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Stronachs Wahlhelfer

15.08.2012 | 18:20 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Für die Koalition gibt es größere Probleme als einen SPÖ-Mandatar bei Stronach.

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In Kärnten sind Parteigrenzen fließend. Da findet ein gestandener Bürgermeister nichts dabei, als Sozialdemokrat zum einstigen Klassenfeind, dem Großindustriellen Stronach, überzulaufen. Die Orangen in Kärnten um Uwe Scheuch haben das schon vor Jahren vorexerziert und sich über Nacht mit dem einstigen Widersacher Strache verbrüdert – in erster Linie, um beiderseits die politischen Chancen zu verbessern.

Die Freude der SPÖ-Zentrale, dass Stronachs Partei besonders dem Hauptgegner FPÖ zusetzen werde, war wohl voreilig. Kritik am Euro und Milliarden für EU-Länder findet nicht nur bei freiheitlichen Sympathisanten, sondern auch im SPÖ-Klub Anhänger – wie das Beispiel Köfer zeigt. Allerdings sollte die Bedeutung eines Hinterbänklers im Parlament als Wahlhelfer nicht überschätzt werden. Zwei Regierungsparteien, die Probleme vor sich herschieben, sind immer noch die besten Wahlhelfer für Stronach.

 

karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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11 Kommentare
Gast: total crash
17.08.2012 18:23
0 0

[...] Da findet ein gestandener Bürgermeister nichts dabei[...]

als Sozialdemokrat[...]

Er war immer wirtschaftlich Orientiert,glaubt`s mas!!!!

(Baumaschinen-Verleih)

Fleischhacker, was meinen Sie?

Heute würde mich die Meinung von MF tatsächlich interessieren! Dank seiner Sprache könnte man vielleicht auf den springenden Punkt kommen. Persönliche Häme und Vorverurteilung etwaiger politischer Kapazunder sind nicht zielführend. Interessanter sind schon Vergleiche mit anderen Beispielen der jüngeren Vergangenheit, HP Martin in etwa. Der Erfolg der Piraten wäre auch noch abzuwarten, dauert eben alles recht lange bei uns in Ö, bis sich da etwas bewegt...

"Kritik am Euro und Milliarden für EU-Länder findet nicht nur bei freiheitlichen Sympathisanten, sondern auch im SPÖ-Klub Anhänger – wie das Beispiel Köfer zeigt. "

wie naiv sind sie denn eigentlich, herr ettinger?

köfer ist ein paradebeispiel für opportunismus: egal ob er den esm mag oder nicht - seine NR karriere wäre beendet wegen der neu eingeführten unvereinbarkeit sp-bürgermeister und sp-mandatar.

egal ob er den esm mag oder nicht - sein neuer chef mag ihn nicht, also ist er auch für köfer pfui.

dass ein mitarbeiter einer "qualitätszeitung" solch einfache menschenkenntnis nicht besitzt und lieber (parteipolitisch motivierte) phrasen hinschludert... "qualität" schaut anders aus! so kommt diePresse nicht aus dem tief raus.

was wäre wenn

zum Beispiel ein Marteschitz und ein Lauda kommen würde zum Strohnach.
Mit solchen Menschen kann ich mir eine neue Partei sehr gut vorstellen.
Jedoch nie und nimmer mit den bis jetzt verlautbaren Namen.
Auch denke ich das Herr Strohnach zu alt ist um eine solche Aktion längere Zeit durchzuhalten.
Eines ist sicher - es werden Dinge an die Öffentlichkeit kommen, Affären wie Telekomm und andere sind dann so was wie Peanuts.
Der soziale Frieden ist schon lange tot - ich wünsche mir sehr das es für lange Dauer keine SPÖ/ÖVP Regierungsbeteiligung gibt.
Aber wie soll dies funktionieren wenn Strohnach sich mit Überläufern aus diesen Parteien umgibt. Ein Westentaler ? - nein danke.

Antworten Gast: harakiri
16.08.2012 11:54
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Re: was wäre wenn

und zum Arnie sagen S gar nichts ?

Re: was wäre wenn

ihren wunsch nach einer nicht-regierung von spö/övp kann ich nachvollziehen.

allerdings wurde dieser wunsch von den wünschern selbst zunichtegemacht, als sie seinerzeit zu haider übergelaufen sind. DAMIT haben sie eine groko auf unbestimmte zeit einbetoniert.
und stronach ist (politisch) nichts anderes als ein haider mit weißen haaren.
das betonieren geht also weiter.

die wahlhilfe der selbstlosen

in der regierung in form eines grossen anteils am wählerkuchen steht nun neben der fpö auch stronach - die stehen vorne in der schlange - zur verfügung.
die streiterei ums grösste stück verspricht unterhaltsam zu werden; weniger lustig ist, dass wir den "spass" aus der eigenen tasche bezahlen.

Die ideologischen Einteilungen funktionieren nicht mehr ...

Wundern tut einen das nicht mehr. Warum?

Die großen ideologischen Differenzierungen der Vergangenheit gibt es heute nicht mehr, in etwa nach dem Motto "hier Arbeiter, dort Industrieller". Die Klassenkämpfe der Vergangenheit ebenfalls nicht mehr.

Und da wirkt es oft schon lächerlich, wenn beispielsweise führende SPÖ-ler krampfhaft herbeireden, dass sie sich vom armen und hungernden Arbeiterkind mühsam emporgearbeitet haben. Ähnliches gibt es natürlich auch bei anderen Parteien, mit anderen Vorzeichen ...

Und es ist natürlich auch wenig authentisch wenn etwa ein reicher Großbänker versucht einen echten Sozialdemokraten zu mimen ...

Die ursprünglichen Ideologien sind oft überholt, die Politiker die diese repräsentieren haben oft kaum einen ideologischen Background und wenn doch, dann selten den, der ihrer Partei zugeschrieben wird ...

Auf den Punkte gebracht, aber nur in erster Näherung:

Politik ist zum guten Teil zu einem Business verkommen. Ein Wechsel zwischen den Parteien ist für viele Proponenten daher kaum ein (ideologisches) Problem. Daher wundert mich das alles nicht mehr wirklich ...

Re: Die ideologischen Einteilungen funktionieren nicht mehr ...

"Und es ist natürlich auch wenig authentisch wenn etwa ein reicher Großbänker versucht einen echten Sozialdemokraten zu mimen ..."

Früher war das aber auch nicht anders.

Otto Bauer, Julius Deutsch, Theodor Körner, Karl Renner, Bruno Kreisky usw. usf. waren alle keine Arbeiter, von Marx, Engels, Lenin und Trotzki ganz zu schweigen.

Re: Re: Die ideologischen Einteilungen funktionieren nicht mehr ...

Das ist richtig. Deswegen ist aber auch nicht besser ;-)

Sehr gut, Herr Ettinger.

Sie bringen es auf den Punkt, wo es hapert.