Die Grünen kritisieren die Haltung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) in der Diskussion um eine Frauenquote. Er hatte am Sonntag per Aussendung den Vorschlag von Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) abgelehnt, Firmen zur Aufnahme von Frauen-Förderplänen zu verpflichten. Konkret meinte er: "Die Unternehmen sind mit privatem Geld aufgebaut worden, tragen das volle Risiko und müssen daher weiterhin die Freiheit haben, sich ihr Personal selbst auszusuchen. Markteingriffe durch Quoten und Förderpläne, die noch dazu den bürokratischen Aufwand erhöhen, lehnen wir daher ab."
Damit ignoriere der Minister den Aspekt, dass österreichischen Unternehmen wegen des geringen Frauenanteils ein "enormer Wettbewerbsnachteil" drohe, klinkten sich die Grünen am Montag in die Debatte ein. Spanien und Frankreich hätten nämlich eine 40-Prozent-Quote - etwa für Aufsichtsräte. Es stehe folglich im Raum, dass sich bei öffentlichen Ausschreibungen nur mehr Unternehmen bewerben könnten, die diese Quote erfüllen, meinte die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner am Montag.
Schwentner will als ersten Schritt eine Quote von 40 Prozent in Aufsichtsräten und Vorständen staatsnaher Unternehmen und in weiterer Folge auch eine Quote für private Unternehmen.
(APA)
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