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2017/18: Automatische Erhöhung der Familienleistungen

23.07.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Der Familienfonds erwartet heuer erstmals seit 2002 einen Überschuss. Für Minister Mitterlehner hat Abbau der Gesamtschulden im Fonds Vorrang.

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Wien/Ett. Österreichs Familien werden sich bezüglich einer automatischen Anpassung der Familienleistungen an die Teuerungsrate oder an die Lohnentwicklung gedulden müssen. Das macht jetzt Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) deutlich. Denn zuerst soll der sogenannte Familienlastenausgleichfonds, kurz Flaf, aus dem die Leistungen gezahlt werden und der derzeit ein Minus von 3,7 Milliarden aufweist, schuldenfrei sein. Das werde nach den Prognosen 2017/18 – das wäre also gegen Ende der nächsten Legislaturperiode – der Fall sein. Daher ist das für den Familienminister „der richtige Zeitpunkt“, die Familienleistungen dann nach der jeweiligen Inflationsrate anzupassen. Allerdings sind frühere fallweise Erhöhungen, die von der Politik festlegt werden, nicht ausgeschlossen.

In der Vergangenheit wurden beispielsweise Ende der 1990er-Jahre Leistungen wie die Familienbeihilfen kräftig erhöht, 2008 wurde über Betreiben der ÖVP eine 13. Familienbeihilfe eingeführt. Die Folge war, dass danach Einsparungen notwendig wurden. Mitterlehner begründete damit bei einer Pressekonferenz am Montag mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich auch seine Position: Es habe „keinen Sinn“, gleich bei einer etwas besseren Entwicklung die Leistungen zu erhöhen.

Es sei aber auch nicht einzusehen, dass die Parteienförderung regelmäßig valorisiert werde, die Familienleistungen nicht, so Mitterlehner. Allerdings sieht das neue Parteiengesetz vor, dass die automatische Erhöhung der Parteienförderung bereits jetzt erfolgt, nicht erst 2017/18.

 

Heuer 180 Millionen Überschuss

Erstmals seit zehn Jahren wird für den Familienfonds, der hauptsächlich aus Dienstgeberbeiträgen in Höhe von 4,5 Prozent der Lohnsumme gespeist wird, nach den jüngsten Prognosen von Mitte Juni ein Überschuss von 180 Millionen Euro erwartet. Der Grund sind bereits mit dem Sparpaket von Loipersdorf ab 2011 beschlossene Maßnahmen: darunter die Auszahlung der Familienbeihilfe an Studenten meist nur mehr bis zum 24.Lebensjahr und die Einschränkung der 13.Familienbeihilfe. Aus dem Sechs-Milliarden-Topf, der von den Arbeitgebern gespeist wird, werden neben Beihilfe unter anderem Gratisschulbücher oder Schülerfreifahrten abgegolten.

Die SPÖ möchte rasch eine umfassende Änderung, wie am Montag bekräftigt wurde. Demnach sollen steuerliche Begünstigungen gestrichen werden, dafür solle die Familienbeihilfe einheitlich 225 (für ältere Kinder 240) Euro betragen, und Kinderbetreuungsplätze sollen ausgebaut werden. Mitterlehner und die ÖVP sind dagegen, weil dies entgegen den Aussagen der SPÖ nicht kostenneutral sei.

Die Wirtschaftskammer drängt ebenfalls auf weitreichende Änderungen inklusive einer Senkung der Flaf-Beiträge. Für das BZÖ forderte Ex-Familienministerin Ursula Haubner sofort eine automatische Valorisierung der Familienleistungen. GmBH-Reform, Seite 17

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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30 Kommentare
 
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Gast: Lukas
25.07.2012 20:53
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Inflationsabgeltung gibt es nur für die Politiker

die sich erst kürzlich ihre verdoppelte Parteienförderung auch noch mit automatischer Inflationsanpassung selbst beschlossen haben. Was interessieren die Politkasperln von SPÖVP die Familien, wenn die eigene Kasse stimmt?

Das heißt ganz einfach:

die Leistungen werden bis 2017/18 um die Inflation bzw. die tatsächliche Teuerung (die faktisch höher ist) gekürzt. Punktum. Wieder eine Glanzleistung der ÖVP bzw. des Mitterlehner. Ach ja: wie viel hat man in die Hypo Kärnten, die ÖVAG, die Kommunalkredit und die Rettungsschirme gepumpt? Und wird man noch pumpen?

Gast: Gast345
24.07.2012 22:24
3 0

Familienbeihilfe für Studenten

1. Es ist gut, dass dem Familienminister aufgefallen ist, dass die Ausgaben der Familien in den letzten 10 Jahren doch erheblich gestiegen sind.
2. Die Familienbeihilfe für Studenten endet mit der Vollendung des 24. Lebensjahres - und das ist nicht nur nicht gut, das ist unüberlegt:
Medizin hat eine Mindeststudiendauer von 6 Jahren, wobei der Student das Glückhaben muss, kein Semester zu verlieren.
Die technischen Studien haben eine ähnlich lange Studiendauer, die Studenten brauchen aber eher länger als die Mediziner.
Vielfach kommen die Technikstudenten aus den HTLs.
Wenn ein Student im 4. Quartal geboren ist, dann beginnt er mit 7 Jahren in der Volksschule und maturiert an der HTL kurz vor seinem 20. Geburtstag, in seinem 1. Semester an der TU ist er jedenfalls 20. Jetzt hat er noch 4 Jahre Zeit, sein Studium, z.B. in weiteren 10 bis 12 Semester, zu beenden.
Wen wundert es da, wenn Studienanfänger es sich zwei mal überlegen, ein so langes und schwieriges Studium zu beginnen? Ab seinem vollendeten 24. Lebensjahr wird ihm nicht nur die Familienbeihilfe fehlen, auch die Krankenversicherung könnte ein Problem werden.
3. Es wäre gut, wenn der Minister berücksichtigen könnte, dass nicht alle Studien nach 8 Semestern beendet sind.

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der Flaf ist keine Arbeitgeberleistung, sondern eine

Arbeitnehmerleistung, direkt für den Flaf verzichtete Lohnansprüche der Arbeitnehmer. So hieß es in der Gründungsurkunde.

Daher sollte es auch so gesehen werden und nicht als Betriebsleistung dargestellt und auch nicht als Politikerverdienst dargestellt.

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Inflationsabgeltung

Hauptsache, jeder Rentner und Beamte bekommt ne kräftige Inflationsabgeltung, damit die Kaufkraft erhalten bleibt und somit die Wirtschaft floriert. Im gleichen Atemzug wundert man sich über eine katastrophale demografische Schieflage. Vielleicht weil im Jahr 2012 Windeln mehr kosten als im Jahr 2000. Die Paar Eltern sind ja kein Stimmenverlust. Hauptsache man redet den Millionen.Frührentnern nach dem Mund, um die nächste Wahl nicht zu verlieren. Man müsste das Wahlrecht dahingehend ändern, dass wenn eine Mutter mit 2Kindern unter dem Arm zur Wahlurne schreitet 3Stimmzettel abgeben darf. NUR SO KANN MAN DIE ZUKUNFT DER JUNGEN GENERATION ABSICHERN! Bin gespannt, wer unsere Renten in Zukunft zahlen soll.

Re: Inflationsabgeltung

und gleichzeitig allen Frühpensionisten das Wahlrecht entziehen!!!

3 0

Ah da schau her

Meldet sich der Herr Familienminister auch wieder einmal zu Wort.

Ich dachte schon er hätte vergessen, dass er auch dieses Ressort bekleidet. Denn zur Familienangelegenheit "Gemeinsame Obsorge" hört man von ihm keinen Mucks, während die Frauenministerin dort dafür umso ungestörter ihre Misandrie und Familienfeindlichkeit (Kinder sollen den Eltern möglichst schnell entrissen werden und die Eltern am besten sofort nach der Geburt wieder arbeiten) ausleben darf, obwohl sie keinerlei Zuständigkeit für Familienangelegenheiten hat.

Gast: Lingus
24.07.2012 08:34
4 0

Da wird über Geburtenentwicklungen

und Überalterung gejammert was das Zeug hält und die Familien sollen auch in Hinkunft mit Almosen abgespeist werden - eine echte Bankrotterklärung.

Ich sage weg, mit allen Beihilfen, dafür einen Steuerfreibetrag für jedes Kind in Höhe von 11.000 / Jahr wie für jeden Erwachsenen auch.
Die Bürokratie würde reduziert, die Familien könnten ordentlich leben und die Mehrkosten sind allemal besser als der Schwund an Nachkommen.

2 0

Re: Da wird über Geburtenentwicklungen

Das würde aber sehr viele treffen die von der Mindestsicherung plus Kindergeld leben der/die hat ja kein aktives Einkommen und kann daher die Abschreibung nicht nützen.
Außer die Schwarzeinkommen werden gemeldet.
Indem es alleine in Wien 290 000 Mindestsicherungs Bezieher gibt würden die Wählerstimmen bröckeln.
Dafür lieber ungerecht dafür bei dem Wahlklientel treffsicher.

Antworten Antworten Gast: Lingus
25.07.2012 09:59
2 0

Re: Re: Da wird über Geburtenentwicklungen

"290 000 Wählerstimmen"

Wie sagt W.Churchhill schon:
"Die Demokratie ist die Diktatur der Idioten"

1 0

Re: Re: Re: Da wird über Geburtenentwicklungen

Leider stimmt das !!!

Die ÖVP zeigt wieder einmal

ihre Kompetenz als Familienpartei! Erbärmlich, höchst asozial und unwählbar! Bei der Parteienfinanzierung war diese Partei nicht kleinlich!

Gast: 1. Parteiloser
24.07.2012 07:35
0 0

Der laufende Budgetvollzug zeigt die Werte der Regierung!

Die Umverteilung, welche in Österreich irre Summen durch die Staatsausgaben bewegt, die wird durch die Änderungen beim Aufwand für die einzelnen Positionen deutlich dargestellt!

2012 sieht es so aus:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201206hauptueberblicke.htm

Periode Jan- Juni 2012, Vergleich zum Vorjahr:
Ausgaben:....35.797,9 Mio. Euro (+4,7%!)
Einnahmen:...29.501,6 Mio. Euro (+0,7%)

Defizit:...6.296,3 Mio. Euro (6 Monate!). Das sind +28% zum Vorjahr!

Das Defizit läuft sowohl dem Wirtschaftswachstum, als auch der Teuerungsrate weit davon, der Staatshaushalt schient endgültig zu kippen.

Die Zinsen und Spesen der Schuldenverwaltung sind aber auf 2.523,5 Mio. gefallen. Das sind um satte 11% weniger als noch 2011 (EZB?).

Aus der Sicht der Bürger ist die Finanzgebarung nur noch ein Horror. Die Aufwendungen für familienpolitische Maßnahmen sind nominell leicht gefallen (real um etwa 4%), die Beitragsleistung an die EU um irre 18% gestiegen.

Dass die Transferzahlungen an die Länder auch um 34% gestiegen sind, das passt herrlich dazu.

Dass auch die Transferzahlungen an die ÖBB so schnell steigen, obwohl so viele Nebenbahnen in die Landesverantwortung abgegeben wurden, das versteht doch auch kein Mensch mehr. Das waren 655 Mio. Euro, eine Steigerung um 15%. Das ÖBB Management bucht das als Umsatz und geht dann mit der Propagandameldung von "Sanierung der ÖBB erfolgreich" an die Öffentlichkeit.

Die Menschen, Familien, die zählen für dese Regierung Nichts, gar Nichts.

Gast: Xiongerl
24.07.2012 04:10
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Erstaunlich!!

Mit wie wenig Geld die für den Kleinverdiener wichtigste Transferleistung finanziert wird. Und dafür leisten wir uns diesen angeblichen Sozialstaat der so viel umverteilt? Akzeptieren ab läpischen Einkommen die Steuerprogression? Akzeptieren, dass durch kalte Progression auch die Kleinverdiener zur Kasse gebeten werden? Während sich die Parteien eine jährliche Anpassung gönnen? Ticken wir alle noch richtig????

2 0

eben!

"Es sei aber auch nicht einzusehen, dass die Parteienförderung regelmäßig valorisiert werde, die Familienleistungen nicht, so Mitterlehner."
Und warum stimmte er für diese ausgemachte Obszönität?
Ist er ein bisserl spaltungsirre?

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KEINE SORGE

Der ÖVP und den "Mutbürgern" ist es in erster Linie wichtig,dass die reichsten 10% weiter laufend Wertsteigerungen erzielen.

Re: KEINE SORGE

pfff und die sozis schauen,
dass sie das dumme wahlvolk kaufen

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Re: Re: KEINE SORGE

Und das funktioniert ja seit 50 Jahren tadellos.
Keiner von den Mindestsicherungsempfängern wird mittels Wahl gegen sein Einkommen stimmen damit sind alleine in Wien 290 000 Stimmen der SPÖ gesichert.
In diesem Land wird der fleißige bestraft warum wohl wollen alle rein ins Schlaraffenland Österreich !!!!!!

Re: Re: KEINE SORGE

stimme ich voll zu

Gast: ASVG-Sklave
23.07.2012 22:15
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Die schwächsten der Gesellschaft

Die schwächsten der Gesellschaft haben die leiseste oder gar keine Stimme in der Politik. Das sind die Kinder, die Arbeitslosen. Deshalb werden die Kinderbeihilfe und Arbeitslosengeld, Notstandshilfe nicht valorisiert. Die Parteien können die Kasse füllen bis zum geht nicht mehr.

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Re: Die schwächsten der Gesellschaft

@ASVG-Sklave@
Notstandshilfe gibt es nicht mehr Mindestsicherungsbezieher werden die 290 000 in Wien genannt.

Re: Die schwächsten der Gesellschaft

die sollen was lernen bzw. arbeiten gehen, die ärmsten der Gesellschaft .

Gast: bald_werden_Kinder_hungern
23.07.2012 21:32
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irgendeine Ausrede findet sich immer ....

bei der Parteienfinanzierung wurde nicht so lange herumgeeiert und gleich mal ordentlich erhöht. Versteh nicht ganz, gibt doch eh jedes Jahr wieder weniger Kinder da müsste das vorhandene Budget doch eh leicht für Erhöhungen ausreichen.

Mit den Pensionisten wird nicht so gespielt, die kriegen per Gesetz jedes Jahr die Inflation abgegolten und noch mehr, ach ja - total vergessen - die haben ja eine Wählerstimme, Kinder leider nicht.

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Re: irgendeine Ausrede findet sich immer ....

Das ist aber echt spaßig ,das Sie Kindern ein Stimmrecht geben wollen.
Sind doch viele Eltern zwar wahlberechtigt aber unfähig ihre Kinder zu erziehen und auf das leben vorzubereiten.
Freilich wer in der Sozialenhängematte liegt hätte gerne mehr Geld fürs nichts tun.

Re: irgendeine Ausrede findet sich immer ....

stimmt nicht. Beschluss verschlafen? nächste pensionserhöhung 1% unter Inflation.

Gast: Gast 2012
23.07.2012 21:29
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automatische Inflationsanpassung

haben sich SPÖVP für die kürzlich beschlossene Parteienförderung gleich selbst genehmigt. Hauptsache den Parteien geht's gut!

 
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