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Causa Birnbacher: Martinz gesteht und tritt zurück

25.07.2012 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Politisches Erdbeben: Der Kärntner ÖVP-Chef gibt Parteienfinanzierung rund um den Hypo-Verkauf zu. 65.000 Euro erhielt er in einem Kuvert von Steuerberater Birnbacher, der auch Scheuch und Strasser belastet.

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Der Prozess in der Causa Birnbacher hat am Mittwoch eine dramatische Wende genommen: Der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz legte in Klagenfurt ein Geständnis ab. Martinz sagte vor Gericht den folgenschweren Satz: "Nach der Abwicklung des Hypo-Verkaufes haben Haider und ich die Idee entwickelt, dass etwas an die Parteien gehen soll."

Damit ist noch vor dem strafrechtlichen Urteil das politische Schicksal von Josef Martinz besiegelt. Er trat nach seinem Geständnis als Kärntner ÖVP-Chef zurück und aus der Volkspartei aus. "Es tut mir leid, dass ich mich auf das System Haider eingelassen habe. Es war persönlich und politisch ein Fehler, den ich zutiefst bereue", erklärte Martinz. Die Kärntner ÖVP hält derzeit eine Krisensitzung ab. Für Freitag 16 Uhr wurde zudem eine Sondersitzung des Kärntner Landtags einberufen. Die Opposition drängt auf Neuwahlen.

Honorar-Teilung von Anfang an geplant

Der 25. Juli 2012 war in Klagenfurt ein Tag der Geständnisse. Vor Martinz hatte nämlich auch der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher ausgepackt - und eine Reihe von Politikern schwer belastet, darunter Martinz: Birnbacher skizzierte vor Gericht ein regelrechtes Komplott. Er gab zu, dass von Anfang an geplant gewesen sei, über sein Millionenhonorar die ÖVP und das damalige BZÖ unter dem mittlerweile verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider zu finanzieren. Mit Martinz sei im Jahr 2007 eine Drittelregelung ausgemacht worden - also ein Drittel für Birnbacher, ein Drittel für die ÖVP und ein Drittel für die Freiheitlichen. Birnbacher hatte für seine Beratertätigkeit beim Verkauf der Hypo an die BayernLB sechs Millionen Euro erhalten - ursprünglich waren sogar zwölf Millionen Euro geplant. Letztlich flossen aber nur 100.000 Euro an die ÖVP, so Birnbacher.

--> SPÖ und Grüne fordern Neuwahlen

Auf die Frage, wie er denn das Geld an die ÖVP überweisen solle, habe Martinz geantwortet, dass er Personalkosten übernehmen und Rechnungen für die Partei bezahlen könne, so Birnbacher. "Martinz hat gesagt, dass er sich in Wien kundig gemacht habe, welche Möglichkeiten es da gibt", erklärte der Steuerberater. Konkret habe Martinz mit Ernst Strasser  gesprochen, denn der habe das entsprechende "Know-How" gehabt, so Birnbacher. Strassers Anwalt Thomas Kralik dementiert: "Es hat ein derartiges Gespräch nie gegeben." Gegen seinen Mandanten wird derzeit bekanntlich in der Lobbying-Affäre ermittelt.

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Martinz' Anwältin belastet - Prozess vertagt

Zur ersten Zahlung kam es nach Birnbachers Angaben im Sommer 2008: Damals habe Martinz angekündigt, dass er ihm "etwas herunterreißen" werde. Der Prozess musste auf 6. August vertagt werden, denn Birnbacher belastete in diesem Zusammenhang auch die Verteidigerin von Martinz, Astrid Wutte-Lang: Birnbacher soll damals für die ÖVP eine Rechnung über 35.000 Euro plus Umsatzsteuer  gezahlt haben. Die Rechnung dafür legte nach Birnbachers Angaben die Anwältin Wutte-Lang - und zwar für "Rechtsberatung im Zusammenhang mit Medienberichterstattung".

--> Chronologie der Causa Birnbacher

Martinz muss sich jetzt eine neue Anwältin suchen. Die fehlenden 65.000 Euro auf den Gesamtbetrag von 100.000 Euro habe er, Birnbacher, bei einer Weihnachtsfeier in Villach an Martinz in einem Kuvert übergeben. Den Erhalt des Kuverts gab dann auch Martinz zu.

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Und das damalige BZÖ unter Haider? "Eine Million wird wohl drinnen sein für die Partei", soll Haider im Jänner 2008 zu Birnbacher gesagt haben. Im Jahr 2009 seien dann FPK-Landesrat Harald Dobernig und FPK-Obmann Uwe Scheuch wegen der Abmachung mit dem in der Zwischenzeit verstorbenen Landeshauptmann an Birnbacher herangetreten. Sie hätten die Hälfte, 500.000 Euro verlangt. Geld sei aber keines mehr geflossen. "Haider war ja schon tot", so Birnbacher.

Sowohl Scheuch als auch Dobernig schlossen am Mittwoch umgehend Zahlungen oder Forderungen danach aus. Der Innsbrucker Strafrechtsprofessor AnMartinz mit Anwältin Astrid Wutte-Lang APA/GERT EGGENBERGER

Martinz mit Anwältin Astrid Wutte-Lang APA/GERT EGGENBERGER

aber ohnehin angesichts  angesichts der derzeit bekannten Fakten wenig Grundlage für eine Strafverfolgung der beiden FPK-Politiker.

Birnbachers zweites Geständnis

Steuerberater Birnbacher hatte bereits vor zwei Wochen ein erstes Geständnis abgelegt und sich dazu bekannt, "einen strafbaren Beitrag geleistet zu haben". Damals bestritt er allerdings noch, dass Geld an Parteien geflossen sei (mehr dazu ...). In der Causa Birnbacher müssen sich vier Angeklagte wegen Untreue verantworten: Neben  Birnbacher und Martinz sitzen die beiden Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, auf der Anklagebank.

(APA/Red.)

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658 Kommentare
 
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Gast: ipocksnimma
26.07.2012 10:45
0 0

Da hat Strasser also auch schon in der Vergangenheit verdeckt ermittelt.

Und das innerhalb seiner eigenen Partei. Ein echter Held, unser Ernsti.

Gast: HelleOlga
26.07.2012 09:34
1 1

Auch wenn sich fast alle Parteien bemühen, noch korrupter zu sein als die anderen

die övp/österr. verbrecher partei hat wirklich die allermeisten korruptionisten im verein.

sollte sich in kpö - korrupteste partei österreichs umbenennen.

hoffentlich verschwindet dieser verein bei der nächten wahl ins nirwana, dann verschwinden vielleicht auch die zahlreichen über jahrzehnte geschaffenen privilegien der beamten/bauern/...

Gast: 2453425cxvy
26.07.2012 09:21
3 1

Alle den Postern, die jetzt meinen gegen FPÖ, BZÖ und ÖVP wettern zu können, sei die Erinnerung an Verurteilte aus den restlichen Parteien ans Herz gelegt.

Spitzenpolitiker wird halt nun einmal ein besonderer und widerwärtiger Menschenschlag. Es ist vollkommen uninteressant bei welcher Partei jemand untergekrochen ist.

Gast: sadfsdf
26.07.2012 08:38
2 0

Na bitte, neben dem Vernichten der Polizei hatte Strasser also noch weiteres Know-How.

Was für ein Teufelskerl!

Gast: Michl H. & die Roten
25.07.2012 21:57
0 5

Ich fordere das es mir gut geht, weil

wählt Rot und Grün

Antworten Gast: G.D.
25.07.2012 22:19
3 0

Re: Ich fordere das es mir gut geht, weil

"...fordere, dass..." wäre korrekt!

Antworten Antworten Gast: vogelhuber
26.07.2012 06:48
0 2

Re: Re: Ich fordere das es mir gut geht, weil

flüchtigkeitsfehler kann man ausbessern. ihr manischer vogel bleibt ihnen. wenn man "du" einmal groß und einmal klein schreibt, adjektiva falsch verwendet, dann sollte man sich zurückhalten. außerdem wäre es angebracht, hier zum thema stellung zu nehmen und nicht sinnlos andere poster korrigieren zu wollen.

Antworten Antworten Antworten Gast: EFF EFF
26.07.2012 13:56
2 0

Re: Re: Re: Ich fordere das es mir gut geht, weil

Wen meinst du? Dich selber?

Antworten Antworten Antworten Gast: storchenmaier
26.07.2012 10:20
2 0

Re: Re: Re: Ich fordere das es mir gut geht, weil

"du" groß? seit wann?

Antworten Antworten Gast: Michl H. & die Roten
26.07.2012 02:07
0 2

...fordere, dass...

Danke. Lerne gerade türkisch für unsere neuen Wähler, da bleibt für deutsch nicht mehr so viel zeit.

3 1

späte rache

Das ist wohl die revanche für knittelfeld.
Danke jörg, ich hab's gewusst, die können dir nie das wasser reichen.
Dem jörg gehört nachträglich ein orden überreicht!

Gast: Suderer
25.07.2012 21:07
2 0

Die Elite zerbröselt. An sich selbst.

Politikschaffende, Beamte und Manager staatsnaher Betriebe demontieren sich selbst. Das war zwar schon immer so, aber Schadenshöhe und Dichte der Vorfälle steigen. Das sollte zu denken geben.

Mehr unter: http://gesudere.at/blog/?p=4802

Gast: parteiakademien
25.07.2012 20:34
3 0

dieses beispiel führt uns wieder schön vor augen

wie professionell diese kaste zum glaubwürdigen lügen ausgebildet wurde und wird.

zensur

warum darf man die herren nicht als das bezeichnen was sie sind?

Gast: der G`scheite
25.07.2012 19:39
5 0

Und weil Ihnen das alles noch immer nicht reicht,

wird die Parteiförderung verdoppelt und werden zusätzliche Steuern ("Solidaritätsabgaben") eingeführt.

Für soziale Gerechtigkeit - weil der Mensch zahlt!


3 0

Der arme, nichtsahnende Herr Spindelegger

meinte in der ZIB, er wäre von Martinz sehr enttäuscht- WIR AUCH- aber von fast allen Politikern!

Gast: G.D.
25.07.2012 18:45
2 3

Pisa, Pisa.....

...sie ist ja grauenhaft, die Rechtschreibung der meisten Kommentatoren hier. Nehme an, dass das Erwachsene Menschen sind, die ernst genommen werden wollen...

Antworten Gast: D.G.
26.07.2012 10:48
1 0

Re: Pisa, Pisa.....

Sie glauben doch wohl selbst nicht, dass es hier um Diskussion geht. Nein, das ist Therapie. Wenn wir hier nicht unser Mütchen kühlen könnten, könnten Politiker nur mehr unter Lebensgefahr auf die Straße.

Antworten Gast: pisa
25.07.2012 18:53
1 1

Re: Pisa, Pisa.....

"Erwachsene Menschen"

Antworten Antworten Gast: Pisa
25.07.2012 19:23
0 1

Re: Re: Pisa, Pisa.....

"pisa"?

ich verlange sofortige neuwahlen

wobei övp, spö, fpö und bzö nicht zur wahl zugelassen werden!!

punkt.

Re: ich verlange sofortige neuwahlen

Bei der FPÖ und dem BZÖ würde das Zulassungsverbot nicht wirken. Die gründen sich einfach neu unter neuem Namen und behaupten, dass sie mit den "Alt-Parteien" nichts zu tun haben ;)

Antworten Gast: Rot + Grün = schlimmer als die..........
25.07.2012 18:50
3 2

Re: ich verlange sofortige neuwahlen

und ohne grün.
Bleibt eigentlich nur mehr Stronach über.


Antworten Gast: Bernhardtrautnursichselber
25.07.2012 18:46
1 1

Re: ich verlange sofortige neuwahlen

Warum?

Antworten Gast: Kundschafter
25.07.2012 18:42
2 3

Re: ich verlange sofortige neuwahlen

die FPK auch draußen lassen bitte!!!!!

Gast: Aus Südkärnten
25.07.2012 18:35
1 2

Spindelegger hat das einzig richtige getan!

Er hat Rückgrat und ist nicht so ein Angsthase wie der Strache, der von den Scheuch Brüdern dominiert wird!

 
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