24.05.2013 00:57 Merkliste 0

Faymann: ÖBB-Kampagne mit Dichand beraten

07.08.2012 | 19:56 |   (DiePresse.com)

In der Inseraten-Affäre offenbaren nun die Einvernahmeprotokolle der Staatsanwaltschaft pikante Details.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

[Wien/RED./APA] In der ÖBB-Inseratenaffäre werden weitere unangenehme Details bekannt. Unangenehm vor allem für Kanzler Werner Faymann (SPÖ), der im Verdacht steht, von Managern von Staatsbetrieben wie ÖBB und Asfinag verlangt zu haben, in befreundeten Zeitungen um hohe Summen zu inserieren. Wie nun bekannt wurde, soll Faymann - gegen den wegen Verdachts der Untreue ermittelt wird - bei seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft erklärt haben, dass er gemeinsam mit dem (inzwischen verstorbenen) „Krone"-Herausgeber Hans Dichand die umstrittene ÖBB-Kampagne eingefädelt habe. Das berichtet die „Tiroler Tageszeitung" mit Verweis auf das ihr vorliegende Einvernahmeprotokoll aus dem Februar.

Faymann sagte aus, dass er bereits vor der Angelobung zum Verkehrsminister überlegt habe, wie er seine „13-jährige Erfahrung als Wiener Wohnbaustadtrat in diese Tätigkeit einbringen könnte". Vor allem das angeschlagene Image der ÖBB sei ihm ein Anliegen gewesen. Darüber habe er sich sodann „mit diversen Medienfachleuten, unter anderem mit Hans Dichand", unterhalten. Dieser habe ihm vorgeschlagen, eine Kampagne in Anlehnung an eine frühere Serie mit dem Titel „Der direkte Draht zum Wohnbaustadtrat" zu starten.

Die „Tiroler Tageszeitung" berichtet auch über die Einvernahmeprotokolle des heutigen „Krone"-Innenpolitikchefs Claus Pandi. Dieser habe - als Zeuge - die Aussage Faymanns im Wesentlichen bestätigt. Mit einem pikanten Unterschied: Faymann habe ihn direkt gefragt, ob eine Neuauflage der Stadtrat-Serie mit Fragen an ihn als Minister möglich wäre. Faymann soll das bestätigt haben: „Ich glaube, dass es stimmt, dass ich mit Pandi vor dem Gespräch mit Dichand geredet habe und ihm mein Anliegen in derselben Form gesagt habe", soll es im Protokoll heißen. Der damalige ÖBB-Generaldirektor Martin Huber sei kurz nach Amtsantritt Faymanns von den Plänen informiert worden. Faymann dazu: „Huber war von dieser Idee auch begeistert und hat gemeint, dass wir auf diese Weise das Image werden heben können."

Ostermayer als Vermittler

Die Kosten für die Kampagne habe sein Büroleiter, der nunmehrige Staatssekretär Josef Ostermayer, mit Dichand geklärt. Dies sagte Ostermayer - gegen den ebenfalls ermittelt wird - selbst aus. Auch habe Ostermayer Huber über die Kosten von 500.000 Euro informiert. Dieser habe den Betrag akzeptiert. Ostermayer und Faymann betonten gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass Huber die Kampagne nicht ohne Zustimmung der ÖBB-Gremien hätte genehmigen können. Nach dessen Zusage sei er aber davon ausgegangen, dass diese Zustimmung erfolgen werde, soll Faymann ausgesagt haben.
Bestritten wurde von Ostermayer, dass er bei einem Mittagessen mit Huber und ÖBB-Aufsichtsrat Horst Pöchhacker einen Betrag genannt habe, der für Faymann abgestellt werden sollte - wie von Huber behauptet. Huber soll bei seiner Einvernahme im Dezember erklärt haben, Ostermayer habe „mit Sicherheit" gesagt, dass „Werner sich 7 Millionen von den 23 Millionen Euro für seine Disposition vorstelle".

Die Ermittlungen in der Inseratenaffäre laufen. Derzeit soll mittels Gutachten der Werbenutzen der Inserate geklärt werden.

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

258 Kommentare
 
12 3 4 5 6
Gast: zwckerl
09.08.2012 07:10
0 0

wie heute in den SN zu lesen:

die Frau von Herrn Pandi (KRONE) war ja die Pressesprecherin des Herrn Faymann.
Noch Fragen?

0 0

Noch Fragen?

Ja:

Wo sind die Handschellen?

Gast: supersauber
08.08.2012 17:27
4 1

Faymann ...

... fühlt sich also nur missverstanden? Der hat wohl in Sachen "blöde Ausreden" Nachhhilfe vom blauen Kickl gekriegt. Die Ausrede erreicht in ihrer Lächerlichkeit nämlich fast schon FPÖ-Niveau!

Gast: WunschPunsch
08.08.2012 17:18
3 0

Ich wünsche

mir einen BK, der eine Ausbildung bzw. ein Hochschulstudium abgeschlossen hat.

2 0

Spannend ist dabei einfach nur eine Frage:

wurden Steuergelder zur Parteinen- oder Politikerimagewerbungsfinanzierung verwendet oder nicht. Das sollte doch selbst für die inkompetente Strafjustiz nicht schwer zu klären sein. Falls dies der Fall sein sollte ist das mE. eindeutig Untreue (Par. 153 StGB).

Aber das hat ja alles nichts mit Parteien....

....finanzierung zu tun....3x kurz gelacht.

Konsequenzen jetzt - oder halt morgen.

Die Kärntner Sümpfe haben bereits Wien erfasst?
Schrecklich.

Gast: Solide
08.08.2012 15:09
6 0

Selbstgemachte Hausmannskost !!

ein volk das an vertstaatlichten bzw. staatsnahen betrieben,banken, inkl. unfreier medien u. an den sozialstaat(übersozialstaat) so eisern festhält wie das österreichische darf sich nicht wundern dass es auch die dazupassenden (volks)vertreter hat, dass schlechteste u.mieseste privatunternehmen ist immer noch besser u. sauberer als diverse staatsnahen klitschen mit ihren unfähigen u. unverantwortlichen häschern !! ja das volk (auch die,die hier sich aufregen) hätte es in der hand durch wahl,kauf u. eignes wirtschafts- verhalten dem ganzen "zauber" den gar auszumachen,erst wenn dann noch immer solche dinge passieren würden werde ich mitschimpfen u. mitfluchen ......

Eigentlich ist der echte Bundeskanzler am 17. Juni 2010 in Wien verstorben †

Sein stets charmant lächelnder Sekretär agiert demnach in der Grauzone der Legalität.

1 0

Faymann???

Dann doch lieber Gabalier:

http://bit.ly/MtBjCR


Kanzler der Herzen

Laura hat dem Bundeskanzler eine SMS geschickt: "Warum darf der Cap Pepi mitmachen bei der Zeremonie und ich nicht?". - "Laura, es war Mr. Bean".

"Lustig, Werner. Der Rowan Atkinson schaut dem Pepi voll ähnlich" - "Nein, Laura,das ist der Mr. Bean, nicht der Rowan Atkinson".

Manchmal ist sie schon begriffstutzig.

(c) Werner Failmann, FB

Gast: VanHellsing jagt HC
08.08.2012 14:56
0 17

Die wahren Korrupten sitzen NUR in der FPÖ


13 0

Re: Die wahren Korrupten sitzen NUR in der SPÖ

Es gibt keinen größeren Schaden in der Demokratie, als sich die Medien kaufen zu wollen. Neben dem Missbrauch von Steuergeld geht es auch um ein Aushebeln der Pressefreiheit und um plumpe Wählertäuschung.

Re: Re: Die wahren Korrupten sitzen NUR in der SPÖ

wobei auch das schuldenmachten für wahlkampfzuckerl nur des machterhlates wegen ist eine schwere beschädigung der demokratie!

14 0

Ein Boulevard-Kanzler berät mit einer Boulevard-Zeitung

... das passt doch! Nur: so ein Typ vertritt als Bundeskanzler die Republik Österreich und macht sich gerade zum Affen mit seiner Anbiederung an Hollande, welcher einen streng sozialistischen Kurs fährt. Auf seine Slogans für die Nationalratswahl 2013 dürfen wir gespannt sein.

Werner, nimm doch endlich den Hut....


Gast: joseph
08.08.2012 14:40
12 0

hier wird gelogen

faymann nannte dichand als seinen wahlonkel.
das er vorab mit pandi sprach und dieser an dichand verwies ist unglaubwürdig.

Re: hier wird gelogen

@joseph

doch, doch--- Klaus Pandi ist mit Faymanns Pressesprecherin verheiratet.

Antworten Antworten Gast: gast22
08.08.2012 16:28
5 0

Re: Re: hier wird gelogen

Mit der _ehemaligen_ Pressesprecherin Faymanns.

Feigl-Pandi ist inzwischen zur Abteilungsleiterin für "New Media" im Bundeskanzleramt avanciert und für die Facebook-Präsenz Faymanns zuständig. Insgesamt umfasst die neu geschaffene Gruppe 9 Personen, einige davon wurden dafür vom Bundespressedienst abgestellt.

Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
08.08.2012 21:50
2 0

Re: Re: Re: hier wird gelogen

.. und sucht die feigl-pandi auch so wie der werner ihr maturazeugnis :-)?

a ruah is, basta

der wernerle macht so was nicht, basta. solcherne schiachen sachen machen nur die kärtner und dort vor allem die blauen. rote sind niemals nie bei irgendwas bösem dabeigewesen, fragts doch den vranitzky franzl, rufts in nur an, aber achtung so eine telefonberatung kostet natürlich was, eh klar.

Gast: oecologia
08.08.2012 14:28
12 0

system

kann es sein dass die parteifinanzierungssysteme nicht mehr greifen. Findet vielleicht ein paradigmenwechsel statt in diesem land hin zu neuen machtstrukture, weg von der pardei. schoen waer es in einer freien demokratie zu leben, aber ein ueber 50 jaehriges parteifreunderl system aufzubrechen wird noch viele jahre brauchen.

die ersten schritte sind aber getan die suempfe in wien kaernten... Aufzuzeigen. danke freie presse, leider kann der spoe orf da nicht ganz mit und ist als staatsfunk einfach untragbar.

Gast: Naivling
08.08.2012 14:25
5 0

Brief ans Christkind

Nachdem der Brief an das Christkind schon etwas abgedroschen ist und ich ohnehin nie eine Antwort bekam, versuche ich einmal etwas Anderes: Lieber Karl- Heinz! Ich würde mir ein bescheidenes Penthäuschen im 1. in Wien und vielleicht die Visitenkarte von deinem Bank/Steuerberater, wünschen. PS: Wenn du wieder nach Luxemburg "Etwas" abholen fährst, würde ich gerne mitfahren. Lieber Ernst! Würde mich sehr über eine Einladung nach Wimbledon freuen und für 100.000 im Jahr, könnte ich dann auch einen deiner "Clients" gerne übernehmen. PS: habe deine Diskretion immer sehr geschätzt. Lieber Uwe! Bzgl Staatsbürgerschaft, bin ich momentan eigentlich recht gut versorgt. Aber ein Urlaub bei Freunden, das wäre fein. PS: A zünftige Kärtnerjausn war noch immer "part of the game", oder? Lieber Alfons, liebe Maria! Ein gemeinsamer Jagdausflug mit euch und euren "Freunden" würde mich sehr freuen. PS: Falls die Maria noch irgendwo eine Packung Grippeschutzmasken herumliegen hat, bräuchte ein paar, zum Arbeiten. Lieber Josef! Wenn der Richter dein Sparbuch nicht haben möchte, würde ich mich erbarmen. PS: Könntest du einmal nachfragen, ob in der Kanzlei Birnbacher ein Platzerl für mich frei ist. Lieber Werner! Über ein nettes Geburtstagsinserat würde ich mich sehr freuen. PS: Es muss nicht unbedingt in der Krone sein, die lese ich nämlich leider nicht. Ergebensten Dank schon im voraus und es braucht niemand Angst haben, dass ich ihn, wegen kleinen Aufmerksamkeiten, bei der Justiz ankübeln gehe.

Re: Brief ans Christkind

Sie brauchen Faymännchen nicht in Schutz nehmen, denn der gelernte Österreicher weiß, dass es in JEDER ! Partei zum Himmel stinkt. Davon ist die SPÖ nicht ausgeschlossen.

Gast: Fix it
08.08.2012 14:24
15 0

Ein Abschiedsgeschenk für unser Faymandl!

Alle Österreicher sollten für ein Abschiedsgeschenk zusammenlegen!

Schlage neue Gardinen vor!

Am besten schwedische!

Gast: Satyricon
08.08.2012 14:21
0 12

Also rein nach den Aussagen und Prinzipen der FPÖ will ich hier mal folgendes festhalten:

Es darf keine Vorverurteilungen geben!

Es darf keine Hetze geben seine Person und seine Familie geben!

Es sind keine Konsequenzen zu ziehen bis ein Rechtskräftiges Gerichtsurteil vorliegt!

Also meine Presse-Trolle, gilt die Rechtsstaatlichkeit nur für die FPÖ oder wie schauts aus?

 
12 3 4 5 6