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Justizministerin Karl: "Ich bin erschüttert"

26.07.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) verspricht Ermittlungen „ohne Ansehen der Person“.

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Wien/M.s. Die politischen und strafrechtlichen Folgen des Klagenfurter Birnbacher-Prozesses (nächste Verhandlung: 6.August) rufen auch Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) auf den Plan. „Ich bin erschüttert von den Vorkommnissen, die nun durch die Justiz ans Tageslicht gebracht werden“, teilt sie der „Presse“ mit.

Weiter heißt es selbstbewusst: „Die Justiz zeigt in diesen Tagen, dass sie ihren Auftrag voll erfüllen kann. Es gibt kein Ansehen der Person. Das haben gerade diverse Ermittlungen und Anklagen in öffentlichkeitswirksamen Fällen in den vergangenen Wochen gezeigt. Die Österreicher können sich auf die Justiz verlassen.“ Vergessen scheint also der Umstand, dass das Birnbacher-Verfahren schon einmal eingestellt wurde und erst auf Druck der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Fahrt gekommen ist.

Freilich stellt sich angesichts ständig neuer Fälle von Korruption und/oder Parteienfinanzierung auch die Frage, ob die Justiz nicht an personelle Grenzen stößt. Sektionsleiter Christian Pilnacek vom Justizressort sieht das pragmatisch: „Mit Personalengpässen rechne ich nicht. Aus meiner Sicht ist es für die Justiz sogar leichter geworden, weil die Beschuldigten dem Druck nicht mehr standhalten.“

 

Birnbacher wird zum Kronzeugen

Fakt ist: Steuerberater Dietrich Birnbacher, selbst Beschuldigter, wird nun im Untreue-Ermittlungsverfahren gegen FPK-Landesrat Harald Dobernig und Co. als (Belastungs-)Zeuge aussagen müssen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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24 Kommentare

Die Österreicher können sich auf die Justiz eben nicht (!!!!) verlassen ....

Dazu muss ich festhalten,dass ich Walter Föger erschüttert bin,denn seit 22 Jahren bin ich Witwer,weil meine Gattin und Mutter meiner Kinder an ihrem Arbeitsplatz ermordet worden war und die Justiz von Anfang an mit schweren Fehlern jongliert hat.Der damalige 19jährige Lehrling wurde des Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt,obwohl die sichergestellten, hellen,blonden Haare in der Hand meiner Gattin weder von ihr noch vom Verurteilten stammten.Zu dieser korrupten Vorgangsweise der Justiz habe ich am 21.Februar 2012,gegen den Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl, wegen Amtsmissbrauch und Herstellen von falschen Gutachten,sprich Dokumentenfälschung,gegen seinen Chef Richard Scheithauer,die sachbearbeitende Staatsanwältin Erika Wander und ihren Chef den Leitenden OSTA Dr.Kurt Spitzer Anzeige wegen Amtsmissbrauch erstattet.Eine Durchschrift dieser Anzeige ging am 21.Feb.2012 per Einschreibbrief an die Justizministerin Beatrix Karl.Sie antwortete bis heute nicht.Frau Justizministerin schauen Sie sich diesen Akt einmal an, dann sehen Sie das Walter Rabl,nur in meinem Akt drei falsche Gutachten erstellt hat.Dass der amerikanische Autor John Leake in 4 weiteren Fällen gegen diesen Herrn recherchiert,wird wohl auch der Justizministerin nicht entgangen sein.Anzeige wegen Verdachtes des Mordes gegen den damaligen Chef und dessen Gattin sowie ihren Sohn habe ich vor kurzem eingebacht.Aber die Justiz lehnt es weiterhin ab ihre Fehler aufzuarbeiten. Mfg. Der entnervte Witwer

In Österreich reicht derzeit nicht einmal der sprichwörtliche "rauchende Revolver" aus

damit die Justiz von sich aus Untersuchungen beginnt.
Dass das "Birnbacher Gutachten" nicht einmal 100 Euro wert ist, statt kolportierte 12 Millionen wie vom Land Kärnten bezahlt, hat auch die Justiz schon lange gewusst.

Ohne eine gleichfalls korrumpierte Justiz wäre das ganze schon vor mindestens 2 Jahren vor dem Staatsanwalt gelandet!


Gast: Polarluft
27.07.2012 09:16
0 0

die Erschütterung sollte...

nicht nur Kärnten betreffen, sondern auch die noch anhängigen Verfahren gegen BM Schmied (Kommunalkredit) die Verfahren gegen Faymann und Ostermayer (Inseratenaffäre) und alle was sich so um die Wiener Staatsanwaltschaft herumrankt.
Das gesamte System gehört durchleuchtet, da Vorgänge wie illegale Datenweitergabe, gefälschte Testamente etc. alles Vorgänge innerhalb des Justizsystems stattfinden und stattfanden!

Gast: geh bitte!
27.07.2012 09:14
0 0

Österreich ist eine politische Kloake.


Gast: der Österreicher
27.07.2012 08:38
1 0

Ach ja, Frau Minister


die Justiz ist auf dem Politikerauge ja sowas von blind.

Während der kleine Normalbürger für jeden Furz gradestehen muß, werden Politiker wohl nur sehr selten ihrer Strafe zugeführt.

Das wird ja auch sehr subtil gemacht. Man holt nur sehr junge Juristen als Staatsanwälte, die einerseits mit den komplexen Themen und den mit allen Wassern gewaschenen Rechtsanwälten nicht zurecht kommen und andererseits wechseln diese seht´r schnell ihre Posten, was dazu führt, dass es immer einen neuen Staatsanwealt für ein Verfahren gibt. Da führt das Verfahren bis zur Verjährung.

Kein Mensch in Österreich hat noch ein Vertrauen in unsere Justiz, vorallem wenn solche Sachen, wie in Kärntnen rauskommen.
Vermutet hat es wohl jeder, aber die Staatsanwaltschaft hat da wohl vorauseilende SCheuklappen getragen. Wie bei vielen anderen Vergehen dort im Süden.

Wenn die Justiz nicht jetzt endlich was tut, wird das Unbehagen gegenüber der Justiz einen entgültigen Nullpunkt erreichen.

Ich würd mal sagen, dass ist nicht gut.....

Gast: Just-iz
27.07.2012 07:21
0 0

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

Die Politik hat nichts zu befürchten - bereits zweimal hat die Staatsanwaltschaft Kärnten ein Verfahren gegen ihre Gönner abgeschossen und es wird wohl auch ein drittes Mal werden.

Bis dahin zeigt sich die ÖVP schockiert und danach wird wieder freudig in die eigenen Taschen gearbeitet.

die lange Liste an eingestellten Verfahren

die Kärntner Justiz hat das Verfahren gegen Birnbacher ja NUR zwei Mal eingestellt. Aussage von Karl: „Die Justiz zeigt in diesen Tagen, dass sie ihren Auftrag voll erfüllen kann." Genau das glaube ich nicht. Es ist doch wohl eher eine glückliche Verkettung von Umständen, dass da noch was herausgekommen ist, weil die Medien und die Öffentlichkeit nicht locker gelassen haben. Sonst hätte die Justiz das Verfahren wie in sehr vielen anderen Fällen eingestellt.
Beispiele: Strasser Mailaffäre - verjährt, Strasser Amtsmissbrauch, Bestechung - Untersuchung dauert ewig, Rauch-Kallat hat 2006 die schmiergeldpflichtigen Grippe-Schutzmasken gekauft - im Verfahren geht nichts weiter, Inseratenaffäre Faymann - das Verfahren wurde schon einmal eingestellt und erst auf Druck der Öffentlichkeit wieder aufgenommen, etc.

Re: die lange Liste an eingestellten Verfahren

Nachdem meine eigene Kritik an der Justiz in diesem Fall 2x aus dem Forum entfernt wurde, kann ich Ihnen nur dazu gratulieren, dass Ihr ARtikel noch aufrufbar ist.

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super sache

naja nach 5 jahren ein satz ist bei beamten eine spitzenleistung, ein wunder, dass sie sich dafuer nicht das gehalt erhoeht...

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ist sie nicht süß wie sie da so erschüttert ist?


Gast: adameva
26.07.2012 23:35
0 0

wers glaubt

Ich glaube nicht an eine unabhängige Justiz.
Für mich sind - nach dem neuen Anti-Korruptionsbestimmungen - alle PolitikerInnen potentiell korrupt.

Gast: flawless
26.07.2012 23:21
2 0

karl "empört"

gute nacht österreich-das ist der gipfel an inkompetenz!

Gast: so viele kluge menschen hier
26.07.2012 22:38
2 0

„Ich bin erschüttert von den Vorkommnissen, die nun durch die Justiz ans Tageslicht gebracht werden“

Bitte genau bleiben : durch die (Klagenfurter) Justiz wäre GAR NICHTS ans Tageslicht gebracht worden. Sondern da wurde zweimal eingestellt.

Erst eine Anzeige der Grünen hat alles ins Laufen gebracht.

Gast: Andreas Kitzenberger
26.07.2012 22:05
2 0

Vorkommnisse, die nun durch die Justiz ans Tageslicht gebracht werden

Geh bitte, diese Vorkommnisse wurden nicht DURCH sondern trotz der Justiz ans Tageslicht gebracht. Wie bereits in mehreren anderen Causen so macht die Justiz auch diesmal einen erbräumlichen Eindruck. Konkret haben wir es der Hartnäckigkeit von Herrn HOLUB (Grüne) und der Korruptionsstaatsanwaltschaft zu verdanken, dass der Kriminalfall nicht auch wieder vertuscht wurde.

Die Staatsanwaltschaft zeigt eigentlich nur gegen Tierschützer Biss. Also gegen Leute, die eher kriminalisiert werden, denn dass sie Kriminelle wären.

wieso denn eigentlich?

Frau Karl, Sie kommen aus einem universitären geschützten Bereich. Jetzt sind Sie in der Realität angekommen. Pfeifen Sie endlich die politischen Aufpasser zurück und lassen Sie die staatsanwaltlichen Kettenhunde von der Leine. Bilden Sie eine Sonderkommission mit befristeten Sonderrechten. Lausbuben muss man wie Lausbuben behandeln. Hören Sie auf, empört zu sein und tun Sie endlich das, wozu Sie auf diesem Posten sitzen. Sonst sind Sie nämlich auch zum in der Pfeife rauchen (wie alle anderen vor Ihnen auch)

Re: wieso denn eigentlich?

danke da kann ich nur jedes Wort unterschreiben. Arbeiten statt die Empörte zu spielen !

wenn dieser Fall

ein "Beispiel der voll erfüllten" Justiz ist, dann gute Nacht Frau Minister und gute Nacht Rechtsstaat.

Gast: kommentar zur situation...
26.07.2012 21:01
5 0

Justizministerin Karl: "Ich bin erschüttert"

das hat aber lang gedauert...

Gast: *** Mark Poller ***
26.07.2012 19:49
2 2

Ich mag sie

Wenn man Beispiele für "Quoteninkompetenz" aufzählt und mit "prammerschmiedburesrudas" für einen ÖVP-Anhänger gehalten wird, sorgt "prammerschmiedkarlburesrudas" für eine gewisse Aequidistanz.

Somit leistet sie gute Dienste zur Volksaufklärung über die segensreichen Auswirkungen von Quoten.

Gast: gehbeatrix
26.07.2012 19:15
5 0

Schwachsinn

Eh keine personalengpaesse, genau. die Testamente waren auch alle total ok in Vorarlberg und ich bin der Osterhase,alles super!

Gast: hietzing-zoo
26.07.2012 18:40
12 0

Wie bitte?

Karl: "Weiter heißt es selbstbewusst: „Die Justiz zeigt in diesen Tagen, dass sie ihren Auftrag voll erfüllen kann."

Die Justiz hatte schon 2x die gleichen Verfahren gegen Birnbacher eingestellt. Und jetzt ploetzlich heisst es, die Justiz erfuellt voll ihren Auftrag???

Geht's noch??

Sind halt doch ~450km Entfernung von Wien aus

und Martinz hat ja lt. Birnbacher einen Draht nach Wien gehabt (Stasser).
Da kann sowas schon mal passieren :-)
Und es gibt Minister, die das Versagen ihres Resorts kaschieren wollen, dabei ist Karl nicht die Einzige.

Antworten Gast: wasweißdennich
26.07.2012 21:03
4 0

Re: Wie bitte?

"Geht's noch?? "

nimmer lang.