19.06.2013 21:01 Merkliste 0

Affären als Dauerbelastung für die ÖVP

25.07.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

In der Bundes-ÖVP herrscht Verärgerung über Kärntner Turbulenzen. Spindelegger zieht Trennstrich. „In meiner ÖVP dulde ich kein solches Fehlverhalten.“

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Red. Nächster Tiefschlag für die Volkspartei unter ihrem Obmann Michael Spindelegger: Das Geständnis der Parteienfinanzierung durch den als Kärntner ÖVP-Chef zurückgetretenen und nun aus der Partei ausgetretenen Josef Martinz traf die Bundes-ÖVP am Mittwoch völlig überraschend. Martinz hatte noch in der Vorwoche öffentlich beteuert, er sei von seiner „Unschuld überzeugt“. Auch ÖVP-intern hatte der Kärntner Landespolitiker, der bereits im Jänner wegen der bevorstehenden Anklage den Posten als Landesrat geräumt hatte, bis zuletzt versichert, die Anschuldigungen gegen ihn stimmten nicht.

Die jetzigen Enthüllungen um die Machenschaften in Kärnten treffen auch die Bundes-ÖVP in einer für Spindelegger ohnehin schwierigen Phase. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch betonte jedenfalls, dass kein Geld aus der Causa Birnbacher an die Bundes-ÖVP geflossen sei.

 

„Persönlich enttäuscht“

Spindelegger ging auf Distanz zu den Vorkommnissen in Kärnten: „In meiner ÖVP dulde ich kein solches Fehlverhalten.“ Er sei „persönlich zutiefst enttäuscht von Josef Martinz“.

Einerseits kämpft die ÖVP auf Bundesebene in Umfragen darum, von der FPÖ nicht als zweitstärkste Partei verdrängt zu werden. Andererseits setzt sich mit Kärnten die Serie von Affären fort, mit denen sich die ÖVP seit Monaten herumschlagen muss. Das ist auch eine Folge des parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsaussschusses, in dem eine ganze Reihe von Vorwürfen gegen Mitglieder der früheren schwarz-blauen Regierung untersucht wird.

Dazu kommt: Erst am Dienstag ist bekannt geworden, dass gegen die ehemalige ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat wegen des Verdachts der Untreue beim Kauf von Grippemasken im Jahr 2006 von der Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wird. Im Visier der Ermittler ist auch ihr Ehemann, der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly (für beide gilt die Unschuldvermutung).

Am Freitag der Vorwoche hat sich der Korruptionsverdacht, bei dem es um den Vorwurf der Beeinflussung von EU-Gesetzen gegen Geld geht, gegen den Ex-EU-Abgeordneten der ÖVP, Ernst Strasser (auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung), in einem medienrechtlichen Verfahren erhärtet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

23 Kommentare
Gast: leserin
26.07.2012 22:41
1 0

unfassbar.

ich versteh die welt nicht mehr. wie kann es möglich sein, dass ein spindelegger, der in sachen parteienfinanzierung so offensichtlich dreck am stecken hatte, sich allen ernstens traut in einer ähnlichen angelegenheit sich empört zu äußern. über dererlei hintergründe ist in sämtlichen medien nichts zu lesen, sodass der einfach gestrickte bürger nichtmals davon weiß und sich der feinen empörung spindeleggers anschließt. mal ganz abgesehen davon, wie ein herr spindelegger überhaupt an eine solche polit. funktion kommen kann angesichts seiner vergangenheit. das ist doch alles nur noch zum .....

Gast: =EHM=
26.07.2012 12:33
0 1

Die SPÖ macht es halt klüger

hat ja auch mehr Erfahrung. Wenn diese Beträge alle bekannt wäre, würde kein Mensch mehr über Kärnten sprechen.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Völlig unverständlich ist mir der Schwindelecker: Seine Mannen und Frauen haben sich schon an bestehende Gesetze nicht gehalten da glaubt der Kasoerl wirklich ein Ehrenkodex wird das Problem lösen?

Die alten Hasen haben es in der Vergangenheit verstanden wesenlich besser und geschickter zu machen, oder glaubt irgendwer, dass diese Sachen nur von der Schüsselregierung ausgeht?

ich befürchte, die spö

wird das als vorwand für vorgezogene nr-wahlen nützen.

dann sind die roten fein raus, denn die inseratenaffäre wird erst NACH der möglichen wahl im UA behandelt werden können - die drehen das schon so hin!

0 0

Re: ich befürchte, die spö

Und ich fürchte, die SPÖ wird genau das NICHT tun. Leider. Obwohl doch jetzt langsam dem letzten Analphabeten klar sein müsste, dass ÖVP und FPÖ für Korruption stehen.

6 Minister unter Schüssel haben mit Korruptionsverfahren zu kämpfen.

In Kärnten wird klar, das Blau/Schwarz seit 1986 einen gros angelegten Raubzug veranstaltet hat.

Schwarz/Blau hat es in 1,5 Legislaturperioden zu mehr Koruptionsskandalen gebracht als alle anderen regierungen der 2.Repubik zusammen.

Leider liegt die SPÖ im Wachkoma und die Grünen haben ein desaströses Marketing.

Aber dass die Bevölkerung Schwarz und Blau nicht zum Teufel schickt ist trotzdem enttäuschend.

Gast: michael, st. pölten
26.07.2012 10:29
0 1

skandale skandale

politiker aller farben - schämts euch !

Antworten Gast: steverd
26.07.2012 11:26
1 0

Re: skandale skandale

Nein! Hören sie auf Nebelgranaten zu werfen.

Schämen sollen sich in erster Linie die, die etwas zu schämen haben.

Es sind nicht alle gleich. Auch wenn Ihnen das möglicherweise besser in ihr politisches Weltbild passt. Da gibt es sehr deutliche Unterschiede.

Gast: Gerald, Wien VI
26.07.2012 06:58
1 0

Wenigsten hat er soviel Mut und spricht klare Worte!

Was Strache fehlt und seine Buberl wie Scheuch, Dobernig, Dörfler endlich rauswirft!
Strache schadet sich selbst, während die ÖVP mit der politischen Hygiene beginnt!

0 0

Re: Wenigsten hat er soviel Mut und spricht klare Worte!

Naja, dass die ÖVP mit politischer Hygiene beginnt, halte ich jetzt doch für eine sehr optimistische Interpretatation.

Die ÖVP hat halt den Vorteil, dass dort der Durchschnittsfunktionär eben doch des Lesens und Schreibens mächtig ist und sie daher erkannt haben, dass es jetzt strategisch notwendig ist, so zu tun, als wäre dieser 197gste Korruptionsfall schon wieder ein schwarzes Schaf...

...während bdie der FPÖ wahrscheinlich Kickl gerade Überstunden macht um nach einem simplen 2-zeiligen Reim zu suchen, der das unerklärbare erklärt, sodass es auch der minderbemittelte FPÖ-Wähler lesen und erfassen kann...

Antworten Gast: so viele kluge menschen hier
26.07.2012 12:41
0 0

Re: Wenigsten hat er soviel Mut und spricht klare Worte!

Inwiefern gehört Mut dazu nach einem Geständnis "klare Worte" zu sprechen ?

Was soll er denn sonst sagen ? "Tut's Euch nix an, das ist in der ÖVP so üblich" etwa ?

Gast: marcaurell
25.07.2012 22:10
5 0

Spindlegger hat mehr Dreck am Stecken als man meint

google "Fliederbusch für die Gattin" dann liest man was dieser Spindlegger so für ein Kaliber ist. Illegale Parteienfinazierung mit einem Waffendeal war sein Startup in die ÖVP

Antworten Gast: alterweinstrasse
26.07.2012 13:22
0 0

... ist schon lang vergessen ...

weil's schon ueber 20ig jahr 'her' ist ... als 'man' des zetterl g'funden hat; in seinem dienstsakko ... über die parteispende wegen dem munitionsdeal; aber die leut' vergessen halt schnell ... und bis zur nächsten wahl ist wieder alles vergessen; schlimm

Antworten Gast: i know
26.07.2012 09:32
0 0

Re: Spindlegger hat mehr Dreck am Stecken als man meint

danke für die erinnerung. in NÖ gabs parteifirmen mit dem know how das gestern angesprochen wurde bereits vor 10 jahren und das waren/sind keine "Unterläufer" - sind heute recht weit oben .... im Aufsichtsrat war Strasser und anschliessend seine Nachfolgerin als Parteisekretärin

das ist nur ein Auszug: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX/J/J_05803/fname_123391.pdf

Re: Spindlegger hat mehr Dreck am Stecken als man meint

ah, bei Lichal hat er Stehlen gelernt. Die Meisten fangen als Kofferträger an und dienen sich dann vom Laufburschen zum grossen Capo hoch.

Re: Re: Spindlegger hat mehr Dreck am Stecken als man meint

es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

Gast: floydp
25.07.2012 20:54
4 1

tja

tja auch wenn hr. spindelegger einen sehr bemühten eindruck macht, seit hrn. pröll peppi ist fix das ich die övp nicht mehr wählbar ist. und was sich da immer so in die öffentlichkeit schwindelt bestätigt es halt immer mehr das es sich um keine volkspartei oder wirtschaftspartei handelt sondern naja man denke es sich

Gast: Wat denn dat
25.07.2012 19:55
0 0

für eener

dieter Spreecheklopfer?
Den globt doch keener,
wer it sin Opfer?

Hat den Bundesparteiobmann auch die

frühere Gesundheitsministerin angelogen? Wird er ein weiteres mal enttäuscht sein?

Spindelegger ist nicht zu beneiden,

aber er hat den desaströsen Zustand seiner Partei selbst zu verantworten. Wenn man so dubiose Figuren wie Ernst Strasser protegiert, dann braucht man sich über die Folgen nicht zu wundern.

Hat nicht der seinerzeitige BK Schüssel gedroht, dass es Granada spielen werde, wie er sich ausgedrückt hat, sollte er von Unregelmäßigkeiten erfahren?

Hat er nicht Rauch-Kallat gewarnt, ihr Mann möge sich von allen Geschäften fern halten, die mit der Politik verknüpft seien? Und, hat der Graf sich fern gehalten?

Hat Herr Schüssel damals vielleicht nichts gehört und nichts gesehen?

Antworten Gast: Gast Freund
25.07.2012 21:28
4 1

Re: Spindelegger ist nicht zu beneiden,

Schüssel hat eine Ehrenerklärung von der SPÖ für Mennsdorf eingefordert. Und die war blöd genug, sich so weit zu erniedrigen.

Schüssel hat die ÖVP in den Zustand gebracht, in dem sie sich heute präsentiert.


„In meiner ÖVP..."



...ist der gelehrige schüler und ex-pressesprecher von ernst "know-how" strasser heute generalsekretär!

soviel zur distanzierung der övp von "diesen vorgängen".

Was ist eigentlich mit dem Elefantenmensch? Der verkriecht sich wieder irgendwo. Vielleicht schreibt er ja schon an der nächsten Rot-Grün Fibel.

Gast: Klug Mann
25.07.2012 19:09
4 0

Onkel Erwin

kann es nicht glauben, dass Onkel Erwin in NÖ nicht einmal von seinem Erfüllungsgehilfen Strasser (der Mann für das Grobe) etwas erfahren hat. Oder regiert in der VP das System 'Augen zumachen und ich hab von nix gesehen'?

Solche Gestalten regieren Österreich!

Ja, dann entlassen Sie doch gleich einmal den Herrn Rauch, der dürfte ja wohl im System Strasser groß geworden sein! Überdies dürfte "in meiner ÖVP" eine ziemliche Anmaßung sein oder wollen Sie wieder die Leibeigenschaft zumindest für ÖVP-Mitglieder einführen!