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Direkte Demokratie? Eva am Volksfest!

18.07.2012 | 18:37 |  von Karl ETTINGER (Die Presse)

Die Grünen schicken ihre Bundesobfrau Eva Glawischnig ein Jahr vor der Wahl auf Ochsentour. Neben mehr direkter Demokratie hat sie die Wiener Parkpickerldebatte im Gepäck.

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Wien. Der grüne Vizechef Werner Kogler möchte den Regierungsparteien am liebsten in einem „Zukunftsdialog“ grüne Schwerpunktthemen wie die Bildungsoffensive aufzwingen. Momentan sind es aber ÖVP, FPÖ und die Bürger, die den Grünen in Wien und auf Bundesebene eine Debatte aufzwingen: Wie hältst du's mit der direkten Demokratie? Denn im Parlament drängen die Grünen auf einen Ausbau der direkten Demokratie, während in Wien die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl verkündet hat, es bleibe bei der Ausweitung des Parkpickerls in den Außenbezirken, erst später folge eine Volksbefragung zu Verkehrsthemen.

Grünanliegen vor Bürgernähe und Basisdemokratie? Mit der Frage muss sich auch die grüne Bundesobfrau Eva Glawischnig abstrampeln. Die seit 2008 im Amt befindliche Grünen-Chefin wird, wie schon länger geplant, ab 27. Juli, also ab Freitag der kommenden Woche, auf eine groß angelegte Sommertour mit 45 Stationen durch Österreich geschickt.

 

Bis zur Ochsenbraterei

Dabei könnte Glawischnig ins Schwitzen kommen, weil ihr gut ein Jahr vor dem Termin der nächsten Nationalratswahl ein hohes Pensum an Terminen abverlangt wird – fast wie im Wahlkampf. Alles ist bis Anfang September auf Volksnähe bei einem grünaffinen Publikum und auf die persönliche Nähe zur grünen Parteichefin zugeschnitten.

Nach einem für Medien inszenierten Auftakt am 27. Juli in Wien heißt es gleich am Nachmittag: „Fußballspielen mit Eva“. Im steirischen Mürzsteg, wo 200 junge Asylwerber untergebracht sind, haben die Grünen ein gemischtes Turnier auf einem Kleinfeld organisiert. Am 31. Juli kann man mit Glawischnig und der bisherigen grünen Vizebürgermeisterin Lisa Rücker in Graz entlang der Mur joggen. Es geht auch volkstümlicher. „Eva meets Volksfest“, lautet das Motto, wenn Glawischnig mit Oberösterreichs Grün-Landesrat Rudi Anschober zur Ochsenbraterei der Welser Messe kommt.

Also alles gut inszeniert? Fast. Die grüne Verfassungssprecherin im Parlament, Daniela Musiol, die lange Jahre Klubdirektorin im Wiener Rathaus war, hält bei den für den Herbst vorgesehenen Beratungen am Plan zur Ausweitung der direkten Demokratie fest: „Idealerweise“ sollten spätestens mit Ende dieser Legislaturperiode die Weichen gestellt werden.

Ein Punkt: Bei einer Unterstützung eines Volksbegehrens von vier Prozent der Wahlberechtigten – auf Bundesebene wären das rund 250.000 Bürger – solle das Thema verpflichtend eine Volksabstimmung zur Folge haben. In Wien will die rot-grüne Stadtregierung das Parkpickerl im Herbst trotz 170.000 Unterschriften für eine – frühere – Volksbefragung umsetzen, die Wiener werden später befragt. Musiol sieht darin „überhaupt keine Konterkarierung“. Die Stadträtin müsse „unpopuläre Entscheidung treffen, das gehört zu ihrem Job“.

 

Positionierung bei Grünthema

Auf der Habenseite steht, dass die Vizebürgermeisterin bei einem Kernthema – Verkehrsberuhigung und weniger Autos – Flagge zeigt. Das betrifft ein Vorhaben Glawischnigs: Denn für die Regierungsbildung 2013 versucht diese mit Rot-Grün in Wien und Schwarz-Grün in Oberösterreich zu beweisen, dass Grüne regieren können. In Graz ist allerdings Schwarz-Grün auf Stadtebene geplatzt.

„Natürlich ist das eine schwierige Situation, in der man in einem Dilemma ist“, analysiert der Strategie- und Kommunikationsberater Lothar Lockl, einst Kampagnenleiter der Grünen, im Gespräch mit der „Presse“ die Wiener Parkpickerl-Klärung. Vassilakous Verhalten sei insofern konsequent, weil sie sich beim Parkpickerl entschieden habe, „dass sie Kurs hält“. Lockl: „Was mich eher überrascht ist das Verhalten des Bürgermeisters, der seinem Juniorpartner einen großen Spielraum lässt.“

Häupls „Großzügigkeit“ hilft Glawischnig beim Werben für eine rot-grüne Zusammenarbeit. Denn Rot-Grün ist auch auf Bundesebene die klar favorisierte Variante bei SPÖ und Grünen. In der Hoffnung, dass es nach der Wahl heißt: Eva meets Werner.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

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49 Kommentare
 
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SPÖ als Kleinpartei

"Eva meets Werner". Ich wußte gar nicht ,dass sich die SPÖ entschlossen hat, zur Kleinpartei zu werden. Ich dachte immer, die hängen so an der Macht.

Eva am Volksfest! Wie ungerecht ist das bitte ?

Nicht einmal beim Saufen hast eine Ruh von die Gfraster

Wann gibt es endlich

direkte Demokratie

in diversen grünen Vorfeld-Organisationen

von Greenpeace bis Global 2000 ?

Gast: Master of the Universe
19.07.2012 11:27
14 0

Fotograf dabei: Eva fährt Fahrrad

Kein Fotograf dabei: Eva fährt Porsche Cayenne.

Ihre Art von gelebtem Umweltschutz? Ihre Art von Vorbildwirkung?

Antworten Gast: Selfmade Man
19.07.2012 12:32
6 0

Re: Fotograf dabei: Eva fährt Fahrrad(=eine der unnötigtsten in öst. politik)

porsche,flugreisen/fernreisen,teure markenkleidung etc. gepaart mit sozialismus/kommunismus ,sei's drumm die wähler/bürger kriegen für ihr wahlverhalten eh' bald ihr fett ab u. zwar ganz dicke , denn wer als erwachsener(20+) diesen schmäh nicht schnallt soll auch bestraft werden,nicht dass man den anderen parteien mehr trauen kann aber jede partei kann für derartige heuchelei abgestraft werden bis sie wieder zur besinnung kommt !! ps: dank solcher berichte bin ich umso glücklicher nirgends von politik u. standort abhängig zu sein !!

Gast: Michl H. & die Roten Stadtmusikanten
19.07.2012 10:31
0 10

Mir taugt die Eva. Und die maria sowieso. Denn mit den Grünen können wir die Blauen weiterhin politisch wegsperren

Die Brunnenvergifter braucht eh keiner!
das einzige Blaue was man(n) braucht ist

- Blauer Zweigelt
- Blauer Portugieser
- Blaufränkisch

Alles andere blaue ist fürn Adreipunkte.

Antworten Gast: Roter Bonze
19.07.2012 11:21
8 0

Re: Mir taugt die Eva. Und die maria sowieso. Denn mit den Grünen können wir die Blauen weiterhin politisch wegsperren

Jo, den san supa, de GrünINen! De mochn ois wos ma wuin nur damit's a bissal aun den Futtatrog kuman.

Gast: Deininger J
19.07.2012 10:22
11 0

Direkte Demokratie? Eva am Volksfest!

Eva mit ihrer riesengroßen Begabung auf Menschen zuzugehen und volkstümlich zu sein, ist eher am Holzweg!

Gast: E.T.
19.07.2012 09:58
1 1

Ob Grün - ob Blau

Für mich sind beide Parteien, zumindest derzeit, unwählbar und gefährlich.
Beide stehen in einem extremen Eck, bloß die Grünen haben über den Fäusten Samthandschuhe, so merkt man nicht gleich die Absichten.


Antworten Gast: Mitzi_007
19.07.2012 10:21
1 1

Re: Ob Grün - ob Blau

Ja klar, SPÖVP wählen, damit alles so schlecht bleibt, wie es bisher ist.

Gratis-Werbung für Grüne ...

warum eigentlich?

bin gespannt

ob das Gedächtnis der gebührengeschundenen Wiener nächstes Jahr an der Wahlurne noch funktioniert oder ob dann ales vergeben und vergessen ist.....

die machen

es mit ihrer wahlkampftour nur schlimmer....gut so !

bevor ich grün wähle, wähle ich noch lieber blau....irre hätte nie geglaubt, dass ich das einmal sagen würde !

Antworten Gast: nina blum
19.07.2012 10:53
0 3

ja genau!

Früher habts ja mmer gesagt: "Nein, wir wählen natürlich nicht blau wegen der Gemeindewohnung! Und g'wusst haben wir auch nie was!"
Das ist das fehlende Rückgrat, wißts?

Gast: Hellboy
19.07.2012 08:38
16 0

die Grünlinge

sind eine verlogene Partie.

Antworten Gast: pan-tora
19.07.2012 10:29
2 0

Re: die Grünlinge

...gibts eine partei bei der das nicht zutrifft?

Ich hatte

schon ernsthaft mit dem Gedanken gespielt bei der NR Wahl grün zu wählen und mir ist die Glawischnig so unsympatisch wie nur irgendwer aber mit dem Wiener Chaos ist das nun endgültig vom Tisch.

Ich weiss zwar jetzt nicht welchen der Kotzbrocken ich nehm aber einige haben sich schon vorab disqualifiziert.

Gast: Notorisch
19.07.2012 07:51
21 0

Bin schon gespannt, wann

das notariell angekündigte neue Wahlrecht in Wien kommt ?

Mit 11%

der Stimmen bei den nächsten NR-Wahlen

kann sie sich rot-grün in die Haare schmieren!

OCHSENBRATEREI DER WELSER MESSE KLINGT VERDÄCHTIG NACH "BIERZELTDUNSTKREIS"!

Die ÜPÖ (überflüssigste Partei Österreichs) schickt ihre designergestählten Kommilitoninnen in die Bierzelte des Pöbels - WIE GEWÖHNLICH!?!

Eine Mode- & Stilikone lässt sich medienwirksam zu einem Fotoshooting mit dem lu(i)stigen Motto "ich fahre jetzt mit dem Fahrrad nach Oberösterreich" herab.... (Wer´s glaubt, ist selber schuld - oder eben Wähler der ÜPÖ.)

Akademischen Berufsveganern sollten beim Begriff "Ochsenbraterei" die büroergrauten Protesthaare zu Berge stehen - darf doch nicht wahr sein, oder?

Aber so ist das in der Politik: AUCH JENE, DIE MIT DEM VOLK AM ALLERWENIGSTEN ZU TUN HABEN WOLLEN, MÜSSEN GELEGENTLICH VOLKSNÄHE VORHEUCHELN!

Gast: Fragebogen
19.07.2012 06:40
21 0

Warum schafft es die FPÖ nicht

das Grüne Gesindel in ihren Dienst- und Privatautos zu fotografieren? Das müsste doch ein Hunderter pro Aufnahme wert sein. Und danach plakatieren!


26 0

fährt nie mit'n Fahrad

sondern wie die Vasi mit Dienstw. Dafür samma auf jeden Pressef. am Radl das extra für shooting gebracht wurde.

die Lügen zur direkten Demokratie hat sie und Vasi grad perfekt bewiesen.b

wenn die "ochsentour"

einst mit "eva meets werner" enden sollte, ist es allemal ein würdiger abschluss.

Ja ja, direkte und so ...

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell grüne Grundsätze über Bord geworfen werden, wenn es um Erhalt und Absicherung des endlich erreichten Platzes am roten Futtertrog geht?

Direkte Demokratie

Dem ESM zustimmen und dann direkte Demokratie propagieren. Das ist ziemlich dreist.

 
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