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SPÖ-Chef schließt Koalition mit FPK "zurzeit" aus

08.08.2012 | 18:17 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Der Kärntner SPÖ-Parteiobmann Peter Kaiser im Gespräch mit der "Presse" über seine Chancen auf Platz eins, Rot-Grün-Schwarz, den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider sowie Inserate im Bund.

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Die Presse: Spreche ich mit dem nächsten Landeshauptmann von Kärnten? Immerhin liegt die SPÖ ja derzeit auf Platz eins in allen Umfragen.

Peter Kaiser: Das werden die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Würden wir den Regierungschef stellen, wären die Chancen, unsere Ideen umzusetzen, natürlich größer.

 

Mit welchem Partner am liebsten? Rot-Grün etwa hätte laut Umfragen eine absolute Mehrheit.

Entscheidend sind gute Vorschläge. Am ehesten orte ich sie bei Grünen und ÖVP. Ich möchte mich auch nicht festlegen, aber diese drei Parteien wollen einen Neustart, auch die ÖVP unter ihrem neuen Chef Obernosterer. Für die Zukunft des Landes wird allerdings die Politik nicht ausreichen. Als Landeshauptmann würde ich auch das Know-how von Menschen nützen wollen, die in Kärnten oder außerhalb Karriere gemacht haben.

 

Als heimliche Expertenregierung im Hintergrund?

Nein. Aber ich würde gern Leute wie Herrn Jagerhofer (Eventmanager, Anm.) in wichtige Tourismusholding-Entscheidungen einbinden oder die außenpolitische Erfahrung des Wolfgang Petritsch (Diplomat, Anm.) nützen – indem sie als Berater für die Politik tätig werden. Auch die Sozialpartner sollten ein gewichtiges Wort haben. Das wäre auch den zentralen Themen der SPÖ und des Landes, von Arbeitsplätzen über Gesundheit bis Soziales, zuträglich.

 

Eine Regierung mit der FPK schließen Sie aus?

Nach dem, was passiert ist und wie sie zurzeit aufgestellt ist, ja. Die FPK stellt sich nicht ihrer Verantwortung und nimmt das Land weiter in Geiselhaft.

 

Damit spielen Sie auf den Boykott der FPK gegen eine baldige Neuwahl an.

Ja, aber wir anderen Parteien kämpfen weiter dafür. Und solange sie blockiert, wird die FPK sehen, dass sie abrutscht in Umfragen.

Wie erinnern Sie sich an Jörg Haider?

Bei unserem ersten Zusammentreffen – ich als Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, er als scheidender Freiheitlicher Jugendobmann – hat er mir gleich gesagt: Wenn du politisch wirklich etwas werden willst, komm zu meiner Partei. Was ich entrüstet zurückgewiesen habe. Mir hat sich damit gezeigt: Er will eigentlich keine Grundsatzpolitik, keine Inhalte. Er will Macht. Das zeigt sich auch in der Birnbacher-Affäre (um illegale Parteienfinanzierung, Anm.).

 

Glauben Sie, dass Haider das allein war? Auch FPK-Landesrat Dobernig und Uwe Scheuch sind im Visier der Justiz.

Das ist ein System, das man nicht auseinandernehmen kann. Es hat sich seit Haider auch nicht wirklich etwas geändert.

 

Aktuell steht auch SPÖ-Klubchef Rohr im Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung oder Untreue im Zusammenhang mit der Werbeagentur Top Team.

Das ist lächerlich. Jedem Auftrag stand eine Leistung gegenüber. Aber ich bin froh, dass es jetzt Untersuchungen und Aufklärung gibt.

 

Ihr Bundesparteichef, Kanzler Faymann, soll in der Inseratenaffäre Absprachen mit dem einstigen „Krone“-Chef Dichand über die strittige ÖBB-Kampagne getroffen haben.

Ich bin sicher, dass sich das aufklärt und Faymann unschuldig ist. Ich kenne ihn gut.

 

Wie sehr redet er Ihnen drein in Kärnten?

Gar nicht. Wir gehen einen Kärntner Weg.

 

Sie gelten bei vielen als Intellektueller. Bei manchen auch als zu intellektuell für das Land.

Wenn in der jetzigen Situation g'scheit sein ein Nachteil sein sollte, ist das wagemutig. Intelligenz kann man auch in Kompetenz ausdrücken, und die habe ich.

Zur Person

Peter Kaiser, 53, ist seit 2010 Landeshauptmann-Vize und SPÖ-Landesparteiobmann in Kärnten. Landtagsabgeordneter war Kaiser von 1989 bis 1994, 1997 sowie von 2001 bis 2008 – ab 2005 als Klubchef. 2008 wurde er Gesundheitsreferent des Landes. Seine berufliche Karriere startete er 1978 als Vertragsbediensteter der Landesregierung, nebenberuflich studierte er Soziologie und Pädagogik. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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11 Kommentare
Gast: Wetterfrosch90
09.08.2012 00:48
1 0

Kaiser wirkt definitiv sehr intellektuell...

Ob das auch für Dörfler zutrifft?
Aber eins kann man sicher sagen: Es liegt auf der Hand. wer von den beiden der bessere "Hofnarr von Scheuch" sein kann.

Antworten Gast: Peter König
09.08.2012 11:05
2 0

Re: Kaiser wirkt definitiv sehr intellektuell...

Wenn ich die Differenz zwischen Intellektualität und Kaiser am Klavier spielen könnte, wäre ich ein Meisterpianist.

Antworten Antworten Gast: le baron
10.08.2012 09:12
1 0

Re: Re: Kaiser wirkt definitiv sehr intellektuell...

... und wenn ich die Differenz zwischen Intellektualität und Dörfler am Klavier spielen könnte, wäre ich der größte Virtuose aller Zeiten.

Niemand

hat die Absicht eine Mauer zu errichten......na wär schon etwas, wenn Kärnten sich in Zukunft nich einmauert...oder verwechsle ich da in der Geschichte etwas....??

Gast: Erna Fellmann geborene Fayner vom Inseratenclan!
08.08.2012 21:44
0 0

Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten...........

.............noch vor dem Kaiser kriechen! H.D.Ü.D.Heiser

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Gast: zum fremdschämen
08.08.2012 20:12
0 1

der diffamantelstadel überholt sich rechts?

oh wunder! ;-)

Gast: Moser G
08.08.2012 20:00
7 6

SPÖ, die Ausgrenzer Partei

Die Ausgrenzer werden gehörig auf die Nase fallen!

Dieser Mann stellt keine Alternative dar

Ausgrenzen allein ist noch kein Programm. Das hat der Oberfiaker in Wien bereits erfahren dürfen. Faymann wird diesen Lernprozess nach den nächsten Wahlen noch vertiefen können.

Antworten Gast: gast0815
09.08.2012 09:36
1 0

Re: Dieser Mann stellt keine Alternative dar

Man kann zur SPÖ Kärnten stehen wie man will, aber wenn man eine Koalition ausschließt auf Grund dessen dass eine Zusammenarbeit derzeit nicht geht, dann ist das kein Ausgrenzen. Dann ist die FPK eben halt nicht in der Regierung. Im Gegensatz dazu hat die FPK aber der SPÖ Referate entzogen, Dörfler und Co haben immer wieder die Leute niedergemacht, von der Konsensgruppe bishin zu Holub oder Kaiser. Die FPK ist nicht Reformfähig und wenn jemand blockiert dann wird es nicht gehen, das ist nun einmal Fakt und Kaiser schließt ja nicht aus dass die FPK irgendwann wieder Regeirungsfähig sein könnte, naja aber "Ausgrenzung" schimpfen, das Leben kann so einfach sein. Die Neuwahlen müssen noch heuer stattfinden, egal weclhe Partei wie stark ist.

Re: Dieser Mann stellt keine Alternative dar

Ausgrenzen ?
was glauben sie was BZÖ/FPK die letzten 10-15 Jahre praktiziert hat