Wien/Red. So schief die politische Optik auch sein mag – zumindest finanziell dürfte die Medienkooperation, die Kanzler Werner Faymann für die ÖBB in der „Krone“ lanciert haben soll, sauber über die Bühne gegangen sein: Der Werbewert der Kampagne, die Faymann 2007 eingefädelt haben soll, decke sich mit der Rechnung, die das Medium den ÖBB gestellt hat – zu diesem Ergebnis kam laut Nachrichtenmagazin „News“ ein Gutachten, das die Justiz bei dem deutschen Sachverständigen Stefan Braun in Auftrag gab.
Mindestens 500.000 Euro ließen es sich die ÖBB kosten, in der „Krone“ ihre eigenen Missstände und – noch wichtiger – deren Beseitigung durch den (damaligen) Verkehrsminister Faymann zu bewerben. Gegen Faymann wird daher wegen Untreue ermittelt. Er soll staatsnahe Betriebe – unter anderem auch die Asfinag – gedrängt haben, in SPÖ-freundlichen Medien zu inserieren.
Die Staatsanwaltschaft kündigt nun weitere Erhebungen an. Zumal der Gutachter einige Zusatzfragen nicht beantworten konnte. Etwa jene, wie sinnvoll eine Werbestrategie sei, in der man zuerst Missstände aufzeigt, die der Minister dann abzustellen gedenke.
In die Kritik geraten ist auch Faymanns Nachfolgerin im Verkehrsministerium, Doris Bures (SPÖ). Ihre für Kooperationen zuständige Referentin kritisiert laut „Salzburger Nachrichten“, dass Inserate zwischen Ministerium und Medien „freihändig“ vergeben würden. Es gebe keine Planbarkeit, Rabattmöglichkeiten würden nicht genutzt. Das Ministerium bezeichnet die Kritik als unrichtig – und spricht von „einer persönlichen Bemerkung einer kleinen Beamtin“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)
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