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Birnbacher-Prozess vertagt, Urteile im September

09.08.2012 | 14:57 |   (DiePresse.com)

Der Prozess in der Causa Birnbacher wird am 20. September fortgesetzt. Unter anderem soll der Leiter der Finanzabteilung des Landes, Horst Felsner, als Zeuge geladen werden.

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Der Untreueprozess in der sogenannten Causa Birnbacher am Landesgericht Klagenfurt ist am Donnerstag vertagt worden. Das Verfahren wird am 20. und 21. September fortgesetzt, für diese Tage werden auch die Urteile erwartet. Der Grund für die Verschiebung der Verhandlungen ist, dass die Anwälte der vier Angeklagten weitere Beweismittel beantragten. So soll der Leiter der Finanzabteilung des Landes, Horst Felsner, noch als Zeuge geladen werden.

Vor der Vertagung übten drei der vier Verteidiger heftige Kritik am Gerichtsgutachter. Konkret lehnten die Anwälte von Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz und der Landesholding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander das Gutachten von Frank Schäfer ab. Sie bezeichneten es als "mangelhaft und einseitig, widersprüchlich und unbestimmt". Weiters verlangten sie die Einholung eines neuen Gutachten, was vom Schöffensenat abgelehnt wurde. Richard Soyer, Anwalt des vierten Angeklagten, des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, hatte keine Erklärung abgegeben.

Das Schäfer-Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die sechs Millionen Euro Honorar, die Birnbacher für seine Arbeit beim Verkauf der Landesanteile der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank an die BayernLB erhalten hat, weit überhöht waren, nämlich um das 30-fache - was Birnbacher zugab. Bis zu 200.000 Euro wäre angemessen gewesen, urteilte der Düsseldorfer Gutachter. Aufgrund dieser Einschätzungen erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.

Eine Frage nach der Untreue

Megymorez-Verteidiger Martin Nemec stellte den Antrag, Horst Felsner, den Leiter der Finanzabteilung des Landes Kärnten, als Zeugen zu laden als Beweis dafür, dass das Land Kärnten "als maßgebliche wirtschaftliche Eigentümerin der Kärntner Landesholding" der Auszahlung des Honorars zugestimmt habe und daher von Untreue keine Rede sein könne. Diesem Antrag stimmte der Schöffensenat zu.

Martinz-Anwalt Alexander Todor-Kostic hatte bereits am Dienstag den Antrag gestellt, die Anwältin Astrid Wutte-Lang, die den inzwischen aus allen Ämtern geschiedenen Martinz zuerst vertreten hat und gegen die nun selbst ermittelt wird, als Zeugin einzuvernehmen. Die Anwältin hat allerdings laut Richter Herrnhofer per Fax mitgeteilt, dass sie sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht berufe.

971.000 Euro als Wiedergutmachung

Im September sollen daher noch Felsner, der Anwalt Michael Sommer, der Gutachter Christian Nowotny und Birnbachers Sohn Georg aussagen. Weiters fordert der Richter von Birnbacher eine genaue Aufstellung über die konkrete Verwendung der sechs Millionen Euro, die er als Honorar von der KLH ausbezahlt bekommen hat. Richard Soyer, gab dem Richter bekannt, dass sein Mandant Birnbacher jene rund 971.000 Euro, die im Zuge der Voruntersuchung von der Staatsanwaltschaft sichergestellt worden seien, der Kärntner Landesholding als Wiedergutmachung ab sofort zur Verfügung stelle.

(APA)

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8 Kommentare

2006

wurde bereits von der Frau Mag. Schaunig eine Anzeige erstattet, weil ca. 1 Million von der Kärnten Werbung nach Milano verschoben wurde, ohne dass dort irgendeine Leistung erbracht wurde..(nicht einmal ein Büro gab es dort)..vemutet wird dasselbe Spiel..Scheinrechnung - Rückflüsse an das damalige BZÖ...Untersuchungen und Anzeige wurden eingestellt...nicht zum Erstenmal....einfach sauber..oder ??

Gast: Mafia hoch zehn
10.08.2012 06:14
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Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft

muss man jetzt einmal genauer unter die Lupe nehmen die haben schon wieder eine Anzeige wegen der Kärnten Werbung aus dem Jahre 2006 unter den Tisch fallen lassen.
Die Justiz in diesem Land ist doch der wahre Skandal. Das ist doch nicht mehr auszuhalten am liebsten würde ich die alle anzeigen.

Antworten Gast: Gastastast
10.08.2012 11:34
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Re: Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft

Ja aber, bei wem denn?

Der Wahlkampf in Kärnten

hat begonnen!

Gerade ein Postwurf der FPK in meinem Postfach:

u.a. "Uwe Scheuch war immer für die Kärntnerinnen und Kärntner da!"

Kurt Scheuch:"Wir haben viel für dieses Land geleistet!" Mit Foto vom Kurti und Jörgi beim Fischen usw.

Also müssen die FPK ler irgendwo noch genügend Hypo-Geld gebunkert haben oder doch?

Gast: Niederösterreicher
10.08.2012 00:31
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Man sollte sich endlich auf einen Bewertungsmaßstab einigen:

Wenn man zb. für eine kurze telefonische Auskunft über den EURO 1 Mill. ATS = 72.000 EUR bekommt, was ist dann eine 3-wöchige Gutachtertätigkeit wert?

Ist Herr Gollub der "Retter des Vaterlandes", wenn er darauf insistiert, daß die Bayern-LB für die Hypo Adria eine paar Milliarden Euro zuviel bezahlt hat?

6 Millionen

6 Millionen sind doch viel zu wenig. Herr Birnbacher verdient für die ganze Intelligenz doch viel mehr. Ebenso Herr Martinz und die anderen. Ein angemessenes Honorar wird doch wohl noch zulässig sein. Das kann jeder Bauarbeiter und Holzknecht unterschreiben, und jede alleinerziehende Mutter von 4 Kindern. Darum: Herrn Birnbacher gebührt die Freiheit auf Lebenszeit und 12 Millionen, wie es der Haider, die Lady Bi der Kärnterinnen und Kärntner, schon von Anfang an wollte.

Erstaunlich, dass immer noch versucht wird,

die sechs Millionen Euro als angemessen zu verteidigen.

Wenn Herr Birnbacher selbst seine Leistung auf 200.000 bis 300.000 Euro schätzt, dann braucht es doch keine weiteren Gutachten, ob diese nicht doch das 20fache wert gewesen sein könnte.

Das ist doch absurd.

Gast: peter35
09.08.2012 16:43
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Ist der Mensch von Natur aus schlecht?

Ist der Mensch nicht von Natur aus schlecht, wenn er die Möglichkeit dazu hat?

Müssen nicht die Strukuren so geschaffen werden, dass der Mensch seiner Natur nicht nachgehen kann?