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Großeinsatz der Justiz im Fall Birnbacher

27.07.2012 | 08:56 |   (Die Presse)

Birnbachers Geständnis führt zu einer Hausdurchsuchung, neuen Einvernahmen und Ermittlungen gegen FPK-Politiker Dobernig. Der Fall "Scheuch" wird noch geprüft. Dörfler: Bei rechtskräftiger Verurteilung müssen beide gehen.

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Wien/Klagenfurt. Das Geständnis des Villacher Steuerberaters Dietrich Birnbacher - Stichwort: Parteienfinanzierung - löst umfangreiche Ermittlungen der Justiz aus. Am Donnerstag kam es zu einer Hausdurchsuchung in Kärnten, wie Erich Mayer von der Korruptionsanwaltschaft sagte. Den genauen Ort wollte er nicht preisgeben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Es sei aber umfangreiches Material sichergestellt worden. Auch zahlreiche Einvernahmen wurden durchgeführt, Personen wollte Mayer aber keine nennen.

Nach Birnbachers Geständnis wurde auch gegen den Kärntner FPK-Finanzlandesrat Harald Dobernig, die Anwältin von Kärntens Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz (er trat am Mittwoch zurück), Astrid Wutte-Lang und drei Gutachter ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Falle von Dobernig und den Gutachtern geht es um jene sechs Millionen Euro, die beim Verkauf der Kärntner Hypo an die Bayern LB zu Birnbacher geflossen sind.

Das aus der Kärntner Landesholding stammende Geld war laut Birnbacher teilweise für die illegale Parteienfinanzierung gedacht. Es sollte zum BZÖ (später FPK) und zur ÖVP fließen. Dobernig war von 2005 bis 2008 Büroleiter des 2008 verstorbenen Landeschefs Jörg Haider. Er soll bei jenem Gespräch am 11. März 2008 dabei gewesen sein, bei dem unter Haiders Regie das Birnbacher-Honorar von zwölf auf sechs Millionen reduziert wurde.

--> Kärnten: Ein Land und seine Politskandale

Der Verdacht gegen Dobernig und die Gutachter, die im Nachhinein den Geldfluss an Birnbacher als gerechtfertigt darstellten: Beihilfe zur Untreue. Das Verfahren gegen Anwältin Wutte-Lang - sie vertrat Martinz, kündigte aber am Mittwoch eilig das Mandat - ist eine erste direkte Folge der Birnbacher-„Beichte". Demnach sei die erste Zahlung aus dem Sechs-Millionen-Topf, 35.000 Euro (65.000 an Martinz sollten folgen), 2008 an Wutte-Lang gegangen - unter dem Titel „Rechtsberatung im Zusammenhang mit Medienberichterstattung". - „Wir ermitteln daher wegen Geldwäscherei", heißt es bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Die Anwältin (gegen sie läuft schon ein Disziplinarverfahren) ließ ausrichten, dass von ihr kein Geld zu Parteien geflossen sei, war aber selbst nicht erreichbar.

Geldwäsche durch die FPK?

Auch für den Kärntner FPK-Chef Uwe Scheuch und für Dobernig könnte es eng werden. Das Duo soll 2009 von Birnbacher 500.000 Euro verlangt haben. Unter Hinweis auf einen Deal mit Haider. Das Geld sei aber nie geflossen. „Der Versuch, dieses Geld an sich zu bringen, wäre versuchte Geldwäscherei", so Strafrechtsprofessor Alois Birklbauer zur „Presse". Doch müsse untersucht werden, ob es sich nur um ein „erstes Sondieren" gehandelt habe, dies wäre straflos. Bei den Korruptionsjägern heißt es: „Wir prüfen auf strafrechtliche Relevanz." Scheuch und Dobernig bestreiten alle Vorwürfe.

Donnerstagabend sagte Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler in der "ZiB2": Sollten gegen Dobernig und Scheuch rechtskräftige Urteile verhängt werden, müssten beide gehen. Dörfler bezog sich bei Scheuch auch auf die "Part of the game"-Affäre, in der Scheuch bereits erstinstanzlich zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 150.000 Euro verurteilt worden ist. Scheuch weigerte sich bisher aber, seinen Rücktritt im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung zuzusagen.

(Manfred Seeh/Red.)

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427 Kommentare
 
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Gast: Was glauben Sie,
31.07.2012 16:54
2 0

wie glaubwürdig sie dadurch werden?

Überhaupt nicht. Wenn ein Politiker von Glaubwürdigkeit spricht, ist das lächerlicher, als wenn der Vater eines kleinen Jungen im Sandkasten in die Hose scheißt!

Da nützen die gesamten, dämlichen Werbestrategen nichts, die es diesen Dumpfbacken auch noch empfehlen. Von Dumpfbacke zu Dumpfbacke sozusagen wandelt stets der Geisteswahn! Dafür springen die Werbekasperln ja den ganzen Tag wie kleine Ziegenböcke rum und meckern, bis sie so nerven, dass man ihnen glaubt. Weil: Können tun die schon lange nichts mehr, außer sich selbst was einzureden - wie halt die Politiker auch. Und die Zeitungen schweigen, womit wir drei abscheuliche Dilettantengruppen im Lande haben!

Gast: nestbeschmutzer
29.07.2012 14:49
5 0

was ich immer schon sagen wollte

"Menschenhatz ist unerträglich"????

Unsere Politiker sind unerträglich. kein weiterer Kommend notwendig!

Gast: friedhofsgärtner
28.07.2012 09:29
1 6

anscheinend laufen die immer

noch alle frei herum, wo bleibt denn die U - Haft ?
Müssen sich erst alle Beteiligten unter Beizug von
merkwürdigen Anwälten verabreden , sind die belastenden Unterlagen noch nicht alle vernichtet? Basteln die Staatsanwälte schon an der nächsten Verfahrenseinstellung ? Bei dieser Justizministerin ist alles möglich, Gscheites darf man aber nicht erwarten.

Gast: supersauber
27.07.2012 18:47
5 7

Parteisoldaten

Gott sei Dank, gibt es die ehrenhaften, tadellosten, blauen Parteisoldaten, die alles schlucken, was ihnen die Partei verkauft, ohne nachzudenken und deren einziges Gegenargument immer das gleiche ist: "Die anderen tun's auch!" Wenn ein Dieb jemandem etwas stiehlt und er damit davon kommt, darf man ihrer Meinung nach auch keinen anderen Dieb bestrafen. Tolles Rechtsverständnis. Korruption muss man quer durch alle Parteien bekämpfen. Aber nur, weil man nicht alle erwischt, heißt das noch lange nicht, dass man jene davon kommen lassen darf, die man erwischt!

Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Nur damit wir das nicht aus den Augen verlieren, wenn sie sich jetzt als Saubermacherpartei gibt.
Für die SPÖ brauchen die Kärntner kein Vorbild aus Linz oder Wien. Die hatte in Kärnten jahrzehntelang eine Absolute und waren ärger als alles, was man sich vorstellen kann.

Antworten Gast: Zeitwalze
27.07.2012 18:54
7 0

Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Nur noch eine Frage der Zeit! Sogar Videoaufzeichnungen würden abgestritten werden. Die braucht es aber nicht mehr, zu viel wurde angestellt, jetzt kommt Stück für Stück Alles raus. Nur Geduld! Sie können sich weiterhin an den Strohhalm "Unschuldsvermutung" klammern und noch schneller und fieser strampeln, es hilft nichts mehr. Weihnachten im Kessel: Licht, Leben, Liebe!

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.


Nur wenn Sie das ausschließlich im Zusammenhang mit Birnbacher meinen, stimmt es nach bisheriger Erkenntnis.

Sonst würden mir gleich einige Telekom- und Lotteriegelder in Richtung BZÖ und Connect Geldflüsse in Richtung FPK einfallen.

Die Faymann Inserate sind wohl auch als Parteienfinanzierung zu sehen.

2 0

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Unparteisch gesehen haben ein ÖVPler und sein Steuerberater verbrechen der FPK/BZÖ gestanden.

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Ich stimme mit Ihne überein, dass dieser Saustall ausgemistet werden soll, bin aber nicht begeistert von der Idee, dass die ÖVP oder SPÖ davon profitiert, weil das keinen Unterschied macht.
Man müsste sie alle zum Teufel jagen.
In Villach haben sich alle Parteien jetzt (!) ein EUR 500.000,00 "Demoktatiepaket" genehmigt.
Alle Parteien! Es ist zum Verzweifeln.

Gast: auch ein Gast
27.07.2012 18:30
8 5

die Korruption in Kärnten

ist eine Sauerei aber lächerlich im Verhältnis zum Verbrechen ESM-Vertrag. Rot-Schwarz-Grün haben die Zukunft unserer Kinder verkauft und das sogar verfassungswidrig. Von diesem Mega-Skandal soll wohl mit aufgebauschter Kärnten-Hysterie abgelenkt werden?

Antworten Gast: Gästin987
27.07.2012 18:59
5 7

Re: die Korruption in Kärnten

17 Milliarden Kärntenrettungsschirm nennen Sie lächerlich?

7 1

Re: Re: die Korruption in Kärnten

Ich würd mal die Niederösterreischischen mit den Kärntner Schulden vergleichen und dann staunen.

5 4

Wie bitte?

Die Korruption in Kärnten hat zu Haftungen von 20-30 Milliarden € geführt.

Widerliches Parteikrampfposting.

Gast: Hornigg
27.07.2012 18:28
5 2

"Das Geld sei aber nie geflossen."

Tja, da bleibt wohl die OeVP doch als einzige Nehmerpartei uebrig.

Wer will Kärnten

zum 1, zum 2, und zum 3, Hurra die Türkei hat den Zuschlag bekommen. Österreich zahlt 5,Milliarden.

Und was ist mit Strasser?

Der ja laut Martintz für die illegale Parteifinanzierung zu Rate gezogen wurde?
Schläft die Justitz, oder hat sie von Spindelegger Weisungen, keine anklage gegen diesen korruptzen Herren zu erheben. Er weiß offensichtlich, so wie KHG und Rauch-Kallat, zuviel.

Gast: SiebtePosaune
27.07.2012 17:35
7 6

Jobwechsel ist fällig

Es wird Zeit, dass sich einige Buberl von der politischen Bühne verabschieden und in die Pivatwirtschaft gehen. Vielleicht eine GmbH für den Import und Export von Stecken (en gros und en detail), das scheint eine Marktnische zu sein. Gleich mit Sonderangebot, und für verdiente Parteigänger gibt es den dazugehörigen Dreck gratis dazu. Als Alternative ist aber auch Sackelpicken durchaus möglich. Dörfler fliegt nach London (wird sicher ein Riesenerfolg) auf Kosten von ..(?), und in Wien bekommt ein verurteilter FPÖ-Klubangestellter (Chauffeur von Gudenus) natürlich ein Gefälligkeitsgutachten. Ich kann gar nicht so viel essen, als ich kotzen müsste, wenn dann noch Kickl am sinkenden Schiff seine Pamphlete loslässt. Sollten wirklich Neuwahlen erzwungen werden (gegen die sich die Pfründner natürlich mit Händen und Füssen wehren), dann besteht die Gefahr, dass sich das Stimmvieh als eine "Schlagende Verbindung" entpuppt, die ein paar Schmisse verteilt.
Da nützt auch ein "Bitte Frau Lehrerin, ich weiss was", oder "Der Seppl stinkt noch viel ärger als ich" nichts. Jeder sollte vor der eigenen Tür kehren, nur die FPK sieht sich dazu für die nächsten 1 1/2 Jahre ausserstande.

Antworten Gast: nestbeschmutzer
29.07.2012 14:53
2 0

Re: Jobwechsel ist fällig

Leider sieht sich dafür auch die SP Wien und die VP NÖ ausserstande. Höchst notwenig! Und ich weiß genau, was ich hier meine....

Steiermark und Kärnten fusionieren zur Region Süd

voves soll beides bis zur nächsten gemeinsamen Wahl lenken. man muss endlich die Armen Kärntner von der Blau-schwarzen Tyrannei befreien.

Gast: einBeobachter
27.07.2012 17:09
4 3

Interessant ist ...

... daß hier so viele immer wieder fast schon krampfhaft auf die unterschiedlichsten anderen Parteien hinweisen. Soll das vom hier behandelten Thema ablenken ? Warum wohl ?

Gast: Unschuldsvermuter
27.07.2012 16:59
2 2

Auch für Obernosterer gilt die Unschuldsvermutung ;)


SPÖ-Kärnten bringt Neuwahlantrag ein

Und dann kommt rot/grün.
Schaut´s nach Wien/Linz/usw. und fragt euch selber, wollen wir das?

Zurzeit ist in meinen Augen keine Partei wirklich wählbar.
Auch wenn ich mir jetzt viele rote zuziehe, aber ein kompletter Neustart in allen bereichen mit zb. Partei-Stronach (mit mehr als 50%) wäre nicht schlecht. Dann hätten wir vielleicht 10-15 Jahre ruhe bis die wieder im sumpf versinken, dann, erst dann kann man wieder andere Parteien wählen.

Re: SPÖ-Kärnten bringt Neuwahlantrag ein

"wollen wir das?"
Wegen dieser Frage ist Kärnten da wo es heute steht. Dann macht doch lieber so weiter, hat sich ja bestens bewährt. Und mit den Finger auf Wien/Linz deuten sollte man nicht, die haben noch etwas Zeit bis zum Bankrott, also erstmal vor der eigenen Tür kehren.

Zurzeit ist in meinen Augen keine Partei wirklich wählbar.

"....also erstmal vor der eigenen Tür kehren."

Vor welcher tür soll ich kehren??

wollen wir das?

wie oder was sollen sich die kärtner sonst fragen??

Bankrott:
eher in ganz österreich „Haftungsbombe“

Antworten Gast: Optimist69
27.07.2012 17:55
2 3

warum kein schweizer Landeshauptmann - vom ÖFB lernen

10-15 Jahre sehr optimistisch! Wie lange gings beim Modellfall "Wenderegierung", bis die ersten Malversationen ruchbar wurden? 2-5 Jahre? Und zu Stronachpartei: Noch eine rechtspopulistische Dilettanten Partei hat Kärnten sicher gefehlt. Nochmals verlorene Jahre mit unqualifizierten Figuren, die dazu noch den Harlekin für den "Besuch der alten Dame" Frank geben müssen. In der Kärntner Politik ist es wie im österreichischen Fußball, extrem therapieresistente Akteure, wahrscheinlich braucht es einen Schweizer als Landeshauptmann, bevor man da wieder Hoffnung schöpfen kann.

 
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