Der VP-Seniorenbund fordert ein komplettes Aus für den Kinderregress im Pflegebereich. "Pflegeregress ist nur eines: Eine ungerechte und nutzlose Geldbeschaffungsaktion. Der Kinderregress ist daher in ganz Österreich wieder abzuschaffen", erklärte für den Seniorenbund unter anderem die Bundesobmann-Stellvertreterin Ingrid Korosec am Freitag.
Die steirischen Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen würden seit einem Jahr mit dem Kinderregress "gequält" werden, so die VP-Senioren. Auch die Behauptung, man musste den Regress einführen, weil sonst die Kinder ihre pflegebedürftigen Eltern viel zu oft in die Heime abschieben und den Zustrom zu Heimen stoppen wolle, sei nicht stichhaltig. Denn nach einem Jahr habe sich gezeigt, dass sich der Zugang zu den Heimen nicht geändert habe.
Mit dem Regress würden wirklich pflegebedürftige Personen zögern, in ein Heim zu gehen - "weil sie der eigenen Familie nicht finanziell zur Last fallen wollen", so die VP-Senioren. Darüber hinaus fordern sie eine Vereinheitlichung der verschiedenen Pflege-Regelungen in den neun Bundesländern. Auch die Wiedereinführung des Kinderregresses in Kärnten ist dem Seniorenbund ein Dorn im Auge.
Korosec vermisst echte Verhandlungen
Kritik übt Korosec an Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Dieser müsste "schon seit März 2011 mit allen Beteiligten eine echte Pflege-Strukturreform verhandeln" - was er aber nicht tue. Die Ankündigungen Hundstorfers, dass er bis Dezember Reformen vorlegen wolle und bereits verhandle, wies Korosec zurück: "Ich halte dazu fest: Mit dem Seniorenrat verhandelt er bis heute nicht, bisherige Termine können bestenfalls als lockerer Meinungsaustausch bezeichnet werden!"
(APA)
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