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Causa Birnbacher: Verteidigung übt Kritik an Gutachten

09.08.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Der Birnbacher-Prozess am Kärntner Landesgericht wird am 20. September fortgesetzt. Dann ist auch mit der Urteilsverkündung zu rechnen. Dann wird auch Horst Felsner, Leiter der Finanzabteilung des Landes, aussagen.

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Klagenfurt/Apa/Red. Auf seiner Expertise basiert die Anklage im Birnbacher-Prozess am Kärntner Landesgericht – am Donnerstag hatte Gutachter Frank Schäfer nun erstmals die Möglichkeit, seine Einschätzung zu erläutern. Und sagte, was alle erwarteten: „Bei allem Respekt“ für die geleistete Arbeit. Weder die ursprünglich geplanten zwölf Millionen Euro noch die tatsächlich geleisteten sechs Millionen sei die Leistung des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, die der Kärntner Landesholding in Rechnung gestellt wurden, wert gewesen. Höchstens 300.000 Euro wären angemessen gewesen, so Schäfer.

Auf diese Summe sei er durch eine Rückrechnung gekommen, sagt Schäfer. Er habe eine Tätigkeit von 300 Stunden in fünf Wochen zugrunde gelegt, wobei er allerdings davon ausgegangen sei, dass all jene Leistungen, die im Verzeichnis stünden, auch erbracht worden seien. Im Zuge des Beweisverfahrens hatte sich herausgestellt, dass einzelne Posten lediglich Teil einer „Chronologie“ waren und Birnbacher nach eigenen Angaben in der Sache rund zwei Wochen tätig gewesen ist. Schäfer kam zu dem Schluss, dass Birnbacher keineswegs die Leistungen einer Investmentbank erbracht habe, mit deren Honorarhöhen die Zahlung durch die Landesholding – deren Vorstände ebenfalls angeklagt sind – stets argumentiert wird.

Die Verteidiger der Landesholding-Vorstände und jener von Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz übten Kritik an dem Gutachten. Dieses sei „mangelhaft, einseitig, widersprüchlich und unbestimmt“. Sie forderten ein weiteres Gutachten, eine Stellungnahme der Kammer der Wirtschaftstreuhänder sowie die Ladung von Horst Felsner, Leiter der Finanzabteilung des Landes, das als maßgebliche Eigentümerin der Landesholding der Zahlung zugestimmt habe.

Das Verfahren wurde vertagt und wird am 20. und 21. September fortgesetzt. Dann soll nicht nur Felsner aussagen – es ist auch mit der Urteilsverkündung zu rechnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)

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8 Kommentare

2006

wurde bereits von der Frau Mag. Schaunig eine Anzeige erstattet, weil ca. 1 Million von der Kärnten Werbung nach Milano verschoben wurde, ohne dass dort irgendeine Leistung erbracht wurde..(nicht einmal ein Büro gab es dort)..vemutet wird dasselbe Spiel..Scheinrechnung - Rückflüsse an das damalige BZÖ...Untersuchungen und Anzeige wurden eingestellt...nicht zum Erstenmal....einfach sauber..oder ??

Gast: Mafia hoch zehn
10.08.2012 06:14
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Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft

muss man jetzt einmal genauer unter die Lupe nehmen die haben schon wieder eine Anzeige wegen der Kärnten Werbung aus dem Jahre 2006 unter den Tisch fallen lassen.
Die Justiz in diesem Land ist doch der wahre Skandal. Das ist doch nicht mehr auszuhalten am liebsten würde ich die alle anzeigen.

Antworten Gast: Gastastast
10.08.2012 11:34
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Re: Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft

Ja aber, bei wem denn?

Der Wahlkampf in Kärnten

hat begonnen!

Gerade ein Postwurf der FPK in meinem Postfach:

u.a. "Uwe Scheuch war immer für die Kärntnerinnen und Kärntner da!"

Kurt Scheuch:"Wir haben viel für dieses Land geleistet!" Mit Foto vom Kurti und Jörgi beim Fischen usw.

Also müssen die FPK ler irgendwo noch genügend Hypo-Geld gebunkert haben oder doch?

Gast: Niederösterreicher
10.08.2012 00:31
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Man sollte sich endlich auf einen Bewertungsmaßstab einigen:

Wenn man zb. für eine kurze telefonische Auskunft über den EURO 1 Mill. ATS = 72.000 EUR bekommt, was ist dann eine 3-wöchige Gutachtertätigkeit wert?

Ist Herr Gollub der "Retter des Vaterlandes", wenn er darauf insistiert, daß die Bayern-LB für die Hypo Adria eine paar Milliarden Euro zuviel bezahlt hat?

6 Millionen

6 Millionen sind doch viel zu wenig. Herr Birnbacher verdient für die ganze Intelligenz doch viel mehr. Ebenso Herr Martinz und die anderen. Ein angemessenes Honorar wird doch wohl noch zulässig sein. Das kann jeder Bauarbeiter und Holzknecht unterschreiben, und jede alleinerziehende Mutter von 4 Kindern. Darum: Herrn Birnbacher gebührt die Freiheit auf Lebenszeit und 12 Millionen, wie es der Haider, die Lady Bi der Kärnterinnen und Kärntner, schon von Anfang an wollte.

Erstaunlich, dass immer noch versucht wird,

die sechs Millionen Euro als angemessen zu verteidigen.

Wenn Herr Birnbacher selbst seine Leistung auf 200.000 bis 300.000 Euro schätzt, dann braucht es doch keine weiteren Gutachten, ob diese nicht doch das 20fache wert gewesen sein könnte.

Das ist doch absurd.

Gast: peter35
09.08.2012 16:43
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Ist der Mensch von Natur aus schlecht?

Ist der Mensch nicht von Natur aus schlecht, wenn er die Möglichkeit dazu hat?

Müssen nicht die Strukuren so geschaffen werden, dass der Mensch seiner Natur nicht nachgehen kann?