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Kärnten: Martinz droht nun auch Ärger mit der Finanz

06.08.2012 | 14:40 |   (DiePresse.com)

Dem zurückgetretenen Kärntner ÖVP-Chef könnte wegen dem Birnbacher-Kuvert mit 65.000 Euro Bargeld auch ein Finanzstrafverfahren blühen.

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Die 65.000 Euro "Spende" des Villacher Steuerberaters Dietrich Birnbacher dürfte dem Kärntner Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz nun auch Ärger mit der Finanz einbringen. Bei Martinz' Einvernahme am achten Verhandlungstag in der Causa Birnbacher fragte der Privatbeteiligtenvertreter, Rechtsanwalt Bernhard Fink, den Angeklagten, ob er das Geld, das er von Birnbacher in einem Kuvert zugesteckt erhalten hat, denn versteuert habe. Martinz gab ausweichende Antworten.

 Fink wollte von Martinz wissen, ob Birnbacher 2008 noch sein Steuerberater gewesen sei. Dieser bejahte, worauf der Anwalt nachhakte und wissen wollte, ob er mit seinem Steuerberater über die Problematik der Versteuerung des Geldes gesprochen habe, was Martinz verneinte. Fink fragte schließlich ganz direkt, ob er das Geld in seiner Steuererklärung angegeben hätte. Martinz antwortete: "Ich habe das Geld zur Gänze im Wahlkampf ausgegeben." Das Spiel ging noch mehrere Male, zu einem klaren Ja oder Nein war Martinz jedenfalls nicht zu bringen.

Sollte er die 65.000 Euro nicht versteuert haben, droht ihm ein Finanzstrafverfahren. Darauf verweist der Wiener Finanzrechtsexperte Werner Doralt. Für ihn ist klar, dass  die 65.000 Euro einen "Vorteil von dritter Seite" darstellen, für den 50 Prozent Einkommenssteuer bezahlt werden müssten. Im Finanzministerium wollte man den Fall nicht kommentieren.

--> Live-Ticker: Birnbacher-Prozess

Noch vor der Einvernahme von Martinz am Montag hatte sein Anwalt, Alexander Todor-Kostic, gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" betont: "Es ist zu erwarten, dass Herr Martinz ein umfassendes Tatsachengeständnis ablegen wird, sich aber nach derzeitigem Stand nicht im Sinne der Anklage schuldig bekennen kann." Immerhin sei der Vorwurf, dass bewusst ein Honorar kreiert wurde, um den Parteien davon etwas zufließen zu lassen, "durch keinerlei Beweisergebnisse gedeckt und das war auch nicht so".

Martinz setzte bei seiner Befragung die Ankündigung von Todor-Kostic um: Er beteuerte seine Unschuld im Sinne der Anklage. Er habe im Herbst 2008 bei Birnbacher um eine Parteispende "angeklopft" und 65.000 Euro bekommen. Diese habe er zur Gänze auf seinen Wahlkampftouren ausgegeben. Heute bereue er die "verfluchten 65.000 Euro Schandgeld" zutiefst. Er habe daher ein Sparbuch eröffnet auf dem sich das entsprechende Geld befinde. Dieses übergab er dem Gericht - damit wolle er um seine "Restehre" kämpfen.

Ob Scheuch und Dobernig über die Vereinbarung zwischen ihm, Haider und Birnbacher bezüglich der Parteienfinanzierung informiert gewesen seien, wisse er nicht. Birnbacher hatte ausgesagt, dass die beiden von ihm 500.000 Euro gefordert hätten. Er sei bei diesem Gespräch nicht dabei gewesen. Beim letzten Verhandlungstag hätte er die entsprechende Frage falsch verstanden.

Dienstag: Gutachter vor Gericht

Der inzwischen zurückgetretene FPK-Obmann Uwe Scheuch und sein Parteifreund, Landesrat Harald Dobernig, waren ebenfalls als Zeugen geladen. Scheuch verweigerte jedoch die Aussage, Dobernigs Befragung wurde daraufhin auf Dienstag verschoben. Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte ausgesagt, die FP-Politiker hätten von ihm eine halbe Million Euro gefordert - was beide bestreiten.

Am Dienstag sollen zudem jene drei Gutachter einvernommen werden, die attestiert haben, dass das Millionen-Euro-Honorar der Kärntner Landesholding (KLH) an Birnbacher für dessen Mitwirkung am Hypo-Verkauf gerechtfertigt sei. Diese Gutachten hatten die Justiz nach den Anzeigen in dieser Causa zweimal dazu bewogen, das Verfahren einzustellen.

Causa Birnbacher

Der Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte im Zuge des Hypo-Verkaufs für ein Gutachten sechs Millionen Euro kassiert. Vor Gericht gestand er, dass das Geld zwischen ihm, der Kärntner ÖVP und dem damaligen BZÖ (heute FPK) aufgeteilt werden sollte. Letztlich seien aber "nur" 100.000 Euro an die ÖVP geflossen.

Für die erste Tranche - 35.000 Euro - soll Martinz' Ex-Anwältin, Astrid Wutte-Lang, die Rechnung gelegt haben, weshalb nun auch gegen sie ermittelt wird. Die Anwältin bestreitet die Vorwürfe. Birnbacher warf zudem Scheuch und Dobernig vor, von ihm 500.000 Euro verlangt zu haben. Geld sei dann aber keines mehr geflossen.

(Red./APA)

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29 Kommentare
 
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Restehre?

Mit der Restehre ist es nicht weit her, wenn er nach wie vor mit Halbwahrheiten und kryptischen Behauptungen sein Verhalten ins bessere Licht stellen will. Er merkt allerdings nicht, dass "anklopfen" mehr als verräterisch ist. Heißt es doch nichts anderes, als "Du, ich wäre jetzt da, du weißt schon". Ansonsten hätte er nämlich ganz normal um eine Spende "gebeten". Nach Birnbachers Aussage wären auch Scheuch und ein Kollege bei ihm vorstellig gewesen, sozusagen "anklopfend".
Diese Clique besteht aus sogenannten "Stehern", wie man im kriminellen Milieu Leute bezeichnet, die nur das zugeben, was ohnehin schon auf dem Tisch liegt.

Etwas spät herausgerückt!

Der Martinz hat erst nach intensiver Befragung durch den Untersuchungsrichter das Sparbuch herausgerückt - etwas spät! Wirft ein schiefes Licht auf die Glaubwürdigkeit der ÖVP-Politiker.

Und die Behauptung gegen Scheuch u. Dobernig wird sich vermutlich auch als Finte herausstellen. Hier gilt Aussage gegen Aussage, Beweise gibt es keine.
Auch ich habe von unserem BP - insgeheim - eine österreichfreundliche(s) Politik/Verhalten verlangt, hat sich zwar nicht erfüllt, aber kann er mich deswegen belangen?

Gast: VivatBirni
06.08.2012 12:54
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Medienhetze

Und der arme unschuldige Uwe verweigert natürlich die Aussage, sonst könnten die bösen Journalisten wieder irgendwelche Meuchelfotos von ihm machen...

Gast: cwt
06.08.2012 10:29
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Belastendes?!?

"Beim letzten Verhandlungstag hätte er die entsprechende Frage falsch verstanden."

Heisst das er hat die Unwahrheit vor Gericht gesagt?

Gast: hmmm 1
06.08.2012 09:52
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Birnbacher als Zeuge ?


Es erhebt sich schon die Frage, ob des plötzlichen Wandels vom SAULUS zum angeblichen Paulus, inwieweit dies auch wahr ist ?

Man könnte auch die Frage stellen, ob hier nicht irgendjemand dem Herrn Birnbacher noch mehr Geld geboten hat; vielleicht auf ein Nummernkonto in Luxenbourg oder einem vergleichbaren anderen Steuerparadies ?


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Petzer ist für die ÖVP was die Nadel für den Luftballon ist

heute Nachmittag entscheiden sich grob der Wahlausgang 2013.

So was ähnliches wie die "primaries" zu den Präsidentenwahlen in den USA - nur ohne Wahl:-)

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Re: Petzer ist für die ÖVP was die Nadel für den Luftballon ist

Also, lass ma die Kirche im Dorf. Bis es zur Wahl kommt kann noch so viel passieren. Heute schon Vorausschau zu halten halte ich für verfrüht, außer man möchte sich ein bißchen wichtig machen. Dann schon.

Das darf ja wohl nicht mehr wahr sein

dieser ehem. Haider Türauf- und sonst was -halter macht sich wichtig! Warum hat diese Gestalt nicht schon längst was gesagt - dem Haider nachplärren, schnief, und sich als parlamentarischer Aufklärer betätigen wollen? Selbst aus dem Sumpf herausgestiegen, an Haiders Rockzipfl hängend, Politiker spielen - und jetzt die Sumpfbrüder anpinkeln? Es ist eine Schande was ihr FPK-VP Gesindel unserem Heimatland antut. Bitte Landsleute machts endlich reinen Tisch - von mir aus wählts die Grünen - aber jagts diese Partie vom Hof! Dem Kärntner Bauernstand sei auch was gesagt: Die Nazi mögen euch entschuldet haben, die Möchtegern Gauleiter haben euch - und die ganze Kärntner Bevölkerung - auf Jahre hinaus ruiniert!! Die Wirtschaft inkl. Tourismus, die Infrastruktur liegt am Boden!! Der Imageschaden ist kstastrophal - wie lange wollt ihr alle unsere Heimat noch quälen? Ich hab die Siegesfeiern der Standartenführer miterlebt - im Landhaushof haben einige geweint - aber nicht vor Freude!

Re: Das darf ja wohl nicht mehr wahr sein


Die GRÜNEN sind nach der ESM-Zustimmung und nach dem Parkpickerldrüberfahrer leider auch unwählbar.
Gegen den ESM ist Kärnten eine Singvogelflatulenz(Plagiat) !

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Re: Re: Das darf ja wohl nicht mehr wahr sein

"Gegen den ESM ist Kärnten eine Singvogelflatulenz(Plagiat) !", na ja Haftung HAA: 20 Mrd., Haftung ESM 17,3 Mrd. Abgesehen davon ist eine Solidarhaftung für Europa dann doch etwas anderes als Haftungen für nobel ausgedrückt große Verspekulation.

Und sie glauben doch nicht im Ernst, die FPÖ hätte, so sie in der Regierung gesessen wäre, gegen den ESM gestimmt....Sie wäre genau so an der Macht des Faktischen zerbröselt wie schon von 2000 an, oder können Sie sich an irgend etwas erinnern, bei dem die FPÖ gegen die ÖVP aufbegehrte, wohl eher nicht...

Re: Re: Re: Das darf ja wohl nicht mehr wahr sein


Da haben Sie recht.
Die Solidarhaftung für "Europa"-nein, für die Eurozone ist ein Ewigkeitsprojekt.

Antworten Gast: Gast lp
06.08.2012 13:10
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Re: Das darf ja wohl nicht mehr wahr sein

Danke für Ihren Kommentar. Es ist unfassbar, was diese Rattenfänger und durch Haider hervorgespülten arroganten Emporkömmlinge angerichtet haben. Hoffentlich bekommen endlich alle die Quittung für Ihre Untaten.

Gast: Hermann vom Gipfel
06.08.2012 08:09
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Einfach unfassbar, wie korrupt

dieses Land ist.

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Wird der Petzner petzen?


Gast: Schüsselchen
06.08.2012 07:31
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Bevc geh Du voran!

Viele SPIELER treffen sich heute im Klagenfurter Gericht, daran ist nichts spannendes. Die sollten gemeinsam mit der Urne des unverdient verstorbenen Haider in einer Zelle Platz nehmen. Herr Bevc in der Klagenfurter Justizanstalt kann schon umbauen lassen!

Die politischen Gegner anschwärzen und von sich ablenken

Ansonsten warme Luft.

Antworten Gast: trollipop
06.08.2012 10:15
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Re: Die politischen Gegner anschwärzen und von sich ablenken

... gelingt den Effchen mit dieser Masche aber nicht sonderlich gut :)

Gutachter?

wer belangt die s. g. "Gutachter"? die Justiz ist zu einem Haufen von Gesetzesbuchlesern verkommen. wozu haben wir dann Staatsanwälte, wenn "Gutachter" darüber entscheiden, gegen wen ermittelt oder angeklagt eird? cui bono?

Re: Gutachter?

sie sprechen von den 3 gutachten, die birnbacher, martinz & haider entlasten sollten?

aber die wurden doch von kanzleien erstellt, wo es nur so wimmelt von juristen und wirtschaftsakademikern. lauter leute, die zur creme de la creme kärntens zählen. leistungsträger wie sie im buche stehen!

also leute, denen u.a. hier bescheinigt wird, dass ohne sie und ohne ihre leistung (die natürlich viel zu hoch besteuert ist!) die republik zugrunde gehen würde.
gegen solche honoratioren und systemerhalter darf es doch nicht so was profanes wie ermittlungen geben, oder?

monolog im solarium

komm ich oder nicht, das ist hier die frage:
obs besser für die bräune, strahl` und helle einer abgestürzten sonne zu erdulden oder,
sich cremend gegen röte auf der haut
sie wappnen gut in fetter dicke.
gestehen - plaudern -
nichts weiter !


Antworten Gast: pol Beobachterin
06.08.2012 09:29
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Re: monolog im solarium

Gefällt mir!

ich versteh da was nicht.

im artikel heißt es, eine kronzeugenregelung sei nicht möglich, weil gegen petzi gar nicht ermittelt wird.
in einer ZIB der letzten tage wurde im zusammenhang mit einer anderen causa erklärt, die kronzeugenregelung könne nur solange angewandt werden, solange gegen den betroffenen NICHT ermittelt würde.
versteh ich irgendwas falsch oder widersprechen sich wiedereinmal die medien?

Drei Gutachter werden einvernommen


Frage: haben diese Gehirn-Hilfsarbeiter auch in anderen Verfahren so tolle Gutachten erstellt?

Wenn ja, dann wird es eine Reihe von Wiederaufnahmeverfahren geben!

Gast: F+++ it
05.08.2012 21:58
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Petzner eine „Kronzeugenregelung“ hätte haben wollen – was aber rechtlich gar nicht möglich wäre

WER macht solche Gesetze? Wenn man schon ein Kronzeugenprinzip zur Aufdeckung des kriminllen Sumpfes konzipiert - dann müsste JEDE Aussage die diesen Morast aufhellt erwünscht sein. Durch die Einschränkung dass die Kronzeugenregelung nur für bereits Beschuldigte gilt, gehen wichtige Informationen verloren. Siehe Petzner. Ein korruptes Gesindel, das sich solche Fallstricke ausdenkt.

Was wird Petzi denn so furchtbar Neues berichten?

Dass er vom Meister in alles eingeweiht war (was ohnehin jeder weiß) oder dass er mit Haider in morganatischer Ehe verbunden war?

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Petzner

macht ein paar vage Andeutungen und schon fährt die ganze Presse auf ihn ab. Er ist ein geschickter Stimmungsmacher, lenkt alle Aufmerksamkeit auf sich und am Ende werden wir nicht viel gescheiter sein als vorher. Wetten?

 
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