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„Diese Menschenhatz ist unerträglich“: Dörfler stemmt sich gegen Neuwahl

26.07.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Der Kärntner Landeshauptmann stellt sich hinter seine Regierungskollegen Scheuch und Dobernig: keine Rücktritte vor rechtskräftigen Urteilen. Am Freitag tagt Landtag in Sondersitzung.

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Klagenfurt/Ett/Uw/Apa. Die Kärntner Freiheitlichen (FPK) machten am Donnerstag die Reihen dicht. Trotz der neuen Ermittlungen der Justiz auch gegen FPK-Landesrat Harald Dobernig und der Aussage des Steuerberaters Dietrich Birnbacher am Mittwoch vor Gericht, Dobernig und Vizelandeshauptmann Uwe Scheuch hätten 500.000 Euro zur Parteienfinanzierung verlangt, hält Landeshauptmann Gerhard Dörfler (jetzt FPK, bei der Wahl 2009 noch BZÖ) zu seinen FPK-Parteikollegen: Er sieht vorerst keinen Grund für Rücktritte.

Heute, Freitag, tritt der Kärntner Landtag um 17Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei wird ein Neuwahlantrag eingebracht, der jedenfalls die Unterstützung von SPÖ und Grünen hat. Dörfler sah trotz des immer höheren Drucks aber vorerst auch keinen Bedarf für Neuwahlen, der nächste reguläre Landtagswahltermin in Kärnten wäre 2014. Die Kärntner Freiheitlichen stellen mit 17 von 36Mandataren die stärkste Fraktion im Landtag (siehe auch untenstehende Grafik) und können durch einen Auszug vorzeitige Neuwahlen verhindern, selbst wenn neben SPÖ und Grünen auch die ÖVP dafür stimmen sollte.

 

SPÖ fordert „Befreiung“ durch Neuwahl

Die Begründung von SPÖ-Landeschef Peter Kaiser für Neuwahlen: „Wir haben es mit dem größten Skandal, den Kärnten in der Zweiten Republik erlebt hat, zu tun.“ Das sei daher die Möglichkeit einer „politischen Befreiung“. Vonseiten der Bundes-ÖVP hat sich Vizeparteiobmann Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bereits für Neuwahlen in Kärnten ausgesprochen. Die ebenfalls mögliche Variante einer Auflösung des Landtags über Antrag der Bundesregierung wurde im Kanzleramt – konkret von Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) – allerdings abgelehnt.

Dörfler wiederum begründete sein Nein zu raschen Neuwahlen so: Er wolle „die Sümpfe trockenlegen“. Wie das passieren solle? „Jetzt müssen wir einmal die Justiz arbeiten lassen.“ Für ihn besteht derzeit kein Anlass für personelle Konsequenzen bei den FPK-Regierungsmitgliedern. Das wäre erst bei rechtskräftigen Urteilen der Fall.

Der FPK-Landeshauptmann ging vielmehr in der Manier seines Vorgängers Jörg Haider zum Gegenangriff über: „Diese Menschenhatz ist unerträglich.“ Ermittlungen und selbst Anklagen seien keine Verurteilungen. Er glaube den Vorwürfen des Steuerberaters Birnbacher im Prozess „null“.

In der ÖVP hatte es nach dem Geständnis der illegalen Parteienfinanzierung des bisherigen Landesparteiobmanns Josef Martinz, wonach bei der Abwicklung des Hypo-Verkaufes mit dem 2008 verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider auch Geld an Parteien gehen sollte, am Mittwochabend eine erste einstimmige Entscheidung gegeben: Nationalratsabgeordneter Gabriel Obernosterer (siehe Porträt Seite 3) führt nun interimistisch die schwer gebeutelte Kärntner ÖVP bis zu einem Parteitag innerhalb von drei Monaten.

 

ÖVP lässt Parteicomputer versiegeln

Der Interimsparteichef entschuldigte sich nicht nur bei allen und versprach die Rückzahlung der von Martinz kassierten 65.000 Euro. Die Suche danach ist angelaufen. Wo das Geld geblieben ist, blieb zunächst freilich unklar. Obernosterer erklärte der „Presse“, der Parteicomputer, in dem Daten über die Parteifinanzen gespeichert seien, werde versiegelt. In Anwesenheit eines beeideten Wirtschaftsprüfers soll dann am kommenden Montag die Untersuchung am PC vorgenommen werden.

Damit bleibt allerdings auch ÖVP-Landesrat Achill Rumpold trotz Rückendeckung durch Obernosterer im Visier. Rumpold ist seit Jänner Landesrat und war Martinz-Sekretär und ÖVP-Landesgeschäftsführer.

vergrößern

Die beiden SPÖ-Regierungsmitglieder Peter Kaiser und Beate Prettner blieben einer außerordentlichen Sitzung der Kärntner Landesregierung am Donnerstag fern. Bei dieser versuchten FPK und ÖVP, den Spieß umzudrehen: Sie beschlossen in der Regierung einstimmig eine Anzeige gegen Kaiser, Kärntens Ex-SPÖ-Chef Reinhart Rohr und Ex-Landesrat Wolfgang Schantl wegen angeblicher illegaler Parteienfinanzierung. Begründung für diesen Schritt: Die Werbeagentur Topteam, die im Eigentum der SPÖ gestanden sei, habe sich Landesaufträge verschafft. Der Kärntner SPÖ-Chef Kaiser bleibt allerdings gelassen: Das sei „ein leicht durchschaubares Spiel“.

„Wir wurden von einer machtgierigen FPK-ÖVP-Koalition belogen und betrogen.“

Der Kärntner SPÖ-Chef Peter Kaiser nach den Geständnissen der illegalen Parteienfinanzierung im Birnbacher-Prozess.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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34 Kommentare
 
12
Gast: Nick
27.07.2012 16:00
5 0

Chuzpe

Unerträglich ist die Chuzpe dieses Mannes

Dörfler

hat ausgedient. Seine Tage sind gezählt.

Dörfler und die Kärntner FPK wird zur immer größeren Belastung für Strache.

Nicht daß mir das Leid täte, aber die Partei der Anständigen sollte den Mut haben, Dörfler in den Hintern zu treten und Ordnung zu machen.

Feig und rückgratlos

nicht nur wird geleugnet, bis es wirklich nicht mehr abzustreiten sit, jetzt wird auch noch ein demokratischer Vorgang durch Abwesenheit am Arbeitsplatz koykottiert.
Was für eine jämmerliche Truppe -- wieso hat die eigentlich irgendwer gewählt?

Gast: Blondiene
27.07.2012 11:42
6 1

Wo ist die geforderte direkte Demokratie??????

Freiheitliche haben doch die direkte Demokratie gefordert, nun haben sie die Möglichkeit eine solche durchzuführen.

Lasst das Volk über Neuwahlen entscheiden!!!

Und was passiert nun?

Die Freiheitlichen ziehen den Schwanz ein und kleben auf ihren Sesseln!!
*lol*


Antworten Gast: susisorglos
27.07.2012 12:05
3 1

Re: Wo ist die geforderte direkte Demokratie??????

ich denke, die haben angst, weil durch neuwahlen noch mehr rauskommen könnte...da ist der wunsch nach direkter demokratie nur kontraproduktiv^^

Unerträglich

Hr.Dörfler,Sie und ihre FPK sind unerträglich!

Gast: Insider 34
27.07.2012 09:05
7 1

Wie finanzieren sich die FPÖ-Bonzen????

25.000,-€ monatlich verschlingt das private Luxusleben von Strache!

Gast: T.R. (32)
27.07.2012 08:59
7 1

Ich kenne nur unerträgliche Verbrecher der FPÖ!



Noch einmal: Dörfler und Scheuch sind CHARAKTERMENSCHEN!

Daß Dörfler sein Intelligenzdefizit ziemlich erfolgreich mit Dreistigkeit zu kompensieren weiß, ist allgemein bekannt.
In diesem Fall hat er aber recht, denn wir alle sind Charaktermenschen: entweder wir haben einen guten oder einen schlechten Charakter ...
Zu welcher Art von Charaktermensch sich Dörfler und seine Ganovenfreunde zählt, hat er uns allerdings vorenthalten ...

..hat er uns allerdings vorenthalten ...

finden sie?
ich bin der auffassung, dass er uns gestern in der zib2 sehr deutlich klar gemacht was man von ihm und seinesgleichen erwarten darf.

sad but true

bitte um hilfe für einen vergesslichen.

welche institution war es, die dörfler die intellektuellen fähigkeiten für sein amt abgesprochen hat?

daher frage ich mich: warum widmet die presse diesem entmündigungskandidaten einen ganzen artikel?
selbst ein absatz oder nur die erwähnung dieses namens ist schon eindeutig ein kniefall zuviel!

Kopfschüttel!!!

Mit der sturen Weigerung, angesichts der schweren Vorwürfe gegen Scheuch und Dobernig Konsequenzen zu ziehen schießt der Herr Landeshauptmann nur sich selbst und seinem Genossen HC Strache ins Knie. Wenn der Prozess gegen Scheuch und Co. dann 2013 beginnt und 2014 mit einer Verurteilung endet, werden die Bundeswähler und die Kärntner Landtagswähler den Korruptionssumpf jedenfalls nicht vergessen. Und das ist auch gut so!!

Gast: l9
27.07.2012 07:30
1 2

Herzlichen Dank

Für diese klare Worte. Es freut uns alle, dass Dörfler und seine Brüder noch ein paar Jahre länger am Futtertrog sein können.

Auch ist somit amtlich, dass es in Österreich keine einzige alt-Partei (SPÖVP, FPK, FPÖ, BZÖ und Grüne) gibt, die mit Korruptionsfällen im Sinne des Bürgers umgeht.

Bleibt nur zu hoffen, dass Herr und Frau Österreicher dies bei der nächsten Wahl im Hinterkopf halten und ihr Kreuzchen bei einer der neuen Parteien (egal ob Piraten, Christen oder Anti-EU, Hundepartei, ...) machen.
- es ist alles besser, wie das, was uns derzeit regiert!

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Re: Herzlichen Dank

Können Sie mir bitte einen einzigen Fall nennen, wo ein Grüner auch nur in die Nähe des Verdachts geraten ist, korrupt zu sein?

Zur Erinnerung: der Fall Birnbacher wurde 2x (!!) von der StA eingetsellt. Wir haben es nur der hartnäckigkeit des Grünen Rolf Holub zu verdanken, dass endlich sichtbar wird, was unter Blau/Schwarz in Kärnten abgeht.

Ich bin nicht mit allem einverstanden, was die Grünen tun. Aber sie der Korruption zu bezichtigen ist einfach nur absurd! Die Grünen sind die einzige Partei in Österreich, die offensichtlich gegen Korruption ankämpft unsd selbst nicht einmal in die Nähe des Verdachts gerät, selbst käuflich zu sein.

PS: kommen Sie bitte nicht mit dem alten aber falschen Einwand, dass die Grünen ja nie an der Macht waren. In Kärnten geht es um eine Landesregierung und die Grünen haben in der Steiermark, Wien und Tirol ebenfalls Riegierungsverantwortung übernommen...

Re: Herzlichen Dank

So - und wie kommen die Grünen auf ihre obskure Auflistung?

Gast: Der Analysator II
27.07.2012 06:48
4 1

Warum will Dörfler keine Neuwahl?

Weil Neuwahlen die FPK aus dem Rennen wirft?
Weil noch aufkommt als derzeit bekannt ist?
Weil vielleicht die Landesfinanzen nicht stimmen?
Weil der Sumpf noch schlammiger ist als wir jetzt wissen?
Was kommt da noch?

Neuwahlen, Neuwahlen, Neuwahlen, es führt kein Weg vorbei!

Die politische Reinigung muss sofort einsetzen!

Re: Warum will Dörfler keine Neuwahl?

Weil Neuwahlen nur kleine Verschiebungen bringen werden und nur einzelne Mandatare, die jetzt im Landtag u. in der LR sind, ersetzen werden! Der Großteil der jetzigen Mandatare werden aber leider weiterhin im Amt bleiben! Es sollten aber ALLE, AUSSER HOLUB und die Grünen (bin KEIN GRÜNER!) suspendiert werden und Verantwortung mit Schadenersatz eingefordert werden!

Re: Re: Warum will Dörfler keine Neuwahl?

Sollte lauten: Wir brauchen KEINE NEUWAHLEN, die kosten nur eine Menge Geld!

Gast: Wolfsbergerin
27.07.2012 06:15
1 1

Wo ist das Geld....

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden in Kärnten verursacht hat?

Immobilien?

Wann gibt es Neuwahlen?

Gast: Kärntner vom Ausland
26.07.2012 23:02
4 1

Dörfler, wann gibt es Neuwahlen?

Es wird Zeit, dass Kärnten politisch gereinigt wird!

5 2

unerträglich herr noch landeshauptmann

sind sie und ihre parteifreunde

Gast: Andreas Kitzenberger
26.07.2012 22:06
4 1

Menschenhatz

Sag, tickt der noch richtig?

no bei der Gage?

ist doch klar, dass sich einer, der von Gericht wegen bestätigt hat, dass er keine Ahnung hat, sich gegen Neuwahlen stemmt. Dann muss er nämlich wieder in seinen alten Job und zur Bezahlung von uns allen zurück, und das will schlussendlich KEIN EINZIGER POLITIKER.
Daher ändern sie ALLE MITEINANDER nichts und beschliessen auch keine Gesetze, dass ihnen was passiert.

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Dörfler ist was er ist

Er hat nicht nur "einen eigenen Gerechtigkeitssinn" sondern auch die Gabe nichts gesehen, nichts gehört und nichts gewußt zu haben. Ich denke, die Ermittler werden die Kreise um ihn doch noch etwas enger ziehen, weil nicht glaubhaft ist, dass er - der sich stets als Hansdampf gibt - von Haider jahrelang ausgegrenzt worden wäre. Wers glaubt.

Gast: HintenIstFeig
26.07.2012 20:50
6 3

Der Kärntner Landeshauptmann stellt sich hinter seine Regierungskollegen

Wenn er nichts zu verbergen hat, warum stellt er sich dann nicht vor seine Regierungskollegen?

 
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