Wien. Die Grazer haben es vorgemacht: Immerhin 44 Prozent der 70.000 Teilnehmer an der jüngsten Bürgerbefragung über die Reininghaus-Gründe und eine Umweltzone haben ihre Stimme online abgegeben - und zwar jeweils mehrheitlich negativ. Dass ein so hoher Anteil die Möglichkeit übers Internet genützt hat, bestärkt nun die ÖVP, ihre Bemühungen für mehr direkte Demokratie in Richtung E-Voting zu verstärken.
Jüngsten Plänen zufolge sollen Volksbegehren künftig auch online und nicht mehr nur persönlich im Gemeinde- oder Magistratischen Bezirksamt unterschrieben werden können. Das zeigt ein Papier, das der „Presse" vorliegt. Erstellt wurde es vom Parlamentsklub der ÖVP in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und in Abstimmung mit der Bundespartei. Demzufolge sollen bei Volksbegehren künftig auch sogenannte Online-Sammelsysteme zum Einsatz kommen, wie sie auch schon bei der neuen Europäischen Bürgerinitiative (EBI) verwendet werden. EBI zielen auf inhaltliche Vorschläge an die EU-Kommission ab, mindestens eine Million Angehörige aus mindestens einem Viertel der EU-Staaten müssen dafür unterschreiben - und zwar im Internet.
Für Österreich will die ÖVP sogar über diese Variante hinausgehen: Während bei den EBI die Initiatoren selbst für das Online-System verantwortlich sind, soll es hierzulande vom zuständigen Innenministerium gestellt werden - und zwar gratis für alle, die ein Volksbegehren abhalten. So steht es im Papier, das aber gerade in diesem Punkt noch „zu diskutieren" sei, wie im Klub zu hören ist. So stellt das Ministerium selbst die möglicherweise hohen Kosten infrage. Das Ressort von Johanna Mikl-Leitner arbeitet jetzt die Details zu den Plänen von E-Voting und direkter Demokratie aus, die in Grundzügen bereits Anfang des Jahres von Junge-ÖVP-Chef Sebastian Kurz im Auftrag von Parteiobmann Michael Spindelegger erstellt worden sind.
Ab Ende August will man auch mit dem Koalitionspartner SPÖ und den anderen Fraktionen darüber verhandeln.
Bei Volksabstimmungen soll nach den Vorstellungen der ÖVP übrigens weiterhin kein Online-System gelten. Denn diese sind rechtlich bindend. Volksbegehren zielen auf eine Behandlung eines Gesetzesvorschlags im Nationalrat ab - mit ungewissem Ausgang.
ÖVP will Volksbegehren übers Internet wie in der EU
19.07.2012 | 17:24 | von Regina Pöll (Die Presse)
Nach der Bürgerbefragung in Graz basteln Innenministerium, Parlamentsklub und Bundes-ÖVP an einem neuen Modell für mehr direkte Demokratie.
28 Kommentare
Zuerst
die Volksberfragung bei ESM ABLEHNEN!Dann mit der Karotte winken! Verlogener gehts wohl kaum.
Und nebenbei wieder gegen eine VfGH Prüfung des ESM Vertrages stimmung machen.
Gast: Handarbeitslehrerin in den Bundesregierungen Vranitzky IV bis Schüssel II
20.07.2012 14:12
20.07.2012 14:12
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basteln Innenministerium, Parlamentsklub und Bundes-ÖVP
Basteln trifft den Sachverhalt sehr genau.Die ESM-Junkies&freaks wissen es ganz genau....
E-Voting widerspricht dem geheimen Wahlrecht
und ist somit verfassungswidrig.Es ist klar abzulehnen.
Die ÖVP für...
...mehr direkte Demokratie?Dabei haben sie gerade eine undemoktatische ÖVP-Fibel geschrieben in dem behauptet wurde rot-grün wäre der Weltuntergang, dabei hat schwarz ja selbst eine Koalition mit rot.
@Oberst Falaffel
Ja, ja - man argumentiert immer in die Richtung die man haben möchte. Wird was abgelehnt was man selbst gerne haben möchte spricht man vom nein-Reflex - wird wo zugestimmt wo die Zustimmung nicht erwünscht ist (z.B. Minarett Verbot) - wie sagt man dann dazu? Der Ja-Reflex?Was hat denn die Menschheit davon wenn ihre "aktiven Mitglieder" - also die Politiker - dafür einstehen dass sie Kriege anzetteln, Steuergeld verschleudern, sich an Lobbyisten und die "Geldwirtschaft" verkaufen, Staatseigentum verschleudern, etc... WER ist denn für die aktuelle Krisensituation verantwortlich? Ich sags Ihnen: es sind ihre gelobten "aktiven" Mitglieder......KEIN normal denkender Mensch und schon gar nicht das Kollektiv hätte den Euro über die unterschiedlichsten Volkswirtschaften gestülpt, Steueroasen und Steuerflucht ermöglicht, eine solche Ungleichverteilung des Vermögens zugelassen, etc....
Da ist mir die Schwarmintelligenz der BürgerInnen schon viel lieber - mit mehr direkter Demokratie werden wir auf jedem Fall besser unterwegs sein als mit den alleinigen Entscheidungen der von den Parteien eingesetzten Politiker.......
Re: @Oberst Falaffel
Sind Sie wirklich de Meinung, dass z.B. Bürger, die mit Additionen und Subtraktionen Probleme haben, wobei dieser Teil der Bevölkerung keineswegs ein kleiner ist, z.B. über Pensionsregelungen abstimmen sollen, deren Auswirkungen nur mit entsprechenden Kenntnissen der Bevölkerungsstatistik und der Finanzwirtschaft abschätzbar sind?In der Praxis würde dieser Teil der Bevölkerung nach dem abstimmen, was ihnen der Boulevard und marktschreierische Populisten vorkauen, wobei deren Interessen wohl kaum als lauter bezeichnet werden können.
Re: @Oberst Falaffel
absolut Richtigdie Politiker sind weit weg vom Volk,
die Geschichte wiederholt sich leider immer wieder. Dieses Beratergesindel im Hintergrund, sind die Schlimmsten.
wir müssen echt froh sein,
dass die frühen vertreter der spezies homo sapiens noch kein internet hatten und damit über die entwicklung ihrer art abstimmen konnten.denn offenbar ist der nein-reflex tief in uns drinnen und je leichter und einfacher dessen manifestation möglich ist, desto häufiger nutzen wir ihn.
seien wir also froh, dass die geschichte der menschheit geprägt war durch AKTIVE mitglieder, die für ihre ideen und aktionen noch eingestanden sind. denn die leichtigkeit und anonymität des nein-sagens hätte sonst dazu geführt, dass wir auch heute noch auf den bäumen sitzen und banananen mampfen würden.
Re: wir müssen echt froh sein,
Ich verstehe nicht. Konnte man bei der als Beispiel angeführten Abstimmung in Graz nicht auch mit "Ja" stimmen?Ich kann mich mit der Idee, immerwieder ausserhalb von Wahlen die Allgemeinheit z.B. zu befragen, durchaus anfreunden. Funktioniert anderswo ja auch. Gebe aber zu, dass die Grenzen noch scharf zu zeichnen sind.
Die Notwendigkeit direkter Demokratie wird überigens umso grösser, je hilfloser die in regelmässigen Abständen halb gewählten, halb ernannten "Vertreter" vor sich hin dilettieren.
ÖVP will die Meinung der Bürger überwachen!
Oje, der Bürger ist sauer weil wir für den ESM-Vertrag waren? Machmas wie die letzten 30 Jahren auch. Tun wir wieder ein paar Wochen direkte Demokratie fordern und die Gemüter beruhigen sich wieder.Tja, so einfach gehts mit den Primitivs in diesem Land.
Wenn man den Namen des Herrn "Spindelegger" in einem Atemzug mit "E-Voting" liest, dann hat das irgendetwas Gegensätzliches.
...
"Erstellt wurde es vom Parlamentsklub der ÖVP in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium..."und gleich die bundestrojaner beim abstimmen raufspielen.
anonymität
wie steht's mit der Anonymität?bei der überwachungspartei ÖVP habe ich keine lust, mich online zu meiner einstellung und befragung zu deklarieren.
Nachzählung
Wie erfolgt die allfällig erforderliche Nachzählung ohne Stimmzettel ?.Antwort: Geht nicht, dass ist ja das gute daran.Manipulation nicht aufdeckbar.Lol.
ÖVP will Volksbegehren übers Internet wie in der EU ....
Alles nur Augenauswischerei und billige Propaganda !Was soll ein Volksbegehren (mit oder ohne Internet) bewirken, wenn nicht vorher klar geregelt ist, wie es dann weitergeht.
Letzter Satz des obigen Beitrages:
„Volksbegehren zielen auf eine Behandlung eines Gesetzesvorschlags im Nationalrat ab - mit ungewissem Ausgang“
Jeder weitere Kommentar daher überflüssig ……
Aber heute, kann es die Zensur schon wieder!
Also immer vorher bei ÖVP und SPÖ nachlesen, was wir schreiben dürfen.Vorratsdatenspeicherung!!!!
ich will doch den Staat nicht sagen was ich Wähle.ihr seid doch verrückt! Eine Frechheit! für wie blöd haltet ihr uns????
Re: Vorratsdatenspeicherung!!!!
Sie müssen ja auch beim Magistrat einen namentlich unterfertigten Zettel abgeben. Also anonym ist das und das nicht. Das würde ja sonst der Manipulation Tür und Tor öffnen!Niemals
Nein, keine Abstimmung übers Internet. Das ist viel zu leicht manipulierbar. Aber vielleicht ist gerade das das Ziel.Wir wollen über ESM abstimmen!
ESM - Volksabstimmung!!!
Re: Wir wollen über ESM abstimmen!
Und wer überlegt sich, wieviel die Alternativen zum ESM kosten würden. HC Strache hetzt zwar vehement gegen den ESM undschlägt einen harten Nord- und einen weichen Süd-Euro vor. Nur sagt er nicht dazu, was unserer sehr exportorientierten Wirtschaft der Nord-Euro kosten würde, der nach seiner Einführung sehr rasch in die Höhe schoeßen würde.Re: Wir wollen über ESM abstimmen!
sie wollen über etwas abstimmen, das sie nicht verstehen und nicht beurteilen können?ps.: das "WIR" anstelle des eigentlich anzuwendenden "ICH" sehe ich ihnen nach.
wer nicht allein ist in seinem kopf, der glaubt gern, er sei eine majestätische person, die eine mehrheit repräsentiert.
Re: Wir wollen über ESM abstimmen!
Für Österreich ist das zu spät ! (der BP hat schon unterschrieben)Da kann uns nur mehr Karlsruhe "retten" !!!
Die Frage ist nur, ob die auch so entscheiden dürfen ? ! ?
Re: Wir wollen über ESM abstimmen!
http://www.petitiononline.at/petition/vorabpruefung-von-voelkerrechtllichen-vertraegen/318Re: Wir wollen über ESM abstimmen!
Es handelt sich hier um unser sauer verdientes Steuergeld, das zum Fenster hinausgeworfen wird. Beim ESM dürfen wir nicht abstimmen und der Fischer Heinzi hat ja gesagt, dass das Thema nicht "BOULEVADISIERT" werden darf !!!Der hat ja auch einen kompletten Vogel.
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