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Blaue Belastung aus Kärnten

28.07.2012 | 17:15 |  von Karl Ettinger (Die Presse)

Landeshauptmann Dörfler signalisiert erstmals: Nach Aufklärung ist Neuwahl 2013 möglich. Wie sehr die Entwicklung in Kärnten auf Bundesebene ausstrahlt, zeigte sich am Samstag bei FPÖ und ÖVP.

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Heinz-Christian Strache hat sich das sicher anders vorgestellt. Während der FPÖ-Obmann auf Urlaub ist, gerät die Schwesterpartei, die Kärntner Freiheitlichen (FPK) mit ihrem Chef, Vizelandeshauptmann Uwe Scheuch, zusehends in die Bredouille. Auslöser sind die Geständnisse vor Gericht bezüglich Absprachen über illegale Parteienfinanzierung zwischen dem 2008 verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider und Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz. Seit Freitagabend gibt es im Landtag eine Mehrheit von SPÖ, ÖVP und Grünen für rasche Neuwahlen. Der stellvertretende FPÖ-Bundeschef Norbert Hofer drängt weiter, wie Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), darauf, in der Causa zuerst die „Fakten auf den Tisch“ zu legen. Zugleich räumt FPÖ-Vizechef Hofer im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ ein: „Wenn es diese Diskussion gibt, ist es auch für uns eine Belastung.“

Daher sind auch die Blauen auf Bundesebene daran interessiert, dass sich in Kärnten die Wogen rasch glätten. Strache wie Hofer haben bereits volle Aufklärung gefordert. Nur auf Verdächtigungen hin werde es keine Rücktritte geben, betont Hofer. „Wenn wirklich etwas dran wäre, was ich nicht hoffe und nicht glaube, müsste es personelle Konsequenzen geben.“ Und weiter: „Wir achten darauf, das Haus in Ordnung zu halten.“ Aber: „Es ist nicht so, dass sich die FPÖ wegen der Probleme von der Schwesterpartei distanziert.“

Dörfler stellte jedenfalls fest, er sei als Landeshauptmann mit Arbeit eingedeckt, Strache sei FPÖ-Bundesobmann. „Da gibt's nicht so viele Gründe, dass man sich täglich austauscht.“

Strache und Scheuch haben das Bündnis Ende 2009 eingefädelt, damit die FPK Kärnten für die Freiheitlichen absichert. Durch die Vorwürfe vor allem auch gegen die Kärntner ÖVP sei das Image der Politik „in den Keller gesackt“. „Darunter leiden alle Parteien“, so Hofer. Die Leute wollen keine Schmutzkübel-Kampagnen, sondern fragen: „Wo werden unsere alltäglichen Probleme gelöst?“

Wie sehr die Entwicklung in Kärnten auf Bundesebene ausstrahlt, zeigte sich am Samstag bei FPÖ und ÖVP. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch richtete 15 Fragen an Strache und verlangte eine Ende des „Durchschwindelns und Herumlavierens.“ Hofer antwortete mit 15 Fragen zur „Fülle an ÖVP-Skandalen“.


Weitere Sondersitzung. Von politischem Alltag ist in Kärnten keine Rede. Die 17 Abgeordneten der FPK können im Landtag einen Neuwahlantrag gegen SPÖ, ÖVP und Grüne nur mehr verhindern, indem sie aus dem Plenarsaal ausziehen. Die Probe aufs Exempel dürfte schon kommende Woche erfolgen, weil die SPÖ in einer neuerlichen Sondersitzung den Neuwahlantrag im Plenum abstimmen lassen will.

Trotz des steigenden Drucks dürften die FPK-Abgeordneten zumindest vorerst einen Neuwahlbeschluss abblocken, indem sie den Saal verlassen. „Lassen wir uns überraschen, aber davon ist auszugehen“, erklärte Dörfler am Samstag im ORF-Radio. Ob die FPK das bis zum Wahltermin 2014 durchsteht, wird in Kärnten bezweifelt. Vorgezogene Neuwahlen rücken näher. Dörfler selbst ließ im Radio-Interview erstmals durchblicken, dass bereits 2013 gewählt werden könnte. „Bis alle Sümpfe trockengelegt“ seien, will Dörfler zwar nicht neu wählen lassen. Nach einem Ergebnis solle man aber vor die Wähler treten. Das könne schon im Frühjahr 2013, aber auch zum regulären Termin 2014 sein.


„Unsittlich“. Das Sechs-Millionen-Honorar für ein Gutachten rund um den Hypo-Verkauf für den Steuerberater Dietrich Birnbacher ist für den Landeshauptmann „unsittlich“. Dörfler drohte sogar, das Radio-Interview abzubrechen („Reden Sie mir nicht immer ins Wort“), als er angesprochen wurde, ob er von den Absprachen und Geschäften etwas gewusst habe. Dörfler: „Ich war in diese Causa nie involviert.“

Wie sehr in Kärnten die Nerven blank liegen, zeigt ein anderer Vorfall. Auslöser war ein am Freitag vor der Landesregierung parkender Lkw mit der Aufschrift „Reisswolf“, was Gerüchte um eine Vernichtung von Akten zu den Parteienfinanzierungs-Vorwürfen aufkommen ließ. Die Landesamtsdirektion schickte dann am Samstag eine Aussendung aus: Es sei nicht extra ein Entsorgungsdienst für Altpapier für die Landesregierung bestellt worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2012)

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141 Kommentare
 
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Gast: Anständiger Bürger aus Kärnten
29.07.2012 22:43
0 10

Wieviel Schaden will die FPK & FPÖ noch anrichten?

Jeder Tag, denn diese Sesselkleber und Gauner in der ´Landesregierung sitzen schadet dem Image von Kärnten und der Demokratie!
Mich und andere interessiert es nicht, dass wir Kärntner schlecht hingestellt werden und die Sesselkleber der FPK&FPÖ keine Verantwortung für uns und unsere Jugend übernehmen mit einem schnellen Abgang!

Dem Strache natürlich auch , aber der wird seit einiger Zeit nicht mehr ernst genommen!

Gast: Wolfsbergerin
29.07.2012 22:34
0 9

Wo ist das Geld...

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten?

Immobilien garniert mit Fördergeldern????

Blaue Belastung aus Kärnten - Rote Belastung aus Wien!!


Gast: na sowas
29.07.2012 19:37
7 0

die falsche Front

für mich verläuft die Front schon lange zwischen anständigen Politikern und korrupten Politikern (bzw. zwischen "Systemgewinnern" d.h. solchen die irgendwo eine legale bequeme Nische gefunden haben mit Vergünstigungen bzw. hohem Gehalt ohne echter Leistungsanforderung und den hart arbeitenden Politikern welche ihre Freizeit opfern)
einziger Ausweg: schwarze Schafe ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit verurteilen
und BITTE endlich damit AUFHÖREN den jeweiligen politischen Gegener ans Bein zu pinkeln

keine permanente FPK Blockade..????

wude dem Häuptling etwa eine Mitteilung geschickt, dass eine U Haft einer seiner Landesräte möglich sein könnte..???.

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Erst Aufklärung - dann Wahl

Was sonst?
Vorgezogene Wahlen, welche diverse Parteien jetzt lediglich zum aufhetzen, statt zur sachlichen Information nützen würden, schaden den Wählern, der Bevölkerung!

Antworten Gast: Leon Walras
30.07.2012 06:46
1 0

Re: Dörfler hätte ...

... nur eine Chance gehabt, sein Gesicht zu wahren: Die beiden ins Zwielicht geratenen Landesräte Scheuch und Dobernik s o f o r t aus der Regierung zu entfernen. Bei Scheuch verwundert das Zögern des Landeshauptmannes ohnedies, hat jener doch schon zwei Schuldsprüche in erster Instanz hinnehmen müssen. Ob Dörfler mit seiner geplanten Untersuchung tatsächlich auf eine "Trockenlegung der Sümpfe" abzielt, darf stark angezweifelt werden. Viel eher dürfte es ihm um eine Reinwaschung zweier Korrumpels aus den eigenen Reihen gehen ...

Antworten Gast: Andreas, St. Veit
29.07.2012 22:38
0 2

Re: Erst Aufklärung - dann Wahl

Will die FPK noch Ordnung schaffen und Dinge zudecken?

Keiner der FPK Politiker hat noch irgendein Vertrauen in der Kärntner Bevölkerung!

Von 20 befragten sagten mir am Wochenende 19 verjagd die Falotten die unser Land zutiefst ins schlechte Image stürzten!

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Re: Erst Aufklärung - dann Wahl

Ich glaube dann doch eher das korrupte Politiker an der Macht dem Wähler mehr schaden als eine demokratisch legitimierte Neuwahl. Darüberhinaus geht bei diesem Skandal die Info verloren das die Blauen in Kärnten das Land nachweislich fast in den Ruin hinuntergewirtschaftet haben. Wer bei dieser Partei tatsächlich noch etwas positives fürs Land Kärnten sieht ist entweder wahnsinnig oder er ist ein Profiteur.

Ich finde es aber gar nicht so schlecht dass sich die FPK so unmöglich aufführt. Das schadet der FPÖ doch erheblich. Vor allem dieses regelmässige Flüchten der FPKler aus dem Landtag um durch Abwesenheit die Demokratie auszuhebeln wird bestimmt jedes mal herrlich negative Auswirkungen auf die Blauen insgesamt haben. Danke Herr Dörfler :)

Korruptes Packkkk


Alle miteinander!!!

Gast: b754
29.07.2012 12:25
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jetzt zeigt sich wieder deutlich dass strache nur eine marionette ist


Wenn man diese Postings liest....


.....wird ja nur Kleingeld gewaschen.

Die Verfehlungen der Parteien werden nach Proporz aufgerechnet und fleißgig gebasht.

Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, daß wir in einem korrupten politischen System leben, in dem Politiker aller Coleurs außerhalb der rechtlichen Normen agieren.

Viel schlimmer ist die Tatsache, daß die Staatsanwaltschaft politisch agiert.

Viel schlimmmer ist die Tatsache, daß damit der Wirtschaftsstandort Österreich immer mehr gefährdet wird.

Und am schlimmsten ist die Tatsache, daß es in Österreich keine anerkannte moralische Autorität gibt, die gegen diese Verluderung auftritt.

Re: Wenn man diese Postings liest....

Keine moralische Autorität im Lande? Also dem Wiener Fensterbären scheint man vorderhand noch nichts Kriminelles nachgewiesen zu haben, nicht mal einen Honigdiebstahl.

Gast: B.a.s
29.07.2012 11:42
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Der Strache

heißt ab jetzt Christian Scheuch. Ab jetzt nenne ich den nur mehr Scheuch.

Gast: Anna B.
29.07.2012 11:41
15 10

Schicki-Micki Strache

die unzähligen Party-Besuche liegen ihm viel besser als die Parteiführung.

Gast: Grieg, Liszt & Händel
29.07.2012 11:20
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Wo ist Strache,

der große Stratege, Taktiker und Lenker der Bläulinge?

Abgetaucht?
Schmähstad oder einfach nur
ratlos???

10 5

Re: Wo ist Strache,

er verhält sich schon wie ein richtiger Roter...:-)))))

Antworten Gast: supersauber
29.07.2012 11:51
12 9

Re: Wo ist Strache,

Die Parteiführung hat der Marionette und Werbefigur HC Strache einen Maulkorb verpasst, damit er mit seinem "messerscharfen Intellekt" nicht noch mehr Schaden anrichtet!

Re: Wo ist Strache,

Urlaub

Antworten Antworten Gast: Grieg, Liszt & Händel
29.07.2012 12:30
6 8

Re: Re: Wo ist Strache,

Der Hut brennt und Strache, der große Stratege und Taktiker der Bläulinge, urlaubt, lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen und macht sich irgendwo schöne Tage!

Verantwortung um die Partei schaut anders aus....

Wo wird vorher gewählt in Kärnten oder auf Bundesebene?

Wählen wir im Herbst auf Bundesebene?

FPK/FPÖ durch Geschichte belastet, was Stimmen kosten könnte

Frank Stronach will neue Partei gründen und viel Geld investieren, womit er umso erfolgreicher sein wird, je mehr Zeit er hat.

Rettungsschirmbefürworter müssen wählen lassen, bevor der Schaden aus den übernommenen Haftungen beim Volk zur Gänze registiert wurde, das ansonsten Stimmenverluste drohen.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

Gast: supersauber
29.07.2012 10:48
16 4

Parteisoldaten

Gott sei Dank, gibt es die ehrenhaften, tadellosten, blauen Parteisoldaten, die alles schlucken, was ihnen die Partei verkauft, ohne nachzudenken und deren einziges Gegenargument immer das gleiche ist: "Die anderen tun's auch!" Wenn ein Dieb jemandem etwas stiehlt und er damit davon kommt, darf man ihrer Meinung nach auch keinen anderen Dieb bestrafen. Tolles Rechtsverständnis. Korruption muss man quer durch alle Parteien bekämpfen. Aber nur, weil man nicht alle erwischt, heißt das noch lange nicht, dass man jene davon kommen lassen darf, die man erwischt!

Gast: Cole Younger
29.07.2012 09:43
10 4

Strache muss reinen Tisch machen

Angesichts des Verhaltens der FPK steigt einen die Grausbirne auf. Wenn Strache nicht schleunigst reinen Tisch macht und den suedlichen Tango Korrupti beendet ist das dritte Lager schwer beschaedigt und die Waehler wenden sich mit recht ab.

Re: Strache muss reinen Tisch machen

Diesen "Tisch" kann man nicht mehr reinigen sondern nur auf den Sperrmüll der Geschichte werfen!

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Re: Strache muss reinen Tisch machen

anscheinend haben die renitenten un in Kärnten ob ihrer geschäftlichen Brutalität gegürteten Scheuch Brüder was gegen Strache in der Hand um ihm zu zeigen wo der Bartl den Most holt.
Sonst ist ein solcher gravierender (wahl) politischer Fehler nicht logisch begründbar.

2 6

soll heißen: gefürchteten Scheuch Brüder


 
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