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Kärnten: Neuer ÖVP-Chef beendet Koalition mit FPK

27.07.2012 | 17:42 |   (DiePresse.com)

Obernosterer will für die Kärntner ÖVP einen "Anfang bei Null". Die SPÖ bringt heute einen Neuwahlantrag ein. Die FPK-Spitze gibt sich gelassen. Dabei waren Korruptionsjäger angeblich am Donnerstag in Scheuchs Büro.

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Der neue Kärntner ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer hat die Koalition mit der FPK nun endgültig für beendet erklärt.  Nach der ersten Verurteilung von FPK-Chef Uwe Scheuch in der "Part of the game"-Affäre war die Koalition bereits "auf Eis gelegt" worden. Gemeinsame Beschlüsse gab es dennoch.

"Es gibt von mir aus keine Koalition", sagte der neue Chef der Kärntner Volkspartei gegenüber dem ORF und mehreren Zeitungen. Nun herrsche "das Spiel der freien Kräfte". "Wir werden nicht mehr Mehrheitsbeschaffer sein", so Obernosterer. Seine Aufgabe sei es nun, in der Partei aufzuräumen. Ein Köpferollen schloss er nicht aus. Obernosterer bekräftigte auch, dass seine Partei für vorgezogene Neuwahlen eintrete. Jetzt folge ein "Anfang bei Null". So sei zum Beispiel der Computer, auf dem die Buchhaltung der Partei geführt wurde, mittlerweile gesperrt worden. Am Montag soll er mit einem beeideten Sachverständigen untersucht werden.

Dörfler: "Haben Sachpolitik geleistet"

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) reagierte auf das Ende der Koalition gelassen. "Die Koalition liegt ja schon länger auf Eis, das ist ja nichts Neues", sagte Dörfler. Man habe trotzdem schon bisher "Sacharbeit" geleistet. Der ÖVP Kärnten und ihrem neuen Chef empfahl der Landeschef sich "neu aufzustellen". Auch FPK-Chef Scheuch sah das Ende der Koalition gelassen: "Wir haben nun die nächsten eineinhalb Jahre bis zur nächsten Landtagswahl Zeit, Mehrheiten zu suchen und zu arbeiten." Die Kärntner Volkspartei habe andere Sorgen als Koalitionsarbeit, mutmaßte Scheuch.

Andere Sorgen hat aber wohl auch Scheuch selbst: Nach dem Geständnis von Steuerberater Dietrich Birnbacher hat die Justiz einen Großeinsatz eingeleitet. Unter anderem wird nun gegen FPK-Landesrat Harald Dobernig ermittelt. Derzeit wird noch geprüft, ob auch ein Ermittlungsverfahren gegen Scheuch eröffnet wird. Der FPK-Chef ist bekanntlich bereits an anderer Front, in der "part of the game"-Affäre, erstinstanzlich verurteilt worden.

Nach Birnbachers Geständnis kam es am Donnerstag jedenfalls zu einer Hausdurchsuchung und mehreren einfachen Sicherstellungen, wie am Freitag bekannt wurde. "Es gab mehrere Sicherstellungen, nicht nur bei der Hausdurchsuchung", sagte dazu Erich Mayer, Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Korruptionsermittler sollen sich auch in der Kärntner Landesregierung umgesehen haben, konkret in Scheuchs Büro und im vormaligen Büro des zurückgetretenen Kärntner ÖVP-Chefs Josef Martinz, in dem nun ÖVP-Landesrat Achill Rumpold sitzt, berichtet die Austria Presse Agentur. Auch bei der ehemaligen Rechtsanwältin von Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz, Astrid Wutte-Lang, sollen sich die Ermittler umgesehen haben. Wo genau die Hausdurchsuchung stattfand, war zunächst unklar.

Hintergrund: Steuerberater Birnbacher hatte im Zuge des Hypo-Verkaufs für ein Gutachten sechs Millionen Euro kassiert. Am Mittwoch gestand er vor Gericht, dass das Geld zwischen ihm, der Kärntner ÖVP und dem damaligen BZÖ aufgeteilt werden sollte. Letztlich seien aber "nur" 100.000 Euro an die ÖVP geflossen. Für die erste Tranche - 35.000 Euro - soll Wutte-Lang die Rechnung gelegt haben, weshalb nun auch gegen sie ermittelt wird. Die Anwältin bestreitet die Vorwürfe. Birnbacher warf zudem Scheuch und Dobernig vor, von ihm 500.000 Euro verlangt zu haben. Das Geld sei aber nie geflossen. Die beiden FPK-Landesräte bestreiten die Vorwürfe.

--> Kärnten: Ein Land und seine Politskandale

SPÖ-Kärnten bringt Neuwahlantrag ein

Alle Parteien - mit Ausnahme der FPK - hatten sich nach den Enthüllungen im Birnbacher-Prozess von Mittwoch umgehend für vorgezogene Neuwahlen ausgesprochen. Die Kärntner SPÖ will nun den Worten Taten folgen lassen und beantragte für den heutigen Freitag eine Sondersitzung des Landtags, die seit 17 Uhr läuft.

Die Sozialdemokraten kündigten einen Neuwahl- samt Dringlichkeitsantrag an. Dass der Antrag durchgeht, ist aber trotz einer zu erwartenden Mehrheit im Landtag unwahrscheinlich. Die FPK hat sich nämlich dagegen ausgesprochen - und könnte eine Beschlussfassung etwa durch das Verlassen der Sitzungssaals verhindern (siehe Faktbox unten).

Auf Antrag des FPK-Klubs gibt es zunächst eine Aktuelle Stunde zu einer von der FPK kolportierten illegalen Parteienfinanzierung bei der SPÖ. Diese hat die bereits erhobenen Vorwürfe als "absurdes und substanzloses Ablenkungsmanöver" zurückgewiesen.

Vor Sitzungsstart wurden übrigens mittels "Flashmob" Neuwahlen gefordert.

Wege zu vorgezogenen Neuwahlen

Im südlichsten Bundesland könnten auf zwei Weisen vorgezogene Neuwahlen eingeleitet werden: Über den Weg einer formellen Selbstauflösung des Landtags oder über das Bundesverfassungsgesetz.

Variante 1: Für einen Auflösungsbeschluss im Landtag ist die Anwesenheit von zwei Dritteln der Abgeordneten nötig, in der Abstimmung ist eine einfache Mehrheit ausreichend. Die FPK könnte die Beschlussfassung aber durch Verlassen des Plenarsaals verhindern.

Variante 2: Die Bundesregierung könnte einen Antrag zur Auflösung des Landtages stellen. Dieser müsste vom Bundesrat mit Zweidrittelmehrheit angenommen werden. In der Folge würde der Bundespräsident den Landtag auflösen. Dann müsste die Landesregierung die Neuwahl binnen drei Wochen ausschreiben, die dann - wie bei Variante 1 - binnen drei Monaten stattfinden müsste.

Falls es nicht zu vorgezogenen Neuwahlen kommt, wird in Kärnten erst 2014 ein neuer Landtag gewählt.

(Red./APA)

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427 Kommentare
 
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Gast: Was glauben Sie,
31.07.2012 16:54
2 0

wie glaubwürdig sie dadurch werden?

Überhaupt nicht. Wenn ein Politiker von Glaubwürdigkeit spricht, ist das lächerlicher, als wenn der Vater eines kleinen Jungen im Sandkasten in die Hose scheißt!

Da nützen die gesamten, dämlichen Werbestrategen nichts, die es diesen Dumpfbacken auch noch empfehlen. Von Dumpfbacke zu Dumpfbacke sozusagen wandelt stets der Geisteswahn! Dafür springen die Werbekasperln ja den ganzen Tag wie kleine Ziegenböcke rum und meckern, bis sie so nerven, dass man ihnen glaubt. Weil: Können tun die schon lange nichts mehr, außer sich selbst was einzureden - wie halt die Politiker auch. Und die Zeitungen schweigen, womit wir drei abscheuliche Dilettantengruppen im Lande haben!

Gast: nestbeschmutzer
29.07.2012 14:49
5 0

was ich immer schon sagen wollte

"Menschenhatz ist unerträglich"????

Unsere Politiker sind unerträglich. kein weiterer Kommend notwendig!

Gast: friedhofsgärtner
28.07.2012 09:29
1 6

anscheinend laufen die immer

noch alle frei herum, wo bleibt denn die U - Haft ?
Müssen sich erst alle Beteiligten unter Beizug von
merkwürdigen Anwälten verabreden , sind die belastenden Unterlagen noch nicht alle vernichtet? Basteln die Staatsanwälte schon an der nächsten Verfahrenseinstellung ? Bei dieser Justizministerin ist alles möglich, Gscheites darf man aber nicht erwarten.

Gast: supersauber
27.07.2012 18:47
5 7

Parteisoldaten

Gott sei Dank, gibt es die ehrenhaften, tadellosten, blauen Parteisoldaten, die alles schlucken, was ihnen die Partei verkauft, ohne nachzudenken und deren einziges Gegenargument immer das gleiche ist: "Die anderen tun's auch!" Wenn ein Dieb jemandem etwas stiehlt und er damit davon kommt, darf man ihrer Meinung nach auch keinen anderen Dieb bestrafen. Tolles Rechtsverständnis. Korruption muss man quer durch alle Parteien bekämpfen. Aber nur, weil man nicht alle erwischt, heißt das noch lange nicht, dass man jene davon kommen lassen darf, die man erwischt!

Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Nur damit wir das nicht aus den Augen verlieren, wenn sie sich jetzt als Saubermacherpartei gibt.
Für die SPÖ brauchen die Kärntner kein Vorbild aus Linz oder Wien. Die hatte in Kärnten jahrzehntelang eine Absolute und waren ärger als alles, was man sich vorstellen kann.

Antworten Gast: Zeitwalze
27.07.2012 18:54
7 0

Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Nur noch eine Frage der Zeit! Sogar Videoaufzeichnungen würden abgestritten werden. Die braucht es aber nicht mehr, zu viel wurde angestellt, jetzt kommt Stück für Stück Alles raus. Nur Geduld! Sie können sich weiterhin an den Strohhalm "Unschuldsvermutung" klammern und noch schneller und fieser strampeln, es hilft nichts mehr. Weihnachten im Kessel: Licht, Leben, Liebe!

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.


Nur wenn Sie das ausschließlich im Zusammenhang mit Birnbacher meinen, stimmt es nach bisheriger Erkenntnis.

Sonst würden mir gleich einige Telekom- und Lotteriegelder in Richtung BZÖ und Connect Geldflüsse in Richtung FPK einfallen.

Die Faymann Inserate sind wohl auch als Parteienfinanzierung zu sehen.

2 0

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Unparteisch gesehen haben ein ÖVPler und sein Steuerberater verbrechen der FPK/BZÖ gestanden.

Re: Re: Die einzige Partei, der bis jetzt Parteifinanzierung nachgewiesen wurde, ist die ÖVP.

Ich stimme mit Ihne überein, dass dieser Saustall ausgemistet werden soll, bin aber nicht begeistert von der Idee, dass die ÖVP oder SPÖ davon profitiert, weil das keinen Unterschied macht.
Man müsste sie alle zum Teufel jagen.
In Villach haben sich alle Parteien jetzt (!) ein EUR 500.000,00 "Demoktatiepaket" genehmigt.
Alle Parteien! Es ist zum Verzweifeln.

Gast: auch ein Gast
27.07.2012 18:30
8 5

die Korruption in Kärnten

ist eine Sauerei aber lächerlich im Verhältnis zum Verbrechen ESM-Vertrag. Rot-Schwarz-Grün haben die Zukunft unserer Kinder verkauft und das sogar verfassungswidrig. Von diesem Mega-Skandal soll wohl mit aufgebauschter Kärnten-Hysterie abgelenkt werden?

Antworten Gast: Gästin987
27.07.2012 18:59
5 7

Re: die Korruption in Kärnten

17 Milliarden Kärntenrettungsschirm nennen Sie lächerlich?

7 1

Re: Re: die Korruption in Kärnten

Ich würd mal die Niederösterreischischen mit den Kärntner Schulden vergleichen und dann staunen.

5 4

Wie bitte?

Die Korruption in Kärnten hat zu Haftungen von 20-30 Milliarden € geführt.

Widerliches Parteikrampfposting.

Gast: Hornigg
27.07.2012 18:28
5 2

"Das Geld sei aber nie geflossen."

Tja, da bleibt wohl die OeVP doch als einzige Nehmerpartei uebrig.

Wer will Kärnten

zum 1, zum 2, und zum 3, Hurra die Türkei hat den Zuschlag bekommen. Österreich zahlt 5,Milliarden.

Und was ist mit Strasser?

Der ja laut Martintz für die illegale Parteifinanzierung zu Rate gezogen wurde?
Schläft die Justitz, oder hat sie von Spindelegger Weisungen, keine anklage gegen diesen korruptzen Herren zu erheben. Er weiß offensichtlich, so wie KHG und Rauch-Kallat, zuviel.

Gast: SiebtePosaune
27.07.2012 17:35
7 6

Jobwechsel ist fällig

Es wird Zeit, dass sich einige Buberl von der politischen Bühne verabschieden und in die Pivatwirtschaft gehen. Vielleicht eine GmbH für den Import und Export von Stecken (en gros und en detail), das scheint eine Marktnische zu sein. Gleich mit Sonderangebot, und für verdiente Parteigänger gibt es den dazugehörigen Dreck gratis dazu. Als Alternative ist aber auch Sackelpicken durchaus möglich. Dörfler fliegt nach London (wird sicher ein Riesenerfolg) auf Kosten von ..(?), und in Wien bekommt ein verurteilter FPÖ-Klubangestellter (Chauffeur von Gudenus) natürlich ein Gefälligkeitsgutachten. Ich kann gar nicht so viel essen, als ich kotzen müsste, wenn dann noch Kickl am sinkenden Schiff seine Pamphlete loslässt. Sollten wirklich Neuwahlen erzwungen werden (gegen die sich die Pfründner natürlich mit Händen und Füssen wehren), dann besteht die Gefahr, dass sich das Stimmvieh als eine "Schlagende Verbindung" entpuppt, die ein paar Schmisse verteilt.
Da nützt auch ein "Bitte Frau Lehrerin, ich weiss was", oder "Der Seppl stinkt noch viel ärger als ich" nichts. Jeder sollte vor der eigenen Tür kehren, nur die FPK sieht sich dazu für die nächsten 1 1/2 Jahre ausserstande.

Antworten Gast: nestbeschmutzer
29.07.2012 14:53
2 0

Re: Jobwechsel ist fällig

Leider sieht sich dafür auch die SP Wien und die VP NÖ ausserstande. Höchst notwenig! Und ich weiß genau, was ich hier meine....

Steiermark und Kärnten fusionieren zur Region Süd

voves soll beides bis zur nächsten gemeinsamen Wahl lenken. man muss endlich die Armen Kärntner von der Blau-schwarzen Tyrannei befreien.

Gast: einBeobachter
27.07.2012 17:09
4 3

Interessant ist ...

... daß hier so viele immer wieder fast schon krampfhaft auf die unterschiedlichsten anderen Parteien hinweisen. Soll das vom hier behandelten Thema ablenken ? Warum wohl ?

Gast: Unschuldsvermuter
27.07.2012 16:59
2 2

Auch für Obernosterer gilt die Unschuldsvermutung ;)


SPÖ-Kärnten bringt Neuwahlantrag ein

Und dann kommt rot/grün.
Schaut´s nach Wien/Linz/usw. und fragt euch selber, wollen wir das?

Zurzeit ist in meinen Augen keine Partei wirklich wählbar.
Auch wenn ich mir jetzt viele rote zuziehe, aber ein kompletter Neustart in allen bereichen mit zb. Partei-Stronach (mit mehr als 50%) wäre nicht schlecht. Dann hätten wir vielleicht 10-15 Jahre ruhe bis die wieder im sumpf versinken, dann, erst dann kann man wieder andere Parteien wählen.

Re: SPÖ-Kärnten bringt Neuwahlantrag ein

"wollen wir das?"
Wegen dieser Frage ist Kärnten da wo es heute steht. Dann macht doch lieber so weiter, hat sich ja bestens bewährt. Und mit den Finger auf Wien/Linz deuten sollte man nicht, die haben noch etwas Zeit bis zum Bankrott, also erstmal vor der eigenen Tür kehren.

Zurzeit ist in meinen Augen keine Partei wirklich wählbar.

"....also erstmal vor der eigenen Tür kehren."

Vor welcher tür soll ich kehren??

wollen wir das?

wie oder was sollen sich die kärtner sonst fragen??

Bankrott:
eher in ganz österreich „Haftungsbombe“

Antworten Gast: Optimist69
27.07.2012 17:55
2 3

warum kein schweizer Landeshauptmann - vom ÖFB lernen

10-15 Jahre sehr optimistisch! Wie lange gings beim Modellfall "Wenderegierung", bis die ersten Malversationen ruchbar wurden? 2-5 Jahre? Und zu Stronachpartei: Noch eine rechtspopulistische Dilettanten Partei hat Kärnten sicher gefehlt. Nochmals verlorene Jahre mit unqualifizierten Figuren, die dazu noch den Harlekin für den "Besuch der alten Dame" Frank geben müssen. In der Kärntner Politik ist es wie im österreichischen Fußball, extrem therapieresistente Akteure, wahrscheinlich braucht es einen Schweizer als Landeshauptmann, bevor man da wieder Hoffnung schöpfen kann.

 
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