ein frommer Katholik und Vertrauter Schönborns die ÖVP. 2009 wurde er zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen. Mein Vater hätte ihn Weihwasserbruder genannt.
Nun wurde vom „Saubermann der ÖVP“ der seinen Funktionären Verhaltensregeln beibringen will, ein Strategiepapier ausgesandt welches an Niedertracht nicht zu überbieten ist. Man hat aus der Steirerwahl gelernt, geht in den Hintergrund und überlässt den Funktionären die Schmutzarbeit.
Als Mehrheitsbeschaffer für ESM und Transparenzpaket waren die Grünen gut genug. Ich befürchte wir haben bald amerikanische Verhältnisse. Dass in Oberösterreich Schwarz-Grün funktioniert stört offenbar auch nicht.
Es ist das Bild der scheinheiligen ÖVP, der ja Doppelbödigkeit noch nie fremd war.

Gast: 1. Parteiloser
11.07.2012 18:26
4 2

Es geht nur gegen die anderen Parteien, es geht nicht für Österreich!

Für die Wähler wäre aber eher die Frage, wofür die ÖVP steht und was die ÖVP für Österreicher machen möchte!

Es scheint, dass diese Partei voll in den kranken Bereichen ÖAAB/GÖD aufgegangen ist, a bissl Großlandwirte noch als Garnierung mit trägt.

Diese Fibel ist eine Bankrotterklärung einer Partei, weil diese offensichtlich selber den eigenen Sinn für Österreich nicht mehr erkennen kann.

Nur, warum bewirbt sich diese Partei um die Verantwortung für Österreich, wenn diese gar keine Verantwortung übernehmen will?

Von einem Rauch ist auch nichts anderes zu erwarten ...

Aber es ist die intellektuelle Flughöhe, mit der wir es dabei zu tun bekommen.

Tieffliegeralarm!!