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Berufsheer: Genug Soldaten für Notfall?

12.08.2012 | 18:32 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Wehrpflicht-Debatte. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP) weist Kritik zurück, seine Pläne würden den Katastrophenschutz untergraben.

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Wien. Könnte ein Berufsheer ohne die Masse an Grundwehrdienern einen Katastropheneinsatz wie jenen in der Steiermark stemmen? Oder gar eine gewaltige Hilfsleistung wie jene bei der „Jahrhundertflut“ 2002, die genau heute vor zehn Jahren in Nieder- und Oberösterreich ihren Höhepunkt erreicht hat? Immerhin waren damals zu Spitzenzeiten 11.277 Mann gleichzeitig im Einsatz, drei Viertel davon Wehrdiener.

Eine Frage, die die Politik wohl noch länger beschäftigen wird: Erst vor Kurzem haben Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (beide VP) aus Anlass dieser Katastrophen massive Zweifel an den Plänen von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP) geäußert, von der allgemeinen Wehrpflicht abzurücken – im Notfall müsse alles „auf Knopfdruck funktionieren“, kritisierte etwa Pröll. Auch Darabos' Spitzenoffizier, Generalstabschef Edmund Entacher, warnte, dass eine solche Umstellung auf Kosten des Katastrophenschutzes gehen könnte.

 

12.500 Mann für Katastrophen

Eine Darstellung, der man im Ministerium vehement widerspricht: „Wie im Verteidigungsausschuss vereinbart, werden im Bundesheer auch in Zukunft 12.500 Mann für den Katastrophenschutz zur Verfügung stehen“, erklärt Darabos' Sprecher Stefan Hirsch. Nicht nur, dass es auch im neuen Heer nach SP-Vorstellung drei Pionierbataillone geben würde – in einem Berufsheer würden die jetzt in diesen Bataillonen eingesetzten Grundwehrdiener durch „gut ausgebildete Profis“ ersetzt.

Die Bedenken, im Notfall würde die Mannstärke eines Berufsheeres nicht ausreichen, kann man in Darabos Büro nicht nachvollziehen: Im Modell des Ministers stünden jederzeit 9300 freiwillige – bezahlte – Milizionäre zur Verfügung, um im Notfall „niedere Funktionen“ wie das Füllen von Sandsäcken oder das Errichten von Dämmen zu übernehmen. „Die 11.000 Mann, die 2002 im Einsatz waren, könnten wir auch in einem neuen Wehrsystem aufbieten“, so der Sprecher.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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3 Kommentare
Gast: alatheus
14.08.2012 12:34
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"Im Modell des Ministers stünden jederzeit 9300 freiwillige – bezahlte – Milizionäre zur Verfügung, um im Notfall „niedere Funktionen“ wie das Füllen von Sandsäcken oder das Errichten von Dämmen zu übernehmen."

Wie soll das funktionieren? Man stellt das Wehrsystem um, entlässt Grundwehrdiener und Milizsoldatn - und zaubert gleichzeitig 9.300 Reservisten aus dem Hut? Rekrutiert "von heute auf morgen", weil das "Freiwilligenheer" - das politisch genauso zerfetzt und ausgehungert werden würde, wie das aktuelle System - so "attraktiv" ist?

Ich verweise nur auf den im Rahmen des Raumverteidigungskonzepts unternommenen Versuch die sogenannte "Bereitschaftstruppe" - ein Äquivalent zu einer Freiwilligenmiliz nach Darabos' schem Muster (Und mit derselben Argumentation von "Effizienz" und "mangelnder Verfügbarkeit von Grundwehrdienern" die heute gebetsmühlenartig von Berufsheerbefürwortern bemüht wird - aufzubauen. Deren Aufstellung wurde am 6. Juni 1972 beschlossen. Sie sollte 15.000 Mann umfassen. Letztendlich stellte sich heraus, dass mit dem gegebenen Budget eine solche Truppe nicht zu finanzieren war. Außerdem gab es ein Fehl bei Kadersoldaten und "freiwillig verlängerten Grundwehrdienern" (da es noch keine gesetzliche Grundlage für die eigentlich geplanten Zeitsoldaten gab) von knapp 10.500 Mann. Die finanziellen und dienstrechtlichen Maßnahmen zur Befüllung der Bereitschaftstruppe wurden von der Politik nie getroffen und die gute Wirtschaftslage erschwerte die Rekrutierung außerordentlich. Schließlich wurde sie im Rahmen einer weiteren Heeresreform aufgelöst.

Gast: Wird scho faaaad
13.08.2012 20:57
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Wehrpflicht-Erhalter-Rückständler FÜLLEN SOMMERLOCH

.. soviel zu Entacher und Co.

GÄÄÄHHHHHN

Gast: Sueton
13.08.2012 16:31
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Glaube

... versetzt Berge. Irgendwas hat er sich doch aus dem Religionsunterricht gemerkt.