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Darabos streicht Bettenabteilungen in Heeresspitälern

16.07.2012 | 17:16 |  von Karl Ettinger (Die Presse)

SP-Verteidigungsminister Darabos hat grünes Licht für die weitreichende Umgestaltung des Sanitätswesens gegeben.

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[Wien] Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) geht jetzt daran, das Sanitätswesen im Bundesheer ganz neu zu ordnen. Die Bettenabteilungen in den Militärspitälern werden nach der vom Rechnungshof kritisierten geringen Auslastung komplett geschlossen. Heeresärzte und Pflegepersonal sollen in möglichst großer Zahl in bestehenden zivilen Spitälern und Pflegeeinrichtungen eine Beschäftigung erhalten, eine Sanitätsanstalt mit drei Feldambulanzen dient künftig der bestmöglichen medizinischen Versorgung der Soldaten. Das sind die Kernpunkte der weitreichenden Strukturreform „Sanitätswesen neu", die jetzt erstmals publik werden und der „Presse" vorliegen. Basis dieser sind Pläne des Generalstabes. Verteidigungsminister Darabos hat, wie in seinem Büro am Montag bestätigt wurde, bei einer internen Sitzung am 28. Juni bereits grünes Licht für die Umsetzung dieses Vorhabens gegeben.

Der Ressortchef reagiert damit auf Empfehlungen des Rechnungshofs. In der Bundesregierung war grundsätzlich mit dem im heurigen Februar beschlossenen Spar- und Steuerpaket der Sanktus für Änderungen bei den Heeresspitälern gegeben worden. Der Generalstab beginnt nun, nach der Zustimmung durch den Verteidigungsminister zu dem Projekt, mit der Umsetzung, die bis Mitte des Jahres 2013, also noch vor der nächstjährigen Nationalratswahl, erfolgen soll. Wie sieht die neue Struktur aus?

Sperre von Bettenabteilungen: Die Abteilungen mit Betten werden geschlossen. Dies ist die Konsequenz, die die Heeresführung aus der überaus geringen Auslastung dieser Abteilungen in der Vergangenheit zieht. Die Prüfer des Rechnungshofes hatten bei ihrer Einschau festgestellt, dass im stationären Bereich der Heeresspitäler lediglich eine Auslastung von fünf Prozent bestanden hat.

Sanitätsanstalt: Das hat entsprechende Folgen für das Heeresspital in Wien-Stammersdorf und die beiden Militärspitäler in Graz und Innsbruck. Diese werden zu einer Sanitätsanstalt mit drei Feldambulanzen zusammengeführt (eine davon ist die schon bestehende Feldambulanz).

Personal: Die Neugestaltung des Sanitätswesens beim Bundesheer hat auch weitreichende Folgen für die bisherigen Bediensteten. Ärzte und Pflegekräfte, die im Heer nicht mehr benötigt werden, werden anderen Ressorts angeboten. Vor allem hofft das Verteidigungsministerium darauf, dass Heeresärzte und Pflegekräfte im zivilen Gesundheitswesen rasch eine neue Beschäftigung finden. Im Heeresressort wird darauf hingewiesen, dass es in Österreich nach wie vor einen Mangel an Pflegepersonal gebe und auch Mediziner benötigt würden. Speziell Bedienstete im Heeresspital in Wien-Stammersdorf sollen auf diese Weise in zivilen Pflegeinstitutionen, die nach dem Konzept der Stadt Wien ohnehin ausgebaut werden, unterkommen. Ähnliches gilt für Ärzte, die künftig in öffentlichen Krankenhäusern ihrem Beruf nachgehen könnten. Insgesamt sind von den Personalmaßnahmen bis zu 300 Heeresbedienstete im Sanitätswesen betroffen. Ähnlich wie bei anderen Reformen im Heer werde es auch in diesen Fällen für Betroffene Begleitmaßnahmen geben, wird im Ministerbüro versichert.

Künftige Aufgaben: Die neue Sanitätsanstalt muss die medizinische Versorgung der Heeressoldaten im In- und Ausland koordinieren. Dazu gehört das Betreiben der Feldambulanzen oder eines Impfzentrums im Hinblick auf internationale Einsätze sowie die medizinische Betreuung etwa der Heerespiloten.

Darabos: Notwendig für die Steuerzahler

Darabos ließ der „Presse" - auch an die Adresse des Koalitionspartners ÖVP gerichtet - mitteilen, er arbeite „sehr konsequent" daran, das Heer mit wichtigen Reformen in die Zukunft zu führen. Und: „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich nicht heiße Eisen anpacke und maßgebliche Reformen eingeleitet habe - Stichwort Panzerreduktion, Pilotprojekte, Personalabbau."
Die geringe Bettenauslastung könne er „gegenüber dem Steuerzahler nicht mehr verantworten". Daher werde das Sanitätswesen „auf völlig neue Beine gestellt".

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35 Kommentare
 
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find ich gut

sollte aber nicht bei heeresspitälern bleiben.... entfilzen!

Gast: fk
17.07.2012 13:26
2 2

Danke!

Wirklich besten Dank!

Und danke besonders für den Mut alte verkrustete und sinnlose (bis schädliche) Institutionen aufzulösen!

Gast: k.u.k Feldmarschall
17.07.2012 10:38
2 0

Und was um gottes Willen machen wir, wenn die große Panzerschlacht im Marchfeld losgeht????????


Antworten Gast: EffEff
17.07.2012 13:59
1 0

Re: Und was um gottes Willen machen wir, wenn die große Panzerschlacht im Marchfeld losgeht????????

In die Hosen. Kollektiv. Dann denken die angreifenden Nato-Truppen, Österreich habe eine Art neues Giftgas und hauen sicherlich gleich wieder ab.

Gegenschlag

Dafür werden im Parlament die Sessel entfernt.
(Schlafen im Stehen soll angeblich nicht funktionieren.)

Gast: fulca
17.07.2012 07:43
1 3

Der Verschwender

Ein mehr als vernünftiger Ansatz des Verteidigunsministers. Jede OP eines ungeübten, unerfahrenen Arztes ist für den Betroffenen gefährlicher als die Schließung der Heeresspitäler und Überführung der Kapazitäten und des Personals in zivile Krankenhäuser. Im Ernstfall stehen dann auch top ausgebildete und erfahrene Mediziner zur Verfügung!
Weiter so !!!

Gast: ökono-mist
17.07.2012 01:19
5 1

Wer "A" sagt, muß auch "B" (wie Burgenländerwitz) sagen - oder wenigstens "bäh":


Werden die Kranken jetzt tiefgefroren - und dann einfach ins Eck gestellt?

Re: Wer "A" sagt, muß auch "B" (wie Burgenländerwitz) sagen - oder wenigstens "bäh":

Nein. Per Befehl des Zivildieners sind Krankenstäde außerhalb der Prsenzdienstzeit anzulegen.

Antworten Antworten Gast: Uniformjackenputzer
17.07.2012 14:01
0 0

Re: Re: Wer "A" sagt, muß auch "B" (wie Burgenländerwitz) sagen - oder wenigstens "bäh":

Halte ich für eines sehr vernünftige und gute Lösung. Darabos weiß einfach, wie man alle auf Vordermann bringt.

Gast: Piccolomini
17.07.2012 01:13
11 0

Keinen gute Idee!

Wie immer wenn der Herr BM Darabos etwas reformiert, dann ist es nichts anderes als Demontage. Anstatt das Heeressanitaet, wie in anderen Laendern in die oeffentliche Gesundheitsversorgung einzubinden, wird geschlossen. Erfahrung geht verloren und man nimmt unserem Land ein Instrument fuer den Katastrophen- und Ernstfall. Die Loesung fuer unsere Sicherheit, kann nicht im Billig liegen, sondern im Effizient. Bis dato, wurde von Darabos nicht reformiert, sondern nur demontiert. Entscheidungen, eines komplett ueberforderten Ministers, die uns allen auf den Kopf fallen werden, den Leistungen die man nicht mehr selbst hat, muss man entweder fuer viel Geld nachkaufen, oder wir nehmen Schaden, weil wir es nicht mehr haben.

Antworten Gast: Hans im Glück
17.07.2012 09:45
5 0

Re: Keinen gute Idee!

Die einfachsten Regeln für intelligentes Handeln werden nicht beachtet...

Von "best practice" hat Herr Darabos sicher noch nie was gehört. Warum sollte er sich umschauen wie ander mit den Heeresspitäler umgehen?

Das ist Sparen am falschen Ort.

Hervorragende Idee

Und der erstbeste arbeitslose Maler und Anstreicher wird Verteidigungsminister. Mit etwas Glück hat der Präsenzdienst geleistet und er ist kein SPÖ-Mitglied.

Gast: Tachinierer
16.07.2012 20:51
11 0

Was brauchen wir

Nur mit den Eckpunkten traue ich mir nicht pro und contra zu schreiben. Spannend halt, dass so eine mittelweitreichende Reform OHNE vorhergehende neue Sicherheitsdoktrin gemacht wird.
Man braucht doch so etwas wie diese Bedrohungsszenarien und so etwas wie Einsatzszenarien. Und diese mit kurz / mittel und langfristig.
Und daraus leitet man dann die benötigten Kapazitäten ab.
Und dann beantragt man Budget dafür und geht dann in die Diskussion, zu sagen, ok, Krieg zwischen Slowakei und Ungarn ist so unrealistisch, für so einen Fall sorgen wir nicht vor. Aber Krieg am Balkan und und und....

Das sind alles in allem "wirre" Einzelmaßnahmen. Kein Konzept dahinter. Das hebt die Arbeitsmoral im Bundesheer nicht.

Weil wir bei Einzelmaßnahmen sind:
Andere Staaten schicken Militärärzte nach Kolumbien oder Südafrika, damit die mit Schussverletzungen umgehen lernen.
Oder:
Die USA haben eigene Satellitenleitungen, damit in Buxtehude (Somalia...) der Chirurg Profis aus den USA zuschalten kann. Seit Jahren.
Wir haben all das nicht.

--> Man muss sparen und investieren. Ich kann einfach so gut wie kein investieren bei Darabos erkennen.

Antworten Gast: alatheus
16.07.2012 22:50
9 1

"Andere Staaten schicken Militärärzte nach Kolumbien oder Südafrika, damit die mit Schussverletzungen umgehen lernen."

Das hat das Bundesheer auch gemacht - bis es vor vier Jahren unter Darabos eingespart wurde:

"Medical Intelligence" fällt aus

http://derstandard.at/1226396524440

Antworten Antworten Gast: fk
17.07.2012 13:47
0 2

Re: "Andere Staaten schicken Militärärzte nach Kolumbien oder Südafrika, damit die mit Schussverletzungen umgehen lernen."

Warum haben wir denn bisher die kriminellen Opfer mit Schussverletzungen nicht ins Heeresspital gelegt?
Wenn sie dort so gute Spezialisten haben....

"Darabos streicht Bettenabteilungen..."

Endlich arbeitet Darabos produktiv!
Bleibt nur die Frage; in welcher Farbe?

Re: "Darabos streicht Bettenabteilungen..."

Die Frage haben wir weiter unten schon beantwortet.

Zur Auswahl stehen:
olivgrün
tiefrot

;)

kannjaseindassdasgutist

aber warum hat jede Reform des Heeres immer mit Kürzungen zu tun? Nie wird etwas gutes neu-eingeführt oder modernisiert. Ich glaube Justitz und BH habens dann zuendereformiert. ÖBB und Verwaltung warten noch.

Schön.

Und wie siehts mit den diversen Katastrophenplänen aus in denen die Betten dieser Anstalten für die Öffentlichkeit fix eingeplant sind?

Mögliche Katastrophenfälle wurden auch wegrationalisiert?

Hauptsache Parteienförderungen werden verdoppelt.

Wirklich sehr verantwortungsbewusst! Ganz großes Kino, Norbert!

Antworten Gast: HalligalliaufderDonauinsel
17.07.2012 14:02
0 1

Re: Schön.

Jetzt legen Sie doch erst mal Ihre Negativmentalität ab. Oder haben Sie nur imaginäre Katastrophenfälle im Kopf? Das ist bedenklich.

Antworten Gast: Medizinrektor
16.07.2012 20:10
3 9

Re: Schön.

Wenn diese unerfahrenen, aus der Übung gekommenen Ärzte mit einer "Behandlung" anfangen, BEGINNT die Katastrophe erst richtig.

Bettenauslastung 5%... nehmt den Ärzten das ius practicandi weg!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
16.07.2012 18:58
3 9

Re: Schön.

Stammersdorf liegt fast in NÖ.

Der Sobotka hat für in NÖ für eine Bettenkapazität gesorgt, welche um min. 30% über dem eigentlichen Bedarf liegt. Viele Patienten werden dort in **** Stern Betten zwangsverwaltet, leider kaum brauchbar behandelt.

NÖ hat kein Problem mit der Bettenkapazität, auch nicht in Notfällen!

Wenn Sie sich das Budget fürs Militär anschauen, dann besteht es vor allem aus Personalkosten für den pragmatisierten Misthaufen. A bissl was ist dann noch für die Rückzahlung der deppaten EF dabei und dann schon Schluss!

Wieviele Patienten haben die 400 Beschäftigten in Stammersdorf versorgt. 20, 30, 50?

Re: Re: Schön.

Ich schreib aber nicht von einem Unfall, sondern von KATASTROPHENFÄLLEN, falls ihnen das entgangen ist.

Das sind Fälle in denen können Sie mit der 30% Überkapazität brausen gehen.

- AKW Unfall
- Hochwasserkatastrophen
- Rekordwinter
etc.

Die Krankenhäuser des ÖBH sind in derartige Planungen eingebunden - bei der Arbeitsweise die Darabos an den Tag legt würde es an ein Wunder grenzen wenn er diese Umstände ebenfalls in seinen Planungen berücksichtigt hätte.

Denn in solchen Fällen ist es, mit Verlaub, wurscht ob Strammersdorf in Wien, Niederösterreich oder Djibouti liegt!


Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
17.07.2012 09:09
2 4

Re: Re: Re: Schön.

Es geht doch wohl eher um Katastrophenpläne, nicht aber um eine brauchbare Leistung des beamteten BH in diesen Fällen!

Atomare Unfälle
Bei der veralteten ABC Ausrüstung könnte das beamtete BH wohl nur die Strahlenkranken auf eine Kippe werfen. Eine nützliche Hilfe für die Bevölkerung halte ich für ausgeschlossen. Die Erfahrungen bei der Behandlungen von Strahlenkranken gehen gegen Null. Vielleicht gibt es einen Plan zur Entfernung der Strahlung in Österreich?

Hochwasserkatastrophen
Hatten wir doch in der Vergangenheit mehrere in Österreich. Die notwendige Arbeit wurde zu mehr als 90% durch die FF gemacht! Dafür brauchen die Ö kein beamtetes BH.

Rekordwinter
Was das mit den BH Spitälern zu tun haben soll, das steht wohl auch auf den Plänen. Gibt es Spitälern in den schneereichen Gebieten über 2000 Meter Schneehöhe?

Diese Planungen mögen schon existieren und Sie dürfen auch daran glauben, dass diese im Fall des Falles eine Wirkung haben können. Ich darf aber glauben, dass dieses beamtete BH keinen Nutzen für die Zivilbevölkerung hat und auch kaum eine militärische Schlagkraft. Wahrscheinlich müssen Angreifer, oder Katastrophen erst einen Antrag stellen?

Die Existenz von pragmatisierten Soldaten ist doch schon krank. Ö braucht etwas ganz Anderes als es heute hat!

Re: Re: Schön.


Die EF, einjährig Freiwilligen sind nicht "deppat"!!!


Gast: alatheus
16.07.2012 17:44
6 5

Ausnahmsweise eine Maßnahme,

die vernunftgeleitet erfolgt. Vielleicht wird dabei auch Geld für notwendige Investitionen frei?

 
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