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Kärntner ÖVP: "Dann können wir uns die Kugel geben"

13.07.2012 | 12:57 |   (DiePresse.com)

Ein Rücktritt von Landeschef Martinz soll nur noch eine Frage von Tagen sein. Martinz ist im Birnbacher-Prozess schwer unter Druck geraten. Die Suche nach einem möglichen Nachfolger gestaltet sich schwierig.

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Der Prozess um das Millionenhonorar für den Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher bringt die Kärntner ÖVP in heftige Turbulenzen. Das Geständnis Birnbachers am Mittwoch dürfte das endgültige Ende der Politkarriere von Landeschef Josef Martinz bringen. Sein Rücktritt soll nur noch eine Frage von Tagen sein. Die Partei hat laut "Kleine Zeitung" für Montag Sitzungen von Präsidium und Vorstand einberufen.

Bei den Landesschwarzen wird bereits hektisch nach einem möglichen neuen Obmann gesucht. Der ursprüngliche Plan, Martinz mit dessen Verzicht auf die Regierungsämter aus der Schusslinie zu bringen und gleichzeitig seinen Nachfolger Achill Rumpold im Fall des Falles auch als Parteiobmann in Position zu bringen, birgt mehr Risiken als Chancen. Rumpold war bei den Verhandlungen mit Birnbacher über dessen Millionenhonorar mit dabei. Der Wechsel an der Parteispitze von Martinz zu Rumpold brächte daher keine Entlastung. "Was machen wir denn, wenn Rumpold plötzlich auch als Beschuldigter dasteht, dann können wir uns die Kugel geben", sagte ein ÖVP-Funktionär, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Freitag.

Rumpold: ÖVP entscheidet nach Urteil

Rumpold selbst wies den Vorwurf, in die Affäre Birnbacher verwickelt zu sein, zurück. Das seien "parteipolitische Anpatzungen", sagte er dem ORF Kärnten. Über die politische Zukunft von Martinz werde die Partei nach dem Urteil entscheiden. Auf die Frage, ob er als Nachfolger infrage komme, meinte er, er konzentriere sich auf seine Arbeit als Landesrat, "alles andere werden wir sehen".

In den Spekulationen über einen möglichen neuen Landesparteiobmann tauchen derzeit zwei Namen auf. Einer ist Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, der in den vergangenen Jahren kein Hehl daraus gemacht hatte, dass er mit der blau-schwarzen Koalition keine Freude hat. Pacher gilt als "Intimfeind" von Martinz, seine Kür würde die Kooperation mit der FPK wohl zumindest deutlich schwieriger machen, wenn er die Zusammenarbeit nicht überhaupt aufkündigt.

Der zweite Name, der ins Spiel gebracht wird, ist der Unternehmer Othmar Petschnig. Dieser hat gerade zwei Amtsperioden als Präsident der Kärntner Industriellenvereinigung absolviert - ob ihm der Sinn nach Parteipolitik steht, scheint allerdings fraglich. Sollte sich niemand finden, der die Partei übernehmen will, könnte auch eine Übergangslösung in Betracht kommen, bei der Landesgeschäftsführer Thomas Goritschnig interimistisch installiert wird, um Zeit für die Suche nach einem geeigneten Kandidaten zu gewinnen.

ÖVP-Bundesparteichef Michael Spindelegger fordert im Fall einer Verurteilung Martinz' einen Rücktritt noch am gleichen Tag. Und dass Martinz mit einem Schuldspruch rechnen muss, halten Juristen nach dem Geständnis des als "Beitragstäters" geführten Birnbacher für sehr wahrscheinlich.

Causa Birnbacher
Der Steuerberater Dietrich Birnbacher hat für seine "Beratungen" des Landes Kärnten beim Verkauf der Landesanteile der Hypo Alpe-Adria-Bank an die Bayerische Landesbank ein Honorar in der Höhe von sechs Millionen Euro bekommen. Ein Gerichtsgutachter bezifferte den Wert der Arbeit allerdings mit maximal 200.000 Euro.

Die Causa nahm durch einen mündlichen Auftrag, den der Kärnter ÖVP-Chef Josef Martinz 2007 gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) an Birnbacher erteilten ihren Anfang. Martinz und Haider beauftragten den Steuerberater quasi als Privatpersonen, bezahlen sollte das Honorar aber die Kärntner Landesholding. Die Folge: eine Anklage gegen Martinz, Birnbacher und die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander wegen Untreue.

In einem überraschenden Geständnis gab Birnbacher an, dass jedem klar gewesen sei, dass sechs Millionen unangemessen gewesen waren. Haider und Martinz hätten ihm das hohe Honorar mehr oder weniger aufgeschwatzt.

(APA)

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146 Kommentare
 
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Gast: Bürger&Wähler
16.07.2012 13:34
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Fazit: Ein grauenhafter kärntner FPÖ-ÖVP-Sumpf!



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Vorbild

Martinz trat als Landesrat zurück, als die Anklage zu erwarten war, das ist eine saubere Lösung, die bisher kein anderer so gehandhabt hat. Jetzt ist er vor Gericht, das ist gut so. Wie das Urteil ausfällt, ist zu akzeptieren. Die ÖVP Obmannschaft ist eher zweitrangig. Ungerecht ist, dass er für Mastermind Haider jetzt büßt, denn dieser war in all diesen Belangen der "Chef". Aus der Verantwortung hat sich Haider allerdings fortgemacht, er ist einfach weg, wie so oft in seinem Politikerleben und lässt andere sein Erbe ausbaden. Zu bedauern ist Martinz aber nicht - mitgehangen, mitgefangen.

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Orban läßt grüßen

Scheint das Forum und speziell dieses Thema wird heute von einem besonders peniblen Zensor betreut. Bereits zweimal wurden kritische Beiträge "verschluckt".

Man sollte hier also besser nicht behaupten das Kürzel FPK stehe für F alotten P artie K ärntens. Geschweige denn die VP Kärnten wäre ein moralverwahrloster Ableger dieses Vereins und der Anstandsverweigerer Martinz der politische Steigbügelhalter dieser Partie.

Gast: Scheuchen
14.07.2012 11:19
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Könnte man nicht schnell ein Landesgesetz erlassen

das unsere Politiker auch aus dem Gefängnis heraus ihr Amt weiterführen dürfen?

Re: Könnte man nicht schnell ein Landesgesetz erlassen

Wie Al Capone?

Geht's noch?

Und wieso wären 300.000 Euro für ein 6-seitiges Gutachten angemessen?

Geht's noch?

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verweis

alle politiker, die letztendlich für den bürger da sein sollten, müssten, sowie sie mit gesetz in konflikt kommen, sofort ihr amt zurücklegen. sollte ein freispruch erfolgen, können sie wieder in "amt und würden" sein.

Und ein Großteil der

Birnbacher-Millionen befinden sich vermutlich auf den Konten des Ulrichsberg-Besitzers

Tilo B(W)erlin oder doch?

Re: Und ein Großteil der

der Tilo ist am Donnerstag, den 12. als Zeuge nicht erschienen, zuvor wurde bekannt, dass in der KLH ein Zettel vom FA München gefunden wurde, bei dem der Tilo als Verhandler beauftragt wurde....sollte er doch noch erscheinen und sich entschlagen, was dann?? ich vermute, dann gibt es denn ersten wahren Knalleffekt...so I guess.....

Re: Und ein Großteil der

Ich glaube eher, dass Haider und Martinz den Großteil der 12 Millionen für ihre Parteikassen haben wollten. Nachdem der Deal aufflog un "Birni" einen "Patriotenrabatt" (so nannte es Haider) von 6 MIllionen einräumte, war die Sache allerdings gegessen, zum Glück!

Re: Re: Und ein Großteil der

Von den 6 Millionen hätten sie sich schon noch einen Anteil geholt - wenn erst einmal Gras über die Sache gewachsen wäre; ohne die Korruptionsstaatsanwaltschaft wäre ja nichts passiert.

Der Pacher und Auer

waren die EINZIGEN,die nicht

von der Haider-Connection gekauft wurden!

Die Roten in dieser Provinz sollen auch besonders still sein,denn aus dieser Party gab es auch viele Überläufer,nicht nur in der ÖVP.

Die grausliche kärntner Chianti-Koalition des Gusi mit dem Jörgi mit steirischem Spargel-Essen ist hoffentlich noch in Erinnerung?

Hypo-Pekunia non olet,egal in welcher Party!

Gast: uizwick
14.07.2012 07:42
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rauchzeichen

ich denke, dass sich herr rauch, angesichts der övp-skandale lieber gedanken machen sollte, wie er den eigenen stall ausmistet, anstatt papiere auszuarbeiten, die rot-grün verteufeln.

dass rot-grün zu verteufeln ist, weiss ja ohnehin jedermann !
nicht erst seit Herrn gusenbauers diner bei kim um € 5.000.- auf kosten der telekom oder Herrn faymanns inseratenkampagnen oder Frau vassilakous parkpickerleskapaden in Wien......

ich wuerde mich ja melden und gerne politisch mitwirken

aber die sozialistische grundeinstellung dieser partei wie auch saemtlicher anderen parteien in oesterreich ist mir zuwider

Gast: Anmerkung
14.07.2012 03:22
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Martinz

Ein Spekulationsgeschäft in Form einer Wandelanleihe, die von SPÖ und Haider ausverhandelt wurde, brachte Kärnten in eine insolvenzähnliche Situation. Der Verkauf der Hypo-Anteile war deshalb ein Notverkauf und das Interesse der Bayern ein Glücksfall für Kärnten. Verkauft wurden jedoch nicht nur die Bankanteile, sondern gleich auch die Kärntner Landeshaftung als Mittel zur Erpressung den Bayern frei Haus geliefert. Als nämlich die Bank in Schwierigkeiten geriet, mußten die Bayern nur einen Satz sagen: "Wir lassen die Bank pleite gehen". Das hätte bedeutet, dass die Haftung von 12 Mrd. Euro für Kärnten fällig gewesen wäre. Natürlich war der Ö. Finanzminister wegen dieses Umstandes gezwungen, die Bank um einen Euro sofort und mitsamt den Schulden zurückzunehmen. Die Haftung wurde übrigens übernommen unter Führung der Kärntner SPÖ, das nur zur Erklärung. Diese unglaubliche Situation, die im gesamten Ausmaß noch gar nicht abschätzbar ist, hat Martinz mitzuverantworten. Martinz hat sich auf Haiders Geschäfte eingelassen und mit ihm an einem Strang gezogen. Martinz hat auf jede Oppositionsarbeit verzichtet um auf Seite von Haider seine Ämter behalten zu können. Sein passives Verhalten hat Kärnten in eine Situation gebracht, in der Politiker mit mafiaähnlichen Manieren das Land regieren. Trotz allem ist Martinz in Kärnten der zur Zeit vertrauenswürdigste Politiker, auch wenn das für jeden normal denkenden Menschen unvorstellbar sein mag.

Antworten Gast: dreher
14.07.2012 12:51
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Re: Martinz

lol, so kann man die geschichte natürlich auch verdrehen...und vertrauenswürdig ist etwas anderes.

Re: Martinz

Martinz passives Verhalten zu unterstellen und ihn als den vertrauenswürdigsten Kärntner Politiker zu bezeichnen grenzt an Realitätsverlust - fehlt nur noch, ihn als Opfer zu bezeichnen.

Dieser Eiertanz ist mehr als peinlich!

Glaubt man echt daß gewisse Politiker exempt sind?
Angeklagte und verurteilte (wenn auch nicht rechtskräftig) sind unmöglich für den demokratischen Prozess! Immer verbleibt der Zweifel.
Wo sind die Parteien, wo sind die Verhaltenskodices?
Die Wähler haben sich geirrt - so zu hören an Wahlabenden - ist nicht grad überraschend. Ein zeichen für Wirklichkeitsverlust!

Niemand weiß wirklich

warum die ÖVP Kärnten an dieser kontroversiellen Persönlichkeit festhält!

Gast: na aber eh kloa
13.07.2012 22:57
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ah da haben wir sie wieder...

die typischen övp leistungsträger. kmu´s und dergleichen sind damit ja nicht mehr gemeint. was ist aus dieser partei geworden? wer sie noch wählt macht sich ganz einfach mitschuldig. die verluderung der politik zeigt sich am besten anhand dieser ehem. großen partei.

Gast: b754
13.07.2012 19:58
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in der övp einen finden der nicht korrupt ist wird schwierig


Re: in der övp einen finden der nicht korrupt ist wird schwierig

Nun, mit Verallgemeinerungen ist das bekanntlich immer ein Problem. Fest steht ausser Zweifel dass sich in der Zwischenzeit ein signifikanter Teil von "Spitzenfunktionären" der ÖVP als zwielichtig oder bereits (vor-)bestraft herausstellt. Das sollte zu Denken geben.
Vielleicht wählt die ÖVP Führung - und fördert - die falschen Personen. Zu diesem Thema wird sicher noch ein weiteres Kapitel aufgeschlagen werden. Zu viele Fragen stellen sich - beispielsweise auch warum (Vize-)Bürgermeister und Feuerwehrkommandanten (?) bei BMW einen 20% Rabatt beim Autokauf erhalten sollen. Schon was von Anfütterung (gilt für Bgm im "Nebenberuf" BeamtInnen) gehört meine Herrn Volksvertreter?

Re: Re: in der övp einen finden der nicht korrupt ist wird schwierig


Re: Re: in der övp einen finden der nicht korrupt ist wird schwierig

20 % Rabatt schaut nur besser aus, diese Fahrzeuge sind immer noch zu teuer, kaufen u. fahren würden die auch ohne Rabatte, weil einfach zuviel Geld vorhanden ist!!!

Re: Re: in der övp einen finden der nicht korrupt ist wird schwierig

Und Ihre FPÖ?

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wenn man schneid ' hat

Geht man mit anstand und rechtzeitig.
das negativbeispiel ist der westenthaler.

 
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