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Ethik: Glawischnig im Moralgewitter

10.08.2012 | 18:25 |  von Bettina Steiner und Jürgen Langenbach (Die Presse)

Dass jemand Wasser predigt und Wein trinkt, ist ein Vorwurf, den vor allem jene erheben, die von den gepredigten Werten nichts halten.

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Ich kenne die Weise, ich kenne den Text./Ich kenn auch die Herren Verfasser;/Ich weiß, sie tranken heimlich Wein/Und predigten öffentlich Wasser.“ Heinrich Heines Empörung in seinem „Deutschland – ein Wintermärchen“ galt der Kirche: Sie vertröste die Menschen aufs Jenseits, halte sie davon ab, im Diesseits für ihre Rechte zu kämpfen, sie lulle das Volk, den „großen Lümmel“, mit dem „Eiapopaia vom Himmel“ ein. Es ist die von Marx bekannte These, nach der Religion „Opium des Volks“ sei. Das war Heines Hauptvorwurf. Und die Geschichte mit dem Wein? Natürlich stieß sich Heine auch an Bigotterie und Heuchelei. Doch es war auch eine rhetorische Volte, ein hübsch geführter Schlag gegen die Kirche.

Die Konfrontation eines moralischen Anspruchs mit seiner – fehlenden – Einlösung ist besonders wirkungsvoll: Ist der Kaiser nackt und entpuppt sich Heiligkeit als Schein, folgt das Verdikt ganz automatisch, oft als Spott und Hohn, oft auch mit dem Eifer und der Selbstgerechtigkeit, in der einer dem Herrn dafür dankt, dass er nicht so ein Sünder sei wie der Zöllner.

Die Erkenntnis Heines, dass die Verfasser der „Entsagungslieder“ nicht mit gutem Beispiel vorangehen, sondern im Gegenteil von ihren Schäfchen einfordern, was sie selbst nicht zu leisten gewillt sind, ist dabei nicht neu. Aber es gilt zu unterscheiden, wer den Schlag führt, ob die Kritik intern geäußert wird oder von außen kommt, ob Franz von Assisi sich in Christi Namen aufmacht, den Verfall der Kirche zu stoppen, oder ob viel später Heinrich Heine seine Attacken führt. Auf Eva Glawischnig umgelegt: Die Anhänger der Grünen mögen sich darüber empören (wenn sie sich denn empören, so mancher sieht einen Sturm im Wasserglas), dass die Grünen-Chefin zu schnell gefahren ist. Das entspricht dem Vorwurf, man trinke Wein. Wenn aber politische Gegner sprechen bzw. jene, die sich mit den ökologischen Werten, für die Glawischnig steht, nicht anfreunden können, steht gar nicht die Übertretung selbst im Vordergrund – immerhin halten die meisten 30 Stundenkilometer mehr auf der Autobahn ohnehin für ein Kavaliersdelikt. Sie mokieren sich – fast nur – über die Heuchelei.

Dabei gilt: Je moralischer sich ein „Prediger“ gibt, desto stärker trifft ihn die Häme, wenn er selbst fehlt, auch wenn die Verfehlung lässlich erscheinen mag: Jenen sittenstrengen Pfarrer, der verhindern wollte, dass ein Homosexueller Pfarrgemeinderat wird, und der dann ausgerechnet von seiner früheren Geliebten als „Moralapostel“ geoutet wurde. Aber auch jene Freiheitlichen, die sich als Anständige präsentieren, sich dann aber nicht mehr erinnern können, was denn die Leistung war, für die sie entlohnt wurden.

 

Leugnen oder entschuldigen?

Die Betroffenen selbst können ganz verschieden darauf reagieren, sie können zurücktreten wie die deutsche Bischöfin Margot Käßmann – mit Alkohol am Steuer ertappt – oder die österreichische Grüne Eva Hauk – mit Alkohol am Steuer einen Unfall verursacht –, sie können es mit einer Entschuldigung versuchen oder mit dem Hinweis darauf, dass auch sie nur Menschen sind. Sie können ihre Verfehlung hartnäckig abstreiten – zuletzt von Theodor zu Guttenberg mit seinem Dissertationsplagiat –, sie können die Achseln zucken wie Konrad Adenauer, den sein „Geschwätz von gestern“ nicht mehr interessierte, als er ans Aufrüsten Deutschlands ging.

Wieder andere setzen auf Aussitzen, irgendwann werde schon Gras darüber wachsen. Meist tut es das nicht, denn das Gedächtnis ist lang, und die Motivation der Richter kann auch breit gefächert sein, manche verbeißen sich Jahre in die Fehltritte anderer, die ihnen nicht hart genug geahndet erscheinen. Andere gewinnen ein wenig Abstand dazu und fragen sich, ob das Schelten wirklich den richtigen Gegenstand trifft – oder ob es im Gegenteil von ihm ablenkt: Wenn die Repräsentantin einer Partei, die sich eigentlich die Umwelt auf die Fahnen geschrieben hat und nicht das Automobil, zu rasch fährt bzw. sich chauffieren lässt, dann ist das Transportmittel, Hybrid hin oder her, vielleicht doch nicht das optimale für die Botschaft.

Auf einen Blick

Moralapostel. Je moralischer jemand auftritt, desto schneller werden ihm auch lässliche Verfehlungen angekreidet: Der Pfarrer, der einen homosexuellen Gemeinderat ablehnte und selbst eine Geliebte hatte, wurde zum Gespött.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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53 Kommentare
 
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Gast: Hellboy
12.08.2012 13:15
1 0

@ Glawischiwaschi

nur zur Erinnerung - als die Gruenlinge gegen die Anhebung des Tempolimits auf bestimmten Autobahnabschnitten auf 160 km/h protestierten:

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/137869/Gruene-zu-Tempo-160_Biertischpolitik-?from=suche.intern.portal

schon vergessen oder verdraengt, Eva ?? Das Internet hat ein langes Gedaechtnis...

Gast: podio
12.08.2012 12:12
0 0

klawischnig

In klein österreich ist es egahl,erfolglos von Sport bis zur Politik!

Gast: lfa
12.08.2012 12:09
3 0

grün

Die glaubt sie ist klug?und schön?

Antworten Gast: Huch
12.08.2012 17:42
1 0

Re: grün

Der alte Nationalragtspräsident war ganz verliebt in ihre "schönen Augen", wie er mal gesagt hat.
Nu je, jetzt ist der auch schon 71 Jahre alt.

Re: grün

weder noch!

Gast: mechmedrw
12.08.2012 12:07
0 1

glawische

Fahr zur hölle klawischnig!

Gast: gast989
12.08.2012 11:19
4 0

die grünen predigen gleichbehandlung

die grünen predigen gleichbehandlung, treten aber immer öfter für ungleichbehandlung und diskriminierung ein, um ergebnisgleichheit zu bekommen

sie die glawischnig will höhere steuern für männer (weil angeblich unternehmer frauen zu wenig bezahlen), höhere anforderungen an männer im job, speziell bei spizenjobs, sie will einen hohen anteil an ausländischen kindern mit schlechten deutschkenntnissen (ihre kinder gehen sicherlich nicht problembezirken zur schule), sie will ungleichbehandlung von männern und frauen im bereich familie, justiz, landesverteidigung, pensionsantritt, beratungsstellen,m hilfseinrichtungen, gewaltschutz usw

warum werden gesetze nicht geschlechtsunabhängig formuliert??

Gast: Steiner H
12.08.2012 10:52
6 0

Doppelbödigkeit, Scheinmoral und Pharisäertum

Hat eine Farbe:

GRÜN

absolut unwählbar!

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ja, ja..

lieber blau, vom Saufen, als grün hinter den Ohren oder rot vor Zorn. Wenn es dunkel ist, sind wir sowieso alle schwarz!

Gast: 42000 euro
11.08.2012 22:13
2 0

kostet so ein ampera ..

net schwach, wenn man sich die billigen klappradeln ansieht, auf dennen sie wenn es einen fototermin gibt, daherkommen :-)

Gast: Gast: ahoi
11.08.2012 21:51
2 0

grüne Männchen

Also bevor ich die GrünInnen wähle, wähle ich rechts und zwar so lange, bis endlich was Gescheites bzgl. Immigration passiert, das ist nämlich das dringendste Problem in unserem Land, das soviel Anderes beeinflusst (Schulbildung, Arbeitsmarkt, Sozialsystem und und und)

6 0

Wasser gepredigt, um dann Wein zu trinken

hat bei der Wienwahl auch Vanderbellen; Vorzeigekandidat, um sich dann - die vorzugsstimmen etc ignorierend - mit großem Gehalt in ein Kämmerchen zu verdrücken.

Antworten Gast: Bleimann H
12.08.2012 10:50
1 0

Re: Wasser gepredigt, um dann Wein zu trinken

Das Kämmerchen hat die Steuerzahler die Kleinigkeit von 200 000 Euro gekostet.
Und jetzt geht er wieder im Wiener Gemeinderat vielen auf die Nerven.

glawi

war schon immer autofetischistin
hab sie mit 6er bmw vor luxusrestaurant
derwischt !

Die Grünen

Witzpartei Nummer 1. Die sind nur für eines gut, den Untergang zu beschleunigen.

Gast: Bernhardt V
11.08.2012 19:46
8 0

Ein weiterer Beweis

Dass die Grünen nicht wählbar sind.

Gast: Blankensteiner Husar
11.08.2012 19:27
7 0

Die Grünen sind wie alle Parteien nur zu einem Zweck da - zum Selbstzweck, zum Bürgerschröpfen ohne je eine Arbeitsleistung zu erbringen

Sind alle Politiker gleich. Nicht umsonst bekleiden sie gerne ein "Amt", sind also gleich Beamte.
Nur um Abzucashen und nie was zu hackeln verhöckern die alle den Eskimos auch bedenkenlos Kühlschränke.

Grün auf Absturz

Die Grünen werden 2013 die blauen wunder erleben . Höchstens 12% bekommen sie lt. Brandaktuelelr Umfrage, nschober fährt nach Griechenland auf Urlaub anstatt nach Kärnten usw

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Unsere Grüninnen

die Vasi läßt sich mit dem PKW in die Nähe des ORF chauffieren und tut so als wäre sie per pedes unterwegs, die Glawi rast mit ihrem (extrem Umwelt belastenden) e-Mobil dahin. Gleichzeitig fordern sie unermüdlich, daß doch endlich auf Öffis umgestiegen werden soll.
Daß diese Scheinheiligkeit wenigstens aufgedeckt wird, Danke an wen immer. Und wenns die FPÖ ist, auch gut. Die anderen Parteien und übrigens auch die Presse könnten sich ja auch einmal der Mühe unterziehen und das muntere Treiben der ach so korrekten Grüninnen näher zu beleuchten.

Re: Unsere Grüninnen

Gutes Posting. Ich wünsche den "Grünen" einen herben Stimmenverlust 2013.

Re: Re: Unsere Grüninnen

Ich auch !

100% Zustimmung !!!!


Gast: phj
11.08.2012 15:30
6 1

Ob das Dienstauto zu schnell gefahren ist,

oder nicht ist doch egal.
Nicht egal ist aber, daß sich die GrünInnen seit der Bewegung zu Zeiten Hainburg um 180° gedreht haben.
Einmal ein bisserl an der Macht schnuppern und alle guten Vorsätze und selbst auferlegten Regeln sind vergessen.
Das was aus der einstigen durchaus wählbaren Partei geworden ist ist ein gutes Beispiel für Heines Empörung.

Gast: John Osborne
11.08.2012 13:09
3 6

Wer einen ehrlichen Charakter hat, hat wenig Eigentum.


Antworten Gast: Schon längst durchschaut
11.08.2012 16:19
9 2

Re: Wer einen ehrlichen Charakter hat, hat wenig Eigentum.

Grün-rote Hirngespinste.

Antworten Gast: Huch
11.08.2012 13:30
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Re: Wer einen ehrlichen Charakter hat, hat wenig Eigentum.

Also hat eine Sandler am meisten Charakter.

 
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