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Neuwahl in Kärnten? Druck steigt, FPK bremst weiter

30.07.2012 | 19:27 |  Von REGINA PÖLL (Die Presse)

Die SPÖ, ÖVP und Grüne brachten einen Antrag auf eine Sondersitzung des Kärntner Landtags ein - Betreff: „Neuwahlen jetzt!“. Frühester Termin für eine Neuwahl wäre bei Einhaltung aller gesetzlichen Fristen der 30. September.

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Wien. Ende dieser oder Anfang nächster Woche wird es eine zweite Sondersitzung des Kärntner Landtags mit der Abstimmung über eine vorgezogene Neuwahl geben. Das veranlassten am Montag einstimmig Abgeordnete von SPÖ, ÖVP und Grünen mit einem Antrag auf Einberufung einer entsprechenden Landtagssitzung – Betreff: „Neuwahlen jetzt!“. Landtagspräsident Josef Lobnig von der FPK hat bis Montag Zeit, um eine Sitzung anzuberaumen. Vor Redaktionsschluss stand ein Termin noch nicht fest. Als wahrscheinlich galt ein Tag Ende der Woche, denn dann wäre Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) noch im Lande: Anfang nächster Woche will er mit einer Delegation zu den Olympischen Spielen nach London reisen.

Mit einer zweiten Sondersitzung zur Causa nach jener vom Freitag steigt der Druck auf die FPK, doch noch einer früheren Wahl des Landtags zuzustimmen. Auch aus dem Bund nehmen die Stimmen seitens aller Parteien – Ausnahme: die große FPK-Partnerpartei FPÖ – zu, dass nach den neuen Vorwürfen bald wieder gewählt werden sollte. Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte den mittlerweile zurückgetretenen ÖVP-Kärnten-Chef Josef Martinz beschuldigt, 2007 rund um ein Gutachten Birnbachers illegale Parteienfinanzierung vereinbart und später Geld genommen zu haben, Martinz gestand. Auch FPK-Finanzlandesrat Harald Dobernig und FPK-Chef Landeshauptmann-Vize Uwe Scheuch stehen im Verdacht, Geld gefordert zu haben – was sie bislang bestreiten. Nächste Woche wird der Prozess darüber fortgesetzt und möglicherweise auch beendet.

Führende FPK-Politiker betonen weiter, dass eine Schuld Scheuchs und Dobernigs bislang unbewiesen sei. Auch bei einer Neuwahl bremsen sie, wiewohl Landeschef Dörfler und Scheuch einen vorgezogenen Termin zumindest nicht mehr völlig ausschließen – regulär würde erst im Frühjahr 2014 wieder gewählt. Scheuch kann sich nun vorstellen, dass ein Jahr früher gewählt wird. Allerdings nur, wenn die Landtagswahl zeitgleich mit den Nationalratswahlen stattfindet. Regulär wird der Nationalrat im Herbst 2013 neu gewählt. Von sämtlichen Parteien im Bund – wieder mit Ausnahme der FPÖ – kamen teils heftige Absagen: Vor allem der Juniorpartner in der Koalition, die ÖVP, stellte sich gegen eine solche „Taktiererei“ aus Kärnten. FPÖ-Justizsprecher  Peter Fichtenbauer meinte dazu gegenüber der „Presse“, er sei „grundsätzlich dafür, dass Legislaturperioden zu Ende gebracht werden. Denn warum soll die FPK dem politischen Gegner zuarbeiten?“ Und: Taktik habe es in der Politik immer gegeben – bei allen Parteien.


Taktisches Verhalten der FPK sei auch bei der Sondersitzung zu erwarten, heißt es bei SPÖ, ÖVP und Grünen: Immerhin hat die FPK bereits angekündigt, eine rasche Neuwahl zu blockieren, indem ihre Abgeordneten vor der Abstimmung darüber den Landtag verlassen. Damit kann die notwendige Mehrheit nicht zustande kommen. Und: Die Signale nähmen zu, dass Präsident Lobnig die Abstimmung ans Ende der Tagesordnung setzt, damit die Medien zu später Stunde kaum noch aktuell davon berichten könnten, befürchtet etwa die SPÖ. Dieser kann es mit einer Neuwahl nicht schnell genug gehen: Sie hat den 30. September als ersten möglichen Termin bei Einhaltung aller gesetzlichen Fristen errechnet. Die Grünen fordern eine Beschränkung der Wahlkampfkosten auf 100.000 Euro pro Partei. Auch der interimistische ÖVP-Kärnten-Chef Gabriel Obernosterer hält ein – noch zu verhandelndes – strenges Limit für sinnvoll. Nur wenn man sich mit der FPK auf ein solches einigen könne, könnte er sich auch einen Termin nach dem 30. September vorstellen, sagte Obernosterer der „Presse“.

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247 Kommentare
 
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Gast: Wolfsbergerin
05.08.2012 00:16
1 0

Wo ist das Geld....

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Wien?

Immobilien garniert mit hohen Fördergelder für SPÖ&Grün nahe Firmen und Vereine?!?!?!

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Was bitte macht ein LH Dörfler mit einer Delegation in London?

Das letzte noch verbliebene Geld verjubeln, bevor er mit seinen Mannen abgewählt wird?

Antworten Gast: xerios
01.08.2012 00:35
7 0

Re: Was bitte macht ein LH Dörfler mit einer Delegation in London?

Wohl nichts wesentlich anderes als ein Häupl samt roter Entourage zB in Moskau.

Antworten Gast: Jungwirt am See
31.07.2012 17:10
1 8

Re: Was bitte macht ein LH Dörfler mit einer Delegation in London?

Jetzt müssen uns dort auch noch schämen?

Sind wieder FPK nahe Firmenangehörige mitgefahren?

1 7

Politisch gesehen ist Kärnten...

jene dunkle zähflüssige Absonderung die beim Hocheben aus einer schwarzblaurotschillernden Saukröte herausrinnt die seit mehreren Tagen von unzähligen Autos überfahren und zwischendurch von in der brütenden Sommerhitze auf dem Asphalt halb gebacken wurde:
Zerfall im letzten Stadium und Dezillionen von sich ob des plötzlichen unpässlichen Lichteinfalls windende fette weiße (Unschulds) Maden.

Ganz ähnlich wie Wien. Nur kleiner.

Re: Politisch gesehen ist Kärnten...

Du projizierst dein Innen nach Außen.

0 4

Das Projizieren von Innen nach Außen...

ist per se die grobe, wertfreie Definition von Kommunikationnals solche.

6 2

Eines muss man der SPÖ lassen...

Im Vertuschen von Skandalen sind sie besser.

Re: Eines muss man der SPÖ lassen...

Das glaube ich nicht. Die SPÖ kann sich auf den Großteil der Meinungsbildner verlassen.

4 1

Re: Eines muss man der SPÖ lassen...

Die SPÖ? Klar die kann ganz gut vertuschen.
Ich ziehe meinen Hut aber vor der ÖVP, alle Skandale anleiern aber den Blau Orangen dann den sprichwörtlichen schwarzen Peter unterjubeln, das ist KÖNNEN.

Gast: Dr. Eisendraht
31.07.2012 11:20
10 4

comici vapulantes

Wenn es nicht so traurig wäre, hätte man hellauf lachen können, als dieses Kärntner Politgeschmiss gastern abends in der ZIB 2 vor der Kamera stand

Die FPK-Bagage stand doch gar nicht vor der Kamera!!!

Oder habe ich was versäumt???

Gast: schnarchi
31.07.2012 10:36
6 16

Mehr direkte Demokratie... jetzt! Neuwahlen, sofort!

Es wollten doch gerade die Effchen die direkte Demokratie. Also hoppeldihopp, Neuwahlen!

Oder ist das gar nur ein populistischer, opportunistischer Haufen von Dampfplauderern?

Hihi.

Antworten Gast: AlterKämpfer
02.08.2012 17:47
1 0

Re: Mehr direkte Demokratie... jetzt! Neuwahlen, sofort!

Neuwahlen im Bund jetzt!

6 1

Re: Mehr direkte Demokratie... jetzt! Neuwahlen, sofort!

Laut der Meinungsumfragen würde mehr direkte Demokratie nicht zu Neuwahlen führen da ~68% der Kärntner immer noch gegen Neuwahlen sind.

Get your facts straight.

Antworten Antworten Gast: schnarchi 2.0
31.07.2012 19:15
1 3

Re: Re: Mehr direkte Demokratie... jetzt! Neuwahlen, sofort!

Seit wann fürchtet ein Demokrat Neuwahlen?

... zumal das Ansehen des Landes beschmutzt ist. Also wirklich....

Antworten Gast: schnarchi
31.07.2012 10:56
11 6

Re: Mehr direkte Demokratie... jetzt! Neuwahlen, sofort!

was hat es mit demokratie zu tun, wenn zwanzig maxl eine neuwahl wollen?

Was das mit Demokratie zu tun hat? - (eine Frage die auch nur ein Blauer stellen kann)


Konkret: Die Mehrheit des Kärntner Landtages, also der gewählten Volksvertreter, will Neuwahlen.

Allgemein: Eine Mehrheit eines Parlaments will also einen Beschluss fassen. Ein völlig banaler demokratischer Vorgang.

Die FPK stellt sich nicht einmal der Abstimmung sondern behindert nur die Arbeit des Parlaments.

Antworten Antworten Antworten Gast: dodelhüpfer
31.07.2012 13:42
3 7

Re: Was das mit Demokratie zu tun hat? - (eine Frage die auch nur ein Blauer stellen kann)

Verwirren Sie doch die Blauen nicht :-)

Gast: Pösel K.
31.07.2012 10:29
6 18

Die "F.örderer P.ermanenter K.orruption" gehören sofort weg!


Re: Die "F.örderer P.ermanenter K.orruption" gehören sofort weg!

Jetzt für alle Vollpfosten: Es heißt "FPÖ" und nicht "FpÖ" oder sonstwie. Es bedeutet übrigens "Freiheitliche Partei Österreichs".

3 11

Die "F.örderer P.ermanenter K.orruption" gehören sofort weg!!!

FPÖ = F.allotten P.artei Ö.sterreich???
.
Ausserdem sollten sie diese aktuelle Geschichte zu möglichen Verstrickungen Straches in den Eurofighter-Deal inklusive unter Verdacht stehender Parteienfinanzierung in Richtung FPÖ nicht aus den Augen verlieren! Das wird weh tun, vor allem wenn das schwarze Ministerium den Akt aus Ärger endlich rausbläst.
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Die ganze Geschichte ist exklusiv in F o r m a t zu finden. Da diepresse.com den link Leider nicht zulässt also selber Nachschau halten und staunen!!!

6 2

Re: Re: Die "F.örderer P.ermanenter K.orruption" gehören sofort weg!

suess ... ;-)

4 12

"Wer ehrlich fürs Land gearbeitet hat, sollte sich aufrecht der eigenen Gesinnungsgemeinschaft, der Justiz und den Wählern stellen."

Alles auf den Tisch! Dann eine rasche und rechtsstaatlich korrekte Entscheidung der Justiz! Und so schnell wie möglich die Befragung des Wählers! Das ist das Einzige, was Kärnten in der gegenwärtigen Situation weiterhelfen kann!
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Es ist hoch an der Zeit, die persönlichen Karriere-Interessen der Politiker und die Parteiräson hintanzustellen. Nun geht es um das Land und um seine Menschen. Wer weiter zulässt, dass das Ansehen Kärntens so massiv ramponiert wird, dass es als ein Hort von Gaunern und Gauklern hingestellt werden kann, hat den Anspruch verloren, "ein heimattreuer Kärntner zu sein".
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Andreas Mölzer - FPÖ

Der Blender Mölzer

Auch Mölzer will zuerst die rechtskräftige Klärung sämtlicher Vorwürfe abwarten bevor es zu Neuwahlen kommen soll. Bei diesem Korruptionssumpf in Kärnten braucht aber auch eine völlig effizient und kompetent arbeitende Justiz bis 2014, d.h. dem regulären Wahltermin, um sämtliche Affären in den Parteien rechtskräftig in letzter Instanz vollständig aufgearbeitet zu haben.

Natürlich versäumt er es nicht die anderen Parteien auf eine Stufe mit dem Korruptionszentrum FPK zu stellen.

Peinlich wie er versucht die ÖVP als vorerst einzigen Täter hinzustellen nur weil man im Gegensatz zu den Blauen bei den Schwarzen den Anstand hatte ein Geständnis abzulegen.

Nur zur Info an Herrn Mölzer: Leugnen trotz erdrückender Beweislast und das Strapazieren der Unschuldsvermutung kann den blauen Zusammenbruch in Kärnten und das endgültige Aufbrechen der FPK/BZÖ-Korruptionseiterbeule nur mehr verzögern.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/politskandal/3080008/andreas-moelzer-stunde-wahrheit-da.story

Auszug aus dem Gastkommentar von Andreas Mölzer in der Kleinen Zeitung

 
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