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Warum es Stronach selber macht – und was ihn erwartet

12.08.2012 | 18:05 |  von Philipp Aichinger (Die Presse)

Auch mit dem Milliardär an der Spitze wird es die Partei nicht leicht haben, ins Parlament einzuziehen. Klar ist bereits, dass er sich für Wirtschaftsliberalität und schlanke Verwaltung einsetzen möchte. Eine Analyse.

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[Wien] Manchmal, da wird Frank Stronach richtig zornig. Etwa, wenn er in den vergangenen Monaten gefragt wurde, wann er nun eine eigene Partei gründen werde. Niemals, aber wirklich niemals habe er gesagt, dass er eine Partei gründen wolle, betonte Stronach in diesen Fällen hastig. Nun ist alles anders: Der Austro-Kanadier gründet eine eigene Partei. In der „Presse am Sonntag“ gab der gebürtige Steirer zudem bekannt, selbst als Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl 2013 antreten zu wollen.

Woher kommt nun dieser Sinneswandel? Zum einen verliefen Stronachs Gespräche mit dem BZÖ und außerparlamentarischen Gruppierungen nicht ganz so, wie der Milliardär es sich gewünscht hat. „Für manche Sachen wäre er okay“, sagt Stronach etwa nun über BZÖ-Chef Josef Bucher. „Okay sein“ – das ist für einen Frank Stronach zu wenig. Er wollte jemanden, der seine Vorstellungen eins zu eins umsetzt. Immer mehr Berater rieten dem Milliardär daher, es doch selber zu machen, heißt es aus Stronachs Umfeld. Dass niemand für Stronach den Spitzenkandidat spielen wollte, ist auch mit dem Auftreten des Milliardärs erklärbar. Denn Stronach wird leicht einmal unzufrieden, wenn die Köpfe unter ihm nicht genau so agieren wie gewünscht. Das hat er bereits als Fußball-Mäzen  bewiesen.

Ein Motiv für Stronachs Sinneswandel ist aber wohl auch die Erkenntnis, dass eine Stronach-Partei ohne Stronach nur sehr schwer den Parlamentseinzug schaffen würde. Für ein gutes Wahlergebnis bedarf es eines glaubwürdigen Zugpferdes wie den Austro-Kanadier selbst. Doch auch mit einem Spitzenkandidat Stronach ist der Parlamentseinzug alles andere als sicher. Der Milliardär hat zwar zweifelsohne seine Fans, wie man beim Besuch seiner Diskussionsveranstaltungen sehen kann. Doch Personen zu überzeugen, die noch nicht auf seiner Linie sind – das muss Stronach erst lernen. Auch mit sachlichen Einwänden, die ihm nicht ins Konzept passen, kann Stronach nur schwer umgehen: „Hör auf mit diesen Paragrafen. Das ist viel zu kompliziert“, fuhr Stronach etwa heuer einen angesehenen Jus-Professor vor Publikum an. Dieser wollte eigentlich nur die Rechtslage erklären. Stronach wird aber nicht nur lernen müssen, mit wissenschaftlicher Kritik umzugehen. Er wird als Spitzenkandidat auch mit Kritik unter der Gürtellinie konfrontiert sein. Stronachs hohes Alter (am Wahltag 81 Jahre) wird politische Gegner die Frage aufwerfen lassen, ob der gebürtige Steirer fit genug ist, um fünf Jahre im Parlament zu sitzen. Und der Vorwurf, Stronach wolle sich mit teuren Werbekampagnen Stimmen „kaufen“, wird den ganzen Wahlkampf hindurch mitschwingen.
Doch trotz des Geldes wird Stronach nicht viele Gelegenheiten haben, um im Fernsehen zu punkten. Da seine Partei nicht im Nationalrat sitzt, darf er an den TV-Duellen zur Wahl 2013 nicht teilnehmen. Das ist sicher ein Nachteil, zumal gerade diese Duelle öffentlichkeitswirksam sind. Es hat aber auch Vorzüge – denn so kann Stronach lästigen Detailfragen entkommen. Und politische Eckpfeiler lassen sich auch anders unters Volk bringen.

Auf wie viele Stimmen mehr eine Stronach-Partei hoffen kann, wenn der Austro-Kanadier selbst an den Start geht, lässt sich nicht sagen. „Das wäre Kaffeesudleserei“, warnt OGM-Geschäftsführer Wolfgang Bachmayer im Gespräch mit der „Presse“. Erst wenn das Parteiprogramm stehe, könne man seriöse Umfragedaten erheben.

Reine Wirtschaftspartei ist „Blödsinn“

Doch womit will Stronach punkten? Klar ist bereits, dass er sich für Wirtschaftsliberalität und für eine schlanke Verwaltung einsetzen möchte. Dies ist seine große Chance, denn im Gegensatz zum BZÖ, in dem einstige blaue Haudegen werken, wirkt die wirtschaftsliberale Position eines erfolgreichen Unternehmers glaubwürdig. Gleichzeitig plädiert Stronach aber für den Euro-Ausstieg – nicht gerade eine klassische wirtschaftsliberale Position. Doch Stronach pflegt selbst zu sagen, dass eine reine Wirtschaftspartei ein „Blödsinn“ wäre. Was kein Blödsinn ist, will Stronach Ende September verraten: Dann stellt er sein Parteiprogramm vor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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230 Kommentare
 
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Diese Forum trieft ja schon...


....vor lauter Angstschweiß.


Gast: Kuya
13.08.2012 20:03
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"Mensch erkenne dich selbst", eine Analyse

. . . das Stimmvieh kapiert nicht, dass Europa mit der Pfründe- und Privilegienwirtschaft auf den Hund gekommen ist.
Stronach hat die Distanz, die Vision, Europa zu einen und die Stimmen werden uns Österreichern unsere "Reife" bekunden.

Gast: General Schnitzelsemmel
13.08.2012 15:44
2 0

Ich glaube eher nicht dass Strohsack von den Roten motiviert wurde

Schließlich fürchten die gerade um ihren willfährigen ÖVP-Koalitionspartner, warum sonst stellen die Roten ihre Medienkapazitäten zur Verfügung und beglücken uns jeden Tag in sämtlichen Ö Zeitungen, von der Krone über OÖ /Salzburger Nachrichten, Kurier, Presse, Standard...... mit des Staatssekretär Kurz neuen Heldentaten? Das würde eher nach den Grünen stinken, die hoffen so die ÖVP zu eliminieren und damit die letzten Koalitionspartner für die Bundes-SPÖ zu sein. WÜRDE wohlgemerkt, weil den Grünen 1) der Intellekt, 2) das Fingerspitzengefühl dazu fehlt.

Man kann also getrost davon ausgehend dass es einem gewissen Austrokanadier langweilig wurde.

Gast: Die glaubwürdigsten
13.08.2012 15:35
0 0

Menschen sind die, die sich selbst widersprechen.

Solche Leute brauchen wir natürlich noch viel, viel mehr in unserem Land. Franz, gute Wahlergebnisse sind dir in diesem unwichtigen Ländchen sicher.

Antworten Gast: abcdefghijklmnop
13.08.2012 15:49
0 0

Re: Menschen sind die, die sich selbst widersprechen.

Henrykissiner bist dus?

Gast: abcdefghijklmnop
13.08.2012 15:30
2 0

Schon interessant

zuerst wird er in den Medien zerrissen, offensichtlich befürchten die Inseratenzahler dass ihnen das Wahlvieh abhanden kommt, kaum erklären irgendwelche Experten dass es die FPÖ trifft, ist er doch ganz OK.

Meinetwegen soll sich die ganze Politikerbagage gegenseitig zerfleischen.

Gast: ROMANINO
13.08.2012 12:43
2 2

STRONCH EINZUG INS PARLAMENT

Auf mich kann er rechnen, denn schlechter als es jetzt ist kann es garnicht gehen und ich habe Hoffnung, daß er sich ehrlich engagiert und richtige Leute bringt.

Gast: hansibua
13.08.2012 11:35
9 2

langweilig

es wird schon fad... vor 5 wochen waren noch die piraten medial gehypt und der schrecken der etablierten parteien - vor allem der fpö, denen millionen, nein milliarden protestwählern abgehen werden - und heute ist es der skurille onkel aus kanada, der mit magna unglaublichen erfolg hatte aber mit allen anderen spielchen (fußball, pferde, entertaiment etc.) gescheitert ist. spätestens mit seinem zib 2 auftritt hat er sich einer realen chance beraubt.

ich bin gespannt, wer in 6 wochen der neue "leibhaftige" sein wird ;-)

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Re: langweilig

Ganz klar die KZP!!!

Wird ja mal Zeit das die Krone eine eigene Partei stellt. Und da die Krone ja "die beste Zeitung Österreichs" *hust* ist, wird die Kronen Zeitung Partei wohl 110% der Stimmen erhalten.

Oder vielleicht doch die PBR, die Partei der Bananenrepublik, weil Österreich wählt ja sowieso immer das was uns am meisten
schadet.

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Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

fügt der gesamten Opposition, ausgenommen den Grünen, enorme Wählerverluste zu.

Wer dieses Faktum, das auch für Bildungsferne förmlich mit Händen zu greifen ist, hat von der Wahlarithmetik und dem realen österreichischen Parlamentarismus mit einer bis zur Burleske verluderten Verfassung keine Ahnung.

Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

stronach hat weder haberer in der spö noch in irgendeiner anderen partei.
er hat da wie dort gut bezahlte mitarbeiter, die ohne zögern richtig reagieren, wenn der chef "hüpfen" sagt.

stronach im parlament wäre eine schande für österreich


der mann glaubt, er kann sich die politik, abgeordnete und eine regierungsbeteiligung kaufen. es sollte ehrensache für jeden aufrechten demokraten sein, ganz gleich welcher gesinnung, diesem treiben einen riegel vorzuschieben.


Wieso die Aufregung...


....er macht genau dasselbe, was die Bank und Finanzlobby seit Jahren macht.

Oder glaubst du, daß die Bilderberger den Faymann aufgrund seines Intellekts
einladen.

Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

bin ganz ihrer Meinung, diese Taktik der SPÖ kennen wir schon aus der Historie

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Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

korrekt:
Wer dieses Faktum, das auch für Bildungsferne förmlich mit Händen zu greifen ist nicht erkennt, hat von der Wahlarithmetik und dem realen österreichischen Parlamentarismus mit einer bis zur Burleske verluderten Verfassung keine Ahnung.

Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

Warum sollte ein FPÖ Wähler die Stronach Partei wählen? Ich denk eher dass ÖVP und BZÖ Wähler eher angesprochen werden.
Die linken Parteien vor allem die Grünen werden ähnlich durch die Piraten geschwächt.

Mag sein dass die SPÖ durch die neuen Parteien am wenigsten geschwächt wird aber in Summe schenkt sich das net viel.

Re: Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

NATÜRLICH wird stronach vor allem im teich der fpö fischen!
wer wählt denn die fpö (abgesehen von jenen ~5% ewiggestrigen deutschnationalistischen heinis)?
das sind vor allem jene, die mit ihrer stimme heute schon gegen rot-schwarz 'protestieren' wollen (und nicht kapieren, dass sie genau damit rot-schwarz einbetonieren). protestwähler sind relativ leicht durch noch einfachere phrasen zu gewinnen.
und es sind jene, die sich ihr weltbild aus krone-artikeln zimmern. seinerzeit hat dichand haider großgeschrieben. und wer ist aktuell der krone-liebling?

doch es gibt einen noch viel besseren zeugen für die angst um fremdfischen im fpö-teich: strache selbst! (lesen sie mal aufmerksam seine statements zu stronach)

Antworten Gast: AuskennerIn
13.08.2012 11:49
1 5

Re: Mit dieser Aktion sichert Stronach für seine Haberer in der SPÖ die Wahl 2013 und

@boris

ich lese nun schon seit tagen ihre händeringende besorgnis ob der auswirkungen auf die FPÖ. ihre loyalität dieser partei gegenüber ehrt sie, aber warum glauben sie, dass österreich unbedingt eine "freiheitliche" partei braucht, die sogar die "kleine mann"-sozen in vielen positionen links überholt. das strache mit den roten am besten kann, hat er schon mehrmals bewiesen. es würde sich also mit strache nicht viel ändern im staate österreich!

Ein sehr angenehmer Artikel (für Stronach)...

...ganz zur Blattlinie der Presse passend. Schon die Handschrift von Nowak?

Gast: Überraschungsei
13.08.2012 10:55
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Programm abwarten.


Man muss abwarten, mit welchem Programm und welchen Personen er antritt.

Bisher ist alles ein wenig sehr platt, aber es sind mittlerweile sehr sehr viele, die den bekannten Parteiensumpf so satt haben, sodass Stronach gar kein großartiges Programm braucht.

Antworten Gast: Romanino
13.08.2012 12:45
2 1

Re: Programm abwarten.

kann es schlechter sein als es jetzt ist - ich denke Stronach ist OK und wenn sein programm halbwegs akzeptabel ist, dann kriegt er meine Stimme und viele andere Stimmen auch.

4 2

Stonach braucht kein Programm ...

er muss nur am Stammtisch den Strache rechts überholen - das reicht.

Das zieht Wählerstimmen von FPÖ, BZÖ und ÖVP ab. Und NUR um das geht es.
Anschliessend kann Fränk wieder seine bekannten deals mit seinen alten Haberern in der SPÖ schliessen.
Zahlen wird es wieder der Steuerzahler. Der nicht mitkriegt was sich wirklich abspielt: Ein Revival des 'Liberalen Forum' Librettos

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bei der rudas und dem rauch

werden die arlamglocken schrillen-freu mich schon auf 2013
weidmanns heil hr.STRONACH

Gast: Hermann vom Gipfel
13.08.2012 10:38
2 1

Im Zeitalter der Korruption ein leichtes Spiel

Jeder, der noch nicht rechtskräftig verurteilt ist, hat die höchsten Chancen auf die absolute MEhrheit.

... nicht leicht haben, ins Parlament einzuziehen?

Schwerer wird es für die Konservativen sein, diesem Leistungsträger keine Stimmen abgeben zu müssen: Denn ER hat ja alles das, was der Staat einem Erfolgsmenschen nur zugestehen kann:

Beste Verbindungen in die Regierungsetagen, sowohl am Land wie auch im Bund; ... offene Hände für jede Form von Förderungen; Politfünktionäre in allen Gremien, die ihm "zu Diensten" sein werden (sogar die Klassnitsch war ihm für die Lohnliste nicht zu minder), Einfluss im Sport und, und, und!

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Er selbst ist zu alt

Er müsste die Partei gründen, einen Spitzenkandidaten aufbauen, der seine Meinung und das Programm vertritt.

Er selbst müsste sich dann sehr stark zurücknehmen, sonst funktioniert das nicht. Aber er ist ein Machtmensch, der keine Diskussion zulässt. Das ist leider sein großer Fehler.

Ein Unternehmen kann man so führen, aber in der Politik funktioniert das schlecht.
Selbst im Fußball hatte er so keinen Erfolg.

Er könnte ein paar Proteststimmen einsammeln.

Ein Euroaustritt hat mit wirtschaftsliberal auch nicht viel zu tun. Das ist eher Populismus.


 
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