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Frühpensionen: Von wegen "Schwerarbeiter" in Wien

02.08.2012 | 18:22 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Viele Schwerarbeiter als Beamte bedeuten viele Frühpensionen, so die Gemeinde. Stimmt nicht - der "Presse" liegt eine detaillierte Aufstellung krankheitsbedingter Frühpensionen des ersten Halbjahres 2012 vor.

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Wien. Sogenannte „Schwerarbeiter“ sind bei den krankheitsbedingten Frühpensionen der Stadt Wien deutlich in der Unterzahl. Das geht aus einer detaillierten Aufstellung des ersten Halbjahres 2012, die der „Presse“ vorliegt, hervor. So gingen im Wiener Gemeindedienst seit Jahresbeginn 2012 immerhin 64 Kanzleibeamte wegen Dienstunfähigkeit, also krankheitsbedingt, in Frühpension. Verwaltungsbeamte stellten insgesamt einen großen Teil der 363 Frühpensionierungen in Wien von Jänner bis Jahresmitte 2012. Als „Schwerarbeiter“ gelten demnach 130 der 363 Betroffenen. 233 Betroffene fallen nicht darunter, zu diesen werden neben klassischen Verwaltungsbeamten auch noch 20 Autobuslenker und 15 Straßenbahnfahrer gezählt.

Die Gruppe der 130 wegen Dienstunfähigkeit frühpensionierten Schwerarbeiter wird klar von den Krankenschwestern (35) angeführt. Es zählen unter anderem auch elf Pflegehelfer, neun Oberbrandmeister, drei Müllaufleger und zwei Kanalarbeiter dazu. Das ist insofern interessant, weil im Büro von Personalstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) die hohe Zahl krankheitsbedingter Frühpensionen vor allem damit begründet worden war, dass die Zahl der Beamten mit belastender Tätigkeit, also der „Schwerarbeiter“, im Vergleich zum Bundesdienst höher sei.

 

200 Millionen Euro pro Jahr

Hier hakt die Kritik von ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Ulm ein. „Ich kritisiere nicht die Mitarbeiter der Stadt Wien, sondern die Personalpolitik der SPÖ“, betont er im Gespräch mit der „Presse“. Von SPÖ-Seite werde argumentiert, Maßnahmen gegen Frühpensionen wirkten erst langsam. Ulm: „Seit 15 Jahren höre ich das von der SPÖ.“ Statt dessen würden Frühpensionen das Stadtbudget mit 200 Millionen Euro pro Jahr und in einer Legislaturperiode mit einer Milliarde Euro belasten.

Unterstützung kommt vom Chef des Kontrollausschusses des Wiener Gemeinderates, Dietbert Kowarik (FPÖ). Dieser hat im Frühjahr eine umfangreiche Anfrage an Stadträtin Frauenberger gestellt. Darin werden auch die 735 krankheitsbedingten Frühpensionen des Jahres 2011 aufgeschlüsselt. Die Rechtfertigung, körperliche Schäden bei Pflegern und Müllabfuhr seien der Grund für die vielen krankheitsbedingten Frühpensionen, treffe nicht zu. Denn betroffen seien beispielsweise auch die Magistratsdirektion oder das Rechnungswesen.

Das Durchschnittsalter der 363 krankheitsbedingten Frühpensionierungen bei Beamten der Gemeinde Wien lag heuer bei 53,3 Jahren. Das ist exakt auch das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Bundesbeamten, die laut Personaljahrbuch im Jahr 2010 (neuere Daten liegen noch nicht vor) wegen Dienstunfähigkeit/Invalidität vorzeitig in den Ruhestand gingen.

Für die Bundesbeamten ist derzeit keine Änderung bei den Pensionierungen wegen Invalidität vorgesehen. Im Büro der für den öffentlichen Dienst zuständigen Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird darauf hingewiesen, dass es für Beamte keine befristete Pension wegen Dienstunfähigkeit gebe. Für ASVG-Versicherte werden befristete Invaliditätspensionen nach dem von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) vorgelegten Gesetzesentwurf ab 2014 abgeschafft.

„Wir haben schon etwas gemacht“, wird im Beamtenministerium betont. Denn im Bundesdienst wurde heuer schon mit Jahresbeginn eine Neuerung eingeführt. Liegt demnach eine Dienstunfähigkeit vor, kann ein Betroffener freiwillig auf einen anderen Posten im öffentlichen Dienst versetzt werden, ohne dass es dabei zu einem Gehaltsverlust kommt.

 

Änderungen nicht für Beamte

Mit der für ASVG-Versicherte vorgesehenen Neuregelung – Rehabilitation statt Invaliditätspension –, mit der das faktische Pensionsalter angehoben werden soll, kommt auf Arbeiter, Angestellte, aber auch Vertragsbedienstete im öffentlichen Dienst ab 2014 eine Umstellung zu. Für die Beamten und deren Frühpensionierungen wegen Dienstunfähigkeit beziehungsweise Invalidität sind derzeit allerdings keinerlei Änderungen vorgesehen.

Auf einen Blick

Früher in Pension: Mit 57,1 Jahren gehen Rathausbeamte im Schnitt in den Ruhestand – 3,5 Jahre vor Bundesbeamten. Und bis Juli traten 363 Gemeindebeamte krankheitsbedingt vorzeitig den Ruhestand an. Deren durchschnittliches Pensionsantrittsalter: rund 53,3 Jahre. Personalstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) erklärt das mit dem hohen Anteil von „Schwerarbeitern“ im Gemeindedienst. Aktuelle Zahlen widerlegen das.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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145 Kommentare
 
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Re: Re: Wer einmal dioe schwere mühsame und gesundheitsschädliche Arbeit als Beamter gemacht hat, der redet nicht mehr so leichtfertig daher

die Kontrollen sind penibel genug, schon allein um die ganzen Zertifikate zu überprüfen gibt's immer wieder Audits. Immer fest lästern,nachplappern und irgendwelche Gschichtln die nicht stimmen nacherzählen.aber es sind immer die bösen Beamten an allem Übel Schuld.wie schon oft bemerkt, nicht neidig sein, ein jeder hätte den weg einschlagen können.

Antworten Gast: Satyrhiker
02.08.2012 22:05
7 2

Re: Wer einmal dioe schwere mühsame und gesundheitsschädliche Arbeit als Beamter gemacht hat, der redet nicht mehr so leichtfertig daher

Yep! Diese Erschütterungen im Unterleibsbereich, die so ein Sesselpupser tagtäglich aushalten muss, die sind schon ernorm!

Gast: Nachtschicht-Schwerarbeiter
02.08.2012 21:38
9 1

LOL


Schwerarbeiter in Wien!

LOL, der kürzeste Witz der Welt!

Gast: Michis Lieblingsfigur aus dem Kino? Der Joker? Weil er das totale Chaos über eine Stadt bringen konnte?
02.08.2012 21:37
20 0

Häupl hat seine Stadt überhaupt nicht mehr im Griff. Bei einer Presse, wie sie echte Demokratien wie Deutschland oder die Schweiz besitzen, würde er mit Kritik eingedeckt werden.



Frühpensionierungen
Verzocktes Geld auf den Finanzmärkten
Dubiose Auftragsvergaben
Kosten für Renovierungen, die um über 200% steigen und keiner versteht wieso
Stromausfälle
Wasserausfälle
Parkpickerlchaos

Wieso schweigen ORF und Systemmedien?

Re: Wieso schweigen ORF und Systemmedien?

Weil Don Promillo und (grün) Pepperoni eben Teil dieses Systems sind.

Nur ein Beispiel zur Selbsterkenntnis:
Könnten Sie sich vorstellen, dass ein Hr. Wulff als österr. BP oder sonstiger Politiker zurück getreten wäre? Vergleichen Sie nur einmal die Vorwürfe gegen ihn mit den spärlichen Berichten über unseren Inseratenkaiser und die Reaktionen darauf.

Antworten Gast: globetrotterneu
02.08.2012 22:08
8 0

Re: Häupl hat seine Stadt überhaupt nicht mehr im Griff. Bei einer Presse, wie sie echte Demokratien wie Deutschland oder die Schweiz besitzen, würde er mit Kritik eingedeckt werden.

danke,aber es hilft nichts wenn die mehrheit die rote probagander nicht sehen will.

1 0

Re: Re: Häupl hat seine Stadt überhaupt nicht mehr im Griff. Bei einer Presse, wie sie echte Demokratien wie Deutschland oder die Schweiz besitzen, würde er mit Kritik eingedeckt werden.

meinen Sie "Probanden" oder "Prpaganda"???

Gast: Unwirklicher Hofrat aus alter Zeit
02.08.2012 20:24
11 3

Der uralte, überkommene Schatten der Monarchie..

..liegt immer noch schwer wie ein Leichentuch über dem Land...

16 0

das hat wohl eher...

...mit der parasitären ideologie und arbeitsauffassung der wiener sozialisten zu tun!

sozialismus zu ende gedacht führt zu totaler arbeitsunwilligkeit und phlegmatie.


Antworten Antworten Gast: Phillip M.
02.08.2012 22:03
3 2

Re: das hat wohl eher...

Wohl doch eher ein Erbe der Monarchie, dieses privilegierte Beamtentum und die ausufernde Titelsucht. Das weiß doch jeder!

Antworten Antworten Gast: Pfefferstreuerin
02.08.2012 21:48
2 1

Re: das hat wohl eher...

Phlegma. Das Substantiv zu phlegmatisch heißt Phlegma. Au weh, au weh...

Antworten Antworten Antworten Gast: Bravo! Absolut korrekt.
02.08.2012 22:08
5 0

Re: Re: das hat wohl eher...

Phleg|ma das; -s (österr. meist: -) <gr.-lat.>:

a) [Geistes]trägheit, Schwerfälligkeit;

b) Gleichgültigkeit, Dickfelligkeit

Duden - Das Fremdwörterbuch, 8. Aufl. Mannheim 2005 [CD-ROM]

Auch wunderbar zu ersetzen durch die deutschen Ausdrücke: Gleichgültigkeit, Passivität, Schwerfälligkeit, Stumpfheit, Stumpfsinn, Teilnahmslosigkeit, Trägheit.
Aber wer kann denn heutzutage noch Deutsch ;-)

Gast: phj
02.08.2012 20:23
15 0

Frechheit

wie die Bürger zum Narren gehalten werden.
Alles Schwerarbeiter usw.......

Neuwahlen!


So schnell wie möglich!

Nicht nur wegen der verweigerten Volksbefragung!


Antworten Gast: Zweifler, der Wievielte???
02.08.2012 21:00
12 0

Re: Neuwahlen!

Und? Was kommt raus? Die nächste rote Regierung ..... (vielleicht wieder mit Grün in Koalition). Es gibt zu viele von diesen " (ich möchte niemanden beleiden)", die sich als sozial bezeichnen, aber nur an den eigenen Vorteil denken. Ich habe leider (!) zu viel von diesen "Roten" erfahren, als dass ich tatsächlich denken könnte, sie wären sozial .....


Gast: Friedl A
02.08.2012 20:01
16 0

Nur zwei Worte

Stimmvieh eben!

21 0

Tja, so läuft das eben in der Stadt Wien -

ich biete dir verschiedene Benefits, du gibst mir (und mit dir die ganze Familie) deine Stimme. Schon die alten Römer werkten mit "Brot und Spiele".

Gast: FrancisJose
02.08.2012 19:36
23 0

Die ASVG-Sklaven wurden aufgeweckt


Die Sauereien der Gemeinde Wien werden quittiert. Allerdings ist auch die Justiz für diese Schweinerei verantwortlich, die sie absegnet.

Gast: Gast365
02.08.2012 19:36
27 0

SPÖ-Frauenberger hat entweder keine Ahnung oder

Sie ist der Lüge überführt worden!

Sofortiger Rücktritt der SP-Totalversagerin!

Antworten Gast: Markus Trullus
03.08.2012 07:20
5 0

Re: SPÖ-Frauenberger hat entweder keine Ahnung oder

Österreichisch: sie hat keine Ahnung, wetten?????

 
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