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Rosenkranz: „Werden mit der FPK weiter hantieren“

01.08.2012 | 18:16 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Die stellvertretende. FPÖ-Parteichefin und niederösterreichische Landesrätin über Scheuch und Kärnten, Kleingärten und anstehende Wahlen.

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Die Presse: Uwe Scheuch hat seinen Rückzug angekündigt. Freuen Sie sich?

Barbara Rosenkranz: Ich verstehe, dass jemand, der – und dessen Familie – unter jahrelangem Beschuss steht, irgendwann sagt: „Ich ziehe mich zurück und sorge dafür, dass ich vollkommen rehabilitiert werde.“

 

Macht sich bei Ihnen nicht Genugtuung breit? Als Scheuch und andere FPÖ-Nationalräte 2005 zum BZÖ wechselten, sind nur Sie und ein anderer Abgeordneter blau geblieben.

Nein, Genugtuung empfinde ich nicht. Ich habe seit 2009 gut mit Uwe Scheuch zusammenarbeiten können.

 

War es im Nachhinein betrachtet nicht doch ein Fehler, die Kärntner Partie um Scheuch aus dem BZÖ in die FPÖ zurückgeholt zu haben?

Es gab 2009 eine neue Grundlage. Aber alles hat zwei Seiten. Man wird in Zukunft Vorteile aus der Zusammenarbeit ziehen können.

 

Welche Vorteile sollen denn noch kommen? Alle FPK-Landesräte werden strafrechtlich verfolgt.

Die FPK ist eine große Gruppe von freiheitlich gesinnten Menschen, mit denen wir weiterhin gut hantieren können.

 

Ihnen steht – wenn nicht in Kärnten zuvor neu gewählt wird – mit der niederösterreichischen Landtagswahl im Frühjahr 2013 als nächster Freiheitlicher eine Wahl bevor. Haben Sie Angst, dass Ihnen die Kärntner Affären schaden?

Zuerst muss man einmal abwarten, damit alles umfassend aufgeklärt wird. Zudem glaube ich, dass die niederösterreichischen Verhältnisse etwas Eigenes sind und dass die Wähler sie eigenständig beurteilen werden.

Sollte in Kärnten neu gewählt werden?

Das ist eine Kärntner Angelegenheit, die die Kärntner für sich entscheiden müssen.

 

Natürlich, aber was ist Ihre Meinung?

Von außen gesehen ist es nicht vernünftig, Ferndiagnosen zu stellen, was gut oder was schlecht für Kärnten wäre – gerade in diesen Stunden, in denen sich vieles noch entwickelt.

 

Wie würden Sie reagieren, wenn in Niederösterreich gegen alle VP-Landesräte ermittelt würde?

Es ist in der Politik generell so, dass man das Ende der Dinge abwarten muss – Vorwürfe gibt es immer jede Menge. Wenn es Urteile gibt, werden jedenfalls die Konsequenzen zu ziehen sein. Ansonsten ist es gerade in der Politik wichtig, das Ende abzuwarten.

Urteile gibt es im Fall Scheuch.

Aber keine rechtskräftigen.

Von Ihnen hat man seit Ihrer Präsidentschaftskandidatur 2010 nicht mehr viel gehört.

In meinen Ressorts Baurecht und Tierschutz ist vieles gelungen. Zuletzt etwa die Verbesserung der Bausituation für Kleingärtner. Ja, die Materie ist nicht spektakulär – das wäre sie nur dann, wenn sie schlecht gemacht würde. In Wiener Neustadt haben wir ein neues Tierheim eröffnet.

Baurecht und Tierschutz – nicht gerade die Themen, mit denen man die FPÖ assoziiert.

Sie zeigen, dass Freiheitliche auch bei trockenen Themen gute Regierungsarbeit machen können.

 

Und mit welchen Themen werden Sie in den bevorstehenden Landtagswahlkampf ziehen?

Mit denen, die wir schon jetzt für zentral halten: Soziales und Sicherheit – da liegt einiges im Argen mit der zunehmenden Kriminalität. In Frankreich und Deutschland ist die Idee aufgebracht worden, die Schengen-Grenzen wieder zu kontrollieren. Bei dem Thema hat der Landeshauptmann, der sich sonst gern als starker Mann geriert, in Brüssel bisher leider sehr, sehr still gezeigt.

 

Nächstes Jahr wird auch der Nationalrat gewählt – ist Kärnten da ein Handicap für die FPÖ?

Wenn man sich die Lage anschaut – die bisher vergebliche, die Sache nur verschlimmernde Euroretterei, die schlechte Sicherheitslage oder die Schwerpunktsetzung der Regierung, die das Taggeld für Asylwerber von 17 auf 19 Euro erhöht, die Valorisierung des Kinderbetreuungsgeldes aber „frühestens 2018“ ankündigt –, bin ich überzeugt, dass wir Zustimmung finden.

 

Es bleibt also – trotz Kärnten – bei „Unser Geld für unsere Leut'“?

Das ist eine legitime Forderung. Denn unser Geld ist das Geld, das die Steuerzahler abliefern – sie sollen auch erwarten können, dass es in ihrem eigenen Land eingesetzt wird.

Zur Person

Barbara Rosenkranz ist stv. Bundesparteichefin der FPÖ (Original: „stv. Bundesparteiobmann“), Obfrau der niederösterreichischen Landespartei sowie Landesrätin für Baurecht und Tierschutz. Die 54-Jährige saß von 2002 bis 2008 im Nationalrat, in dem sie die Abspaltung von Jörg Haiders BZÖ miterlebte – und als eine von zwei Abgeordneten bei der FPÖ verblieb. Bei der Bundespräsidentschaftswahl 2010 unterlag Rosenkranz, die dem rechtsnationalen Lager der FPÖ zugeordnet wird, Heinz Fischer mit 15,2 Prozent der Stimmen. [Florian Bartmann]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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16 Kommentare

seit Jahrzehnten

ist die FPÖ eine Wendehals Partei
das Zünglein an der Waage ,nie aber mit einem konkreten Programm

Gast: Otto I
02.08.2012 13:11
4 1

"hantieren"

klingt irgendwie nach handgreiflich werden.

na, die babsi scheint ja vor verzweiflung eine kiefersperre zu haben.

mehr als zwei kaltgepresste sätze am stück kriegt sie gar nimmer raus...

Antworten Gast: Gastastast
02.08.2012 17:09
3 0

Re: na, die babsi scheint ja vor verzweiflung eine kiefersperre zu haben.

Redet dabei zwar, aber sagt auch net sonderlich viel. Das ganze Interview hinweg weicht sie jeder Frage aus - nur ja keine Meinung preisgeben, na. DAS ist Politik... und solche Leute kriegen dafür auch noch gezahlt!

Gast: Wolfsbergerin
02.08.2012 08:22
5 4

Wo ist das Geld...

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten?

Immobilien garniert mit Fördergeldern für FPÖ&FPK nahe Firmen?

Antworten Gast: edwige
02.08.2012 16:26
1 4

Re: Wo ist das Geld...

Liebe Wolfsbergerin! Müssen Sie die Kommentarstränge wirklich aller Artikel zur FPÖ mit Ihrer Geldgier zumüllen? Damit wird klar, dass Sie für die Umverteilungsagenden der linken Reichshälfte werben - somit ein Parteiposter sind.

Antworten Antworten Gast: 002
02.08.2012 16:52
2 1

Re: Re: Wo ist das Geld...

jaja, die leute sind so geldgierig wenn sie wissen wollen wohin steuergeld verschwindet.
aber wenn das verpflegungsgeld für asylwerber um 2 euro angehoben wird, dann kommt der laute aufschrei "unser geld für unsre leit"....
wobei es dann egal ist, ob ein millionenhonorar in die parteikasse geht, oder wohlverdient beim steuerberater bleibt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Fred vom Jupiter
02.08.2012 23:04
0 0

Re: Re: Re: Wo ist das Geld...



Dann wissen's ja eh', wo das Geld ist.
Btw, was haben Sie davon, wenn Sie's wissen?

Antworten Antworten Antworten Gast: edwige
02.08.2012 18:06
0 1

Re: Re: Re: Wo ist das Geld...


Ist ja alles schön und gut, was Sie sagen. Aber Ihnen dürfte nicht aufgefallen sein, dass das verschwundene/veruntreute Geld stets nur bei den sog. konservativen Parteien gesucht wird.

Was ist mit den Geldern der BAWAG, Wiener Stiftung (nach Verkauf der Bank-Austria). der Kommunalkreditbank, den Inseratengeldern? Forscht da irgendjemand? IST DA JEMAND?

Gast: Aufmesser S
01.08.2012 22:27
7 7

Kluge Frau!

Rosenkranz: „Werden mit der FPK weiter hantieren“.

Das wird ein Nachteil für die FPÖ nicht sein, denn die Wähler haben genug Durchblick um den Anpatzungsvorgängen folgen zu können!

Antworten Gast: EInmal nachfragen
02.08.2012 08:24
5 3

Re: Kluge Frau!

Wer patzt da wen an, wenn ein überhöhtes Honorar gezahlt wird?
Da hat doch jemand Geld von den fleißigen Steuerzahlern genommen!

"Hantieren" im Zusammenhang mit der FPK ist wohl der einzig richtige Ausdruck!

Normalerweise verwendet man ihn im Zusammenhang mit Sprengstoff oder offenem Feuer!

Re: "Hantieren" im Zusammenhang mit der FPK ist wohl der einzig richtige Ausdruck!

Oder auch im Zusammenhang mit Dingen, vor denen man sich ekelt. Das triffts wohl am besten.

Sie hätte den ESM Vertrag


niemals unterschrieben!


Antworten Gast: morten
02.08.2012 16:48
4 1

Re: Sie hätte den ESM Vertrag

weil sie niemals in die position kommen wird, um dafür berechtigt zu sein.

Kompliment der "Presse":

Ein fair geführtes, gut zu lesendes Interview.