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ÖVP schreibt Schwarz-Blau vorerst ab

23.07.2012 | 18:25 |  von RAINER NOWAK UND REGINA PÖLL (Die Presse)

Die ÖVP geht wegen der Euro-Politik auf klare Distanz zur FPÖ. Zeitgleich fürchtet die SPÖ den Druck des Boulevards wegen der rot-grünen Verkehrspolitik. Die Große Koalition verliert die Alternativen.

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Obwohl fast immer eine Koalition aus SPÖ und ÖVP herauskommt, sind strategische Festlegungen auf einen bestimmten Koalitionspartner vor einer Wahl in Österreich de facto ausgeschlossen. Umso interessanter sind da die jüngsten Aussagen von ÖVP-Chef Michael Spindelegger und ÖVP-Klubchef Karl-Heinz Kopf. In einem Interview mit der „Presse am Sonntag“ hatte Kopf der FPÖ in der zentralen EU-Politik de facto Regierungskompetenz abgesprochen („großes Problem“), zeitgleich hatte der Vizekanzler im „Kurier“ die FPÖ wegen ihres fundamentalen Anti-Europa-Kurses scharf kritisiert: „Wer Euro und EU infrage stellt, kann nicht regieren.“

Also eine klare Absage an Schwarz-Blau, wie sie seit Erhard Buseks Festlegung auf Rot-Schwarz mit Bundeskanzler Franz Vranitzkys 1994 und den anschließenden schweren ÖVP-Verlusten bei der Nationalratswahl danach nicht mehr zu hören war? Nein, heißt es in der Volkspartei, das sei keine 100-prozentige Absage. Sondern eine 99-prozentige? Die ÖVP habe mit diesen Klarstellungen deutlich machen wollen, wie wichtig die Europa-Politik und das Bekenntnis zu einer gemeinsamen Währung sind. Nachsatz: Vielleicht ändere sich die FPÖ unter ihrem Chef Heinz-Christian Strache dadurch noch.

Eine 180-Grad-Wende der FPÖ ist so gut wie ausgeschlossen. Bis zur Wahl ist zwar noch ein Jahr Zeit. In der FPÖ plant man für diese Zeit aber eine klare Anti-Euro-(Rettungsschirm-)Kampagne, die auch das zentrale Wahlkampfthema sein dürfte. Die Chancen für Schwarz-Blau gehen damit gegen null.

 

Rot-Grün fürchtet die „Krone“

Gute Aussichten also für die SPÖ. Diese tritt ihrerseits ungewöhnlich offen für eine Regierung mit den Grünen ein. Die Variante ist rechnerisch unwahrscheinlich. Dennoch wird sie im letzten Jahr der laufenden Legislaturperiode von SPÖ-Ministern wie Gabriele Heinisch-Hosek zuletzt in der „Presse“ offen herbeigesehnt – obwohl sie noch zwölf Monate lang mit ÖVP-Kollegen im Ministerrat sitzen wird. Allerdings dürfte das mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach der Wahl wieder der Fall sein.

Denn nicht nur die ÖVP macht mit einer eigenen Fibel gegen die Möglichkeit einer deklariert linken Regierung mobil, auch die „Krone“ führt wegen der Parkpickerlgroteske in Wien eine Kampagne gegen die Zusammenarbeit der beiden Parteien. Sie fordert den Wiener Bürgermeister mehr oder weniger offen dazu auf, die Landesregierung mit der stellvertretenden Bundessprecherin Maria Vassilakou eben platzen lassen.

Wegen des Themas Verkehr wird die Boulevardzeitung auch in den kommenden Wochen und Monaten Stimmung gegen Rot-Grün im Bund machen und sich damit für eine Weiterführung der bestehenden Koalition ins Zeug legen.

Da die wahre Bedeutung der „Krone“ immer von der jeweiligen Regierung definiert wird, sind die Weichen demnach klar auf weitere fünf Jahre Rot-Schwarz gestellt. Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten haben sowohl der SPÖ-Chef als auch der ÖVP-Chef den Einfluss der Zeitung so ernst genommen. Kein Wunder also, dass in der Bundes-SPÖ die Verärgerung über das Thema Parken in Wien sehr groß und die Freude in der Bundes-ÖVP darüber sehr groß ist. SPÖ-Chef Werner Faymann, Ex-Wohnbaustadtrat, ließ es sich nicht nehmen, persönlich eine Verbesserung in Aussicht zu stellen. Und zu versichern, dass er die Situation in Wien genau beobachte.

In der ÖVP ist man mittlerweile auch auffällig bemüht, die FPÖ ins Visier zu nehmen und zuletzt in der Stiftungsaffäre den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf anzugreifen. Nachdem dieser von einem Gutachten zu zentralen Vorwürfen – die betroffene alte Frau übervorteilt und nicht ausreichend finanziell versorgt zu haben – entlastet wurde, war es ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch, der unbeeindruckt weitere Angriffe gegen Graf und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ritt. „Strache gibt sich immer als großer Macher. Aber beim kleinsten Gegenwind in der eigenen Partei liegt er flach auf dem Boden. Er hätte hier ein Machtwort sprechen können“, sagt er etwa.

Die „Krone“ widmete Rauchs scharfer Kritik an der FPÖ übrigens einen großen Bericht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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285 Kommentare
 
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Gast: das hirn
24.07.2012 10:57
10 1

augenhöhe

strache legt sich auf den boden um mit der övp auf augenhöhe zu sprechen.

Antworten Gast: Modusquaro
24.07.2012 12:51
0 2

Re: augenhöhe

Richtig. Wenn Strache so am Boden liegt und seine Augen gen Himmel ausgerichtet sind, weiß er, wo er liegt und wo die ÖVP geistig wohnt: im Himmel.

Gast: Tarzaner A
24.07.2012 10:57
11 1

Wer ausgrenzt hat schon verloren

Die FPÖ wird man nicht umgehen können, daher sind solche Aussagen seitens der ÖVP unklug.

18 2

„Wer Euro und EU infrage stellt, kann nicht regieren.“

Bin neugierig wie lange eine derartige Feststellung aufrecht erhalten werden kann.

Was dieser Mann da von sich gibt, ist eigentlich nichts anderes, als daß man auf die internationale Solidarität hofft. Das geht folgendermaßen vor sich, wir zahlen und die anderen verludern das Geld. Dafür bekommt die Regierung, die das ermöglicht, eine gute Nachrede in den Medien.
Das sieht man ja jetzt deutlich bei den Opfern der Murenabgänge. Die bekommen bestenfalls Almosen oder aus öffentlichen Sammlungen wie der Kronenzeitung. Aber für das Ausland, da sind die Milliarden nur so da, da wird hineingebuttert, was das Zeug hält.

4 0

Re: „Wer Euro und EU infrage stellt, kann nicht regieren.“

wenn Strache bei seiner Linie bleibt (und nichts spricht dagegen), ist seiner Partei kein Hinderniss zu hoch um in die Regierung einziehen zu können ;-)

Allein schon Dein letzter Absatz zeugt von Bürgerfremde der aktuellen Regierung, und sollte auch deshalb abgewählt werden !!!

Warum wohl stemmen sich besonders rot-schwarz-grün gegen eine direkte Demokratie ?!

Gast: Hanibal L.
24.07.2012 10:40
18 2

kann ich mir vorstellen ..

das die ÖVP schwarz-blau abschreibt, es wird wohl zu blau-schwarz kommen, nach stimmenanteil aufgezählt.

Gast: hansvstein
24.07.2012 10:40
8 1

wenn will die Pfeiferlpartie abschreiben,die muß froh sein wenn sie die 20% erreicht


Re: wenn will die Pfeiferlpartie abschreiben,die muß froh sein wenn sie die 20% erreicht

wen, nicht wenn ...
In deinem Fall heißt es sogar "wem".
Dativ, nicht Akkusativ. Oder für FPÖ Wähler: "Der wem Fall".

Antworten Gast: herzlichst
24.07.2012 10:58
2 5

Re: wenn will die Pfeiferlpartie abschreiben,die muß froh sein wenn sie die 20% erreicht

wen, nicht wenn ...
In deinem Fall heißt es sogar "wem".
Dativ, nicht Akkusativ. Oder für FPÖ Wähler "Der Wemfall".
Lernt man übrigens in der Volksschule.

Re: Re: wenn will die Pfeiferlpartie abschreiben,die muß froh sein wenn sie die 20% erreicht

weN, Herr Obergscheit! WeN will die Partie abschreiben - nicht: WeM will die Partie abschreiben - höchstens von wem, aber das wäre eine andere Satzaussage. Vielleicht sollten manche Klugschei... selber nochmal zur Volksschule gehen bevor sie wichtig G'scheitreden. Pisaversager?

neue Koalition

Blau/Orange/Stronach wäre interessant

Antworten Gast: Linker Pirat
24.07.2012 13:03
1 4

Re: neue Koalition

Lol... Einfach pervers!
Wieso nicht gleich Schwarz-blau-orange-stronach?

Re: Re: neue Koalition

wäre auch ok. Hauptache die Linken haben nix zu melden - die haben unser Land schon genug demoliert!

Re: neue Koalition

Ja für Masochisten oder Österreich-Hasser!

bRe: Re: neue Koalition


Antworten Antworten Gast: Till aus dem Haus der Freude
24.07.2012 11:07
11 4

Re: Re: neue Koalition

Österreich-Hasser?
Die Grünen sind in dieser Farb-Kombination nicht enthalten!

Re: Re: Re: neue Koalition

Aber die blauen Millionenauftragvergeber, die orangen Unnötigen und der Ersatz-Lugner!!

Gast: das hirn
24.07.2012 10:28
9 3

augenhöhe

herr rauch missversteht strache. strache legt sich nur flach auf den boden, um mit der övp auf augenhöhe zu sprechen.

Gast: Markus Renner
24.07.2012 10:26
10 1

Zahlen

Also wenn ich die Umfrage ernst nehme, dann hat Schwarz-Blau insgesamt 47% und Rot-Grün nur 42%. Gefällt mir zwar nicht, aber wenn nichts Entscheidendes passiert, das die Verhältnisse gravierend verschiebt, sind Schwarz-Blau oder Rot-Blau viel wahrscheinlicher als Rot-Grün.

Antworten Gast: Linker Pirat
24.07.2012 13:06
0 6

Re: Zahlen

Lol, Rot-blau, wieso nicht gleich Grün-blau?

Antworten Antworten Gast: Markus Renner
24.07.2012 16:31
1 0

Re: Re: Zahlen

Ganz einfach: Weil sich's rechnerisch ausgeht und Rot und Blau einiges gemeinsam haben, wenn man das Rechts-Links Denken beiseite schiebt.

23 4

Die ÖVP steht vor allem...

...für SPÖ-Bundeskanzler. Mit der Absage an eine Schwarz-Blaue Koalition hat sie untermauert, daß sie das beibehalten möchte, da der 1. Platz unrealistisch ist und bei dieser Peformance auch bleibt.
Warum sollte daher ein Stimmberechtigter, dem das faymannsche Grinsen und seine Nichtpolitik zuwider sind und daher nach Alternativen sucht, die ÖVP wählen? Eine deutlichere Absage an Wähler, die etwas über den Kronenzeitungshorizont hinausblicken, kann es kaum mehr geben.


Re: Die ÖVP steht vor allem...

und Straches Grinsen ist besser?

8 1

Re: Re: Die ÖVP steht vor allem...

1. muß es nicht unbedingt Strache sein und
2. ist er garantiert nicht unfähiger als Faymann, denn dessen einziger Beitrag zum Kanzleramt ist sein unverbindliches Dauergrinsen.

6 1

Re: und Straches Grinsen ist besser?

auf jeden fall sympathischer und soweit ich das heute beurteilen kann, ehrlicher !
Zudem haben seine Programme Hand und Fuss, die des Obergrinser aber nicht einmal inhaltliches, geschweige denn etwas positives für das eigene Volk von dem man ja bestens leben darf !

Re: Re: und Straches Grinsen ist besser?

Zumindest hat man bei dem nicht immer sofort das Gesicht der "Grinsekatze" aus Alice im Wunderland vor dem geistigen Auge.

Hr. Faymann sollte sich eventuell eine andere Grinsevorlage als Vorbild suchen?

7 18

das sagt nichts!

der schüssel hat noch stunden vor der bekanntmachung der KORRUPTIONISTEN regierung blau-schwarz, abgestritten das er einen teufelspakt abschließen wird!

Re: das sagt nichts!

Er hat alle belogen,
so schauts aus.

Re: das sagt nichts!

teufelspakt liegt immer dann vor, wenn die SPÖ nicht das sagen hat

Antworten Gast: KHetzer
24.07.2012 10:42
9 4

Re: das sagt nichts!

schüssel ist heut noch fuer die entscheidung zu gratulieren, so schaut's aus.

zum Kotzen, diese ÖVP!

ich finde es zwar wirklich löblich, dass die övp-spitze erstmals seit jahrzenten eine koalition mit der fpö explizit ausschließt (hoffe, es bleibt auch nach der wahl dabei -traue denen nicht ganz)

was ich aber schlecht finde ist die begründung "wegen der fp-ablehnung zu EU und Euro": das ist zwar okay, aber wie wäre es zusätzlich noch mit einer ablehnung der fpö hauptsächlich wegen ihrer unbestreitbarer nähe zum rechtsextremismus (lauter olympia-mitglieder, paintballspieler usw in ihren reihen, plakatsprüche die einem den magen umdrehen, winters anti-islam aussagen, mitarbeiter die waren bei einer neonazi-"heimseite" kleidung bestellen, usw.usf.)

das alles ist für die övp KEIN grund, eine koalition mit diesem pack auszuschließen?

Antworten Gast: Till aus dem Haus der Freude
24.07.2012 11:05
10 2

Re: zum Kotzen, diese ÖVP!

Nachdem am 1. Mai-Aufmarsch 2012 der Roten zu Wien auch ein Stalin (!!)-Porträt mitgeführt wurde, stellt sich auch die Frage, wie weit der Verfassungsbogen für die Linke noch gespannt werden muss.

Nochmals: Es ist einfach nicht g'scheit, zu deponieren, dass man mit einer Stimme für Spindelegger gleichzeitig auch Faymann, Schmied, Bures, Darabos, Hundstorfer, Rudas, Cap etc. wählt!

Viele Schwarze werden dadurch ermutigt, Blau zu wählen...ob das im Sinne der VP ist?

...und ob sich damit überhaupt noch die 50+1 Mehrheit für Rotschwarz ausgeht??

21 6

Re: zum Kotzen, diese ÖVP!

die ablehnung der fpö wegen ihrer rechten gesinnung würde ex aequo die ablehnung der spö wegen ihrer linken gesinnung fordern.
solange parteien demokratisch legitimiert sind, sind sie koalitionsfähig...inhalte wie europafeindlichkeit..oder zuviel staatliche regulierung...können natürlich ein zustandekommen einer koalition verhindern.
ihre prinzipielle ablehnung zeigt, ihre linksfaschistoide gesinnung

Bla bla bla ...

Nach den Wahlen schaut alles anders aus - leeres Geschwätz - verschont mich bitte mit so Nullerlmeldungen !

Re: Bla bla bla ...

sie müssen das ja nicht lesen..also nur sie selbst können sich verschonen

ceterum..die betonung liegt auf vorerst.
wenn die arithmetik stimmt, strache nach wien geht und die fpö einen akzeptablen kandidaten bringt schaut das wieder anders aus.
grün auf wiener landesebene und auf bundesebene agieren derzeit recht agressiv gegen die VP...und bereiten damit auch blau-schwarz vor
walser steinhauher..und vasi-hasi sind eifrig am blau-schwarz basteln

4 1

Re: Re: Bla bla bla ...

Das wäre grundfalsch, wenn sich die FPÖ nochmals auf eine schwarz-blaue Koalition einläßt. Die würden danach wie die begossenen Pudel dastehen und das anbahnende Euro-Desaster hätten sie dann auch noch am Hals.

Eine Regierung für die FPÖ ist eigentlich nur dann interessant, wenn diese auch die absolute Mehrheit hätte. Das wird sich aber garantiert nicht ausgehen. Allerdings, wer weiß wann wir wieder Wahlen haben werden. Denn die Meldungen von EU und Euro sind ja nicht gerade ein Beruhigungsmittel!

3 0

Re:leider ist Dein 2. Absatz mehr als wahrscheinlich

und sollte erst recht mittels Wahländerung aufgehalten werden !!!

Warum wohl diesmal schon so zeitig der Wahlkrampf begann, erkennt man am besten an der unfähigsten Regeirung aller bisherigen Zeiten samt deren Angst, ihre Pfründe verlieren zu müssen ... für deren Erhalt jedes Mittel recht zu sein scheint.


Re: Re:leider ist Dein 2. Absatz mehr als wahrscheinlich

änderung??...das mehrheitswahlrecht..ohne abstriche nach angelsächsischem recht..

sooo unfähig ist unsdere regierung nicht..sie hat uns...dank jopsef pröll...gut durch die krise gebracht. die ausgangsdaten waren auch eher vorteilhaft..eine erbschaft von grasser-schüssel..6 jahre verantwortungsvolle budgetpolitik..unbedankt.
der euro wird halten und die EU fester im zusammenhalt..auch wenn zimperliche unken dauernd ein desaster an die wand malen

Re: Re: Re: Bla bla bla ...

nur mit absoluter mehrheit in die regierung?..also nach unserem wahlsystem NIE!! eine partei die nicht anstrebt mitzugestalten und nur opposition machen will, wird bald wieder uninteressant für die protestwähler...natürlich muß die fpö nach regierungsbeteiligung streben. nach der absage..ohne wenn und aber..durch faymann bleibt nur die VP.
wenn sie, wie sie meinen, wie begossene pudel dastehen, dann haben sie aus knittelfeld nichts gelernt. ihrer ansicht nach sind die fp-ler also lernunfähig?? die lehre wird nicht sein nie wieder mit der övp (mit wem sonst) sondern das koalitionpaket sorgfältiger ausverhandeln.
ein euro desaster ist nicht in sicht..das ist das wunschdenken der kleinstaatler.
wir gehen durch eine schwierige phase..aber niemand hat behauptet, dass das werden der vereinigten staaten von europa ein sonntagsspaziergang wird.
die blauen werden schon noch an unsere tür klopfen..und in stein gemeiselt ist gar nix

Gast: TT1
24.07.2012 09:47
4 14

Prinzipiell ist es richtig, die FPÖ zu meiden

Nur: DAS schafft noch kein Profil. Wo ist die Wirtschaftspartei? Wo ist die EU-Politik? Meint die ÖVP das Herumflegeln der Fekter im Ausland? Wird die Korruption aufgearbeitet? SO NiCHT. Das werden 19 % nächstes Jahr, nicht mehr.

„Wer Euro und EU infrage stellt, kann nicht regieren.“

Riecht ein bisserl nach Inquisition, oder? Es kann nichts sein, was nichts sein darf. Der Souverän will die EU und den Euro gar nicht? Kein Problem, wir fragen ihn einfach nicht. Und ganz bestimmt darf niemand an den Futtertrog, der nicht die EU-Lobby anbetet. Man stelle sich bloß mal vor, da käme noch jemand ans Ruder der so gefährlich-dumme Ideen hat wie "direkte Demokratie", Politik für Österreicher und österreichisches Steuergeld für österreichische Bedürfnisse. Nein, nein, nein, das kann nicht sein.

Re: „Wer Euro und EU infrage stellt, kann nicht regieren.“

Beweist nur, dass die ÖVP nichts Anderes ist als der politische Arm der Raiffeisen-Mafia.


Antworten Gast: nereiren
24.07.2012 10:35
1 4

Und woher wissen Sie, was "der Souverän" will?

1.) ist bedenklich, dass z.B. ca. 40% in Umfragen angeben, zu wenig Info über den ESM zu haben, um eine Meinung abzugeben. Die FP trägt hier auch nichts zur genauen Information bei.
http://www.heute.at/news/politik/art23660,739149
2.) ist noch bedenklicher, wenn selbst NR-Abgeordnete nicht wissen, um was es beim ESM im Detail geht. Die FP-Funktionäre bilden da keine Ausnahme, FP-Redebeiträge im Parlament enthielten null Info.
https://derstandard.at/1339639811541/Abstimmung-Wissensluecken-im-Nationalrat-bei-Fiskalpakt
3.)ad "österr. Steuergeld und österr. Bedürfnisse": Wer in der FP kam/kommt auf die Idee, z.B. über die Bankenhilfen für HGAA, KA Finanz, etc. abstimmen zu lassen oder z.B. die Verscherbelung von Staatseigentum im Zuge der Privatisierungen unter Schwarz-Blau.

Re: Und woher wissen Sie, was "der Souverän" will?

TIPP: Als Informationsquellen zu EURO, Rettungsschirmen, ESM, etc. bieten sich u.a. auch "Feindsender" und "Feindzeitungen" an. Dort wird viel seriöser um diese Themen informiert, als in den Werbeaussendungen (ORF, nach den Mund schreibende Zeitungen, ...) der SPÖVP.

Und was der Souverän tatsächlich will kann man leicht in Erfahrung bringen. Das Wundermittel dafür nennt sich Volksbefragung.

Antworten Antworten Antworten Gast: nereiren
24.07.2012 19:57
0 0

Breite Information ist sicher extrem wichtig...

... und die Medien, auch aus anderen Ländern, spielen da eine große Rolle, aber wie wollen Sie eine Volksbefragung/Volksabstimmung machen, wenn fast die Hälfte der Menschen freiwillig(!) eingesteht, zu wenig Ahnung von einem Thema zu haben, um darüber abzustimmen? Nochmals, Widerstand/Opposition/Kritik gegen Euro/ESM/Fiskalpakt finde ich durchaus angebracht, aber es gehört auch die Information dazu, was z.B. ein Nord-Süd-Euro, ein Euroausstieg, oder eine andere Alternative etc. voraussichtlich kosten wird! Diese Info gibt es zum Teil (zB Berechnungen der Schweizer UBS: 450 - 600 Mrd Euro im 1.(!) Jahr für die Eurozone), aber solche Infos muss man wieder über die genannten "Feindmedien" einholen. Von der FP und anderen kritischen Stimmen kommt da leider überhaupt nichts außer billiger Polemik.

0 0

Re: TIPP: Als Informationsquellen zu EURO, Rettungsschirmen, ESM, etc. bieten sich u.a. auch "Feindsender"

richtig, nur viele Konsumenten wollen sich leider nicht mit solch "faden" Sendungen beschäftigen,. sondern mittels "Bauer sucht Frau" oder Karlich .... berieseln lassen; kennen oft auch weder einen NRW, MDR ARTE usw, bzw können die (beabsichtigt?) ohne Zusatzgerät eines Kabelanbieters gar nicht einmal empfangen !

Mach mal ne Umfrage darüber, wieviele Bürger denn einen Discovery oder NationalGeographyChannel neben den beretis angesprochenen bspw kennen !!!

Re: Re: Mach mal ne Umfrage darüber, ...

Ja leider. Ich denke auch, dass sich nur schwer bis gar nicht ändern lassen wird.

Aber man darf es vielen eigentlich gar nicht verübeln. Unser "Sozialsystem von der Wiege bis zur Bahre" suggeriert Sicherheit, Erziehung. Schule und Dauerberieselung von Ö3 bis ORF tun das übrige. Das ganze immer wieder garniert mit dem Stammtischschlagwort "als Einzelner kann man sowiso nichts machen".

Damit stehen halt leider nur mehr Interessen a la "Saturday Nighfever" und "Oberflächliches nach dem Arbeitstag" auf dem Programm. Ein Grund mehr, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, was gerade passiert und was es zur Folge haben kann bzw. wird.

Gast: apfelmännchen
24.07.2012 09:37
2 1

es überrascht nicht wirklich

dass die ÖVP den Blauen hier den Weg aufzeigen (und sanft aufzwingen wollen) damit eine Schwarz-Blaue Regierung zustande kommen kann. Mit den recht unerfahrenen Blauen zu regieren wäre wohl die bequemere Lösung, als eine weitere GroKo in der man sich einem ebenbürtigen Partner gegenüber vorsichtiger verhalten muss. Gleiches gilt natürlich auch für eine Rot-Grüne Variante.

Wenn ich an das Kabinett Schüssel I zurück denke, an all die Personalrochaden innerhalb der Ministerien der Blauen, dann muss man sich stets vor Augen führen, dass die derzeitige FPÖ weitaus schlechter besetzt ist als damals, vor der Abspaltung des BZÖ.
Man steckt einen Grossteil der Kraft in den Personenkult des Parteiobmanns oder in Rundumschläge gegen ideologische Feinde und viel zu wenig in inhaltlich schlüssige und vernunftorientierte Lösungen.
Die meisten der Ideen dienen wiederum in erster Linie dem Selbsterhaltungstrieb einer national orientierten Partei, die in einem immer enger zusammenwachsenden Europa zunehmend an Einfluss verliert.
Dieses Dilemma teilt die FPÖ freilich auch mit etlichen Schwesterparteien in anderen Nationen der EU und wäre nur abzuwenden, wenn man sich darauf besinnt, auch gleichsam Bürger Europas zu sein und die ideologischen Grenzen über die eigene Staatsgrenze hinaus erweitert.
Ansonsten droht unweigerlich das Schicksal einer 10% Folklore-Partei, die nur noch einem kleinen, streng nationalistisch orientierten Scheuklappen-Publikum dient.

Willkommen im 21. Jahrhundert

in einem immer enger zusammenwachsenden Europa

Meinen Sie das Ernst ? Wenn Europa wirklich "zusammenwächst" (oder damit zumindest schon begonnen hätte), wie erklären Sie sich dann, dass es bei geringsten Anlässen sofort zu Hasstiraden gegen Deutschland kommt ?

Der Nationalismus ist gerade in den Südländern, aber auch Frankreich und GB in einem Ausmaß verankert, der jegliches wirkliches(!) Zusammenwachsen noch auf Jahrzehnte verhindern wird.

Da können die Politiker deherschalmeien wie sie wollen, das "gewöhnliche" Volk will sich nicht unter einen Glassturz stecken lassen.

Denken Sie nur an die diversen Geschmacklosigkeiten in griechischen, italienischen, englischen Medien der letzten Monate einer Frau Merkel gegenüber.

Das lässt mich schon schwer zweifeln, dass da etwas zusammenwachsen wird.

Die Völker sind einfach dagegen und ich bin sicher, dass so manches Land gerne Krieg gegen D beginnen würde, so es könnte.

MfG L.W.

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
24.07.2012 12:57
0 0

Re: in einem immer enger zusammenwachsenden Europa

Ist ja kein Prozess der von heute auf morgen abgeschlossen wäre und wir alle schon bald gemeinsam miteinander Ringelreihe tanzen und uns gegenseitig Blumen in die Haare flechten werden.
Das fordert in Wahrheit auch niemand. Zumindest niemand mit Verstand.

Dass man aktuell gegen Merkel wettert, soll doch in Wahrheit nur vom Fehlverhalten der betroffenen Regierungen ablenken und den Unmut der Bevölkerung auf ein weniger greifbares Ziel richten.
Die Deutschen muss man nicht lieben, doch haben diese ihre Hausaufgaben weitaus besser gemacht und fordern nun zu Recht einen Nachzipf und Disziplin ein.

Niemand sagt, dass dieser Weg ein einfacher sei. Krieg war noch nie eine Alternative, sondern immer nur das Ende einer Sackgasse.

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Re: es überrascht nicht wirklich

Es gibt kein "immer enger zusammenwachsendes Europa". Das, was Sie hier bejubeln, ist ein Sintermaterial, erzwungen durch den Druck der Hochfinanz. Es wird genau so geliebt und wird genau so enden wie das künstliche Zwangskonstrukt Exjugoslawien.

 
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