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"Game over": Uwe Scheuch tritt zurück, Kurt kommt

01.08.2012 | 17:55 |   (DiePresse.com)

FPK-Chef und Landeshauptmann-Vize Uwe Scheuch tritt "wegen medialer Hetzkampagne zurück". Doch die Posten bleiben in der Familie: Bruder Kurt übernimmt - und muss schon vor Gericht.

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Die FPK hat heute kurzfristig zu einer Pressekonferenz zum Thema "Personalentscheidungen der Freiheitlichen in Kärnten" in den freiheitlichen Landtagsklub in Klagenfurt geladen. Das Ergebnis: Uwe Scheuch, FPK-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter, tritt zurück. Als Grund nannte er die "mediale Hetzkampagne seit zwei Jahren"  gegen seine Person. Scheuch konkretisierte: "Mein Rückzug ist ein totaler. Ich habe zwar Flanken geöffnet, aber niemals Grenzen überschritten." Über Nacht sei seine Entscheidung gefallen. Er gehe, weil "einen Uwe Scheuch kann man weder biegen noch brechen". Immerhin sei er elf Jahre lang "aufrecht durch die Politik gegangen".

Nach einer kurzen Pause setzte Scheuch zu seinen Abschiedsworten an: "Ich habe eine echte Freude mit mir selber, dass ich diesen Schritt gesetzt habe. Ich spüre jetzt schon, dass es das Richtige ist. Ich werde einfaches Parteimitglied bleiben und mich einbringen, wo es gewünscht ist. Ich werde keine Fragen beantworten. Passt mir auf mein Kärnten auf." (zur Ticker-Nachlese)

Als Parteichef der FPK und in der Landesregierung folgt  Uwe Scheuch dessen käterer Bruder, Kurt Scheuch. Noch am selben Tag erhielt der neue Chef aber die Nachricht, dass er wegen seines "Kröten"-Sagers vor Gericht muss. Kurt Scheuch stand bisher an der Spitze des FPK-Landtagsklubs, diesen Job übernimmt Vize Gernot Darmann.

Dörfler: "Du warst der Mastermind"

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) nahm zu Scheuchs Entscheidung Stellung: "Lieber Uwe, ich bin überzeugt, dass das nicht deine letzte Pressekonferenz war, es gibt ja auch etwas abseits der Politik". Zu Scheuchs Rolle in der Kärntner Politik meinte der Landeschef dankend: "Du warst der Mastermind bei der Kooperation mit der FPÖ." Kurt Scheuch betonte indes, er werde sich bemühen, "die erfolgreiche Arbeit meines Bruders fortzusetzen".

--> Kurt Scheuch, der ''Reißwolf von Knittelfeld''

Zugesetzt hatten Scheuch in letzter Zeit vor allem juristische Probleme. 2011 war er wegen Korruption in der "Part of the game"-Affäre zu 18 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht hob das Urteil wegen eines Formfehlers auf. Vor wenigen Wochen wurde er erneut - nicht rechtskräftig - zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 150.000 Euro verurteilt. Nun laufen weitere Ermittlungen gegen ihn. Der verdacht lautet auf versuchte Geldwäsche im Zusammenhang mit der Causa Birnbacher. Scheuch selbst hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sich als unschuldig bezeichnet.

Uwe Scheuch: Aufstieg und Fall des Großbauern

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FPÖ: Scheuch könnte in Politik zurückkehren

Mit dem Rückzug Scheuchs erlebt Kärnten zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein politisches Erdbeben. Erst in der Vorwoche hatte ÖVP-Landeschef Josef Martinz seinen Rückzug aus der Politik und seinen Austritt aus der Partei bekanntgegeben.

--> Reaktionen: "Alles bleibt in der Familie"

Doch eine Rückkehr für Scheuch bleibt möglich. Der Vizeparteichef der FPÖ, Norbert Hofer, schloss im Ö1-"Mittagsjournal" nicht aus, dass Scheuch "irgendwann wieder den Weg zurück in die Politik findet". Die Voraussetzung dafür sei allerdings, dass er vor Gericht von allen Vorwürfen freigesprochen werde. Jedenfalls sei der Rücktritt "mit Sicherheit kein Schuldeingeständnis" und auch nicht auf Druck der Bundespartei geschehen, betonte Hofer.

Graz: "Es wurden Fehler gemacht"

Ebenfalls für Furore sorgte am Mittwoch eine Stellungnahme des Sprechers der Oberstaatsanwaltschaft Graz, Reinhard Kloibhofer. Er sagte gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal", dass der Politskandal "Birnbacher" schon vor drei bis vier Jahren hätte geklärt werden können. So hätte die Klagenfurter Staatsanwaltschaft bereits vor vier Jahren vorgeschlagen, ein Gerichtsgutachten anfertigen zu lassen, um zu prüfen, ob das Sechs-Millionen-Honorar, das Birnbacher für seine "Beratungen" beim Verkauf der Hypo, gerechtfertigt war.

In Graz winkte man allerdings ab, ein solcher Schritt sei verfrüht. Stattdessen strebte man eine Stellungnahme der Kärntner Landesholding an. Diese legte dann gleich mehrere Privatgutachten vor, die belegten, dass das Honorar gerechtfertigt sei. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.

Heute sieht die Sachlage anders aus: Ein ein Jahr altes Gerichtsgutachten belegt, dass das Honorar 30-fach überhöht gewesen sein dürfte. Das Grazer Vorgehen war damit "ein Fehler, eine Fehleinschätzung", so Kloibhofer. "Wir hätten genauer hinsehen müssen." Ein Gutachten wäre "zweckmäßig und zielführend" gewesen. Seither gehe man mit Privatgutachten noch vorsichtiger um.

Causa Birnbacher

Der Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte im Zuge des Hypo-Verkaufs für ein Gutachten sechs Millionen Euro kassiert - ursprünglich waren sogar zwölf Millionen im Gespräch. Vor Gericht gestand er, dass das Geld zwischen ihm, der Kärntner ÖVP und dem damaligen BZÖ (heute FPK) aufgeteilt werden sollte. Letztlich seien aber "nur" 100.000 Euro an die ÖVP geflossen.

Für die erste Tranche - 35.000 Euro - soll Martinz' Ex-Anwältin, Astrid Wutte-Lang, die Rechnung gelegt haben, weshalb nun auch gegen sie ermittelt wird. Die Anwältin bestreitet die Vorwürfe. Birnbacher warf zudem Scheuch und Dobernig vor, von ihm 500.000 Euro verlangt zu haben - beide bestreiten die Vorwürfe.

(hell)

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423 Kommentare
 
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Gast: die matrix
02.08.2012 15:34
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rot-grüne Sommerfestspiele

Das Konzert schwillt an zum vollmundigen Crescendo, die Dunkelmächte werden in die Knie gezwungen - oder waren es doch nur Gespenster, die zuvor an Wand gemalt? In der Pause spielt die Sektflöte ein triumphales Stakkato, das Limoglas. ein wenig verschämter - sich an den vorletzen Sommer erinnernd. als sogar eine Leiche zum mindestens dritten Mal geschändet wurde - zu eben diesem 'HÖHEREN ZWECKE'

Re: rot-grüne Sommerfestspiele

dieses Posting ist ein schönes Beispiel für heiße Luft, nein, wehendes Vakuum!

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Der Lächerlichkeit ist in Kärnten....

...nach oben hin keine Grenze gesetzt.

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Re: Der Lächerlichkeit ist in Kärnten....

nur in Wien ist eben alles anders, besser und überhaupt, "part of the game" ?

Niemand weiss oder darf wissen, wieviele Staatsbürgerschaften da so verschachert wurden, aber hauptsache man hat erneut den alten und neuen Feind Kärnten, obwohl ich mit den Seilschaften dort ebensowenig Freude habe ???

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kärnten is lei ans

es gilt nur mehr die unschuldsvermutung

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Re: kärnten is lei ans

Wieso Unschuldsverschmutzung?

Ach so, falsch gelesen.

Kann das irgendwer brauchen, man lässt sich also von den nächsten Verwandten weiter vertreten?

Aber huuiih, das fällt doch eh keinem auf ... ;-)

Gast: Sara K.
02.08.2012 12:27
7 12

der Scheuch Clan diktiert. Strache ist ein Zuschauer.

Das einzige das sich bei der FPK ändert: Ein Vorname.
Gebrüder Scheuch haben ganz Kärnten in ihrer Hand.
Verhältnisse wie in einer schlimmen Diktatur! WACHT ENDLICH ALLE AUF!

Antworten Gast: Fred vom Jupiter
02.08.2012 13:07
12 7

Re: der Scheuch Clan diktiert. Strache ist ein Zuschauer.


Wenn Sie schon von Diktatur reden, so knöpfen Sie sich doch bitte zuallererst einmal die Bundesregierung vor - alternativ auch gerne das Wiener Rathaus oder das Fürstentum Niederösterreich!

Antworten Antworten Gast: Linker Pirat
02.08.2012 14:17
1 10

Re: Re: der Scheuch Clan diktiert. Strache ist ein Zuschauer.

Sie wohnen nicht am Jupiter sondern hinter einem Jupitermond.

Gast: edwige
02.08.2012 11:55
3 8

Wie lieb

gestern die ORF-Moderatorinnen zum Uwe waren!
Naja, den Triumph kaum unterdrückt, zeigt man dem "Erlegten" halt ein wenig Freundlichkeit.

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Kärnten = Nordkorea

Nordkorea: Vater > Sohn
Kärnten: Bruder > Bruder

3 2

Re: Kärnten = Nordkorea

und Wien, die Insel der glückseligen ?!

Brille weg und hinsehen was sich heute bereits vor der eigenen Haustür abspielt statt ins Theater oder Stadion ... zu gehen um sich berieseln zu lassen, wäre für viel ratsamer als Platitüden auf sich einwirken lassen zu wollen !

Brudertwist???

Wann und wo haben sie denn miteinander getanzt?
Warum wird darauf im Bericht nicht Bezug genommen? Warum gibt es keine Bilder der tanzenden Falotten?
@ Redaktion: 5, setzen - Thema verfehlt!

Antworten Gast: edwige
03.08.2012 01:59
1 2

Re: Brudertwist???

Darf ich Sie aufklären? Das englische Wort t´"twist" hat mehrere Bedeutungen. Der Tanz "Twist" ist davon eher eine der Unbedeutenderen.

In der Bedeutung der Überschrift am ehesten so zu verstehen:

drehen, wenden
überraschende Wendung

Die RotGrünen sind doch drollig!


In Wien ist ab 57.000 Unterschriften, laut Landesverfassung" eine Volksbefragung abzuhalten!

Jetzt gibt es schon über 170.000 Unterschriften und sie weigern sich!

Das ist das Demokratieverständnis von RotGrün, Verfassungsfeindlichkeit!

Wo bleibt der Aufschrei der Medien?

Läuft die Inseriermaschinerie wieder?


3 11

Re: Die RotGrünen sind doch drollig!

Werden Sie reich durch das Zeilenhonorar? Wie armselig ist das denn, wenn so ein billiger Lohnschreiber ein und die selbe Nebelgranate zu jedem Kärntner Artikel wirft. Ist die Verzweiflung tatsächlich schon so groß?

2 5

Re: Die RotGrünen sind doch drollig!

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksbefragung_(%C3%96sterreich)

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksabstimmung_(%C3%96sterreich)

Das sollte man unterscheiden.

Die blauen Dodeln wurden mir in der Zwischenzeit aber auch nicht verständlicher.

Antworten Gast: kutt
02.08.2012 12:38
2 10

Re: Am Thema vorbei?

Wäre eine sofortige Volksbefragung ab 57000 Stimmen Gesetz, müsste diese umgesetzt werden. Offensichtlich irren Sie sich also.

Und was das mit den Blauen Korruptiondodeln zu tun hat, verstehe ich nicht.

Antworten Gast: kutt
02.08.2012 12:29
2 7

Re: Am Thema vorbei?

Wäre eine sofortige Volksbefragung ab 57000 Stimmen Gesetz, müsste diese umgesetzt werden. Offensichtlich irren Sie sich also.

Und was das mit den Blauen Korruptiondodeln zu tun hat, verstehe ich nicht.

Gast: x größer als 50% ?
02.08.2012 09:13
4 2

@roots3 meinte: es ist unglaublich, welche Idioten hier posten


Viele Postings sind reine Polemik, wie sie zu vorwahlkämpfenden Parteien passen. Der Prozentsatz der Parteifunktionäre im Forum wird wohl besonders hoch sein.

So passt die Gleichung wieder.

" Kurt Scheuch meinte am Mittwoch dazu: "Es ist schon erstaunlich, dass drei Stunden, nachdem bekannt gegeben wurde, dass ich die Ämter meines Bruders übernehme, mein Anwalt telefonisch über die Einbringung des Strafantrages unterrichtet wird." Dieses Bild spreche für sich, meinte der designierte FPK- Obmann."


Das spricht allerdings Bände über unsere Gesinnungsjustiz!


Antworten Gast: Gastastast
02.08.2012 09:29
5 11

Re: " Kurt Scheuch meinte am Mittwoch dazu: "Es ist schon erstaunlich, dass drei Stunden, nachdem bekannt gegeben wurde, dass ich die Ämter meines Bruders übernehme, mein Anwalt telefonisch über die Einbringung des Strafantrages unterrichtet wird." Dieses Bild spreche für sich, meinte der designierte FPK- Obmann."

Oder über die Scheuchs...

Gast: KritikerDerRedaktion
02.08.2012 09:08
7 3

Kritik an der Redaktion

Der Titel Brudertwist ist ein unglaublich hässlicher, da es sehr leicht mit Bruderzwist verwechselt werden kann und sich auch nicht intuitiv der Sinn der Überschrift ergibt.

Re: Kritik an der Redaktion

Wahrscheinlich deshalb, weil es keinen Sinn gibt ... Außer vielleicht, wenn man ein paar bewußtseinserweiternde Drogen einwirft ...

Weiß man schon, wofür Martinz das von ihm kassierte Geld ausgegeben hat?


Gast: pol Beobachterin
02.08.2012 08:41
1 1

Mir gefällt die Überschrift nicht, ...

...weil ich den Habsburgern schon ein bisschen mehr Bedeutung zumesse.

 
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