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Der Rodler soll es richten

26.07.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Gabriel Obernosterer übernimmt Martinz' Erbe.

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Der Witz ist wohl schwer auszulassen: Gabriel Obernosterer sei gut geeignet, die Kärntner ÖVP zu übernehmen, denn als einst erfolgreicher Naturbahnrodler (Nationalkader) kenne er sich zumindest mit Talfahrten gut aus.

Abgesehen davon fällt der 57-jährige Lesachtaler Hotelier derzeit vor allem durch häufiges Entschuldigen auf – „obwohl ich nichts dafür kann“. Für die Krise der Partei, für die er nach dem Blitzrücktritt von Josef Martinz, das Vertrauen der Wähler und Funktionäre wiedergewinnen muss. Dazu verspricht der zweifache Vater und vierfache Großvater, der von sich selbst gern in der dritten Person redet, Aufarbeitung: „In der Stunde null der Partei“ müsse alles auf den Tisch. Personelle Folgen schließt der Nationalrat (Bereich Tourismus) nicht aus, hält aber an Ex-Landesgeschäftsführer Achill Rumpold fest: „Ich habe ihm tief in die Augen geschaut und ihn gefragt, ob er etwas damit zu tun hat. Er hat Nein gesagt.“ In der Landesregierung will Obernosterer die ÖVP von der FPK abgrenzen: „Es gibt keine Koalition, nur das Spiel der freien Kräfte. Wir werden nicht mehr Mehrheitsbeschaffer sein.“ Bei der Neuausrichtung sollen externe Experten helfen. Sollte es einen Neuwahlantrag geben, werde man zustimmen.

Obernosterer gilt als umgänglich, gradlinig, liberal – und ehrgeizig: Man nimmt an, dass er beim Parteitag, den er vorbereitet, kandidieren wird. Er hatte aber auch schon, 2009, mit der Justiz zu tun, wegen des Verdachts der Falschaussage vor dem Landtags-U-Ausschuss. Er wurde jedoch rehabilitiert. uw

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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3 Kommentare
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Die Frage

wieviel Spitzenpolitiker intern kommunizieren rückt zunehmend in den Mittelpunkt. Martinz hat laut "Augentiefblickaussage" von Obernosterer mit Rumpold niemals über Hypo/Birnbacher geredet. Dörfler, Haiders Vize hat nie etwas von den Vorgängen, die jetzt das Gericht beschäftigen erfahren. Wer soll das glauben! Die arbeiten jahrelang Tür an Tür, sitzen in unzähligen Meetings zusammen, treffen sich privat bei allen möglichen Anlässen, nur: Informationen wurden niemlas ausgetauscht, und wenn sie noch so wichtig waren, wie sich jetzt herausstellt.

"Ich habe ihm tief in die Augen geschaut und ihn gefragt ob er etwas damit zu tun hat. Er hat nein gesagt"

Herr Obernosterer, haben Sie noch nicht bemerkt, dass die Korruptionspolitiker lügen, ohne mit der Wimper zu zucken? Hat nicht der Herr Martinz auch ständig seine Unschuld beteuert?
Oder wissen eh alle in der ÖVP Kärnten Bescheid und spielen jetzt das Theaterstück "Die Erneuerung"?

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Die Ereignisse überschlagen sich

und so achtet vorerst kaum jemand auf die Bestellung von G. Obernosterer zum VP-Obmann. Bald werden sich aber die ersten Kritiker einfinden, die an seinem Image kratzen und die Frage stellen werden, ob er der Richtige ist für einen Neuanfang. So wie er gestrickt ist und sich gibt, traue ich ihm nicht zu, die ganze Breite der Wählerschicht anzusprechen. Mal sehen was wird.