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Parteifinanzierung: Petzner belastet Kärntens ÖVP

06.08.2012 | 18:27 |  MARTINA LEINGRUBER (Die Presse)

"Braucht's Geld für die Wahl": In der Causa Birnbacher sagte BZÖ-Mann Petzner als Zeuge aus. Er richtet seine Anschuldigungen ausnahmslos gegen die Kärntner ÖVP - und verteidigte den verstorbenen Landeshauptmann.

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Klagenfurt. Er hatte die große Enthüllung angekündigt, doch diese blieb Stefan Petzner blieb am achten Verhandlungstag im Birnbacher-Prozess schuldig. Statt Licht in das Dunkel aus Untreue und illegaler Parteienfinanzierung zu bringen, sorgte Jörg Haiders Ex-Pressesprecher am Montag im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Klagenfurt für skurrile Szenen. „Sie sind hier nicht im ,Club 2‘“, musste Richter Herrnhofer den Redeschwall von Petzner bremsen. Denn dieser dauerte lang. Seine Anschuldigungen richteten sich allerdings ausnahmslos gegen die Kärntner ÖVP.

Den Medienrummel genoss Petzner sichtlich, im schwarzen Anzug betrat er den Verhandlungssaal – zwei Mal, um den Fotografen und Kameraleuten genügend Posen liefern zu können. Konkret beantwortete er wenige Fragen von Richter Manfred Herrnhofer. Im Laufe des Jahres 2007 habe er vom Auftrag an Dietrich Birnbacher erfahren, als Berater den Verkauf der Hypo-Alpe-Adria-Bank an die Bayrische Landesbank zu begleiten. Von wem er das erfahren hatte, konnte er schon nicht mehr genau angeben.

Uwe Scheuch entschlug sich der Aussage

Petzner wurde nicht müde zu betonen, dass seine Aufgaben nur die Öffentlichkeitsarbeit betroffen hätten. Auch von der ursprünglichen Höhe des Birnbacher-Honorars, nämlich zwölf Millionen Euro, habe er 2008 aus den Medien erfahren. Mit organisatorischen Themen sei Haider-Sekretär Harald Dobernig befasst gewesen. Dobernig selbst wird heute, Dienstag, befragt. Der zurückgetretene FPK-Chef Uwe Scheuch hätte am Montag befragt werden sollen, er entschlug sich aber der Aussage.

Gesprächiger wurde Petzner, als es darum ging, die Kärntner ÖVP zu belasten. Er erzählte von einem Gespräch, das 2007 im Büro Haiders stattgefunden haben soll. Unangekündigt sei Martinz erschienen, danach hätten sich Stephan Tauschitz und Achim Rumpold dazugesellt. Plötzlich hätte Haider Martinz angeblafft: „Braucht's a Geld für die Wahl?“ Martinz hätte einen hochroten Kopf bekommen, die Anschuldigung aber nicht verneint. Haider hätte damals den Verdacht gehabt, dass „da was lauft“. Parteienfinanzierung in Richtung BZÖ schloss Petzner aus, bei der ÖVP sei er sich nicht so sicher. Josef Martinz konnte sich an besagtes Gespräch nicht erinnern. Vorsätzliche Parteienfinanzierung und die Aufteilung des Honorars zwischen ÖVP, BZÖ und Birnbacher seien nicht geplant gewesen und erst in der Euphorie des Hypo-Verkaufs geboren worden. Überhaupt habe er bei Birnbacher 2008 lediglich wegen einer Parteispende für den Landtagswahlkampf 2009 „angeklopft“ – jene 65.000 Euro, die ihm Birnbacher bei einer Weihnachtsfeier im Kuvert übergeben hatte.

Klar wurde am Montag, dass Steuerberater Dietrich Birnbacher von den Mitangeklagten Martinz und den beiden Vorständen der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, immer mehr der Schwarze Peter zugeschoben wird. Martinz' neuer Verteidiger, Alexander Todor-Kostic, meinte: „Schwerer Betrug liegt ausschließlich bei Birnbacher vor.“ Da Birnbacher seine Bedenken über die Angemessenheit der Höhe seines Honorars nicht äußerte, habe dieser alle anderen getäuscht. „Ich habe nicht wissen können, dass sechs Millionen nicht angemessen sind“, gab sich Martinz unwissend.
Martinz' Anwaltswechsel wurde nach Birnbachers Geständnis vor eineinhalb Wochen notwendig, da der Steuerberater Anwältin Astrid Wutte-Lang belastet hatte. Sie habe eine Scheinrechnung über 35.000 Euro an ihn, Birnbacher, gestellt. Dieses Geld sei für das Verfassen einer Vereinbarung zwischen ihm und Birnbacher geflossen. Darin wurde festgelegt, dass Birnbacher keine Forderung an Martinz stellen könne, falls die Kärntner Landesholding die Honorarvereinbarung, die der ÖVP-Chef und der Ex-Landeshauptmann Haider als Privatpersonen mit ihm vereinbart hätten, nicht übernehme.

Auf einen Blick

Am Montag wurde der Birnbacher-Prozess um illegale Parteienfinanzierung am Landesgericht Klagenfurt wiederaufgenommen. Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte behauptet, der verstorbene BZÖ-Landeshauptmann Jörg Haider und der nun zurückgetretene ÖVP-Kärnten-Chef Josef Martinz hätten 2007 einen Deal mit ihm geschlossen, der ihren Parteien je zwei Mio. Euro sichern sollte. Gestern sagte u.a. Haiders einstiger enger Mitarbeiter Stefan Petzner aus, heute geht der Prozess weiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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83 Kommentare
 
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Gast: schelm 1
07.08.2012 10:01
0 1

Birnbacher's Wandlung vom Saulus zum Paulus

kommt gerade jetzt politisch Nicht ungelegen.

Es lenkt von anderen Problemen (Faymann, ESM etc.) medial ab und ermöglicht überdies sogar die FPÖ insgesamt zu schädigen.

Da erhebt sich doch die Frage, ob dem Herrn Birnbacher nicht noch ein weiteres und größeres Honorar für seine >REUEVOLLE Selbstbezichtigung< gezahlt bzw. zugesagt wurde.

Ein Schelm wer so schlecht denkt, oder doch nicht ?

Aus der angekündigten Bombe ist nur ein Knallkörper geworden

Ohne die Namen des Darstellers nennen zu wollen, will ich dennoch festhalten, dass die österreichische Öffentlichkeit im Birnbacher-Prozess am Landesgericht in Klagenfurt wieder einmal Zeuge einer Schmierenkomödie der Extraklasse wurde.
Ich tue das nicht etwa deshalb, weil ich mich vor gerichtlicher Verfolgung schützen will, sondern nur aus dem einen Grund, weil ich überzeugt davon bin, dass die Vertreter aller politischen Parteien, mit Ausnahme der Grünen vielleicht, beliebig austauschbar und daher zum Krenreiben sind.
Schon Tage vorher trommelten die Medien, einer aus dem Kreis dieser Amigos, der zwar im Korruptionsausschuss eine ganz passable Figur gemacht hat und eigentlich Respekt dafür verdient hätte, würde dort am Montag eine Bombe platzen lassen. Bestenfalls ein Knallkörper war es jedoch nur, was er zu sagen hatte. Denn sein Auftritt vor dem Gericht hatte bloß den einen Zweck, den Dorfheiligen der rechts-rechten Parteien von jedem Verdacht reinzuwaschen. Schließlich war dieser sein Lebensmensch, wie er uns am Tag nach dessen Unfalltod mit weinerlicher Stimme wissen ließ.
Daher blieb von der angekündigten Bombe nur, dass er seine ehemaligen Gesinnungsfreunde mit keinem Wort anpatzte, was sonst gar nicht seine Art ist. Sogar das aber passt ins Bild, weil man von den Vertretern dieser Parteien weiß, dass sie die Parteizugehörigkeit wechseln wie andere die Hemden.

Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 09:02
1 0

Rette sich wer kann in die IV-Pension

Und Dörfler wusste von nichts,als Parteikassierer. Soll das der nächste faule Witz sein oder wie?
Ich denke so, die lügen alle wie gedruckt,Gefängnis ist bei dieser blinden Justiz sowieso nicht drin jetzt gilt es solange Neuwahlen zu verhindern bis die Renten gesichert sind.
Die sollen freiwillig auf ihre Pensionsansprüche verzichten dann könnte man ja wenn man gnädig ist Neuwahlen im Februar machen.

Land der Aufklärer

Es ist echt erschütternd - Strasser, Haider etc. wollten doch immer nur böse korrupte Menschen überführen und da kommen doch glatt welche und beschuldigen sie - das ist vergleichbar den armen Spannern, die erklären wenn man sie stellt, dass sie doch nur eine wissenschaftliche Studie machen.

Alle werden einfach nur verkannt

2 0

Über Nacht

habe ich mir die Aussage von Petzner in der er davon spricht, dass Haider Martinz "testete", nochmals durch den Kopf gehen lassen. Und je mehr ich darüber nachsinne, desto klarer wird die Absicht die dahinter steckt: Eine zusammengereimte Geschichte, gespickt mit vermeintlichen Details, um so den Eindruck der Sachverhalt könnte wahr sein zu unterstreichen. Petzner hat damit neuerlich bewiesen, dass er über Phantasie verfügt, Geschichten erfinden und sie auch gut erzählen kann. Nur: Wahr war daran nichts. Ein fehlgeschlagener Versuch Haider freizureden. Und aus!

0 3

Als Zeuge

steht er ja unter Wahrheitspflicht! Wen soll er also sonst belasten, als die Schwarzen - die haben ja schließlich in Kärnten immer schon bestimmt wo es langgeht!

Re: Als Zeuge

Und der Jörg Haider

war nur der arme Sklave der Schwarzen und Roten in Kärnten?

Auf welchem blauen Holodeck

des Gospodin Strahe leben Sie eigentlich in Wien?


1 0

Re: Re: Als Zeuge

Sorry - ich dachte Sie erkennen Ironie, wenn Sie sie lesen.

Gast: Zwickerl
07.08.2012 08:23
2 0

Huch ein Zombie ?

hat da gestern nicht jemand gesagt, der Herr Haider hat eine lupenreine Weste ("nicht kriminalisieren"), nur die bösen Schwarzen waren 8sind) soooo böse und kriminell?
Und da schreit niemand auf? Der Herr Richter wird diese aussagen hoffentlich zu würdigen wissen?
Und die Medien sind versucht, Zombie zu glauben?
aber was auffällt, alle "Chefs" von Strache bis Spindelegger sind politisch inexistent.
Und der Kanzlerdarsteller legt sich inzwischen mit der deutschen Kanzlerin an - aus Zeitvertreib weil ihn Kärnten ja auch nichts angeht?

2 0

Ignorieren

Ich bin der Meinung das man den Petzner einfach ignorieren muß, da sein Hirn einfach nicht mit seinen Geltungsdrang Schritt hält.

Die wichtigsten Kampfmittel der blau-orangen Strauchritter sind:

Die Stinkbombe – wurde erst gestern wieder geworfen, allerdings wehte der Gegenwind die übelriechende Wolke dem Werfer entgegen. Die Dekontaminierung ist an der braun-orangen Färbung der Haut zu erkennen.

Die Nebelgranate – wird meist gezündet, um den eigenen Dreck zu vernebeln. Kann auch dazu verwendet werden um sich vom Feind abzusetzen und um allgemeine Verwirrung zu stiften.

Sich selbst

und seine ehemaligen Mit-Bubalan seines geliebten Jörgi wird er doch nicht belasten.
Der Martinz hat die 65.000 Euro zurückgezahlt,aber wo bleiben die restlichen Millionen der FPK?

Bin gespannt auf den LT-Wahlkampf der FPK und woher sie das Geld dafür haben?

Denn auf teure Plakate und Hochglanz-Broschüren werden sie nicht verzichten können.

Die eigenständige FPK wird es nämlich nach der Wahl nicht mehr geben,sondern nur mehr die FPÖ-Kärnten,gleichgeschaltet mit der Bundes-FPÖ.

Welche restlichen Millionen der FPK?

Mal davon abgesehen, dass es die FPK damals noch gar nicht gegeben hat, wäre ihre Behauptung, dass es "Millionen" an illegalen Geldern bei der FPK gibt, in der Berichterstattung an mir vorbei gegangen. Ich bitte um Aufklärung mit Link zum entsprechenden Artikel!

Re: Welche restlichen Millionen der FPK?

Wer suchet,der findet in Liechtenstein oder der Schweiz. Dort hat ja auch der KHG seine Millionen gelagert.

Die FPK hat es damals noch nicht gegeben,aber die gleichen Personen circumanal des Jörg Haider.

Die ÖVP tut so,...

...als wäre sie eine Volkspartei, das war sie nie, sie ist eine Partei für Lobbyisten, Spekulanten, Manager, Privatisierungswahn, Wirtschaftsbosse, und Börsianer. Sie geht Parteienverbindungen ein, damit sie ihre Machtgier für ihre Schützlinge ausleben kann. Nun liebes Volk, die nächsten Wahlen stehen kurz bevor und die ÖVP ist unwählbar geworden. Darauf muss eine klare demokratische Antwort erfolgen - die nur lauten kann: (x) FPÖ
Dort wird die Stimme des Bürgers noch würdig vertreten.

0 0

Sie haben die Bauern vergessen.

Achso Moment, das würde ihre 'These' ja widerlegen..

3 1

Gegen diese krroupten ÖVP-Granden sind die Freiheitliche ja Lächerln!


Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 07:22
4 0

Ich lach mich tot

Wer war eigentlich Chef im Kärntner U-Ausschuss? War das nicht Tauschitz? Den sollte man auch einmal vorladen,Herr Richter,oder meinen sie nicht?
Nicht zum kotzen sondern jetzt macht sich die Justiz auch noch lächerlich.

Wenn Österreich ein Rechststaat wäre

Ja da würden einige schon lange sitzen.

Re: Wenn Österreich ein Rechststaat wäre

Besonders der Schüssel,Strasser,KHG und viele FPK ler!

Die Geldflüsse der Haider-Hypo zu Alfred Gusenbauer und der SPÖ-Kärnten (mit dem Roten Kreuz des Peter Ambrozy!) sollten vielleicht auch genauer untersucht werden oder doch?

Antworten Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 07:30
6 1

Re: Wenn Österreich ein Rechststaat wäre

Im Gegenteil bei uns fliegen sie sogar fröhlich mit Diplomatenpässen frech in der Weltgeschichte herum und spielen den großen Max mit unserem Steuergeld.
Mich würde gerade interessieren wer von den Angeklagten,einen Diplomatenpass, IMMER noch besitzt.

Re: Re: Wenn Österreich ein Rechststaat wäre

Hat der KHG

noch einen Diplomatenpass für seine diversen Geld-Transporte?

Antworten Antworten Antworten Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 08:54
1 0

Re: Re: Re: Wenn Österreich ein Rechststaat wäre

Ja. Den Pass müssen die Zielfahnder einstreifen. Darf auch wieder alles der Steuerzahler bezahlen. Die Zielfahnder werden erst den Grasser verhaften wenn sie selber Heimweh bekommen solange wird noch zusammen Urlaub und schmähhalber Beobachtung gemacht.


Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 06:39
7 1

Schwarze Versagerjustiz

Die einen verabreden sich am Freitagabend die einen warten ab was der andere aussagt und jetzt wollen die Gutachter auch nicht mehr kommen.
Ich will jetzt wirklich wissen in welchem anderem Land der Erde ist sowas möglich. Die wären nicht in U-Haft die würden schon längst ihre gerechte Strafe in jedem anderem zivilisiertem Land absitzen.
Zum kotzen

Re: Schwarze Versagerjustiz

warum schimpfen sie?
das sind doch DIE leistungsträger dieses landes, denen speziell in diesem forum normalerweise die referenz erwiesen wird: ohne die geht nämlich gar nichts.

und dass mitarbeiter/mitinhaber einer ehrenwerten kanzlei keine zeit haben, um vor gericht auszusagen, versteht sich von selbst: ein berg von weiteren gutachten wartet auf seine ausfertigung!

Gast: Peter Kanalgitter
07.08.2012 05:12
10 1

Der lügt doch wie gedruckt

Wenn das so war wie Petzner sagt warum haben das dann Haider und er nicht zu Anzeige gebracht?

 
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