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Durchgriffsrecht auf Länder: ÖVP gespalten

09.08.2012 | 12:59 |   (DiePresse.com)

Die Bundes-ÖVP soll bei den Landesparteien stärker durchgreifen können. Nach der Zustimmung von Niederösterreichs Landeschef Pröll, ziehen auch die anderen nach. Nur Salzburg und das Burgenland sträuben sich.

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Der Vorschlag von ÖVP-Chef Michael Spindelegger nach einem verstärkten Durchgriffsrecht auf die Landesparteien bei etwaigen Verfehlungen spaltet deren Chefs. Zwar ist die Mehrheit der schwarzen Obmänner für den Vorschlag, aus Salzburg und dem Bundesland hagelt es aber Kritik.
Als erster reagierte der niederösterreichische Obmann Erwin Pröll. Er sei "sehr gesprächsbereit". Bereits am Mittwoch betonte er gegenüber der "ZiB2": Sollte es einer Landespartei an Selbstreinigungskraft fehlen, dann müsse sie eigentlich dankbar sein, wenn der Bundesparteiobmann für Ordnung sorge.

Am Donnerstag schloss sich Oberösterreichs schwarzer Landes-Chef, Josef Pühringer, an. Er habe "nichts dagegen, dass der Bundesparteivorstand in Fällen, in denen die Landesorganisationen nicht oder zu spät handeln, ein Eingriffsrecht besitzt". Es müsse aber auch für Fälle gelten, die die Bundesebene betreffen, betonte er.

"Bundesparteichef sollte überall mitreden"

Für Spindeleggers Vorschlag ist auch der geschäftsführende Kärntner ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer. "Der Bundesparteichef sollte überall etwas mitzureden haben", sagte er. Grundsätzlich dürfe an der Autonomie der Landesorganisationen aber nicht gerüttelt werden. Es solle ja auch nicht so sein, dass sich die Landespartei in die Gemeindeorganisationen einmische, "die vor Ort können die Lage am besten einschätzen".

Auch der Wiener VP-Obmann Manfred Juraczka habe "absolutes Verständnis" für den Vorschlag Spindeleggers. Dies sollte aber nur "der Ausnahmefall und nicht die Regel werden". Soll heißen: Der Bundesparteiobmann sollte nur "bei Gefahr in Vollzug" eingreifen. "Durchaus gesprächsbereit" zeigte sich am Donnerstag auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter. Grünes Licht gab es aus der Steiermark. Allerdings zeigte sich der dortige ÖVP-Obmann Hermann Schützenhöfer skeptisch, ob damit Korruptionsfälle wie jene in Kärnten zu verhindern seien.

Burgenland und Salzburg winken ab

Weniger offen stehen hingegen die Obmänner der Salzburger und Burgenländischen ÖVP dem Vorstoß gegenüber. So betonte Salzburgs VP-Chef Wilfried Haslauer am Donnerstag: "Ein Durchgriffsrecht der Bundespartei auf die Salzburger Volkspartei ist für mich kein Thema. Wir sind eine eigenständige Partei, die von keinerlei Skandalen betroffen ist." Er verstehe das Bestreben Spindeleggers, in der ÖVP für Ordnung zu sorgen. "Bei uns ist das aber nicht nötig. Wir gehen unseren Salzburger Weg."

Burgenlands ÖVP-Chef Franz Steindl zeigte sich ebenfalls wenig angetan: "Ich halte davon eigentlich nicht besonders viel." Jeder, der in die Politik gehe müsse sich selber "einen moralischen Kodex verpassen."

"Gute Sache" für schwarze Bünde

Rückhalt erhielt Spindelegger dagegen seitens der schwarzen Bünde. Sein Vorstoß sei eine "gute Sache", sagte Lukas Mandl, Generalsekretär des Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes ÖAAB. Auch der Bauernbund begrüßte den Vorschlag. Etwas zurückhaltend gab sich Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner: Er verwies auf den bereits bestehenden ÖVP-Verhaltenskodex. Wenn es darüber hinaus Vorschläge gibt, müsse man das im Parteivorstand diskutieren, sagte er. Genau das sei geplant, bestätigte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch am Donnerstag. Das Parteistatut müsse "auf der Höhe der Zeit sein".

Hintergrund für die Pläne Spindeleggers ist der Fall des mittlerweile zurückgetretenen Kärntner ÖVP-Chefs Josef Martinz. Dieser war trotz schwerer Vorwürfe und Anklage erst nach einem Geständnis des mitangeklagten Steuerberaters Dietrich Birnbacher abgetreten. Eind erartiges Hinauszögern soll künftig verhindert werden.

(APA)

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25 Kommentare
 
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Gast: Inside
11.08.2012 23:07
0 0

Wann greift er selbst im Korruptionssumpf NÖ durch?

NÖ unter Pröll ist ein durch und durch korruptes Bundesland. Schulwesen, Förder- und Gesundheitswesen usw. trotzen nur so vor schwarzer Günstlingswirtschaft!

Und auch so mancher Spitzenfunktionär aus NÖ hat schon die von Strasser empfohlenen Golfurlaube genossen.

Aufräumen? Fehlanzeige - die kommen alle aus dem gleichen "christlichen Kartellen", die der Oberprediger Pröll selbst bei jeder Postenbesetzung fördert und bei "Ungereimtheiten" brüderlich schützt.

Aufräumen? Ja, verbal in anderen Bundesländern!

bitte, liebe red,

muss das photo sein??

Gast: Zyni
10.08.2012 06:16
0 1

Erwin

möchte seine Strassers überall einsetzen können.

Die ÖVP

Die ÖVP steckt in einem Desaster. Auch dem Erwin Pröll von Niederösterreich ist das schon zuviel. Zum Glück sind viele Staatsanwälte von der ÖVP. Weil sonst wär ja schon die halbe Partei hinter Gittern. So aber - Gott sei Dank - sind alle noch frei, und es gilt die Unschuldsvermutung. Deshalbt ist es so wichtig, dass wir immer in der Regierung bleiben! Das sei jedem gesagt!

Gast: Saiffenstayn
09.08.2012 19:14
1 1

der Erste der Weg gehört ist der Erwin Oberparteischwäzer


Gast: pröllscheruntertan
09.08.2012 19:04
0 0

landtagswahl

positionierung.

nicht mehr, nicht weniger.

Zustimmung haha

Pröll gibt vor, was Spindel sagen darf; dann sagt er: könnte ich mir vorstellen. Auf diese Weise erreicht Pröll über Spindel ein Durchgriffsrecht auf die anderen Landesparteiorganisationen.

2 0

wenn die ÖVP das einführt, dann wird sie bald

nicht mehr das föderale Prinzip, ein Kernthema unserer Verfassung, glaubhaft vertreten können.

Ohne Parteiprogramm, ohne Mitwirkung der Miglieder an der politischen Gestaltung, ohne Information der Mitglieder, die verdient, so genannt zu werden, wird sie ohnehin nicht an Glaubwürdigkeit gewinnen.

Warum ÖVP?

Antworten Gast: Saiffenstayn
09.08.2012 19:16
0 0

Re: wenn die ÖVP das einführt, dann wird sie bald

Wo gibt es denn eine Mitwirkung der eifachen Mitglieder
nicht einmal in Hinterhugeldorf ...
auch Ortsfunktionäre, Gemeindeparteiamtsträger und Bezirkskaiser haben nichts zu bestellen....

die Diktatur der landesparteilietungen wirkt nach unten und nach oben !!!!


0 0

Re: Re: wenn die ÖVP das einführt, dann wird sie bald

und weil es das nicht gibt, gibt es einmal die ÖVP nicht mehr

Gast: verdunkelungsgefahr
09.08.2012 17:25
1 3

Die Vorstellung, dass es in dieser Republik auch ohne ÖVP u. FPÖ geht, wird mit jedem Tag grösser!!!

Unglaublich, dass die ÖVP, FPÖ mit dem BZÖ in Umfragen immer noch bei 40 % liegen,,,,,,,,

Re: Die Vorstellung, dass es in dieser Republik auch ohne ÖVP u. FPÖ geht, wird mit jedem Tag grösser!!!

sehe ich genauso-aber das volk ist unbelehrbar und schmerzresistent.
Es lebe die diktatur der dummen !

2 0

Durchgriffsrechte innerhalb der ÖVP sind eine interne Vereinsangelgenheit!

Selbstverständlich ist aber ein auf ganz Österreich durchgreifender Pröll ein Albtraum hoch 3!

Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 15:51
6 1

Die Durchgriffsrechte der Parteien gehören endlich beschnitten!

Es geht nicht um Durchgriffsrechte von Parteien, es geht um die Verantwortungsübernahme der handelnden Personen. Jeder Amtsträger ist für sein eventuelle Fehlverhalten zur vollen Verantwortung zu ziehen. Dafür ist einerseits die Justiz da, welche leider schwach funktioniert, andererseits sollten auch die Konsequenzen aus dem Wahlrecht getragen werden müssen. Funktioniert in Ö leider auch nicht schlecht, weil das Angebot ein Horror geworden ist (Gülle, Jauche oder Mist?)

Es geht auch darum die Durchgriffsrechte der Parteien bei der Gesetzgebung endlich unter Kontrolle zu bringen und der Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen. Der kranke Klubzwang gehört und schwere Strafe gestellt, die Angeordneten zum Lesen der Gesetzesvorlage verpflichtet.

Dieser Parteienmisthaufen braucht auch Limits bei seinen Taten. Limits betreffend der Abgabenquote (35%?), Limits bei der Staatsausgabenquote (35%), Limits bei der Selbstbedienung (Politiker das Durchschnittsgehalt wie der Durchschnitt der Bürger?), Limits bei der Gesetzgebung (brauchbare Interpretation der Menschengrundrechte als Parameter?), etc. etc.

Dieser Parteibonzenmisthaufen darf aber keine Durchgriffsrechte bekommen, wenn es um das Aufräumen bei den eigenen Verbrechen geht. Das ist Sache der Justiz, wenn diese weiter nicht funktioniert, dann wird es Sache der Bürger (Volkstribunale?).

Wenn nicht bald eine Politik von den Parteien für die Bürger kommt, dann geht es den grausigen Typen ohnehin an den Kragen!

Gast: Die Durchgriffshand
09.08.2012 15:48
4 1

Vielleicht doch zu etwas gut?

Jaaa! Spindi greif auf den Pröll durch und setz' ihn endlich ab! Von alleine geht der nie.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 15:53
4 1

Re: Vielleicht doch zu etwas gut?

Ihr Beispiel würde bedeuten:

Ein amtsmissbrauchender Vizekanzler (Diplomatenpässe) würde einen Langzeitdespoten absetzen und durch einen korrupten studierten Musiklehrer ersetzen müssen.

Gast: Dolfi Teufel
09.08.2012 15:28
5 1

Quod licet IOVI non licet BOVI

Na endlich haben Rot/Grün eine konkrete Chance auf Koalitionsregierungen in Kärnten und im Bund. Die ÖVP ist also total "gaga" und reif für den Rückzug aus der Regierung!

Endlich können jetzt unsere linken "Erfolgspolitiker" zeigen, daß sie alles viel besser können als Schüssel.

Aktuelles Beispiel wäre Darabos: als Österreichs Schulen beim Pisa-Test (durchaus herzeigbare) mittlere Ränge annahm, war natürlich ÖVP-Ministerin Gehrer rücktrittsreif. Bei Darabos ist das ganz anders: Da ist nicht die oberste Sportinstanz, die sich ja bei jeder Gelegenheit aktuell einmischt, verantwortlich, sondern die Funktionäre. Bei Gehrer wären das also die Lehrer gewesen..
Natürlich ihre Nachfolgerin Schmied (mit Pleite-Praxis im Bankfach) alles besser: Trotz Spargebot inszeniert sie eine Schulreform, wobei viele Milliarden für sündteure Begleitlehrer und Stützlehrer je Klasse trotz Mangels an Personal- und Gebäuden hinausgeschmissen werden. Bisherige Erfolge: NULL!
Aber jetzt haben die Roten ein populäres Rezept: Überzählige Postbeamte sollen zu Lehrern werden: 2 Fliegen mit einer Klatsche: die Postler werden wahrscheinlich die nötige Motivation für die Weiterbildung haben und außerdem als brave Wähler der FSG für eine entsprechende "Umfärbung" der Personalvertretung für Lehrer sorgen ...
Und ein Vergleich drängt sich mir im Zusammenhang mit "Birnbacher" immer wieder auf: was war die tel. "Expertise" von Vranitzky wert, der immerhin 1 Mill. von der BAWAG gecasht haben soll...

Gast: klaus3
09.08.2012 15:14
1 0

Mit

dem Durchgriffsrecht sind wir nahe an der Diktatur

Da bin ich ja Erstmalig fast der Meinung des Fürsten Prööl. Der bund muß auf die Länder durchgreifen; Ganz genau Der Bund muß die Gesetzgebung durch die Länder abschaffen.


Keine Landtage mehr. Es reicht das die Abgeordneten des Bundes aus den Wahlkreisen der Bundesländer kommen.

Der Rest dieser Politischen Altstruktur muß ehebaldigst weg.
Es muß verboten sein und werden dass irgend Jemand mehr als zwei Legislaturperioden regieren darf.

Re: Da bin ich ja Erstmalig fast der Meinung des Fürsten Prööl. Der bund muß auf die Länder durchgreifen; Ganz genau Der Bund muß die Gesetzgebung durch die Länder abschaffen.

1. Groß- und Kleinschreibung, Grammatik und Rechtschreibung ist nicht das Ihre, oder?

2. Ich bin im Gegenteil dafür, den aufgeblähten Zentralstaat zu stutzen. Was auf der kleinsten Ebene erledigt werden kann, soll auch dort erledigt werden.

Wem kümmert groß und Kleinschreibung wie die da Oben Milliarden in den Sand setzen ?


Gesetzgebung gehört nur einmal gemacht und muß für das gesamte Land, besser noch für die gesamte EU gelten!
Warum soll die EU nur Vorgaben machen,

Die Verwaltung selbst würde ja Bürgernahe bleiben, den die kann man ja sowieso wirklich zentralisieren. Was ja schon alleine wegen der Fahrwege etc. unsinnig wäre und ist.
Das Problem ist aber dass man für jedes PipiFax-Amt gleich immer auch glaubt einen Direktor etc. haben zu müssen, was aber nicht stimmt. Aber diese ganzen Org-Strukturen an jedem Staqndort verbraten viel Geld.

Re: Wem kümmert groß und Kleinschreibung wie die da Oben Milliarden in den Sand setzen ?

Es heißt "wen kümmert" - 4. Fall, nicht 3. Fall.

Re: Re: Da bin ich ja Erstmalig fast der Meinung des Fürsten Prööl. Der bund muß auf die Länder durchgreifen; Ganz genau Der Bund muß die Gesetzgebung durch die Länder abschaffen.

Aufgeblähter Zentralstaat??

Haben Sie geschlafen in den letzten Jahrzehnten?

Wir verbraten Milliarden an Steuergeldern auf Landes- und Gemeindeebene, für eine miese legistische Qualität!

Und was tun die lieben Bonzen? Sie streuen dem Volk Sand in die Augen und schliessen Bezirke zusammen. Da wird ausgerechnet dort gespart, wo das Beamtentum am effektivsten ist. Statt Gemeinden zu fusionieren, die Länder aufzulassen und die von der EU geförderte Regionenlandschaft durchzuziehen, wird genau das abgeschafft was uns am wenigsten kostet!

Aber hauptsache 9 Landesfürsten - für 8,8 Mio. Einwohner. 22 Krankenkassen, für 8,8 Mio. Einwohner....

Wir sind nicht mehr Österreich-Ungarn, mit 54 Mio. Einwohnern, wo die Länder Herzogtümer und die kleinsten Verwaltungsebenen waren. Mit unserer Verwaltungsstruktur vom Bund abwärts müsste man, mit gleichen Kosten, eigentlich das 7 bis 8 Fache an Klientel versorgen können.

Mit dem "Durchgriffsrecht"

wollen doch nur die amtierenden Landeskaiser ihre Macht innerhalb der Partei noch mehr zementieren und ihrem Freund Spindi Rückendeckung geben. Pröll ist doch dafür das Beispiel par excellence.

Gast: pol Beobachterin
09.08.2012 13:15
3 0

Das ewige Problem der ÖVP....

...einer sagt "hü" und der andere "hott".

 
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