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Kräftemessen: Kärntner Neuwahlpoker geht weiter

07.08.2012 | 21:03 |   (Die Presse)

Die Aussprache bei Landeshauptmann Dörfler brachte keine Einigung auf einen Termin. Die ÖVP ist unterdessen um Distanz bemüht.

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Klagenfurt/Ett/Po/Ib. Das Kräftemessen zwischen den Kärntner Freiheitlichen (FPK) und den anderen Landtagsparteien SPÖ, ÖVP und Grünen um frühere Neuwahlen geht in eine nächste Runde: Ein erstes rund zweistündiges Treffen der Parteichefs der vier Landtagsfraktionen bei Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) hat am Dienstagabend keinen Durchbruch gebracht. Der Regierungschef betonte die sachliche Atmosphäre, in der das Gespräch stattgefunden habe und meinte, man habe Einigkeit über ein Demokratiepaket erzielt. Einen Wahltermin gibt es indes noch nicht.

Dörfler betonte, es gebe zwar einen Skandal rund um Birnbacher, aber „das bedeutet kein Kippen des Landes". Berichte über Probleme in Wirtschaft und Tourismus aufgrund der Situation seien unzutreffend. Es solle einen „Neustart durch Neuwahl" geben, sagte Dörfler. Damit der Dialog weitergeht, wurde für Freitagnachmittag um 15 Uhr ein weiterer Gesprächstermin vereinbart, mit den gleichen Teilnehmern wie am Dienstag.

Bedingung für eine Neuwahl ist laut FPK allerdings ein Reformpaket mit vier Eckpunkten - darunter finden sich ein Demokratiepaket und die Forderung nach mehr Kompetenzen für den Rechnungshof. Der grüne Landessprecher Frank Frey zeigte sich allerdings nicht allzu optimistisch: „Wir sind auch für ein Demokratiepaket und auch für Wahlkampfkostenbegrenzung. Wenn dazu allerdings zuerst alle Gesetze in Kraft sein sollen, gibt es zu viele Möglichkeiten, die Dinge zu verzögern." Der neue ÖVP-Obmann Gabriel Obernosterer meinte, wenn man wirklich wolle, seien die Gesetze in Kraft zu bringen, ohne den Wahltermin zu verzögern. SPÖ-Chef Peter Kaiser sieht als erste Priorität nach wie vor Neuwahlen - der letztmögliche Termin dafür sei der 25. November. Planmäßig würden die Wahlen erst im Frühjahr 2014 stattfinden.

Brudertausch in der Landesregierung

Im Kärntner Landtag wurde unterdessen am Dienstag Kurt Scheuch als neuer Landeshauptmannstellvertreter der FPK gewählt. Er folgt auf seinen Bruder Uwe. Gewählt wurde mit den 17 Stimmen der Kärntner Freiheitlichen (FPK) sowie mit einer der sechs Stimmen der ÖVP - so die Vermutung: Die Abstimmung erfolgte geheim. Die SPÖ-Abgeordneten blieben aus Protest auf ihren Plätzen statt wählen zu gehen.

Während der Gratulationen zu Scheuchs Kür verschwanden die FPK-Abgeordneten - und boykottierten somit den bereits dritten Antrag auf Neuwahlen, den SPÖ, ÖVP und Grüne eingebracht hatten. Weil mit den FPK-Mandataren 17 aller 36 Abgeordneten fehlten, mangelte es an der nötigen Zweidrittelmehrheit. Verstärkt wurden die Spannungen durch die Aufhebung der Immunität von SPÖ-Klubchef Reinhart Rohr im Verfassungsausschuss: Die FPK-Fraktion verdächtigt ihn im Zusammenhang mit der parteieigenen Werbeagentur „Top Team" der Untreue.

Auf Bundesebene bemühen sich unterdessen alle Parteien, sich von Kärnten möglichst fernzuhalten. Die SPÖ hält sich auffällig aus parteipolitischen Scharmützeln gegen die ÖVP heraus. Geschäftsführer Günther Kräuter sagt im „Presse"-Gespräch dennoch ohne Illusionen: „Insgesamt ist der Schaden für die Politik unendlich." Denn: „Das spricht ja alles für sich." Er lasse sich auch nicht von den guten Umfragewerte für die Kärntner SPÖ beeindrucken. Der Imageschaden sei auch für die Bundespolitik gewaltig: „Die Bevölkerung wendet sich von den Repräsentanten ab. Das ist eine demokratiepolitisch gar nicht unbedenkliche Gesamtsituation."

Für die ÖVP und Bundesparteichef Michael Spindelegger war das Geständnis des Kärntner Ex-ÖVP-Chefs Josef Martinz über illegale Parteienfinanzierung ein weiterer Tiefschlag. Die Kärntner Affären haben die Bestrebungen der Bundes-ÖVP, die Ausweitung der direkten Demokratie als Gegenmittel gegen die Frustration der Wähler voranzutreiben, völlig in den Schatten gestellt
Parteichef Michael Spindelegger urlaubt unterdessen am Mondsee. Für 16. August ist dort ein symbolischer Aufbruch eingeplant: Er sticht mit seinem Team auf einem Schiff kameragerecht in See. In Tracht.

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53 Kommentare
 
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Gast: Marcel1
08.08.2012 14:48
2 0

Hinhaltetaktik der FPK

Die FPK will nur, dass Gras über den unglaublichen Skandal wächst. Der Mensch ist eben vergesslich.

Wenn aber die anderen Parteien den Neuwahl-Druck massiv aufrecht erhalten, wird die FPK noch in diesem Jahr einknicken. Ohne Zweifel.

Was wollen die Kärntner Oppositionsparteien wirklich: Einen raschen Wahltermin oder vor allem die Klage gegen den ESM verhindern und damit auch Kärnten einen Schaden zufügen?

Der Spielball liegt jetzt bei den Kärntner Oppositionsparteien, die den Nachweis erbringen können, ob es ihnen wirklich um einen frühen Wahltermin oder nur um die Verhinderung der Klage gegen den ESM geht, wobei anzumerken ist, dass zwischen 80 und 90 % der Österreicher und damit auch der Kärntner gegen die Hilfen an die maroden Staaten sind und eine verfassungsrechtliche Überprüfung dieser völkerrechtlichen Verträge auch im Interesse Kärntens ist, weil auch das südlichste Bundesland von den Auswirkungen massiv betroffen sein wird.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

Gast: kein Kärntner
08.08.2012 12:21
0 0

je schneller die Wahl in Kärnten

desto schneller verschwindet die ÖVP aus dem Kärntner Landtag. Die SPÖ ist aber alles andere als Liebkind der Kärntner. Wen sollen die armen Kärntner also wählen???

Gast: almöhi
08.08.2012 12:18
0 0

ja, sie bemühen sich schon sehr

um Distanz , das merkt man, immerhin hat nur mehr einer den Scheuch gewählt. Wieso wurde denn der überhaupt gewählt, die anderen haben doch die Mehrheit?

Gast: Linker Pirat
08.08.2012 11:27
0 0

Wählt die FP!

Dann gibt es nie wieder die Qual weiterer Wahlen!

Wer Demokratie verhindert ist abzustrafen!

Je mehr sich die Blauen gegen eine Sofortwahl stemmen, umso weniger sind sie wählbar....!!

Antworten Gast: Gast 2012
08.08.2012 12:14
1 2

Re: Wer Demokratie verhindert ist abzustrafen!

SPÖVP haben die Legislaturperiode ohne Volksabstimmung um ein Jahr verlängert. Sie behindern damit die Demokratie und die Österreicher müssen sich um ein Jahr länger für ihren "Bundeskanzler" schämen...

Antworten Gast: Linker Pirat
08.08.2012 11:26
2 0

Re: Wer Demokratie verhindert ist abzustrafen!

Geht nicht, sonst würde die FP ja Minusstimmen bekommen.

mal im Ernst?!

glaubt ihr wirklich, dass sich in Kärnten nach einer Wahl (unabhängig davon ob noch 2012 oder 2013 gewählt wird) sich politisch an der macht was ändern wird bzw wie glaubt ihr geht die Wahl dann aus?
FAKT ist: es gibt meiner Meinung nach keinen fähigen Politiker in Kärnten (gibt’s denn eigentlich in Restösterreich?). Wer soll das Land dann regieren?
FAZIT: Egal, was man als Bürger wählt, man wählt zwischen Pest und Cholera! Eines sei aber noch gesagt, das Fazit bezieht sich aber nicht nur ausschließlich auf Kärnten, dies kann man auch auf die Bundesebene transferieren.

Antworten Gast: apfelmännchen
08.08.2012 12:40
0 0

Re: mal im Ernst?!

Machen's doch einfach eine Stricherl-Liste mit jeweiligem Pro- und Kontra?
Ist verlässlicher als Kartenlegen und zumindest besser als den Kopf in den Sand zu stecken.

Gast: wayneineressiert
08.08.2012 11:01
2 4

KTN

zuerst neuwahlen im bund

FAYMANDL rücktritt.

klage gegen den ESM

wenns dann um trinkgelder geht kann wieder ktn in die news bringen

Gast: AngezipfterKlagenfurter
08.08.2012 10:45
5 1

.....

Die werden nicht dafür bezahlt allen Sitzungen fern zubleiben! Diese elendigen Arbeitsverweigerer sollen sich der Abstimmung stellen und nicht ständig den Saal verlassen! Es ist einfach unglaublich was sich diese *********** erlauben! Immer von Demokratie labern und ständig demokratische Abstimmungen verhindern.

Antworten Gast: auch ein Gast
08.08.2012 12:17
0 1

Re: .....

es ist wirklich unglaublich, daß es Gesetze gibt, die man auch zu seinem Vorteil einsetzen kann..

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
08.08.2012 12:43
0 0

Re: Re: .....

Durchaus legitim, doch für selbsternannte "Musterdemokraten" ein doch sehr kontraproduktives Spielchen. Verzögerungstaktik spielt nur jemand, der berechtigte Panik vor massivem Machtverlust hat. Saubere Westen sehen anders aus...

Gast: b754
08.08.2012 09:45
5 1

falottentum auf tiefstem niveau

Falotten
Partei
Kärnten
und der strache mitten drin
gibts eigentlich noch eine verfassung in österreich die uns vor solchen subjekten schützt?

Antworten Gast: Linker Pirat
08.08.2012 11:25
1 0

Re: falottentum auf tiefstem niveau

Der Mafiaparagraph.

früher

da war alles auf den Meister fokusiert...die Lichtgestalten neben und hinter ihn ...die wurden nur peripher wahrgenommen....aber nun bei diesem Birni-Prozess da stehen sie nun....kenne ich nicht...der lügt....weiß von nichts...der Richter ist eine Kröte...
zufällig hat sich der Meister diese Leute nicht ausgesucht, weil die zeigen Steherqualitäten, wie der Richter einmal bemerkte....so wie bei Schwerverbrechern....

Gast: Peter Kanalgitter
08.08.2012 08:17
6 1

Herr Strache und Herr Dörfler

könnten sie es bitte,bitte noch so hinbiegen das gewählt wird bevor die Pensionsansprüche geltend werden? Ein armer Rentner (48 Jahre,gearbeitet seit Kindheit) würde sich bedanken. Jetzt gerade wo wir alle Kleinen über ihre Verhältnisse leben, da wäre es doch recht und billig das ihr die Wahlen nicht solange hinauszögert.
Warum sollen meine Kinder und Enkelkinder für eine Luxuspension von Dobernick und Freunde aufkommen?
Wir leben jetzt schon über unsere Verhältnisse, wir haben kein Geld mehr. Die Zitrone ist ausgepresst.

Antworten Gast: Gastastast
08.08.2012 09:15
4 1

Re: Herr Strache und Herr Dörfler

Für einen Dörfler oder Strache hat allerdings die Pension der Mitstreiter Vorrang, genauso wie eine Maximierung der Wahlchancen. Es geht in der Politik schon lange nicht mehr vorrangig um den Bürger.

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
08.08.2012 12:45
0 0

Re: Re: Herr Strache und Herr Dörfler

ging es doch eh nie wirklich...

was jetzt

Petzner sagt Haider ist unschuldig, es gab ein Treffen. Tauschitz sagt, er glaubt dass es so ein Treffen nicht gab, Dobernig sagt, dass mit Birnbacher über Steuerfragen gesprochen wurde, Scheuch sagt nichts, Dörfler weiß wie Rumpold nichts, Martinz sagt Haider sei Schuld und trägt Sparbuch durch die Gegend, Birnbacher sagt alle haben davon gewusst …wir sollten ein Medium anfordern um Jörgl zu befragen !!

jetzt behaupten, Österreichs Experten,

der Auszug aus dem Landtag ist, ohne einer Begründung nicht Rechtens.
Warum schaut man zu und überprüft das nicht? Ist ja wieder ein Betrug am Bürger.

Re: jetzt behaupten, Österreichs Experten,

Das Fernbleiben kann doch nur so gemeint sein, dass wenn man krank ist oder Arztbesuch hat fernbleiben kann. Aber doch nicht,l dass man schon im Vornherein ankündigt fernbleiben zu wollen um Abstimmungen zu vereiteln. Steht das so in den Statuten????

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
08.08.2012 12:48
0 0

Re: Re: jetzt behaupten, Österreichs Experten,

so ganz g'sund sind die doch alle schon längst nicht mehr...

Antworten Gast: Kritiker_
08.08.2012 09:16
2 0

Re: jetzt behaupten, Österreichs Experten,

Politik ist Betrug am Bürger. Zumindest dazu verkommen.

Gast: Johann, Slzbg
08.08.2012 06:15
8 1

Ich versteh die Einigkeit der FPK nicht!

Die Scheuchbuben sagten doch immer Neuwahlen sind kein Problem und sie fürchten sich nicht davor und der Dörfler, den sie bei einem Fussballspiel am Wochenende in Wolfsberg beschimpft und mit Bier beschüttet haben, hat Angst davor!

Müssen jetzt noch viele Sachen vertuscht, zugedeckt und weggeräumt werden?

Das ganze schadet dem Tourismus und Wirtschaftsstandort aber nicht nur in Kärnten sondern auch in Österreich!

Dieser faule, nichtstuende FPÖ&FPK HAufen soll endlich verschwinden! Kostet und vernichtet Geld und bringt obendrein noch Miswirtschaft, schlechtes Image!

Strache je länger Du zusiehst desto schlechter für Dich, kappierst das nicht?

 
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