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Fall Strasser: „Laden Sie den Verantwortlichen nach Wimbledon ein“

05.08.2012 | 17:57 |   (Die Presse)

Ex-ÖVP-EU-Parlamentarier und Innenminister Ernst Strasser gab den als Lobbyisten getarnte Journalisten der britischen „Sunday Times“ zwischen Ende 2010 und Anfang 2011 Tipps, wie man in der Politik Erfolg hat.

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Wien/APA/red. In der Lobbying-Affäre um den früheren ÖVP-Europaabgeordneten Ernst Strasser, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit ermittelt, sind neue Details aufgetaucht. Der „Kurier“ zitiert in seiner Sonntagausgabe aus Protokollen jener Gespräche, die als Lobbyisten getarnte Journalisten der britischen „Sunday Times“ mit Strasser zwischen Ende 2010 und Anfang 2011 geführt haben.

Strasser plaudert in diesen Gesprächen nicht nur über seine Kunden und Geldflüsse, sondern gibt auch praktische Tipps, an wen man sich in der Politik am besten hält, um etwas zu erreichen: „Ich war in meiner Karriere immer sehr gut zur Sekretärin/zum Sekretär der Leute, weil sie die Termine vereinbaren, sie sagen, wer auf der Telefonliste ist, und, und, und. Also ich hatte damit Erfolg, auf all diese Personen zu achten.“
Und weiter, was den Umgang mit EU-Kommissaren und deren Beamten betrifft: „Sie führen den Verantwortlichen in der Kommission für ein Wochenende nach Portugal. [. . .] Ja, mit ihm Golf spielen oder was auch immer, ja, laden Sie ihn nach Wimbledon ein.“

Der ehemalige Innenminister erläutert zudem, weshalb er als EU-Parlamentarier in die Politik zurückgekehrt sei: „Mein Parteiführer (Josef Pröll, Anm.) hat mich gebeten, Spitzenkandidat der ÖVP für den Wahlkampf zu werden. Und Gott sei Dank haben wir den Wahlkampf gewonnen. Und jetzt bin ich hier. Es ist ein Versehen, wenn man so will. Und für mich ist es natürlich wunderbar, weil ich unserem Parteivorsitzenden gesagt habe: ,Ja, ich mache das, aber ich will meine Firma haben. Und nach diesen fünf Jahren oder so will ich zur Gänze meine Firma führen.‘“

„Alle Parlamentarier faul wie ich“

Nach seiner Zeit als Innenminister habe er EU-Kommissar werden wollen, aber das habe nicht funktioniert, weil EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eine Frau aus Österreich gewollt habe. Kommissarin wurde in der Folge die damalige Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. „Also bin ich in eine Investmentbank gegangen, um Erfahrungen zu sammeln“, erzählt Strasser seinen Klienten.

Auch über andere mutmaßliche Kunden von Strassers angeblichen Lobbyingaktivitäten – er selbst hat den Verdacht der Korruption immer bestritten und behauptet, die Gespräche mit den Briten geführt zu haben, um ihre Hintermänner aufzudecken – spricht der damalige Parlamentarier: „Die Lotterien, die zahlen mehr, die zahlen mehr. [. . .] Sie haben viel Geld, es war gutes Geld, und ich glaube, wir haben gute Arbeit geleistet. Sie mussten viel zahlen.“

Weiters verrät Strasser den getarnten Journalisten: „Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich, die ganze Arbeit machen die Mitarbeiter, ja.“ Manchmal verrate er, wer sein Klient sei, manchmal nicht, manchmal wisse er nicht einmal, für wen er da zu lobbyieren versuche, wird Strasser dem „Kurier“ zufolge in den Protokollen zitiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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113 Kommentare
 
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Gast: apfelmännchen
09.08.2012 08:59
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Lieber Herr Strasser,

hiermit lädt Sie das österreichische Volk ganz herzlich ein zu einem mehrjährigen Aufenthalt in einem exklusiven Wellnesshotel mit exzellentem Einbruchschutz. Kost und Logis übernimmt selbstverständlich der Staat.
Genießen Sie die Ruhe, schalten Sie mal so richtig ab vom hektischen Polit-Alltag und lassen Sie sich verwöhnen.

Sie haben es sich redlich verdient.

Wimbledon, Golf:

Edler Geschmack und Stil ist nicht zu übersehen.

Gast: Londoner Finanzplatzlobby Lobbyist
06.08.2012 19:13
0 0

„Laden Sie den Verantwortlichen nach Wimbledon ein“

Die werden gerade bei der Olympiade verwöhnt.

Das was uns fehlt ist einfach....

....eine schnelle, stringente und effiziente Strafjustiz. Gäbe es die (leider sitzen dort nur "minderkundige" Pseudojuristen) würden die alle bereits hinter Schloss und Riegel sitzen.

Gast: der kommentar
06.08.2012 16:24
3 0

warum juckts mich bloß so in der rechten hand, wenn ich sein foto sehe ?


Gast: hans huberbach
06.08.2012 14:34
1 2

politiker sind wie marzipan

ich finde den hrn strasser ganz sympatisch aber
in london groß reden najaj wir machen da auch keine einzige medailie bei olympia
und die anderen ovpler da wurde schon auf die kirche geschimpft und geld abgezweigt das problem ist in anderen parteien nicht anders nur wirds besser vertuscht oder wie war das mit den inseraten vom kanzler...

eigentlich sind alle politiker überflüssig weil sie nur das volk ausbeuten aber wie kann es anders gehen- wahlrechtsreform und alle
wählen lassen nicht von partei selbst aufstellen?

Gast: Raffzahn Schani
06.08.2012 14:09
4 0

wundert das wirklich noch jemand?


Wie wird wohl die neue Spritzenverordnung, also die mit den Schutzhüllen, oder die Energiesparlampen, zustande gekommen sein?

Strasser bestätigt doch nur, was sich ohnehin viele denken: wer genug Schmiergeld zahlt, bekommt die passenden Rahmenbedingungen.


Politikertyp Strasser - mit dem nassen Fetzen verjagen ...

Diese Details sind ja richtig grauslich.

Wenn man das Ganze auch etwas differenzierter betrachten möchte kann ich nur den Artikel von Michael Hörl vom 06.08.2012 auf http://www.eu-infothek.com/article/funktionaere-paradies-eu-gierig-unfaehig-korrupt-oder-doch-nur-spiegel-seiner-buerger empfehlen!

Weil: Solche Politikertypen fallen ja nicht vom Himmel, die kommen ja irgendwo her ....

6 0

zu dumm zum leben,

ausserhalb der austria-politik-grenzen. da kommst ja noch durch mit einem halbseidenen schmäh. aber draussen....die journalisten müssen sich ja vor lachen gekugelt haben.

Gast: AltGast
06.08.2012 10:16
8 0

Und wann...

..werden Leute wie er in die Justizanstalt Josefstadt eingeladen?

Re: Und wann...

nie, die justiz fährt ihre kanonen nur gegen z.b. 16-jährige kleine mädchen, die handys klauen, aus, und zwar mit richter, staatsanwalt, verteidiger und schöffensenat.

5 0

es ist wohl wahr,

einfach grauenhaft. mein problem ist nur, dass das doch überall in der politik normalität ist.
alleine, wenn ich mir wien anschaue. das ist doch ein einziger sumpf. oder in kärnten ...
ich mein, mir ist die EU in der form sowieso komplett einerlei. aber für die befürworter dieses systems ist es nicht gerade förderlich. die EU-skepsis der österreicher wird nicht weniger werden, wenn sie lesen, dass in brüssel ein riesiges kasino steht.

Gast: pol Beobachterin
06.08.2012 09:59
2 0

Zusammenfassung: narzistischer Tropf

Dass viele Dinge so abgelaufen sind, wie er schildert, ist zu bezweifeln. Hier zimmert sich einer bei willigen Zuhörern seine Bedeutung zurecht.
Das Problem ist, dass wenn einer innerhalb einer Partei einmal aufgestiegen ist, man ihn kaum wieder wegbringt. (Meist wird er sogar "weggelobt", was bei Strasser unzweifelhaft geschehen ist. Denn die ÖVP Wähler/-innen gaben Karas den Vorzug. )

Und der Rauch von der ÖVP

war sein Lehrbub. Schöne Gesellen!

Weiters verrät Strasser den getarnten Journalisten: „Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich, die ganze Arbeit machen die Mitarbeiter, ja.“

Das sind wir ja von der ÖVP gewohnt!

Und weiter, was den Umgang mit EU-Kommissaren und deren Beamten betrifft: „Sie führen den Verantwortlichen in der Kommission für ein Wochenende nach Portugal. [. . .] Ja, mit ihm Golf spielen oder was auch immer, ja, laden Sie ihn nach Wimbledon ein.“

Weg mit diesem korrupten Pack!

Antworten Gast: Tiger Lilly
06.08.2012 09:51
1 0

Re: Und weiter, was den Umgang mit EU-Kommissaren und deren Beamten betrifft: „Sie führen den Verantwortlichen in der Kommission für ein Wochenende nach Portugal. [. . .] Ja, mit ihm Golf spielen oder was auch immer, ja, laden Sie ihn nach Wimbledon ein.“

Ja, genau - weg mit dem korrupten Pack! Weg mit den illegalen Inseraten - von möchtegern Staatsmännern!

Gast: Ein Wutbürger
06.08.2012 08:53
14 0

Die EU - Ein korrupter Haufen durch und durch!

Da ist Strasser ja nicht einmal die Spitze des Eisberges....

Antworten Gast: galaxy 23001
06.08.2012 09:54
0 0

Re: Die EU - Ein korrupter Haufen durch und durch!

nicht die eu ist korrupt, sondern die vertreter die die einzelnen nationalstaaten dorthin entsenden

Gast: KFJ
06.08.2012 08:52
12 0

Bitte diese Ausgeburt an...

...an Unschuldsvermutungen endlich einsperren...

Fauliane (Korrupte) zu finanzieren

ist immer ein Fass ohne Boden.

Auf Spesenkosten in Luxusrestaurants herumhocken.
Golf spielen, sich in Luxushotels einnisten, koksen, saufen, Papierln unterschreiben die den Steuerzahler Millionen kosten...usw. usf.

Politiker sind die Ausgeburt der FÄULNIS.


Antworten Gast: Vogel Strauss
06.08.2012 09:31
1 3

Re: Fauliane (Korrupte) zu finanzieren

Niemand muss solche Luschen wählen ... aber vorher auf die Lügenpropaganda reinfallen und nachher jammern - das ist der durchschnittliche Ösi-Bürger!

Re: Re: Fauliane (Korrupte) zu finanzieren

Nanu?
WER sollte Strasser, Faymann, Spindelegger, Grasser, Scheuch, Dobernig, (endlose Liste...) GEWÄHLT haben?

Niemand!

Parteien werden GEWÄHLT.
Die Beförderungsstruktur in JEDER Partei der WELT ist einzig und alleine auf die Korrumpierbarkeit und Skrupellosigkeit der Protagonisten zugeschnitten.

Sie sind wohl selbst POLITIKER oder einer ihrer BÜCKLINGE.

Gast: Gast79
06.08.2012 08:22
8 0

Verrottet

Es gibt in unserem Land keinen einzigen Menschen in der Politik dem ich mehr vertraue, bei der nächsten Wahl kann ich nur mich selbst wählen - alles Andere könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Eine Schande ist das. Pfui

Fremdschämen

ist es, was uns weiterhin und noch lange verfolgen wird.

19 0

Es dreht einem

den Magen um, wenn man das liest. An Unverfrorenheit und Überheblichkeit nicht mehr zu überbieten. Ich hoffe die Gerichte finden die ganze Wahrheit heraus und es kommt nicht wieder zu einem Freispruch, den niemand mehr verstehen würde.

 
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