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Neue Zahlen: Wiens Beamte sind früher in Pension

16.07.2012 | 18:37 |   (Die Presse)

Die Bundeshauptstadt unterläuft die Reformpläne der Bundesregierung. Im Schnitt gehen Rathausbeamte im Jahr 2011 mit 57,1 Jahren in den Ruhestand - 3,5 Jahre vor Bundesbeamten.

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Wien/Ett. Während die rot-schwarze Koalition auf Bundesebene das faktische Pensionsantrittsalter bis 2020 im Schnitt um vier Jahre auf 62 Jahre anheben will, erfolgt im Wiener Gemeindedienst der Antritt des Ruhestand nach wie vor wesentlich früher. Das durchschnittliche Pensionsalter der Wiener Beamten lag nach den neuen, der „Presse“ aus dem Rathaus vorgelegten Zahlen im Jahr 2011 bei 57,1 Jahren (siehe Grafik). Das war zwar im Schnitt um ein halbes Jahr später als noch 2010. Allerdings sind Wiens Beamte weiter besonders zeitig dran: Denn im Vergleich zu den Bundesbeamten, die im Durchschnitt mit 60,6 Jahren (2010, eine aktuellere Zahl liegt noch nicht vor) in Pension gehen, erfolgt der Ruhestand damit rund 3,5 Jahre früher.

 

Viele gehen krank in Frühpension

Der Andrang auf Frühpensionen bei den Wiener Beamten ist ungebrochen stark. Allein 363 Gemeindebeamte traten heuer bis Juli krankheitsbedingt vorzeitig den Ruhestand an. Deren durchschnittliches Pensionsantrittsalter: rund 53,3 Jahre. „Diese Menschen sind krank“, wird im Büro von Personalstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) beteuert.

Außerdem müsse aus diesem Halbjahreswert nicht unbedingt ein neuer Rekordwert für das Gesamtjahr 2012 resultieren, wie die Wiener ÖVP jetzt befürchtet. Denn in den vergangenen Jahren habe es bei den krankheitsbedingten Frühpensionierungen einen Rückgang gegeben: von 612 im Jahr 2009 auf 589 im Jahr 2010 und schließlich auf 510 im Vorjahr.

Faktum ist freilich auch: Während auf die ASVG-Versicherten, Bauern und Gewerbetreibenden sowie auf Bundesbeamte ab 2014 weitere Verschärfungen zukommen, hält die Stadt Wien weiter an der günstigeren und vom Rechnungshof als deutlich teurer angeprangerten Sonderregelung für ihre Gemeindebeamten fest. Eine Anpassung an die Regelung für den Bund werde es nicht geben, wurde am Montag auf Anfrage der „Presse“ bekräftigt. Wien ist damit im Ländervergleich Schlusslicht, weil das ebenfalls säumige Kärnten nach scharfer Kritik des Rechnungshofes inzwischen das üppige Pensionssonderrecht für seine Landesbeamten neu geregelt hat.

Insgesamt gab es in Wien im Vorjahr noch 28.622 Beamte (inklusive Stadtwerke). Deren Anteil sei damit von 50 auf 36 Prozent gesunken. Wien sei freilich mit den Bundesbeamten „nicht vergleichbar“, heißt es im Rathaus etwa mit dem Verweis auf die Tätigkeit bei der Müllabfuhr. Der Generalsekretär des ÖVP-Seniorenbundes, Heinz Becker, spricht angesichts der fehlenden Reformen in Wien hingegen von „Pensionsraub“ an jenen, die das System finanzieren müssen.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat allerdings heuer im Februar via „Kronen Zeitung“ einen späteren Pensionsantritt für Wiens Beamte in Aussicht gestellt. Hintergrund war, dass der Wiener SPÖ-Chef wegen der Verschärfungen durch die Bundesregierung und neuerliche Aufregung um die besonders frühen krankheitsbedingten Frühpensionierungen in Wien unter Druck geraten war.

 

Mehr Prävention gegen Burn-out

(c) Die Presse / GK

(c) Die Presse / GK

Was seither passiert sei? Es werde noch stärker auf Prävention gesetzt, heißt es im Rathaus. Konkret gibt es im Rahmen einer Gesundenuntersuchung seit Mitte März dieses Jahres die Möglichkeit eines freiwilligen psychosozialen Screenings. Damit soll frühzeitig der wachsenden Zahl psychischer Erkrankungen wie Burn-out vorgebeugt werden. Ebenfalls freiwillig gibt es die Gelegenheit zu einem Coaching-Gespräch. Derartige Programme würden aber „nicht von heute auf morgen wirken“, wird im Büro von Personalstadträtin Frauenberger betont.

 

3000 Hacklerpensionen weniger

Bei den ASVG-Versicherten (Angestellte und Arbeiter) haben 2011 eingeleitete erste Verschärfungen Wirkung gezeigt. Wie aus den neuesten der „Presse“ übermittelten Zahlen der PVA, der größten Pensionsanstalt Österreichs, hervorgeht, gab es von Jänner bis Juni 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 mit insgesamt rund 51.000 Neuzugängen in die Pension ein Minus von rund 4000.

Hauptgrund dafür ist die sinkende Zahl an neuen Hacklerfrühpensionen, deren Zahl von 10.649 auf 7761 zurückging, sowie bei den Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen (heuer 11.718 Neuzugänge gegenüber 12.621 von Jänner bis Juni des Vorjahres). Unter anderem werden in der Zwischenzeit nachgekaufte Schul- und Studienzeiten nicht mehr für die Hacklerpension angerechnet, weshalb viele die Voraussetzung dafür nicht mehr erfüllen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2012)

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279 Kommentare
 
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Gast: Babsi Vogler
19.07.2012 18:35
0 0

und was ist schuld daran?

Bleibt unbeantwortet ob die Stadt Wien, die SP-Quasi-Alleinregierung oder das Klima im Rathaus die hohen Krankenstände und Frühpensionierungen verursacht

Gemeindebeamte?

Feuerwehr? Rettung? Spitalspersonal? Oder Schreibtisch? Ein oberklächlicher Artikel in unserer "Qualitätszeitung".

Antworten Gast: HuiBuuuuuu
19.07.2012 18:38
0 0

Re: Gemeindebeamte?

Die Zahlen kommen aus dem Bundeskanzleramt, nicht von der Presse. Daher wäre diese Beschwerde wohl an eine andere Adresse besser adressiert..

Gast: Unsinn
18.07.2012 12:06
1 0

War klar

Die roten hatten noch nie was für Sparmaßnahmen und verantwortilches Handeln bzw. Wirtschaften übrig. Bezhalen wollen sie es wie üblich mit dem Geld der Anderen!

Re: War klar

Ganz richtig! Die glauben immer nur man braucht nur fordern, wo der "Zaster" herkommen soll interessiert sie nicht im Mindesten!
Sie sind halt wie die kleinen Kinder: Unreif!

Gast: Semantik 5.0
18.07.2012 11:46
1 0

Krieg der Worte

"Solidarität", "Toleranz" und "soziale Gerechtigkeit" entwickeln sich für mich immer mehr zu "Unworten"!

und deswegen gibts jetzt

das parkpickerl -
damit die roten alle früh weiterhin in die pension gehen können.

Die SCHWEIZ hat 8 Pers. im öff. Dienst je 1000 Einwohner,


Österreich 22 !!??.

Schon vor Jahren schrieb Prof. STREISSLER:
"Der Staat sollte ALLE Mitarbeiter nach 3 Tagen Streik von Rechts wegen entlassen u. nur jene zu den Einstiegsgehältern wieder anstellen, die er WIRKLICH benötigt"

Das wären wahrscheinlich 5 je 1000 Einwohner.

Doch es sitzen auch BEAMTE im Nationalrat !! Wo bleibt die Gewaltentrennung ??. Freigestellt für höhere Aufgaben...

Dieses zynische KINDER-Ausplünderungsprogramm wird von SPÖVFP konsequent bis Griechenland gegangen.


Antworten Gast: jknkj
21.07.2012 19:18
0 0

Re: Die SCHWEIZ hat 8 Pers. im öff. Dienst je 1000 Einwohner,

Österreich hat vergleichsweise wenig öffentlich Bedienstete:
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/672504/OECD_Oesterreich-baute-am-staerksten-Beamte-ab

Gast: Reflector
17.07.2012 23:27
3 0

Das wundert ohnehin niemanden.

So ist eben das sozialistische Beamtenparadies.

Gast: sodann
17.07.2012 19:45
2 0

eigentlich dürften Nettonehmer,

wie es Beamte nun sind, gar kein Wahlrecht haben, da sie dabei über Gelder und Leistungen mitbestimmen die andere erwirtschaftet haben. Wer zahlt soll auch bestimmen was mit seinen Geld. Die Nettonehmer sollten den Mund halten und froh sein wenn andere für ihre Existenz arbeiten.

Antworten Gast: sdafdsf
17.07.2012 22:11
0 2

FP-Mundl und seine Thesen.


Nächstes Mal im Spital, nach dem Einbruch oder Raubüberfall wenn man die Polizei braucht oder beim brennenden Christbaum die Feuerwehr oder beim U-Bahn-fahren: da reden wir dann darüber wer "Nettonehmer" ist.

"Das total toxisch gewordene und nicht nachhaltig aufrechterhaltbare Sozial- und Wohlfahrtssystem ist für die FPÖ absolut tabu, weil zu dessen Hauptnutznießern viele freiheitliche Wähler zählen." siehe: http://www.andreas-unterberger.at/2012/07/koennenijs-die-freiheitlichen-besserij/


Antworten Antworten Gast: sodann
18.07.2012 10:25
1 0

Re: FP-Mundl und seine Thesen.

jaja -Mundl, sehr witzig...die Rede ist von Beamten, nicht von Angestellten. Wenn ich mit meinen aus wirtschaftlicher Tätigkeit erzielten Gewinnen Steuern zahle, möchte ich auch bestimmen was mit diesen Geld geschieht. Und ich möchte mir nicht mehr Beamte leisten, als ich für notwendig erachte. Bei uns kommen auf einen Nettozahler bereits zwei Nettonehmer. Bei einer "demokratischen" Wahl sind die Herausnehmer den Einzahlern bereits 2:1 unterlegen. Wie lange glauben sie, dass das noch gutgeht?

Gast: Vogel Strauss
17.07.2012 18:48
5 0

Burnout ...

Die Modekrankheit derjenigen, die nichts arbeiten wollen ... eigentlich ist es ja eine Depression, aber das klingt nicht so sexy

Gast: 1. Parteiloser
17.07.2012 18:09
11 0

Wer räumt den Misthaufen weg?

Diese Selbstbedienung der Beamtenherrschaft muss endlich ein Ende gesetzt werden!

alles auslagern

und dann sehen wir, was alles in Wien wirklich kostet. aber dann auch bitte Kommentare schreiben wie billig das Leben war als wir noch Beamte hatten. zu so niedrigen Preisen kann kein privater produzieren. Beamte streichen, bedeutet eine Verteuerung der kompletten kommunalen Versorgung .

Antworten Gast: Brandhilde
17.07.2012 21:53
2 0

Re: alles auslagern

Ha, ha, ha --- der Witz des Abends --- ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha..... ich krieg mich gar nicht mehr ein...... ha, ha, ha, ha, .....

Antworten Gast: international_
17.07.2012 18:29
5 0

Re: alles auslagern

danke für diesen außergewöhnlich guten satirischen beitrag!

selten so gelacht!

3 0

Re: alles auslagern

Die SPÖ und die Grünen streichen sie, indem sie sie so früh in Pension schicken. Das kommt doppelt teuer, Herr Beamter.

einfaches Rezept

die Zahl der Beamten in Wien auf etwa ein Drittel senken: dann ist die Arbeit gerade noch zu schaffen und diese Leute haben eine ungefähre Ahnung wie es in der Privatwirtschaft ist. Für Burnout, Frühpension, u.ä. hat dann keiner mehr Zeit - schließlich müssen die Leute dann ARBEITEN.

Re: einfaches Rezept

Dann hoffen wir nur, daß es nicht brennt, wir nicht die Rettung brauchen, usw.

Gast: fugazi
17.07.2012 15:18
7 1

...

jaja die frühpension.. der ewige österreichische traum!

hier sollte man auch mal bei den hausärzten ansetzen!

Re: ...

Unbedingt! Denn die Gefälligkeitsbefunde stinken zum Himmel.

Gast: Bauherr
17.07.2012 15:06
12 1

ich merk nix davon

bei der MA37 (Bauamt) sind die jedefalls fit genug, um die bauwilligen, steuerzahlenden Leistungsträger zu quälen. Plan musste umgezeichnet werden, weil die Müllgefäße nebeneinander und nicht hintereinander eingezeichnet waren. Und dafür soll man ihnen dann noch einen 500ter rüberschieben?

Ein Netz über die Wiener Beamten und im Mittelmeer versenken, vielleicht erholen sich damit die Fischbestände.

Hoffentlich

will dieser Staat nie etwas von mir.

Antworten Gast: UngustlzumKubus
17.07.2012 15:07
7 0

Re: Hoffentlich

will er:

Zwangsanleihen zeichnen!

 
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