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„ÖVP-Funktionäre haben sich für Rauch entschuldigt“

11.07.2012 | 18:23 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Oberösterreichs Grünen-Chef Rudolf Anschober würde im Bund lieber mit der SPÖ koalieren. Aber, sowohl SPÖ als auch ÖVP müssten sich bewegen.

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Die Presse: Die ÖVP, in Oberösterreich Ihr Koalitionspartner, warnt im Bund vor „Chaos und Anarchie“ unter einer rot-grünen Regierung nach der Nationalratswahl im kommenden Jahr.

 

Rudolf Anschober: Das ist FPÖ-Niveau – Herr Rauch (ÖVP-Generalsekretär, Anm.) verbreitet genau die politische Kultur, die die Menschen satthaben. Wir Grünen laden SPÖ und ÖVP ein, statt dieser Hetze einen Dialog über die zentralen Weichenstellungen zu starten: Bildung, Energie, Europa, Reformen in Finanz- und Wirtschaftspolitik.

 

Was sagt Ihr Koalitionspartner in Oberösterreich?

Bei mir haben sich heute schon mehrere ÖVP-Funktionäre entschuldigt. Die waren selbst verwundert und haben gemeint, das sei definitiv nicht ihre Linie.

 

Sie sind im Landtagswahlkampf 2003 mit einem grünen Regierungssessel auf Tour gegangen. Bereiten Sie jetzt für 2013 eine Kampagne mit grünem Ministersessel vor?

Nein, nicht im Mindesten. Nach achteinhalb Jahren in der Koalition mit der ÖVP sind wir sehr zufrieden, besonders was unser Kernthema, die Energiewende, angeht. Auf Bundesebene werden wir die Modelle Oberösterreich und Wien in den Wahlkampf einbringen – es ist wichtig, dass wir als Grüne gezeigt haben, dass wir regieren können. Unser Ziel ist, so stark zuzulegen, dass die Grünen mit SPÖ oder ÖVP eine Mehrheit haben.

Dafür werden die 15 Prozent, die Sie bisher als Ziel für die Wahl genannt haben, aber nicht reichen.

Ich sage sowieso immer: 15 Prozent plus x. In den nächsten eineinhalb Jahren bis zur Wahl wird sich innenpolitisch sehr viel bewegen. Einerseits durch den U-Ausschuss und die Kontrollerfolge der Grünen dort. Andererseits gibt es bis zur Wahl noch viele Unbekannte: Wer kandidiert tatsächlich, wie viele Parteien schaffen es in den Nationalrat. Zum Beispiel ist unsicher, ob eine Stronach-Partei, die Piraten und das BZÖ die Vier-Prozent-Hürde schaffen. Wenn nicht, kann man auch mit 45 Prozent schon Chancen auf die Mehrheit haben.

 

Mit welcher Partei sehen Sie auf Bundesebene derzeit am meisten Übereinstimmung?

Sowohl SPÖ als auch ÖVP müssten sich sehr bewegen, um mit uns zusammenzuarbeiten. In der ÖVP sehe ich aber, dass es zuletzt sehr unterschiedliche politischen Entwicklungen gibt: Da gibt es einerseits einen Minister Mitterlehner, der aus meiner Sicht ein spannender Gesprächspartner ist. Andererseits gibt es die Spindeleggers und Fekters, die die Partei immer stärker von grünen Inhalten – gerade in der Finanz- und Bildungspolitik – wegbewegen.

 

Das heißt, eine Zusammenarbeit hängt davon ab, wer nach der Wahl in der ÖVP an der Macht ist.

Derzeit halte ich eine Kooperation mit der SPÖ für wahrscheinlicher. Aber es wird auch zunächst darum gehen, mit wem überhaupt eine Mehrheit möglich ist und ja, auch darum, wer sich in der ÖVP durchsetzt.

 

Wäre eine rot-schwarz-grüne Dreierkoalition für Sie ein Thema?

Da theoretisieren wir schon zu viel – wir sollten eine Zweierkoalition anstreben. Jetzt müssen wir erst einmal Wahlkampf führen, dann über Inhalte diskutieren – und wir werden nicht so verrückt sein, jetzt schon über Personalfragen zu sprechen.

Das heißt, es ist auch die Frage müßig, ob Sie nach Wien wechseln.

Ich strebe das nicht an. Ich erlebe Oberösterreich als tolle Arbeitssituation – mittlerweile haben sich viele Türen geöffnet, die den Grünen am Anfang verschlossen waren. Gerade in ländlichen Situationen hat uns die schwarz-grüne Konstruktion sehr geholfen.

 

In Wien gibt es rot-grüne Reibereien um Parkplätze, Sie sparen in Oberösterreich die wichtige Frage des Westrings aus der Koalitionsarbeit aus. Warum sollten die „Großparteien“ im Angesicht solcher Differenzen mit Ihnen zusammenarbeiten?

Es geht ja nicht darum, ob die Großparteien, sondern ob die Bürger mit uns zufrieden sind.

Rudolf Anschober (51) ist Landesrat in Oberösterreich für die Bereiche Umwelt, Energie, Wasser und Konsumentenschutz. Er hat die Grünen 2003 in eine Koalition mit Josef Pühringers ÖVP geführt – damals die einzige grüne Regierungsbeteiligung auf Landesebene. 2010 zog Wien mit einer rot-grünen Koalition nach.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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162 Kommentare
 
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Gast: Markus Trullus
15.07.2012 19:06
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wie auch immer

Leute, ihr macht die Rechnung ohne den Wirt; Ok, die beiden Großparteien werden 2013 zusammmen gerade mal knapp über 50% (bei 40% Wählerbeteiligung) bekommen. FP wird Stimmenstärkste mit etwa über 30%, und Güne und BZÖ machen den Rest. Da gibts mehrere Optionen, aber die sind allesamt ausgeschlossen. Wenn die VP wieder mit Blau macht, ist sie endgültig tot. Rot und Grün geht sich nicht aus. Schwarz und Grün vielleicht aber das geht auch nicht. Also wieder GROKO. Und dann sind VP und SP entgültig tot. Massensuizid auf allen Linien. Und dahinter steht ein Betonklotz: die Paritätische Kommission (Verfassungsrecht!!!) mit dem Proporz... Leute, dieses Land ist unregierbar geworden!... Und wir Bürger haben das zu verantworten, nicht die von uns immer wieder gewählten Politiker....

Als Grünwähler ...

... muss ich mich von diesem korrupten Haufen als Anarchist und Chaot beschimpfen lassen!

Die dürfen sich glücklich schätzen, dass ich kein Anarchist bin.

Denen reicht ihr fürstliches Staatsgehalt nicht, um das sie jeder Handwerker mit harter Arbeit beneidet, nein, sie müssen noch pro Handerl-Heben 100.000 Euro kassieren (siehe Strasser) und andere korrupte Geschäfterl via Jagdausflüge vereinbaren.

Wie kann man einen Ex-Bundeskanzler und jetzigen NR noch trauen, wenn er gleichzeitig als Aufsichtsrat auf der pay-list eines mächtigen Energiekonzerns steht?


Re: Als Grünwähler ...

Ich entschuldige mich für die ÖVP. Sie konnte sie und ihresgleichen nicht beim Namen nennen.

Grünwähler gehören entmündigt da sie gehirnamputiert sind. Weiters gehört ihr alle ausgewiesen da ihr sowieso nichts von Österreich und seinem Volk haltet.

Gast: -Sirius-
12.07.2012 17:25
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ÖVP = Österreichische Volksverratende Ponzidiener


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in keinem einzigen Land haben grün-rote Bündnisse Erfolge verzeichnen können

in unserem kleinen Land meint man diesen Zauber wirken lassen zu können (dürfen) ?

Scheinbar hat ma naus der jüngeren Geschichte nichts gelernt, denn jeder der Berlin kennt, weiss was dort heute los ist !

Nein danke dazu, auch im Interesse unserer nachkommenden Generation !!!

Antworten Gast: gäst
15.07.2012 00:49
0 0

Re: in keinem einzigen Land haben grün-rote Bündnisse Erfolge verzeichnen können

Die strukturelle Pleite Berlins hat aber die CDU zu verantworten - siehe Bankenskandal.

Gast: Gast362
12.07.2012 14:01
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Seitdem

die SPÖ (Schmutzigste Partei Österreichs) wieder in der Regierung ist wird Österreich immer korrupter!
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/713554/Studie_Oesterreich-gilt-als-immer-korrupter

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Re: Ach so ?

Und wer sind die Herrschaften, die wegen Korruptionsverdachts in den letzten Jahren in den Schlagzeilen und vor Gericht waren ? KHG, Strasser, Martinz, Scheuch etc. Lauter SPÖler ???
Offenbar ein Fall von Realitätsverweigerung !!!

Re: Re: Ach so ?

na und inseratenkanzler, die sky-gschicht da hängen die roten ganz schön drin und grün will das auch - einmal absahnen.

Gast: FKB
12.07.2012 12:57
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Ja, es gibt auch anständige ÖVPler.

Aber leider zu wenige.

Antworten Gast: Für eine halbe Handvoll Euro
12.07.2012 14:18
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Re: Ja, es gibt auch anständige ÖVPler.

Leider!

Die Aufgabe der Generalsekretäre ist doch schon seit Jahren

so eine Art Kettenhund zu spielen, angriffig, untergriffig, v.a. den Koalitionspartner medial und öffentlich ein bißchen unter Kontrolle zu halten.
Auszuhalten ist das nicht, ergo ist auch Herr Rauch nicht auzuhalten. Begonnen hat das meiner Erinnerung nach unter Schüssel mit GS Lopatka.
Kann sich noch jemand an Karas und Korosec erinnern? Da hatte man noch nicht wie heute den Eindruck, dass dieser Posten vollkommen sinnfrei ist.

Kettenhund mag trefflich sein ...

aber das Minimum an politischen Bildung und Verankerung in den Menschenrechten ist auch für einen Generalsekretär unverzichtbar.

Wenn natürlich der schon früher in Tirol "auffällige" Rauch, weiterhin im Freigehegen wüten darf, wird Spindelegger mit seiner weinerlichen Ethik-Kodex-Schmiere wohl nicht Punkte sammeln.

Leute Wie Rauch haben an keiner Parteispitze was zu suchen, Kettenhund und Rolle hin oder her. An wessen Kette hängt er denn dann. Der schleift die ganzen Anständigen in der ÖVP hinter sich her und bekommt den Ablaus von der Parteispitze?

Kein Schall - kein Rauch

... und den Text hat er sowieso vom Kickl.

Antworten Gast: R. Konrad
12.07.2012 11:15
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Re: Kein Schall - kein Rauch

Genau! Dieser Rauch wurde offensichtlich von Kickl in die ÖVP eingeschleust.

:)) Hmmm, ...

... ja, zusammen mit dem Spindlegger vielleicht?

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Es geht ja nicht darum, ob die Großparteien, sondern ob die Bürger mit uns zufrieden sind.

Und das sind mehr oder weniger konstant 12%.

Bei Frau Glawischnig eher weniger.

Die Hauptaufgaben von Spindelegger wäre es klar zu stellen ob in Zukunft die ÖVP weiter eine große Koalition (evtl mit Grün) haben will oder nicht

Der größte Fehler von Molterer - und deshalb hat er auch die Wahl verloren - war dass er zuerst "es reicht" gesagt hat, was die meisten Österreicher begrüßt haben aber dann die Koalition mit der SPÖ nicht ausgeschlossen hat.

Dann wussten weder die pro großkoalitionären Wähler ob sie ÖVP wählen sollten noch die die große Koalition ablehnten.

Ein drittes Mal kann sich die ÖVP diesen Fehler nicht mehr leisten.

Antworten Gast: asdasdffds
12.07.2012 12:59
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Re: Die Hauptaufgaben von Spindelegger wäre es klar zu stellen ob in Zukunft die ÖVP weiter eine große Koalition (evtl mit Grün) haben will oder nicht

keine sorge, 2013 wird es wo ein wahlgewitter geben, dass sich selbst rot-schwarz-grün nicht mehr ausgehen wird.
denn DIESES MAL reicht es dem wahlvolk nämlichst wirklich und dieses absolute versagen der derzeitigen regierung motiviert interessanterweise sehr viele wählen, gerade DESHALB zur wahl zu gehen.

ob es strache besser können wird sei dahingestellt, DIESE regierung benötigt mal eine ordentliche pflichtwatschn, die sich gewaschen haben wird.
schlechter als jetzt kann es selbst mit einem strache nicht mehr werden, also warum nicht einfach mal zumindest die schweine am futtertrog wieder austauschen .... weils eh schon wurscht ist!!

Re: Re: Die Hauptaufgaben von Spindelegger wäre es klar zu stellen ob in Zukunft die ÖVP weiter eine große Koalition (evtl mit Grün) haben will oder nicht

Haben Sie bei Ihrem Wunsch nach Strache auc bedacht, dass dieser noch nie direkt an den Futtertrögen saß? Das könnte, wie die Erfahrung mit ÖVP/FPÖ/BZÖ gezeigt hat teuer werden.

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Re: Re: Die Hauptaufgaben von Spindelegger wäre es klar zu stellen ob in Zukunft die ÖVP weiter eine große Koalition (evtl mit Grün) haben will oder nicht

Das Erinnerungsvermögen vieler Menschen in Österreich ist eben nicht (vorsätzlich?) so getrübt wie Ihres. Was hat die FPÖ noch schnell bewirkt in ihrer Regierungsbeteiligung? War das nicht die Zeit mit dem höchsten Asykmissbrauchszahlen in der Geschichte der 2. Republik. Und noch die blaue Ministerriege mit Lichtgestalten wohin man blickt, von Forstinger bis Reicholt...nei danke wer sich so was wieder herebi wünscht muss Masochist sein...

Antworten Gast: Gast, 1030
12.07.2012 11:18
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Re: Die Hauptaufgaben von Spindelegger wäre es klar zu stellen ob in Zukunft die ÖVP weiter eine große Koalition (evtl mit Grün) haben will oder nicht

Die Hauptaufgabe von Spindelegger wäre der Rücktritt.

Die Grünen

sind nicht erwünscht in der Regierung. Sektierer und Abartige haben in keiner Regierung etwas verloren!

Antworten Gast: E.G., Wien
12.07.2012 11:20
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Re: Die Grünen sind erwünscht, pradler

Dass du ein rechter Pöbler bist, wissen wir schon.

Re: Die Grünen

Da geben Sie ihre stimme lieber Parteien die Dreck am Stecken haben, gell?
Die Grünen sind halt die einzige Partei in Österreich denen man keinerlei Korruption anhängen kann. Das ist schön ziemlich blöd für alle Anderen!

Gast: Schlaumeier
12.07.2012 10:14
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Ohne Rauch...

... ging's auch...

 
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