„Das ist wirklich eine sehr rare Einzelmeinung.“ Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter ändert das Liebäugeln mit Rot-Blau von Oberösterreichs Landesrat SPÖ-Vizeparteichef Reinhold Entholzer, der in den „OÖN“ eine Koalition mit der FPÖ als möglich erachtet hat, nichts am klaren Nein der SPÖ zur Strache-FPÖ. Es sei auch „gar nicht notwendig“, sagte Kräuter am Sonntag im Gespräch mit der „Presse“, beim SPÖ-Bundesparteitag am 13.Oktober die Absage an eine Regierung mit der FPÖ per Beschluss zu erneuern.
Dazu genüge allein schon, was die FPÖ in der Zwischenzeit „abgeliefert“ habe. Das reiche von den Vorfällen beim Burschenschafterball über den Verbleib im Amt von Uwe Scheuch als Kärntner Vizelandeshauptmann trotz (nicht rechtskräftiger) Verurteilung in der „Part of the game“-Affäre bis zu Straches Wirtschaftspolitik. Kräuter: „So vieles richtet sich da von selbst.“
Ungeachtet dessen wird die SPÖ aber mit Blick auf die nächstjährige Nationalratswahl eine „Rückholaktion“ bei FPÖ-Wählern starten. So wolle man fünf Prozent wieder zur SPÖ bringen. Der überwiegende Teil dieser Wähler sei kritisch und unzufrieden. Bei diesen wolle man „Gehör finden“ und sie einladen, „sich die SPÖ genauer anzuschauen“.
Seitenhieb auf ÖVP-Fibel
Der Koalitionspartner ÖVP bereitet nach der Fibel gegen Rot-Grün für den Frühherbst auch eine ähnliche Broschüre gegen Rot-Blau vor. Kräuter wendet sich gegen Festlegungen auf Koalitionsvarianten – sei es Rot-Schwarz oder Rot-Grün. Mit einem Seitenhieb auf ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch versichert der SPÖ-Bundesgeschäftsführer: „Wir verteilen keine Fibeln, um irgendwelche Szenarien zu beschwören. Wir konzentrieren uns auf die inhaltlichen Themen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2012)
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