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Parteiwechsel: "Sozialer als viele mit SP-Parteibuch"

15.08.2012 | 17:31 |  Von KARL ETTINGER (DiePresse.com)

Der Kärntner Gerhard Köfer betont, bei seinem Übertritt zu Stronach sei kein Geld im Spiel. Der ESM war in der SPÖ „der Tropfen, der das Ganze zum Überlaufen gebracht hat“.

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[Wien/Spittal an der Drau] Mit dem Kärntner SPÖ-Nationalratsabgeordneten und Bürgermeister von Spittal an der Drau, Gerhard Köfer (51), steht der erste Wechsel eines Parlamentariers zu der von Frank Stronach angekündigten neuen Partei fest. Diese Rochade heizt die Spekulationen, welche Politiker noch zu Stronach wechseln könnten, weiter an. Stronach will die Partei Ende September offiziell präsentieren.

Laut SPÖ-Klubchef Josef Cap hätte Köfer nach der Nationalratswahl 2013 sein Mandat verloren, weil nach einer Kärntner SPÖ-Regelung Bürgermeister größerer Städte kein überregionales Mandat mehr ausüben dürften. Köfer ist mit seinem Übertritt einem Parteiausschluss zuvorgekommen. Im Gespräch mit der „Presse" erläuterte Köfer die Beweggründe für die Entscheidung aus seiner Sicht.

Die Presse: Sie wechseln überraschend zur Partei von Frank Stronach. Was ist denn der Grund dafür?
Gerhard Köfer: Der wirkliche Grund ist, dass ich ein Angebot für eine Mitarbeit von Frank Stronach erhalten habe. Ich sage das bewusst: unentgeltlich, ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen. Ich halte das für eine sehr spannende Herausforderung. Ich bin jetzt 51 Jahre. Ich muss nicht mehr Karriere machen, ich muss nichts mehr beweisen.

Wann ist dieses Angebot gekommen?
Konkret diesen Montag am Abend. Natürlich hat es vorher schon Gespräche gegeben.

Und Geld oder ein Jobangebot waren da nicht im Spiel?
Ich brauche kein Geld, und ich habe einen Job als Bürgermeister (von Spittal an der Drau, Anm.). Das war nicht im Spiel.

Aber es ist doch äußerst ungewöhnlich, dass ausgerechnet ein Sozialdemokrat diesen Schritt macht. Frank Stronach gilt als dominante Unternehmerpersönlichkeit.
So unterschiedlich wir auch in der Art sind: Ich bin nicht jemand, der bedingungslos Ja sagt. Wer mich kennt, weiß, dass das nicht stattfindet. Aber in den Gesprächen, die wir geführt haben, war das fast eine väterliche Beziehung. Wir haben auch gestritten bei bestimmten Themen. Aber Stronach ist auch mit einer unglaublichen Qualität als Mensch ausgestattet.

Wo gibt es Differenzen? Stronach gilt doch als Wirtschaftsliberaler.
Ich war und bin Sozialdemokrat.

Und diese Gesinnung werden Sie jetzt auch nicht abgeben?
Ich habe das nicht in irgendeiner Garderobe abgegeben, überhaupt nicht. Ich bin der sozialdemokratische Part in dieser Bewegung. Jetzt können manche Sozialdemokraten, die sich darüber aufregen, nachdenken, was einen Sozialdemokraten auszeichnet. Ich bin an einem meiner Vormittage, an denen ich Sprechtage abhalte, sozialer als viele, die sich mit einem Parteibuch besonders hervortun. Für mich ist ein Sozialdemokrat auch jemand, der das lebt und umsetzt. Ich habe einen privaten Sozialfonds gegründet. Man muss mir jetzt nicht erklären, ich würde unsozialdemokratisch handeln.

Sie glauben wirklich, dass Sie das in Frank Stronachs neuer Partei umsetzen können?
Das ist mein Vorhaben. Ich bin gespannt, inwieweit ich mich da in der Gruppe durchsetzen kann. Mein Teil ist, die soziale Komponente dort einfließen zu lassen. Frank Stronach bringt als Mensch eine unglaublich soziale Ader mit.

Sie waren lange SPÖ-Mandatar. Wie groß war denn die Unzufriedenheit mit der jetzigen SPÖ-Führung?
Ich werde mir jetzt verkneifen, irgendwelche Bemerkungen dazu zu machen. Das war auch nie meine Art. Aber es waren sachliche Themen, wie etwa die Wehrpflicht oder der ESM (Euro-Rettungsschirm, Anm.).

Sind Sie gegen ein Berufsheer.
Ja, ich bin gegen ein Berufsheer.

Einer Ihrer Hauptkritikpunkte an der SPÖ in der jüngsten Vergangenheit war, dass Sie mit der Zustimmung zum ESM nicht einverstanden sind.
In Wahrheit war das der berühmte Tropfen, der das Ganze zum Überlaufen gebracht hat. Ich habe keinen Groll gegen jemanden, ich bin niemandem böse. Aber jetzt bin ich wirklich froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Heute habe ich fast 500 positive Rückmeldungen bekommen.

Haben Sie kein Problem, wenn in der neuen Partei Stronach womöglich auch die ehemalige steirische FPÖ-Klubobfrau Dietrich oder eventuell BZÖ-Politiker dabei sein werden?
Das soll eine Bewegung sein, die für die Bürger da ist. Man soll sich jetzt langsam von der bisherigen Art von Politik trennen. Beispiel: Parlament. Es gibt einen guten Vorschlag, etwa von der FPÖ, da sitzt einer der Mandatare neben mir. Ich sage: „Das ist ein toller Vorschlag", dann sagt er: „Steh auf!" Dann sage ich: „Kann ich nicht!" Auch das sollte vorbei sein, dass das der politische Gegner ist. Das will ich in der Form nicht aufrechterhalten.

Stronach hat erklärt, er hoffe auf mindestens zehn Prozent der Stimmen. Ist das für Sie realistisch?
Nachdem ich Realpolitiker bin, halte ich acht bis zehn Prozent für möglich.

Warum geben Sie Ihr Parlamentsmandat nicht ab, wie das die SPÖ jetzt fordert?
Ich sehe dazu keine Veranlassung. Ich habe in Kärnten die meisten Vorzugsstimmen bekommen für dieses Mandat. Außerdem habe ich erstmals die Möglichkeit, mein Mandat so auszuüben, wie es eigentlich richtig wäre - nämlich im Sinne meiner Wähler. Ich muss nicht sitzen bleiben und nicht aufstehen. Auf Zuruf von jemandem werde ich es nicht zurückgeben.

Team Stronach: Die Mitstreiter des Milliardärs

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492 Kommentare
 
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Gast: einBeobachter
23.08.2012 10:34
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Einfach ekelig ...

... sich so kaufen zu lassen. Ob mit Geld oder "Macht" spielt keine Rolle. Ich würde mit genau jenen, die sich kaufen lassen, nichts zu tun haben wollen. Was ist, wenn einer kommt, der noch mehr zu bieten hat ?

Gast: Millionen
19.08.2012 13:47
0 0

Rote und Blaue schlüpfen reihenweise unter die Fittiche des Milliardärs


In Anbetracht der Politiker, die für Stronach (Magna) tätig sind oder waren

FPÖ: Peter Westenthaler, Mathias Reichhold, Karl-Heinz Grasser, Waltraud Dietrich (neu)

SPÖ: Franz Vranitzky, Rudolf Streicher, Andreas Rudas, Gerhard Köfer (neu), Harmut Prasch (neu + 4 SP-Gemeinderäte) usw.

sieht man, dass die Sympathien dieses Industriellen eher national-sozial sind.

Gast: Hans Hinteregger
17.08.2012 22:17
1 2

mehr Fairness gegenüber Stronach

Hirnschmalz ist gefragt..
Stronach macht das etappenweise:
1.Phase 1 : 3 Mandatare zwecks Parteigründung
2. Phase 2 : Klubgründung (mind. 5 Mandatare)
3. Phase 3: er kauft sich einen ganzen TV-Sender,besser als auf ein paar Sendeminuten zu lechzen..
4. wer braucht ein Parteiprogramm?
die Wunschliste für Verbesserungen ist lang genug...
5. wenn sich genügend Protestwähler finden,dann ist die Durchsetzung für eine parlamentarische Arbeit erst möglich
6. das Alter ist unerheblich ..nur der Kampfeswille etwas zu verändern bzw. zu verbessern
auch die Pensionisten wären eine interessante Wahlgruppe(Schilling-Nostalgie ?)
7. viel Erfolg Mr. Stronach

Gast: karhub
16.08.2012 23:17
0 1

Politiker sind nur Marionetten

Jahrzehnte hat die SPÖ in Kärnten regiert und einen Sumpf hinterlassen, der sie bis heute Spuren hinterlassen hat. Dann hat es die ÖVP versucht, ist auch daneben gegangen. Und jetzt ist halt die FPK (vormals BZÖ) an der Reihe, und es ist auch hier vieles nicht in Ordnung. Die Grünen sind mit ihren Dogmen leider für viele nicht verständlich und weitere Parteien sehe ich nicht, die wählbar wären. Und nicht wählen gehen bedeutet, sich mit der Mehrheit abfinden, aber bitte nicht hinterher kritisieren. Solange der Klubzwang regiert und nicht das Gewissen der Politiker, ist jede Wahl nur Scheinheiligkeit.

Gast: globetrotterneu
16.08.2012 17:29
1 0

Die schlaue SPÖ

wird den Energetiker unb Handaufleger (!),
der Angst vor dem Verlust seiner zweifachen Bezüge hat,
vom rechten Parteirand
auf elegante Weise los
und legt ihn dem Stronach ins Nest.

Sehr schlau ...

Antworten Gast: Solche
19.08.2012 02:48
0 0

Bezüge sollten auch genannt werden. Außerdem ist er nicht nur Handaufleger und Energetiker, sondern auch gelernter Gastwirt.

Nationalratsbezüge pro Monat: 8000 €
Bürgermeisterbezug p. Monat: 7200 €

Alles was hilft die Sozialisten zu zerbröseln, ist akzeptabel!

Bitte noch 10 Abgeordnete der Sozen abwerben!

Der Pferdeflüsterer Köfer

hat vielleicht mit Stronach auf das falsche Pferd gesetzt.

Diese zukünftige Partei ist eine von denjenigen, die mit ihrem Zugpferd stehen und fallen. Mehr als ein einmaliger Wahlerfolg ist da wahrscheinlich nicht drin.

Re: Der Pferdeflüsterer Köfer

es reicht bei der nächsten wahl den sieg der freiheitlichen zu verhindern, ein anderes ziel hat diese showpartei von rot und schwarz nicht.

1 0

... und vielleicht Arnold als Sportminister?

Frankie und Arnie könnten unseren versteinerten Parteien schon einen gehörigen Schock versetzen - vielleicht wird was draus, wenn unsere zurück gekehrten Auslandsösterreicher zuschlagen - die wissen wenigstens wie es geht!
Weitere Minister Kanditaten:
- Niki Lauda für Infrastruktur
- Niki Pelinka für Propaganda

hoppala, der 2. Niki ist mir entfahren.

3 0

bevor noch die Wellen hoch gehen.

Jetzt zu spekulieren wie die nächste Wahl ausgeht, ist verfrüht. Wer weiß was sich da mit dem Euro noch alles zusammenbraut und welcher Schaden uns daraus entsteht! Vielleicht regt das die Menschen endlich an, bei der Wahlurne zu denken und sich erinnern wer uns das alles eingebrockt hat!

Antworten Gast: StVO
16.08.2012 16:37
1 0

Re: bevor noch die Wellen hoch gehen.

Nun, der der am meisten in die EU gedrängt hat, war bekanntlich Jörg Haider. Erst nachdem der Brief an Brüssel abgesandt war und unmittelbar vor der Volksabstimmung hat sich Haider, wie es so seine Art ist gedreht und plötzlich die Blutschockolade und das Lausjoghurt ausgepackt.

so dumm ist österreich

ein cleveres konzept, von spö und övp !
die angst das strache nach der nächsten wahl die nummer eins ist ,treibt diese angebliche stronachpartei.
sonderbar ist, das alle themen mit denen fpö punktet jetzt von stronach vertreten werden schilling, esm, korruption.
viele proteststimmen werden von fpö zu stronach wandern und nach der wahl wird es eine koalition von rot,schwarz und stronach geben.
stronach wird aus gesundheitsgründen nicht im parlament sitzen, er wird einen ehemaligen roten schicken. wer es nicht glaubt, ich nehme gerne wetten an.

Gast: inkasso
16.08.2012 10:26
3 1

parteiwechsel ja - weiter kassieren mit altem mandat

...der hr kofer hält wohl alle für blöd, diesen schmäh (mit neuem beginnen) kann er in kärnten anbringen. wenn er wirklich was neues beginnen will, dann soll er sein mandat zurücklegen und schon jetzt auf wahlkampftour gehen, um genügend stimmen bei der nächsten wahl für seine neue partei zu bekommen. vielleicht verlegt die neue partei ( sowie onkel strohsack) ihren hauptsitz in die schweiz, da könnte einiges an steuer gespart werden und in östtereich fest auf den busch geschlagen werden.
wenn ja dann wirklich, aber so - nein danke

1 0

kein geld

na warum gibt er dann nicht sein mandat als nationalrat ab - und warum bleibt er bürgermeister - er wurde als sozialdemokrat gewählt und nicht als einer der sich davonschleicht.....

aber bezüglich geld:
wenn ein kärtner politiker etwas mehrmals als unwahr betont, können sie sicher sein, das es stimmt


3 1

Bankldrucker

Lieber Herr Stronach bei aller Sympathie, glauben Sie wirklich das man mit den Bankldruckern die Sie den anderen Pateien abwerben erfolgreich Politik machen kann ?
Sie sind 81 Jahre alt, wenn Sie ihr Amt als Spitzenmann einer Fraktion oder gar Regierungspatei nicht mehr ausfüllen können, glauben Sie wirklich einer der von Ihnen angeworbenen Kasperln könnte Sie ersetzen ?

Sie haben meinen größten Respekt für Ihre wirtschaftliche Leistung. Sie haben in Ö viele Arbeitsplätze geschaffen und somit mehr für unser Land gemacht als unsere Parlamentarier.
Bitte bleiben Sie uns in guter Erinnerung !!!

nau ja

was soll das gejammer ! er macht es doch nur wie damals die schmid heidi, nur mit dem unterschied dass der heidi damals heifi tatkräftigst unter die arme griff ( pikante details auslegungssache). aber damals gings ja gegen den gottseibeiuns jörgele, und heute gegen die heiligste einrichtung in korruptistan gegen die spö.

1 0

SOZIALE ADER ?

Das ist eine neue Art, der Deffinition einer "sozialen Ader", wenn man in erster Linie seine Ämter als Bürgermeister und Nationalratsabgeordneter im Auge hat und um diese Einkommensquellen aufrechtzuerhalten zu einem Parteigründer wechselt, dem die finanzielle Aufrechterhaltung des österreichischen Sozialstaates so sehr am Herzen liegt, dass er um in Österreich keine Einkommenssteuern zahlen zu müssen, eine nicht bewohnte Wohnung in der Schweiz als Hauptwohnsitz angibt

Gast: buagal
16.08.2012 09:19
2 1

kärnten, wie es leibt und lebt...

immer fasching auf kosten des gesamten landes

Mein Teil ist, die soziale Komponente dort einfließen zu lassen. Frank Stronach bringt als Mensch eine unglaublich soziale Ader mit.

wenn jemand das gegenteil sagte, wäre es ehrlich und brächte das land auch weiter. dann wird er halt nicht gewählt.

Re: Mein Teil ist, die soziale Komponente dort einfließen zu lassen. Frank Stronach bringt als Mensch eine unglaublich soziale Ader mit.

wer 130.000 MA hat, macht vieles richtig, auch die soziale seite!

Gast: leelala
16.08.2012 08:46
3 1

Energetiker?

Sehr geehrter Herr Energetiker,
Irgendwie ist das ein Widerspruch in sich,
wenn sie sich mit einen "Energiesauger" wie dem Stronach abgeben. Sie sind nicht glaubwürdig.


Re: Energetiker?

energiesauger sind die abzocker in diesem land, die von der leistenden hin zu den nichtleistenden verteilen!

das ist noch immer die spö!

Antworten Antworten Gast: So ein Topfen
16.08.2012 09:51
0 1

Re: Re: Energetiker?

Sie haben Leelalalala falsch verstanden...

Es geht nicht um Kapitalsenergie...

Nachdem er sowieso


aus der SPÖ ausgeschlossen worden wäre, finde ich seine "Standhaftigkeit" lustig!

Vor Allem, nachdem er für den ESM gestimmt hat und in die problematischen SPÖ-Kärnten-Parteifinanzierungen verstrickt sein soll!


Re: Nachdem er sowieso

er hat dagegen gestimmt

 
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