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Schlupflöcher für Parteispenden bleiben

27.07.2012 | 18:25 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Das Transparenzpaket hat undichte Stellen: Geld, das die Kammern oder der ÖGB an seine Fraktionen überweist, bleibt im Verborgenen. Und Bilanzen zur Parteienfinanzierung weisen mysteriöse Differenzen auf.

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Wien. Während in Kärnten illegale Parteienfinanzierung für Aufregung sorgt, hat die Bundesregierung Transparenz versprochen. Diese soll das seit 1. Juli geltende Transparenzpaket bringen. Doch wie ein genauer Blick ins Gesetz zeigt, können weiter Millionen im Hintergrund an Fraktionen fließen.

Denn „Zuwendungen“ der Kammern oder freiwilliger Interessenvertretungen an ihre politischen Gruppierungen (also etwa an den schwarzen Wirtschaftsbund oder an die sozialdemokratischen Gewerkschafter) gelten laut Gesetz nicht als „Spende“. Hier wird es keine Transparenz geben. Und es geht um viel Geld. Aus Zahlen des Finanzministeriums ergibt sich, dass allein die freiwilligen Interessenvertretungen (inkludiert ist hier der ÖGB oder die Industriellenvereinigung, nicht aber die Kammern) netto 5,2 Millionen Euro an die Politik überwiesen haben. Dies lässt sich aus den 15 Prozent Steuer errechnen, die der Spender zahlen muss, wenn er der Politik Geld überweist. Das Mysteriöse: Auf der Gegenseite kommt das Geld offiziell kaum an. Die ÖVP führte immerhin Verbandsspenden von 547.000 Euro an. Parteikennern zufolge handelt es sich dabei nur um die Beträge, die die Industriellenvereinigung überwiesen hat. Die anderen vier Parteien (SPÖ, FPÖ, Grüne, BZÖ) haben gleich erklärt, gar kein Geld von freiwilligen Vertretungen bekommen zu haben. Wohin ist das Geld also geflossen?

Ein gewichtiger Teil dürfte auf den ÖGB zurückgehen, der jährlich Geld an die Gewerkschaftsfraktionen überweist (siehe Artikel unten) und dafür Steuer zahlen muss. Doch insgesamt haben 21 Organisationen mit freiwilliger Mitgliedschaft im Jahr 2010 Geld an die Politik überwiesen. Im Vorjahr waren es 17, diesfalls gibt es noch keine genauen Summen. Will man die Spender ausfindig machen, stößt man auf eine Mauer des Schweigens: Die Parteien sagen nichts, im Finanzministerium beruft man sich auf die Amtsverschwiegenheit, und auch der Rechnungshof betont, nichts über die Namen der spendablen Organisationen sagen zu können. In Hinkunft wird das aber anders, dann müssen die Parteien ihre großzügigen Spender auch benennen.

 

Sachspenden nicht verbucht?

Ein Teil des in der Statistik fehlenden Geldes könnte nicht an die Bundesparteien, sondern in mehr oder weniger eigenständige Teil- und Vorfeldorganisationen geflossen sein. Experte Hubert Sickinger vermutet zudem, dass Parteien bisher nur Überweisungen als Spenden verbucht haben. Wenn man sich aber etwa eine Parteiveranstaltung zahlen ließ, könnte der Betrag unter den Tisch gekehrt worden sein. Dazu kommt: Bei Falschmeldungen an den Rechnungshof hatte man bisher keine ernsten Sanktionen zu fürchten. Immerhin: Durch das Transparenzpaket drohen nun bei Falschmeldungen tatsächliche Strafen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

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13 Kommentare

Wie hat der Gusi

die maroden Parteifinanzen der SPÖ so plötzlich saniert?

Als Ex-Ministrant nur mit himmlischer Hilfe?

Oder auch mit Hypo-Geld von Jörg Haider über die rot-blaue Chianti-Koalition in Kärnten?

Beim bekannten Spargelessen in der Steiermark haben sich ja diese 2 Herren sehr gut verstanden und diskutierten sogar über rot-blau auf Bundesebene.

Auch der Gusi sollte als Zeuge vernommen werden oder nicht?

Davor hat die FPÖ doch gewarnt!


Und hat deshalb dem Gesetz die Zustimmung verweigert!

Deshalb sind ja alle auf die FPÖ losgegangen!


österreich reiht sich

mittlerweile in die länder der untersten moralischen schublade ein, wie russland, aserbaidschan, rümänien, bulgarien, mexico, italien, kolumbien und viele afrikanische staaten.

was hier in userer scheinheiligen alpenrepublik abgeht ist einfach mit worten nicht mehr zu erklären und für den kleinen mann von der straße mit simplem hausverstand nur mehr unfassbar geworden.

und die einzige botschaft die man seit monaten durch diese desolate "prominenz" eingebäut bekommt ist:

der ehlrliche bürger ist IMMER der dumme !!!

und das ist langfristig gesehen eine tragödie !

4 0

Ist doch klar

Auch die Mafia braucht Schlupflöcher.

das kann

einen gelernten Österreicher nun wirklich nicht erstaunen. Unsere Nomenklatura hat sich noch nie um den tieferen moralischen Sinn einer Regelung geschert. Der Wortlaut jedes Gesetzes lässt ja immer "a bisserl an Spielraum", wer den nutzt, ist in unserem Polit-Verständnis kein moralischer Gauner, sondern ein cleverer Partei-Diener.

Gast: b754
27.07.2012 19:37
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war nicht anders zu erwarten


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Der Wahnsinn schlechthin

Das muss man sich mal vorstellen. Die Regierung kauft Interessensvertreter durch Ämter, schlimmer noch, sie setzt sie sogar in Parlament wo sie Entscheidungen gegen die Interessen von Mitgliedern dieser Interessensverbandes durchpeitschen und die Parteien kassieren dazu noch von den gutgäubligen Mitgliedern der freiwilligen Verbände ihre Gage damit sie eben diese demütigen können.

Es wäre Zeit, dass sich das Parlament über sich selbst im Klaren wird.

Eigentlich wäre hier ein Ermittlungsverfahren notwendig. Da hier die Grundrechte nicht gelten, wäre ich dafür, China um Hilfe zu bitten.

7 0

"Eigentlich wäre hier ein Ermittlungsverfahren notwendig"

Das Kroppzeug, das uns regiert, gehört sofort isoliert. Wenn die in Einzehlhaft ohne Aussicht auf Entlassung schmoren, kommt alles an den Tag.

1 0

Re: "Eigentlich wäre hier ein Ermittlungsverfahren notwendig"

Einzelhaft. Das 'H' ist reingerutscht.

10 0

Hauptsache

die Bananenrepublik kann sich auf Grasser konzentrieren.
Im Prinzip hat ja unser Oberpinochio die Freiheit von uns allen mit seiner Unterschrift verkauft, also was soll's.

Gast: indicateur
27.07.2012 19:05
6 0

Paradis

Unsrere Parteien leben in einem Paradis!
In einer direkten Demokratie wie der Schweiz wäre es undenkbar, dass die Regierungsparteien ein Sparpaket für die Bürger schnüren und gleichzeitig eine kräftige Erhöhung der Parteienförderung beschließen.

10 0

Hat irgendwer

was anderes erwartet?

Für wie dumm halten uns die Politiker eigentlich?

Österreich ist politisch wirklich verkommen - Die Zustände sind wirklich untragbar!

Wahltag ist Zahltag!!!

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Hat ja wohl keiner wirklich geglaubt,

daß sich die kriminellen Organisationen mit Bereicherungsabsich (na, was ist Karl-Tante?), die bei uns unter "Parteien" firmieren, sich selbst ihre Nachschubwege abschneiden.