19.06.2013 14:42 Merkliste 0

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Strasser

09.08.2012 | 11:24 |   (DiePresse.com)

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat heute gegen den früheren ÖVP-Politiker Ernst Strasser eine Anklage wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit eingebracht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"Yes, of course I'm a lobbyist!" Diese Worte wurden im März 2011 von zwei als Lobbyisten getarnten britischen Journalisten heimlich auf Video aufgenommen. Damals zeigte sich der frühere ÖVP-Innenminister und Ex-ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Ernst Strasser, bereit, für einen den Kapitalmarkt betreffenden Gesetzesänderungsantrag zu sorgen. 100.000 Euro waren Strasser dafür in Aussicht gestellt worden.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Wien erhob nun Anklage gegen Strasser wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit. Bei einem Schuldspruch drohen ihm zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe. Das teilte die WKStA am Donnerstag in einer Aussendung mit.

--> Zitate: ''A lobbyist has a special smell''

Demnach ermittelte die Korruptionstaatsanwaltschaft fünfzehn Monate lang in fünf verschiedenen Staaten. Außerdem wurden Hausdurchsuchungen an zehn verschiedenen Standorten durchgeführt. "Man beschlagnahmte Daten im Umfang von etwa einem Terabyte und rund 25 Kisten an Unterlagen", heißt es in dem Text. Auch Kontoöffnungen und neunzig Einvernahmen fanden statt. "Bei weiteren untersuchten Geschäftsfällen konnte ein strafbares Verhalten nicht festgestellt werden", wird festgehalten.

Strasser bestreitet weiter die Vorwürfe

Strasser beharrte indes darauf, in seiner Funktion als EU-Parlamentarier den Tatbestand der Bestechlichkeit nicht erfüllt zu haben. Er habe "von Anfang an Verdacht" geschöpft und einen Geheimdienst vermutet. Mitgespielt habe er nur, um die beiden "Lobbyisten" aufdecken, ihre Hintermänner ausforschen und sie anzeigen zu können. Dazu sei es aber aus "terminlichen Gründen" nicht gekommen.

Nach der Anklageerhebung erwägt Strassers Verteidiger Thomas Kralik einen Einspruch gegen die 42 Seiten umfassende Anklageschrift zu erheben. "Wir bestreiten nach wie vor die Vorwürfe, die darin erhoben werden", erklärte Kralik am Donnerstag. Weiters betonte er, dass Staatsanwältin Alexandra Maruna ausschließlich die Vorgänge rund um die zwei britischen Journalisten zur Anklage gebracht habe: "Alle anderen im Raum stehenden Vorwürfe wurden eingestellt."

Mit einem allfälligen Einspruch gegen die Anklage müsste sich das Wiener Oberlandesgericht (OLG) auseinandersetzen. Sollte es dazu kommen, dürfte der Prozess gegen Strasser vermutlich erst 2013 über die Bühne gehen. Wer im Wiener Straflandesgericht die Verhandlung leiten wird, war am Donnerstagvormittag noch unklar.

''Ich bin ein Lobbyist': Strasser stolpert über Bestechungs-Affäre

Alle 9 Bilder der Galerie »

Karas: "Anklage ist notwendiger Schritt"

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch betonte am Donnerstag, dass es, sofern es in der ÖVP Verfehlungen gebe, Konsequenzen folgen würden - "das unterscheidet uns schon von den anderen".

Der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament und Parlaments-Vizepräsident, Othmar Karas, sieht in der Anklage gegen Strasser eine Notwendigkeit. "Für mich steht außer Zweifel, dass jetzt ein notwendiger Schritt zur vollständigen Aufklärung gesetzt wurde", betonte Karas am Donnerstag in einer schriftlichen Erklärung. "Die politische und moralische Herausforderung bleibt aber", unterstrich er.

Bestechlichkeit

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft stützt sich in ihrer Anklage gegen Ex-Innenminister Ernst Strasser auf "Bestechlichkeit", die im Paragraf 304 des Strafgesetzbuches (StGB) geregelt ist. Dort heißt es:

"304. (1) Ein Amtsträger oder Schiedsrichter, der für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung eines Amtsgeschäfts einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, annimmt oder sich versprechen lässt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Ebenso ist zu bestrafen, wer als von einem Gericht oder einer anderen Behörde für ein bestimmtes Verfahren bestellter Sachverständiger für die Erstattung eines unrichtigen Befundes oder Gutachtens einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, annimmt oder sich versprechen lässt.

(2) Wer die Tat in Bezug auf einen 3.000 Euro übersteigenden Wert des Vorteils begeht, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen, wer jedoch die Tat in Bezug auf einen 50.000 Euro übersteigenden Wert des Vorteils begeht, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen."

(Red./APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

123 Kommentare
 
12 3

Unsere Justiz wird gar nichts zustande bringen

Für diese Figuren gibt es nur Tribunal, Enteignen, Lager, Entsorgung.

Antworten Gast: Lausbub
10.08.2012 11:58
0 0

Re: Unsere Justiz wird gar nichts zustande bringen

Alles klar: für ihren "gesunden Menschenverstand" wären Verhältnisse wie in der Ex-DDR od. SU genau das richtige!!!

So sehen ÖVP-Spitzenkandidaten für die Europawahl aus.

Jetzt muss man den CV noch ein wenig auf Zeit spielen lassen und dann findet sich gewiss ein Posten für den Pfosten bei der Raiksa o.ä.

Strafverschärfend

"Wollte eine Anzeige machen, bin aber aus terminlichen Gründen nicht dazugekommen!"
Ein Geständnis wirkt sich üblicherweise strafmildernd aus, diese Frotzelei jedoch sollte sich strafverschärfend auswirken!!!!!

Gast: Geschäftsmann
09.08.2012 18:17
0 0

Trachtenmissbrauch

In der Schweiz macht man sogar Witze wir hätten keine Häftlings Uniformen in Kärnten würden die Schwerverbrecher im Trachtenanzug herum springen. Strasser-Grasser und Kallat würden lobbyieren damit die Kärntner Verbrecher nicht mehr mit der Tracht herum springen müssen.
Uns ist das Frühstück im Hals stecken geblieben und wer die Schweizer und ihr gehässiges Lachen kennt weiß was ich meine.

Antworten Gast: almöhi
09.08.2012 21:10
0 0

Re: Trachtenmissbrauch

da sollten Sie sich nichts dabei denken, bei denen sind die Österreicher seit eh und je Obertodel,da gibts Legionen von Österreicherwitzen, gehässig ist gar kein Ausdruck.

Gast: Ösi
09.08.2012 18:08
3 1

Und, wenn interessiert das???

Mich hat's heute wieder mit dem Motorrad aufgeprackt - ahhh, was das wieder kostet!
Und wenn ich heute noch einmal höre: "Hauptsache dir ist nichts passiert dann dreh' ich durch!"
Hab' mir zwei Flaschen Rotwein besorgt - hoffe das reicht!

Liebe Grüße, ein heute sehr trauriger

Ösi

...beileid...

aus eigener erfahrung glaube ich zu wissen: des reicht ned.

solidarische grüsse.

Antworten Gast: Ich werde noch lange als Wiederholung weiterleben! Rudi Carrell
09.08.2012 21:54
0 0

Re: Und, wenn interessiert das???

Hauptsache dir ist nichts passiert!

Antworten Antworten Gast: wasweißdennich
09.08.2012 23:29
1 0

Re: Re: Und, wenn interessiert das???

LOL

Gast: kgsju 8321
09.08.2012 17:56
1 0

Geheimabkommen nach den EU Sanktionen


Gab es vielleicht infolge der EU Sanktionen ein Geheim-Abkommen mit der SPÖ, in dessen Folge ein Strasser in gewissen Fällen >doppelt-blind< agierte oder wurde nur der Strasser geschmiert ?

Wurde der Fall des Briefbombers FUCHS tatsächlich aufgeklärt, oder war die Justiz und Polizei angewiesen, einen unbeteiligten DRITTEN zu jagen, um möglicherweise eine Beteiligung des sogenannten rechten Lagers zu konstruieren ?

Antworten Gast: friedhofsgärtner
09.08.2012 21:13
0 0

Re: Geheimabkommen nach den EU Sanktionen

genau, das trifft den Kern der Sache.

Gast: tangokorrupti
09.08.2012 17:52
0 1

also ich wette mal vorsichtig ;-)

der sitzt keinen einzigen tag ein

es wird eine bewehrungsstrafe geben, wenn überhaupt

Herr Dr. Strasser, machen Sie sich bitte keine Sorgen - wir müssen halt ein Busserl was unternehmen. Ein Anklagerl sozusagen. Es is eh ned persönlich gemeint. Und es wird eh garantiert nix passieren. Ihr Staatsanwalt


Schüssel machte Bock zum Gärtner

Seine bisher bekannt gewordenen Meisterstücke:

Strasser als Oberpolizist,

Grasser als Oberbankier,

Rauch-Kallat als privatinteressierte Grippemaskeneinkäuferin

Haider als Steigbügelhalter mit der Peitsche in der Hand.

Was sagt der Flohzirkusdirektor eigentlich zu seinen ziemlich misslungenen Dressurakten?

Gast: Die Wahrheit altert NIE!
09.08.2012 17:03
1 0

Also eines wurde der öst. Bevölkerung......

....in den letzten Jahren vor Augen geführt, wenn die Justiz NICHT will, dann will sie auch nicht, es liegt NUR an ihrer "Laune" WER angeklagt wird und WER NICHT........das mit dieser Anklage sollte man nicht überbewerten, da hatte sogar die Justiz KEINE CHANCE, zu gross war der Druck von der Öffentlichkeit, ICH HOFFE, dass man hier auch noch die Strasser-Causa mitanklagen kann, die vor gar nicht allzulanger Zeit auf einem VERJÄHRUNGSSCHREIBTISCH VERHUNGERT WORDEN IST......
Denkt einmal nach: ES GIBT VIELE VIELE CAUSEN, BEI VIELEN GEHT ES UM MILLIONEN EUROS......UND SITZT JEMAND IM HÄFEN??? NEIN!
Wenn ein NO NAME derartige Verbrechen begeht, dann sitzt er/sie vorerst einmal Monate wenn nicht Jahre in Untersuchungshaft.....WIESO GIBTS DA UNTERSCHIEDE???


Re: Also eines wurde der öst. Bevölkerung......


Burgstaller und Faymann z.B. , da wurde in der Einbürgerungsgeschichte mit den Russen einfach das Verfahren eingestellt!

Obwohl da wirklich Geld geflossen ist, das bis jetzt unauffindbar ist!

Aber Kärnten, wo nur dumm geredet wurde, wird zum großen Skandal gemacht!


Gast: genius
09.08.2012 16:59
2 8

weiter so!

dann kommt 2013 Rot-Grün und endlich geht was weiter!

Antworten Gast: tangokorrupti
09.08.2012 17:54
0 0

Re: weiter so!

gusi bist am ende du, du politgenie???

der gastname ist ja genius

das war jedenfalls der witz des tages

es dürfte zu 100% mit rot grün nur noch schneller nach unten gehen, weiter geht dann auch was aber nicht gerade unbedingt in die bessere richtung

Wie sollten denn die vielen unsinnigen EU-Gesetze sonst

entstehen, z. B. Quecksilberlobby.........

Gast: apfelmännchen
09.08.2012 15:59
3 1

Lieber Herr Strasser,

hiermit lädt Sie das österreichische Volk ganz herzlich ein zu einem mehrjährigen Aufenthalt in einem exklusiven Wellnesshotel mit exzellentem Einbruchschutz. Kost und Logis übernimmt selbstverständlich der Staat.
Genießen Sie die Ruhe, schalten Sie mal so richtig ab vom hektischen Polit-Alltag und lassen Sie sich verwöhnen.

Sie haben es sich redlich verdient.

Aber bitte nicht einsam verreisen lassen

Das halbe Parlament, die Minister der letzten 20 Jahre und unsere lieben Herren Bankdirektoren sollten da schon Gesellschaft leisten!

Antworten Gast: LasstEuchnichtverarschen
09.08.2012 16:15
0 0

Apelmännchen, Sie glauben einen Witz zu machen? Das gibt es wirklich:

http://www.bild.de/news/vermischtes/gefaengnis/berlin-fuenf-sterne-knast-6166062.bild.html

1.Preis: 2 Wochen Gratisaufenthalt in Gefängnispension Eisenstadt mit Swimming Pool und Tagesausgang für Politverbrecher und inhaftierte (Ex-)Mitglieder der österreichischen Nationalratsparteien. Erleben Sie Tagespolitik und Strategieplanung aus erster Hand beim Frühstück. Schlendern Sie gemeinsam mit den inhaftierten Sonderhäftlingen bei ihren Tagesausflügen zu wichtigen Sitzungen und Lagebesprechungen. Ein unvergessliches Erlebnis und Einblick in die Arbeitsweise unserer Justiz.

Bunte Sofas, großzügige Sportanlagen, Fitnessräume – und Kuschelräume für Pärchen-Sex. Was ist denn das Tolles? Ein Luxushotel? Eine Wellness-Oase? Ein sonniger Single-Cub unter Palmen? Alles falsch! Das ist das Designer-Gefängnis in Leoben (Österreich). Das Justizzentrum, wie der Knast de luxe offiziell heißt, wurde 2005 vom Architekten Josef Hohensinn geplant und gebaut. Es bietet Platz für 205 Kleinkriminelle – und ist seither saisonunabhängig voll ausgebucht, wie Hoteliers sagen würden.
Wen wundert‘s. Der Knast in Leoben ist der modernste Europas, bietet seinen (Zwangs-) Gästen Sportplätze, Multimediasaal, Andachtsraum und
Gemeinschaftsküchen mit frei zugänglichem Balkon. Computer- und Sprachkurse runden das Angebot ab. usw. Auf Suiten wurde verzichtet. Die Standardzelle misst 10 Quadratmeter inklusive integrierter Teeküc

Antworten Antworten Gast: donso
09.08.2012 17:27
2 0

...

Bitte beziehen Sie Ihr Wissen nicht in der Bild-Zeitung. Dies zu Ihrem Vorteil, auch zum Vorteil Ihrer Mitmenschen. Diese ist die reisserische "Krone" Deutschlands.

Inhalte kann man stets unterschiedlich formulieren. Man kann sachlich schreiben oder man kann übertreiben. Luxushotel würde ich nicht zur Infrastruktur sagen- Es handelt sich um ein Gefängnis.
Googeln Sie einmal nach den Gedanken hinter dem Bau: "justizanstalt leoben" und "justizzentrum leoben" als Schlagworte helfen.
Suchen Sie auch, ob es Statistiken gibt, ob sich die ehemaligen Gefangenen im normalen Leben wieder besser oder schlechter integrieren, wieviele "rückfällig" werden.

Aber wenn Sie denn Bau wirklich so toll finden, schauen Sie, dass Sie gratis rein kommen- wenn Sie meinen, dass Sie dann gar Vorteile und Luxus drinnen hätten...

Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
09.08.2012 16:37
0 1

Re: Apelmännchen, Sie glauben einen Witz zu machen? Das gibt es wirklich:

ich glaube mich daran zu erinnern erst kürzlich eine Vorschau auf einen TV-Bericht gesehen zu haben zu diesem Gefängnis.

So viel Luxus werden wir Ernst Strasser hierzulande vermutlich nicht bieten können, aber ein Poster von seiner Haçienda auf Mallorca würde ich ihm gerne spenden.


Antworten Antworten Antworten Gast: apfelmännchen
09.08.2012 17:20
1 0

Re: Re: Apelmännchen, Sie glauben einen Witz zu machen? Das gibt es wirklich:

autsch - das steht echt in Leoben? Dann darf er sich gerne schon mal auf die Warteliste setzen lassen. Toi-Toi-Toi, Ernst! Des wird scho!

 
12 3