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Peter Kaiser: Marathonmann aus der Reserve

11.08.2012 | 18:01 |  von KARL ETTINGER (Die Presse)

Selbst parteiintern gab es Zweifel an Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser. Unerwartet hat der Ex-Juso jetzt das Amt des Landeshauptmanns vor Augen. Da passt sich ein Linker bisweilen auch an Traditionen an.

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Wenn einer Kärntner Landeshauptmann werden will, werden auch persönliche Prinzipien etwas lockerer gesehen. Mehr als 50 Jahre lang lebte Peter Kaiser laut eigener Aussage ohne Kärntner Anzug. Seit der 53-jährige SPÖ-Landeschef wegen der Affären bei den Kärntner Freiheitlichen (FPK), die im Rückzug von Vizelandeshauptmann Uwe Scheuch gipfelten, die reelle Chance sieht, nach fast einem Vierteljahrhundert für die SPÖ den Sessel des Landeshauptmannes zurückzuerobern, gibt sich der Kärntner Juso-Chef nun zumindest in einem roten Trachtenwams leutselig.

Der rote Herausforderer, dessen Partei nach aktuellen Umfragen die FPK derzeit überflügelt hat, ist als Jahrgang 1958 nur drei Jahre jünger als FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Und dieser ist spätestens seit der historischen Beilegung des Konflikts um die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten im Vorjahr bemüht, seine Wandlung hin zum Landesvater zu demonstrieren. Peter Kaiser stammt aus bescheidenen Verhältnissen im Stadtteil Waidmannsdorf in Klagenfurt. Der früh verstorbene Vater war Polizist, die Mutter arbeitete in einem Schuhhaus. Als Schüler und Jugendlicher war er ein typisches Kind der Kreisky-Aufsteiger-Generation, die es mit Gratisschulbüchern zum Soziologiestudium schafft. Dieses wurde neben dem Job im Landesdienst abgespult.


Kein Volkstribun. In der Kärntner SPÖ galt er als Landtagsabgeordneter als ewige Personalreserve, bevor Kaiser im März 2010 nach einer weiteren roten Wahlschlappe 2009 und unzähligen nervenaufreibenden parteiinternen Personalkämpfen zum Zug kam. Selbst da gab es Zweifler, ob Kaiser, der nicht gerade ein Volkstribun ist, tatsächlich gegen die orange-blauen Erben Jörg Haiders reüssieren könne. Zu sehr hing dem SPÖ-Chef der Ruf als „Linker“ und „Intellektueller“ nach. Mit „Time is on my side“ beruhigte dieser seine krisengebeutelten Genossen und auch sich selbst. Hartes Training als Marathonläufer und Triathlet als Ausgleich mögen ihm beim politischen Durchhalten geholfen haben. Nun drängt der SPÖ-Chef auf die unerwartet frühe Gelegenheit, Nummer eins im Land zu werden. Ginge es nach ihm, würde Kärnten spätestens am 25. November wählen.

Amtsinhaber Dörfler ist ein Zerrissener: Während er den konsensualen Politiker für alle im Land gibt und von „Aufräumarbeiten“ spricht, blockt Dörfler – ganz FPK-Mann – Neuwahlen vor März 2103 ab. In der Hoffnung, dass Umfragetief für die Kärntner Freiheitlichen bis dahin durchzutauchen.

Wer wie Kaiser Landeshauptmann werden will, findet nichts dabei, die „Brot-und-Spiele“-Kultur Haiders anzuprangern und trotz eines Milliardenschuldenbergs des Landes am Samstag per Aussendung neue Wahlzuckerl in Form einer „Jahresnetzkarte für alle Jugendlichen“ zu verteilen. Finanzierung? Geld müsse „nur richtig und sozial verträglich verteilt“ werden. Ganz geschmeidiger roter Wahlkämpfer. ÖVP-Obmann Gabriel Obernosterer hat noch das Problem, Personal für den ÖVP-Landesratssitz anstelle von Achill Rumpold zu finden. Ex-Rewe-Manager Werner Wutscher wurde am Samstag zumindest als Nachfolger Rumpolds von der ÖVP in den Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding geschickt.


Koalitionsabsage an FPK. SPÖ-Chef Kaiser plagt hingegen die Sorge, dass er nach der Wahl einen Koalitionspartner braucht. Im ORF-Radio sagte er am Samstag „dezidiert Nein“ zu einer Koalition mit der FPK unter der Führung Dörflers und Parteichef Kurt Scheuch. Bleibt Kaisers Hoffnung auf die gebeutelte ÖVP und die Grünen.

Duell

Peter Kaiser, am 4. Dezember 1958 in Klagenfurt geboren, ist seit Ende März 2010 Kärntner SPÖ-Chef. In der Landesregierung, in der die SPÖ zwei Sitze hält, ist der Soziologe Vizelandeshauptmann.

Gerhard Dörfler, am 29. Mai 1955 in Deutsch-Griffen geboren, wurde von Jörg Haider 2001 als Landesrat in die Politik geholt. Nach Haiders Unfalltod wurde Dörfler im Oktober 2008 Landeshauptmann und 2009 klar im Amt bestätigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2012)

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104 Kommentare
 
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Gast: Günther aus dem Lovntol
14.08.2012 07:40
0 1

Wielange müssen wir das Chaos der Sesselkleber noch aushalten?

Das FPK hat das Land abgewirtschaftet, das Image des Landes ruiniert und jetzt wollens nicht einmal Neuwahlen!
Welch ein Demokratieverständnis?

Muss die FPK noch einiges wegräumen?
Stichwort: Fördergelder bei betreutes Wohnen?

Neuwahlen aber sofort!

Gast: stracheundscheuchsgehtzurmama
13.08.2012 15:53
0 0

mamaaaa

waaah waaah ausgrenzung waah wahahh

Gast: saturnin1
12.08.2012 17:46
4 3

ja, ja der kaiser pedda

ist ein ganz braver linker parteisoldat, dem der kreisky die matura und das studium finanziert hat und dann wie der faymann mit spöjobs versorgt wurde.
seit neuesten will der pedda ja leistung und bildung bestrafen, jeder akademiker soll eine bildungssteuer zahlen. nur noch gemeindenauproletismus soll sich lohnen, sonst wählt ja keinee mehr spö.
mich ekeln solche typen nur an.

Re: ja, ja der kaiser pedda

Notwendige Korrektur:

Kaiser war damals einer meiner Studienkollegen an der UBW (so hieß damals abgekürzt die Universität für Bildungswissenschaften in die Klagenfurt) und war m.W. Zeit seines Studiums voll berufstätig und hat wie die meisten berufstätigen Studierenden nicht gebummelt.

Nachsatz: Ich bin politisch ungebunden und kein Gänger einer Partei.


Antworten Antworten Gast: vienna123
13.08.2012 17:44
0 0

Re: Re: ja, ja der kaiser pedda

hmm, vielleicht können sie mir dann erklären, warum der kaiser einen solchen hass auf akademiker hat? besserverdienende akademiker zahlen ja bereits einen höheren steuersatz, was man auch als bildungssteuer bezeichnen könnte. warum will kaiser den nettozahlern mit einer strafsteuer auf bildung noch mehr wegfressen und leistung noch mehr minimieren???

Gast: SOZbeobachter
12.08.2012 17:42
1 3

Spaeter Lohn fuer den Mord am Landeshauptmann?

Hat doch die SP"oe" Vorgaengerorganisation schon 1916 den Ministerpraesidenten umgebracht, um sich 1918 an die Macht zu putschen! Feiern tun sie es ja heute noch.

Antworten Gast: vorhundertjahren
13.08.2012 09:29
0 0

Re: Spaeter Lohn fuer den Mord am Landeshauptmann?

Wieso posten Sie über einen Vorfall im jahre 1916? Vor fast hundert Jahren!!!!!!!!!!!!!

Antworten Antworten Gast: SOZbeobachter
13.08.2012 11:59
1 0

Re: Re: Spaeter Lohn fuer den Mord am Landeshauptmann?

Weil der Mord von 1916 genauso wie jener von 1914 immer noch bestimmend fuer das, was heute geschieht, ist. Und weil sich Geschichte wiederholt, wie man leider vor wenigen Jahren in Kaernten gesehen hat (selbst der Wagen hatte denselben Namen). Wer im Unrecht lebt, und das tut diese Republik seit ihrer Putschinauguration, den holt das Unrecht ein.

Antworten Antworten Antworten Gast: 2rep
13.08.2012 15:37
0 0

Re: Re: Re: Spaeter Lohn fuer den Mord am Landeshauptmann?

Bestimmend wäre, wenn ein jahr überhaupt, das Jahr 1955. Komisch, dass Sie den 26. Oktober 1955 als Jahr der 'Putschinauguration' sehen. Hätten die Aliierten bleiben sollen oder was?

Gast: baum233
12.08.2012 17:35
0 3

...............

Kaiser wird nicht Landeshauptmann.

Natürlich werden die Blauen bei Wahlen verlieren, und die Roten zulegen! Aber nicht in dem Ausmaß wie es uns die momentanen Umfragen weißmachen wollen. Die haben ja übrigens schon vor der Wahl 2009 überhaupt nicht gestimmt.

..der UA - Bericht

so an die 700 Seiten von den Grünen, hat genauestens aufgezeigt, wie diese FPK - Martinz Koalition in Kärnten gearbeitet hatte....und der eigentliche Held dieser story ist ROLF HOLUB..ihm gebührt der grösste Dank..er hatte es gewagt, die STA Klagenfurt, die nicht nur einmal Anzeigen weglegte anzuzeigen...ohne ihm wäre dieser Sumpf nie aufgezeigt worden.....eine conditio sine qua non..für die zukünftige Kärntner Politik....

Gast: Felser K
12.08.2012 16:17
4 3

"dezidiert nein",

Die Roten Ausgrenzer werden nicht gescheiter.

Hoffentlich bekommen sie ihre Lektion erteilt!

Antworten Gast: glaubinet
13.08.2012 09:37
0 0

Re: "dezidiert nein",

Ich glaube nicht, dass ausgerechnet die Kärntner Roten ihre Lektion erteilt bekommen sollen...

Gast: Josef, Villach
12.08.2012 15:26
4 3

Wann gibt es endlich eine Änderung, diese Geißelhaft ist ja nicht mehr auszuhalten!

Die Scheuch´s haben immer gesagt vor der Neuwahl fürchten sie sich nicht und warum kneifen sie?
Für das Land wären Neuwahlen und ein Neustart unbedingt dringend notwendig und eine Wahl ist sofort durchzuführen!
Die Schuldenpolitk der FREIHEITLICHEN muss unbedingt gestoppt werden und es muss nachgeschaut werden wohin das Geld in den letzten Jahren verschwunden ist.

´Weiters haben die Personen Ragger, Dörfler, Scheuch sofort zurück zu treten!

Antworten Gast: interesssant
13.08.2012 09:38
0 0

Re: Wann gibt es endlich eine Änderung, diese Geißelhaft ist ja nicht mehr auszuhalten!

Ahso, interessant... das haben sie wirklich gesagt? Was haben sie nacha dagegen?

Gast: Niederösterreicher
12.08.2012 15:05
3 3

Als Sohn eines Politzisten stammt er eher aus dem Mittelstand.

Vielleicht war sein Vater unter dem roten Landeshauptmann ein strammes Mitglied der FSG. Sohne übertreiben ja bekanntlich. Wenn seine Mutter auch mitverdient hat, dann ging es den Eltern von Kaiser eigentlich gar nicht schlecht. Das Studiumrichtung weist von vornherein schon auf rote Ambitionen. Und jetzt will er den Kärntner beibringen, daß es ganz was anderes ist, wenn Rote statt den Blauen das Geld der Bürger hinausschmeißen!

Daß sich Kaier eine Koalition mit der ÖVP anstrebt, nehm ich ihm, dem linken ideologen, nicht ab. Die wären beim "Geld-Hinausschmeißen" im Gegensatz zu den Grünen eher ein Hindernis!

Antworten Gast: wennwennwenn
13.08.2012 12:50
0 0

Re: Als Sohn eines Politzisten stammt er eher aus dem Mittelstand.

puh, da sind aber viele "wenns" in ihrem posting.
wenn der apfel eine birne wäre, wäre die birne auch kein apfel. oder so ähnlich.

Antworten Gast: jedeaenderungistgut
13.08.2012 09:39
0 0

Re: Als Sohn eines Politzisten stammt er eher aus dem Mittelstand.

Jede Änderung ist gut.

Zensur?


Gast: growing_grass_listener
12.08.2012 14:08
4 3

Wenn Kaiser die Grünen ins Boot holt,

haben die Kärntner nichts mehr zu lachen, denn dann zählt der Wille des Wählers nichts mehr - siehe Wien!!

Jede politische Konstellation ist ansonsten denkbar.

Ich will die mehrheitliche Meinung meiner Kärntner Freunde niemanden vorenthalten - niemand will Rot/Grün!!

Spinnen die Roten jetzt komplett?
Ein roter LH??
Bruuaaaahahahaha........

Die unglaubwürdigste Politik haben die Roten:
Rote Finanzgenies in Linz lassen sich vom Gutachter bestätigen, dass sie vom Genossen Novotny (BAWAG) über den Tisch gezogen wurden.
Der Schaden für den Steuerzahler: Grösser 400 Mio. Euro

Und ein Gerichts-Gutachter muss dem Faymann bestätigen, dass die Inserate das Image der ÖBB zurück gewonnen haben. Klar auch, wer sonst käme auf die Idee (ausser der abhängige Gutachter), dass die Inserate nur für die ÖBB waren? In Österreich wohl niemand!
Und selbst wenn: Wieso haben die Inserate immer mit Faymann zu tun? Was hat dieser für die ÖBB geleistet??

Und nicht vergessen: wir haben eine völlig unabhängige Justiz! (Zumindest auf dem Papier)

Also werden wieder einmal die Bürger verarscht und das soll jetzt auch in Kärnten so sein. Ich glaube nicht daran - Kärnten ist nicht Wien!

Ach, ein Soziologe...

Ganz klein, am Schluss liest man zumindest ein wenig über die Ausbildung, die dieser Herr genossen hat. Und was hat nachher getan?
Man erfüährt dann so wesentliche Dinge wie zB dass der Herr noch keinen Kärntneranzug getragen hätte...

Antworten Gast: iswurscht
13.08.2012 09:40
0 0

Re: Ach, ein Soziologe...

Wer trägt heutzutage einen Kärntner Anzug?

Lebenslauf?

Was hat dieser Herr in der Vergangenheit gemacht? Welchen Beruf hat er ausgeübt, welche Ausbildung erhalten? Was qualifiziert ihn für das Amt, zu welchem er sich aufstellen lassen will?

Dass er Juso-Chef war, ist keine hinreichende Qualifikation, dass er Marathon-Läufer ist, schreibt man im Lebenslauf unter "Sonstiges".

Mehr Sachlicheit wäre vonnöten - wen interessiert schon, welchen Sport dieser Mann so treibt?

Gast: test1234
12.08.2012 11:56
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Aus Schaden wird man klug!

Sogar eine Pappfigur würde jetzt mehr Stimmen bekommen als ein FPK Politiker.

Gast: Hans M..
12.08.2012 10:33
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Achtung,Achtung,ein Pharisäer

Bitte lasst euch nicht täuschen. Der hat zum Beispiel dem Wörthersee Grundstück Verkauf zugestimmt und damit mit Dörfler und der Flick-Erbin gemeinsame Sache gemacht. Für mich ein Verbrechen.
Normal unwählbar. Schleicht's euch endlich,alle zusammen.

Gast: ein Wahlkärtner
12.08.2012 10:19
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wenn der Kaiser Landeshauptmann wird

wird dann Kärnten eine rote Monarchie??

 
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