21.05.2013 00:25 Merkliste 0

Krypta: Nazi-Botschaft in Denkmal entdeckt

19.07.2012 | 18:21 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

In seiner Skulptur des „Unbekannten Soldaten“ versteckte der Bildhauer Frass 1935 ein nationalsozialistisches Huldigungsschreiben. Jetzt wurde es gefunden – gemeinsam mit einem pazifistischen Schriftstück.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Der eine schrieb mit roter Tinte, der andere mit schwarzer. Auch das Papier, das sie benutzten, war nicht das gleiche. Und die Botschaft, die sie festhielten, könnte unterschiedlicher nicht sein: Der eine huldigt dem Nationalsozialismus, der andere ruft zum Frieden auf. Und doch lagen die beiden Schriftstücke 77 Jahre lang gemeinsam, ineinander gerollt in einer Metallkapsel.

Nur wenige Meter von dieser Kapsel entfernt versammelt sich die Regierung Jahr für Jahr am Nationalfeiertag und im April, um in der Krypta auf dem Wiener Heldenplatz Kränze niederzulegen und Messen abzuhalten. Ein Denk- und Mahnmal soll dieser Ort laut Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) sein. Dass ausgerechnet dort eine Nazi-Botschaft in der Skulptur des „Unbekannten Soldaten“ versteckt sei, wurde lange Zeit vermutet – Beweise hatte es dafür keine gegeben. Ihr Schöpfer, der Bildhauer Wilhelm Frass, hatte die Gerüchte selbst ins Rollen gebracht: In einem Brief an den Kunsthistoriker Karl Hareiter im Dezember 1938 erwähnte er ein „hochverräterisches Schriftstück“, das er „in einem unbeobachteten Augenblick“ verstecken konnte. Und: „An dem Tag, an dem der Führer das erste Mal den Kranz vor diese Figur im Heldendenkmal legte, hatte sich mein Wunsch erfüllt.“

Im heurigen Mai gab Darabos den Auftrag zu untersuchen, wie man das Schriftstück am besten suchen könnte, ohne die Skulptur zu beschädigen. In „penibler Art und Weise“ wurde am Mittwoch schließlich der „Unbekannter Soldat“ geöffnet. Die Arbeiten wurden gefilmt, ein Notar war anwesend, die Burghauptmannschaft, das Bundesdenkmalamt und Vertreter des Ministeriums waren involviert.

Und da war sie, die Kapsel – im Betonsockel des Denkmals, umhüllt von einer Wachsschicht. Die eigentliche Sensation laut Darabos: In der Hülse befand sich nicht nur Frass' nationalsozialistisches Huldigungsschreiben, sondern auch ein zweites Papier, unterzeichnet vom Bildhauer Alfons Riedel. Beide Schriften sind auf den April 1935 datiert. Riedel sei möglicherweise ein Gehilfe Frass' gewesen, erklärte Heidemarie Uhl von der Militärhistorischen Denkmalkommission am Donnerstag. Noch könne man nur Hypothesen aufstellen. Zu erkennen sei aber, dass das Schriftstück „offensichtlich in Eile“ verfasst wurde. Und: „Hier haben wir einen pazifistischen Aufruf.“

 

Keine Denkmäler für Gefallene

Denn Riedel schreibt: „Ich wünsche, dass künftige Generationen unseres unsterblichen Volkes nicht mehr in die Notwendigkeit versetzt werden, Denkmäler für Gefallene aus gewaltsamen Auseinandersetzungen von Nation zu Nation errichten zu müssen.“

Frass' Papier hätte hingegen „durchaus Manifestcharakter“, sagte Uhl. Das Gedenken an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen werde dadurch konterkariert, das Schreiben sei „gegen Österreich gerichtet“. Konkret ist darin von der „ewigen Kraft des deutschen Volkes“ die Rede: „Möge der Herrgott [...] den unsagbar traurigen Bruderzwist beenden und unser herrliches Volk einig im Zeichen des Sonnenrades dem Höchsten zuführen!“ Das war im Jahr 1935.

Beide Schriften werden noch untersucht und dem Heeresgeschichtlichen Museum übergeben. Bis 26.Oktober kündigte Darabos ein Konzept zur Neugestaltung der Krypta an

''Sensation'': Nazi-Huldigung in Wiener Krypta gefunden

Alle 10 Bilder der Galerie »

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

245 Kommentare
 
12 3 4 5 6
1 0

Mal so, mal so

Der "Straftatbestand" einem Anschluss an Deutschland das Wort zu reden, ist ja wohl das eigentliche Verbrechen dieses Architekten.
Nur waren in der Zwischenkriegszeit halt auch viele Sozialisten Anhänger eines Anschlusses.

Aus Wikipedia_Karl Renner:
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gab Renner dem Neuen Wiener Tagblatt ein Interview, das am 3. April 1938 erschien.[16]. In dem Beitrag mit dem Titel „Ich stimme mit Ja“ [17] distanzierte er sich zwar von den Methoden, mit denen der Anschluss erfolgte, erklärte jedoch: „Trotzdem habe ich seit 1919 in zahllosen Schriften und ungezählten Versammlungen im Lande und im Reiche den Kampf um den Anschluß weitergeführt. Obschon nicht mit jenen Methoden, zu denen ich mich bekenne, errungen, ist der Anschluß nunmehr doch vollzogen, ist geschichtliche Tatsache, und diese betrachte ich als wahrhafte Genugtuung für die Demütigungen von 1918 und 1919, für St-Germain und Versailles. Ich müßte meine ganze Vergangenheit als theoretischer Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen wie als deutschösterreichischer Staatsmann verleugnen, wenn ich die große geschichtliche Tat des Wiederzusammenschlusses der deutschen Nation nicht freudigen Herzens begrüßte. (...)

Also weg mit dem Karl Renner Ring!

Ich bin Deutscher, Bayer und Österreicher

Die Deutschen sind mein Volk
Die Bayern sind mein Stamm und
Österreich ist mein Land!

Darin liegt kein Widerspruch - und keine Sensation!

Antworten Gast: k.u.k. Generalfeldmarschall
21.07.2012 17:25
7 0

Re: Ich bin Deutscher, Bayer und Österreicher

Stimmt! Und es auch keine Frage von politisch links oder rechts. Es sind geschichtliche Fakten.
Schuschnigg vor dem Einmarsch von A.H. Wehrmacht - "..wir weichen, es darf kein Deutsches Blut vergossen werden".

Gottlob wird Diskussion und Geschichtsverständnis wieder zugelassen.

So, und nun ab nach Triest Hr. Admiral, Sie haben noch die Schlacht von Lissa zu schlagen.
Wir werden die ital. Flotte 1866 versenken - ich versprechs Ihnen.

Post scriptum: Ihr Antrag unten, Südtirol nicht zu vergessen wird stattgegeben.
Gleichzeitig ersuche ich auch die Lombardei nicht zu vergesse.
Der germanische Stamm der Langobarden - leider aber nicht mehr sprachlich.


Gast: Betonbeobachter
21.07.2012 03:58
12 0

Wieder einbetonieren

Nun, da die beiden Briefe, die ja an Harmlosignkeit kaum zu ueberbieten sind aus dem Sockel entfernt wurden, kann man ja den Groessten Verpaddeidigungsminister aller Zeiten dort einmauern. Freiwillige werden sich dafuer sofort finden. Wenn man den weitermachen laesst, steht dort bald eine Gedenktafel fuer Lateinamerikanische Revoutionaere....

Gast: k.u.k. Generalfeldmarschall
20.07.2012 23:14
13 0

In Memoriam Preussen

Man sollte sich auch mal besinnen und -
Königsgrätz 1866 - wir Österreicher rennen mit Bayern und Sachsen gegen preussische Wand - dadurch wird Berlin Hauptstadt und nicht Wien.
Die Kleindeutsche Lösung.
Preussen ist im Jahre 2012 längst nicht mehr existent , tot.
Millionen dt. Preussen mußten im WK2 flüchten, wurden gemeuchelt und trotzdem gibts dieses "antideutsche" durch nichts geschichtlich belegbares?
Außer Propaganda ("wir waren noch nie Deutsche und sprechen da gaaaaz zufällig deutsch") nach WK2 und dem Österreichischen Wörterbuch?


Gast: k.u.k. Generalfeldmarschall
20.07.2012 22:34
16 2

Nicht nur dass,

wir schon jetzt schwere Identitätsstörungen haben und unsere 1000 jährige deutsche Vergangenheit negieren - uns nur mehr als Österreicha spüren, wird uns die Zukunft hurtig in "muslimische Facharbeiter" Zeiten bringen, wo wir auch die Deutsche Sprache negieren werden dürfen/ müssen.
Manche wirds freuen, die meisten nicht.

10 0

was für ein fund!

ich würde einen tag nach dem fundstück benennen!
mit der "sensation" kann darabosz endlich den niessl vom sessel stoßen!

Gast: k.u.k. Generalfeldmarschall
20.07.2012 22:14
15 0

sagte Uhl. Das Gedenken an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen werde dadurch konterkariert, das Schreiben sei „gegen Österreich gerichtet“. Konkret ist darin von der „ewigen Kraft des deutschen Volkes“ die

Gegen Österreich gerichtet?
LÄCHERLICH!
Österreicher sind genauso DEUTSCH wie Bayern oder Sachsen oder.... - Luxemburger.
Aus über 40 dt. Staaten sind heutzutage halt nur mehr 5(6): Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und weitschweifend betrachtet die damals "duitsen Niederlande".
Die Österreicher waren mit den Preussen die erfolgreichsten dt. Großmächte, beide eroberten den Osten - Norden/Königsberg - Süden/Lemberg.
Preussen gibts nicht mehr, Österreich ob der Einwanderungspolitk bald auch nicht mehr.


Re: sagte Uhl. Das Gedenken an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen werde dadurch konterkariert, das Schreiben sei „gegen Österreich gerichtet“. Konkret ist darin von der „ewigen Kraft des deutschen Volkes“ die

grnauer gesagt sind Österreicher sogar Bayern - außer die Vorarlberger, die Schwaben sind (Allemannen). Alle sind jedoch ganz sicher Deutsche (nicht BUNDESdeutsche - daher gibt es die Bezeichnung auch). Bitte aber Südtirol nicht zu vergessen!

22 0

Man muss weniger tief graben wenn man öffentliche Verbrechersymbole in Wien finden möchte

ein von Häulpl enthüllte Che Guevara Statue z.B. oder eine Stalin Gedenktafel, oder ein Karl Marx Hof.

Aber die sind eben politisch korrekt...

Aus einer Statue einen völlig unbedeutenden Papierfetzen der nur bei kräftiger politischer Umdeutung als "rechts" (was immer das bedeuten mag) mit viel Mühe zu "entdecken" ist typisch Darabosch:

Kaum ellbogenwarm

Re: Man muss weniger tief graben wenn man öffentliche Verbrechersymbole in Wien finden möchte


"Karl Marx Hof"

Karl Marx war Burschenschafter!

Das wissen die Sozen offenbar nicht, sonst hätten sie den Karl Marx Hof längst umbenannt!

Naja, kann ja noch kommen...


14 1

Der Dolferl war Vegetarier...


17 1

Hi:tler war Vegetarier mit Tendenz zum Veganen

und nebenbei strikter Antialkoholiker - welche Lehren werden die Grünen jetzt für ihre so gemüseaffine wie staubtrockene, bierfreie Anhängerschaft ziehen?

12 0

Re: Hi:tler war Vegetarier mit Tendenz zum Veganen

sie sind gemüseaffin und haben auch nichts gegen gras

Gast: Drabanoshbeobachter
20.07.2012 17:56
23 0

Neugestaltung der Krypta

Gesponsert von der Bank Burgneland?

Gast: Fix it
20.07.2012 17:42
26 0

Demnächst in allen österreichischen Kinos!

"Indiana Jones - Auf der Jagd nach der goldenen Nazi-Kapsel"

In den Hauptrollen:

Norbert "Danger" Darabos als Indiana Jones

Heidemarie Uhl als Marion Ravenwood

und

Christian Segur-Cabanac als Short Round

Plot:
Bei seinem neuseten und gefährlichsten Abenteuer, erfährt Indiana, dank seiner Freunde bei einem selbsternannten Nazijägerverein ("Die Grüne Natter"), von einer goldenen Kapsel der Nazis die irgendwo in Wien versteckt sein soll!
Der höchst beunruhigende Inhalt der Kapsel soll, laut Gerüchten, ein Schriftstück mit Nazizauberformeln sein die das Dritte Reich sofort wieder auferstehen lassen können, wenn man sie in einem Naziritual ausspricht!
Auch eine Gruppe Altnazis ist auf der suche nach dieser geheimnissvollen Kapsel und gehen dabei skrupellos gegen Indy und seine Freunde vor!
Werden es Indy und seine Freunde schaffen und die goldene Nazikapsel vor den Altnazis finden?

Kritiker meinen:
„Technisch perfekt inszenierter Abenteuerfilm, der einen Action-Höhepunkt an den nächsten reiht. Parodierende Elemente verdecken etwas die übertriebene Härte und chauvinistische Grundhaltung.“

Verpassen Sie darum nicht "Indiana Jones - Auf der Jagd nach der goldenen Nazi-Kapsel"

Demnächst in Ihrem Kino!

Ich bin mal gespannt,

wann die Staatsmedien begreifen werden, dass der Ruf "Nazis" der Bevölkerung schon längst kein Aufheulen mehr sondern höchstens noch ein müdes Gähnen entlockt. Hört endlich damit auf euch gegenseitig mit diesen "Nazi-Aufdeckungen" aufzustacheln - es interessiert uns nicht mehr, wir haben genug davon gehört, langweilig. Der Gaul ist tot - steigt endlich ab!

34 3

Re: Ich bin mal gespannt,

Das wird auch nicht für die Bevölkerung getan, sondern um die linksradikalen Antifa-Horden, die außer Parolen nichts im Schädel haben, ideologisch bei der Stange zu halten. Die Eingreiftruppen von Rot und Grün, die man bei jeder Demo sieht.

Für die Bevölkerung passiert in diesem Land schon lange nichts mehr.

krypta neu gestalten!!

wer zahlt das? darabos oder der jüdische kulturbund oder gar der depperte steuerzahler?

darabos soll sich mit seinen genauso grenzdepilen genossen endlich aus der politik verabschieden!!


Re: krypta neu gestalten!!

grenzdeBil

Gast: hahahallo
20.07.2012 13:50
27 6

was hat den diese arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder gekostet?

beim nächsten mal möchte ich auch einen job bekommen.

mal ehrlich, wem interessiert soetwas? ist doch völlig banane ob diese zeitkapsel jetzt weitere x jahre in der statue einbetoniert gewesen wäre oder nicht.

als hätten wir in ösistan nichts anderes zu tun.

wer solche politiker hat braucht keine feinde/kriege

Re: was hat den diese arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder gekostet?

Na ja, der Darabos hat ja tatsächlich nix anderes zu tun.

Im Übrigen ist das die seltsamste, lächerlichste und unnötigste Aktion, die ich von einem österr. Regierungsmitglied in Erinnerung habe. Und das will was heißen.

Aber bitte, so ausführlich wie die Medien von dieser "Großtat" berichten, vielleicht kapier ich ja etwas nicht.

Re: was hat den diese arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder gekostet?

wäre eigentlich neben skipistentreten eine hervorragende arbeit für unsere präsenzdiener gewesen - mal was anderes als an der grenze spazieren zu gehen.

Gast: Karl Karl
20.07.2012 13:42
25 3

Es scheint...

...als ob der Umweltgedanke, den sich die Grünen einst auf die Fahne geheftet haben, tot ist.
Als Genderpartei und Aufdecker der Nation füllen die Themen der Grünen zwar die Boulevard Presse, aber Themen die für Nachwelt von Bedeutung sind, sind nicht mehr auf der Grünen-Agenda.

12 2

Re: Es scheint...

Nur decken die nichts auf, was ihnen von den Roten nicht angeschafft wird.

Die roten Westentaschenkulturrevolutionäre


werden sich noch wundern, daß man das auch in die andere Richtung machen kann!

Zuerst würde ich anfangen mit Hammer und Sichel im Staatswappen!

Die gehören wirklich weg!

Das wird aber sicher wieder nicht veröffentlicht.....


 
12 3 4 5 6