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Klasnic: „Ethik ins Parteistatut“

25.07.2012 | 18:16 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Für die ÖVP-Ethikratchefin war der Rückzug Martinz' alternativ- los. Jetzt sollte die ÖVP etwa die Parteimitgliedschaft strenger regeln.

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Die Presse: Kärntens ÖVP-Chef Martinz ist zurückgetreten. Gut so?

Waltraud Klasnic: Ja. Denn das Geld ist zwar nicht an ihn, aber an die Partei gegangen. Das hat keinen Stil, ist nicht offen und ehrlich, hat keinen Anstand und ist ethisch nicht zu verantworten. Es ist auch nicht nachvollziehbar. Das Mandat als Landesvorsitzender ist in einem solchen Fall nicht mehr möglich.

 

Offenbar auch die ÖVP-Mitgliedschaft nicht.

In einem solchen Fall muss man sagen: „Ich möchte unserer Gesinnungsgemeinschaft nicht schaden.“ Es ist gut, dass Martinz von sich aus aus- und zurückgetreten ist. So ist das in unserer Partei auch vorgesehen.

Das heißt, der Ethikrat der ÖVP, dem Sie seit Dienstag vorstehen, würde in vergleichbaren Fällen nicht auf einen Rückzug bestehen?

Nur Signale in diese Richtung zu geben, wäre uns auch zu wenig. Wir sind aber ein beratendes Gremium und sollen vor allem präventiv wirken. Das heißt, Mandatare können uns fragen, was erlaubt ist und was nicht, ehe sie eine solche Situation riskieren.

Einen Fall Martinz wird es also nicht mehr geben?

Davon gehe ich aus. Gäbe es einen solchen Fall aber doch, erwarte ich, dass jeder selbst die notwendigen Konsequenzen zieht.

 

Martinz soll angeblich ausgerechnet Ernst Strasser gefragt haben, wie Geld aus dem Deal um das Hypo-Gutachten an die Partei fließen könnte. Ist der Zeitpunkt gekommen, um Strassers ruhende Parteimitgliedschaft in einen endgültigen Ausschluss aus der ÖVP zu verwandeln? Immerhin steht Strasser ja auch im Verdacht der Bestechlichkeit als einstiger ÖVP-Chef im EU-Parlament.

Wir werden auch zur Parteimitgliedschaft einen Vorschlag ausarbeiten, er könnte in die Richtung gehen, die Sie angesprochen haben. Eine Änderung des Parteistatuts kann aber nur am Bundesparteitag beschlossen werden. Auch der ethische Aspekt, dass man mit Worten und Taten sehr vorsichtig sein muss, könnte Platz im Statut bekommen.

 

Wie bewerten Sie den Zustand der ÖVP nach den jüngsten Affären?

Es ist jetzt sicher sehr, sehr schwierig für den Bundesparteiobmann und alle anderen, die Verantwortung tragen, weil inzwischen so viele sagen, „die ÖVP“ oder „die Politiker“ wären unanständig. Dabei sind die meisten natürlich anständig. Das Um- und Nachdenken hat in den Parteien längst Platz gegriffen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

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22 Kommentare
Gast: pächter der wahrheit
26.07.2012 17:35
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Ethik ins Parteibuch

gleich neben das Kruzifix und die Kerzerln zum runterschlucken.

Die Klasnic gießt auch noch einmal Öl ins Feuer.

Die Klasnic gehört zum alten Schlag, da hats vielleicht noch hie und da einen Politiker gegeben der es wirklich so gemeint hat wie er es sagte.
Aber der/diejenige war damals schon eine Ausnahme.

Man denke nur an Tirol: Seit Wallnöfer (sen.) seit den 50er Jahren wird schon mit Agrargemeinschaften der Öffentlichkeit der Grund gestohlen. In jedem Bundesland gibt grobe Ungereimtheiten.

ethik in der övp?


das wär wirklich eine zäsur, ein bruch mit der ganzen geschichte und tradition der partei von lueger, seipel, dollfuß, klaus und schüssel. wollen wir wirklich die ganz schöne, alte tradition über bord werfen?

ohne ethik ist es bisher auch ganz gut gegangen, diese neumodernen linken flausen sollten gar nicht erst einreißen!

Gast: etikettenkleber
26.07.2012 11:21
0 0

was soll die ethik?

ÄK für Wien hat kein Ethikreferat mehr, die ÖVP hat die Ethik für sich entdeckt. Nicht was drauf steht ist wichtig, sondern was drinnen ist, oder?

Gast: Gewerke
26.07.2012 11:11
0 0

ist das dummheit,oder werden gar "wir" für so dumm gehalten ....

oder ist das schon eine ganz neue art von dreistigkeit eine solche person bzgl. ethik u. anstand einzusetzen ??! die politik allg. (natürlich nicht nur in österreich,aber bleiben wir mal in austria) dürfte von irgendwoher den auftrag haben die wahlbeteiligungen so niedrig wie möglich zu halten um lästige demokratische entscheidungen so klein wie möglich zu halten, denn anders ist dies alles nicht mehr zu erklären !!

Gast: almöhi
26.07.2012 09:21
0 0

nur wenige sind

ausersehen, diese Dame sollte sich mit Ihren Beurteilungen zurückhalten und darüber nachdenken, warum sie abgewählt wurde. Aber,
Unrechtsbewusstsein ist keine Tugend der Christlichen.

Frau Klasnic,

erzählen Sie uns doch bitte die Geschichte Herberstein!

Gast: oko
26.07.2012 06:49
0 0

iq

die kärntner politik entspricht deren IQ

1 1

die schwarzen brüder werden sich das gehirn zemartern

und einen Kongress nach dem anderen abhalten um endlich auch Leichen in der linken Kellerhälfte zu finden.

Ethik ins Parteistatut

Ob das noch reicht, kann ich mir nicht vorstellen! FR. Klasnic meint, dass die meisten PolitikerInnen doch anständig wären. Da lachen doch die Hühner! In ÖVP, FPÖ, BZÖ und auch SPÖ kam doch in den letzten Jahrzehnten kaum jemand "hoch", wenn er vorher nicht bewiesen hat, dass er nicht nur schweigen, sondern auch nehmen kann! Und wer heute nicht selber angepatzt ist, der hat zumindest etwas - also ein wenig - gewusst. Die Parteien haben, wie auch der ganze Staat, ja, die ganze westliche Welt, über ihren Verhältnissen gelebt. Alle Parteien benötigten Geld, um sich zu sanieren. Also haben Alle dazu brav geschwiegen! Und wer zu einem Verbrechen schweigt, der ist mitschuldig! So sehe ich DAS jedenfalls!
Eigentlich müssten wir die ganze ober PolitikerInnen-Kaste zum Teufel jagen, NR, BR, Landtage, Landeshäuptlinge, zumindest die Bürgermeister in den Städten, die an der Börse gezockt haben, uswusf. Auch alle Bankstergangster, uswusf.
Es bleibt einem als Bürger nur noch das Grausen!

Re: Ethik ins Parteistatut

Da stimme ich Ihnen voll zu! Könnte vielleicht irgendjemand, der mit der Organisation von Demos Erfahrung hat, eine solche gegen gesetzlich verordnete Parteienfinanzierung organisieren? Ich bin sofort dabei und helfe auch gerne mit. Ich will es einfach nicht mehr hinnehmen, dass eine außer Rand und Band geratene Politikerkaste die Steuergelder ihrer Arbeitgeber (der Bürger nämlich, falls man das vergessen hätte) als persönliche Handkassa betrachtet. Es wäre höchste Zeit, dass unsere vollkommen absurde "Parteiendemokratie" (was für ein idiotischer Begriff), wo viele Leute noch immer denken, das Parteibuch qualifiziert für alle möglichen Positionen, durch mehr direkte Demokratie ersetzt wird. Zeigen wir ihnen, dass die Bürger intelligenter und kampfbereiter sind, als sie denken!

Parteistatut? Dass ich nicht lache.

Ein bisserl zu spät ist der Martinz schon zurückgetreten, als dass man es jetzt mit einem "Es ist gut, dass Martinz von sich aus aus- und zurückgetreten ist" ins positive verdrehen kann.

Rücktritt erst nach Jahren des Leugnens und der vorgespielten Opferrolle (Stichwort "linkslinke Jagdgesellschaft") just nachdem einfach nichts mehr geleugnet werden kann - da nützt kein Parteistatut. Erst wenn die blauschwarzen Herren das Gesetz respektieren, macht es Sinn, im weiteren Schritt von Ihnen auch moralisches Handeln zu verlangen.

Antworten Gast: es ist nicht nur bei den parteien
26.07.2012 11:12
0 0

Re: Parteistatut? Dass ich nicht lache.

Der Egoismus, die gekonnte Übervorteilung der Anderen, das Lügen und Tricksen ist doch bitte in der gesamten Gesellschaft üblich- und daher auch bei den Parteien. Und so lange derartiges Verhalten mit Augenzwinkern und Schulterklopfen toleriert wird, bleibt alles beim Alten. Da wollte doch vor langer zeit ein BP saure Wiesen trockenlegen...

Gast: um4
25.07.2012 21:27
4 0

weiter unten

schreibt apfelmännchen.....wenn das so weitergeht , fightet die övp bald mit der fpö um platz 3.

dem widerspreche ich auf das heftigste:
der fight geht um platz 4 , gegen die grünen.

Wer "Schutengel" der Herberstein war, wird jetzt nicht glaubwürdig etwas zu sagen haben ...

und wie sie jetzt auch noch die Schweinreien bei den Katholen kleingeredet hat, habe ich mich gefragt: "Was ist in der Politik mit diesem redlichen obersteirischen Mädchen passiert, dass sie sich im Alter weiterhin mit Lügerein und Halbheiten den Lebensabend versüßt.

Frau Klassinic, das paßt auf keien Kuhhaut, Sie sind massiv von Politik entstellt und Ihre Taten - seien sie auch gut gemeint - nur ein Abklatsch dessen, was man redlcih nennen soll.

Re: Wer "Schutengel" der Herberstein war, wird jetzt nicht glaubwürdig etwas zu sagen haben ...

Sehr richtig!

Gast: apfelmännchen
25.07.2012 20:29
2 2

unverfänglicher formuliert? bitteschön...

Frau Kalsnic steht diesem Ethikrat ganz zufällig seit Dienstag, 24.7. vor.
Martinz' "reumütiges" Geständnis vor Gericht erfolgte just einen Tag darauf am 25.7. als ob er nur darauf gewartet hätte..

Schöne Grüße an die ÖVP-Strategen. Das war zu billig. Ihr seid sowas von durchschaubar.

Gast: gast111
25.07.2012 19:58
1 3

zur ethik der övp

mir hat ein junger övp-ler wegen der wehrpflicht geantwortet

dass man diese aufrechterhalten sollte, weil männer da was fürs leben lernen

bitte, wo sind diese leute aufgewachsen, in welchem umfeld, wenn das erschießen (für das sind soldaten da) von menschen ein wert sein soll, den männer fürs leben lernen sollen

Antworten Gast: apfelmännchen
25.07.2012 20:16
2 2

Re: zur ethik der övp

als Pfadfinder lernt man mehr

Gast: gast111
25.07.2012 19:55
3 0

da brauchts keine ethik

da braucht es eindeutig ein anständiges strafrecht und hohe, nein höchste haftstrafen

abgeordnete, welche sich kaufen lassen bzw den staat schädigen sind aus dem verkehr zu ziehen

was interessiert mich die ethik, das strafrecht sorgt für ethik

Was wir erleben werden, ist, dass

die ÖVP bei der nächsten NatR-Wahl ganz knapp die 20 % Hürde nicht schaffen wird.

Dank der vielen ÖVP-Verantwortlichen, die mehr als nur in Verdacht eines Verbrechens stehen.

Antworten Gast: apfelmännchen
25.07.2012 20:36
0 1

Re: Was wir erleben werden, ist, dass

wen es so weiter geht dann fightet die ÖVP mit den Blauen bald um Platz 3...

Das wird ja wohl auch nichts mehr helfen!

Denn wer wird denn heute noch ÖVP-Parteifunktionär, wahrscheinlich viele die nicht wirklich integer sind und ethischen Grundsätzen entsprechen!