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Spindelegger: Schwarzer Kapitän bei hohem Wellengang

15.08.2012 | 18:21 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

ÖVP-Obmann Spindelegger versucht, nach den Affären gegenzusteuern. Über das schwarze Schiffsdeck erschallt daher das Kommando: „Zurück zur Arbeit!“

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Wien/Mondsee. Die schwarzen Regierungskollegen haben sich seit der Sommerpause des Nationalrats Anfang Juli nach Kräften bemüht. Allen voran rührten ÖVP-Vizeparteichef Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und die Obfrau des schwarzen Arbeitnehmerbundes (ÖAAB), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, die Werbetrommel für weitere Schritte zur Verwaltungsreform, mit denen ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden kann, und für eine neue Teilzeitvariante bei der Bildungskarenz. Über all das schwappten freilich die Wogen um die Affären nunmehriger Ex-ÖVP-Politiker hinweg: die Anklage wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen den früheren Innenminister und EU-Abgeordneten Ernst Strasser und das Geständnis des Kärntner Ex-ÖVP-Obmanns Josef Martinz über illegale Parteienfinanzierung.

Wenn heute, Donnerstag, der schwarze Kapitän Spindelegger am Mondsee mit ÖVP-Regierungsmitgliedern in See sticht, ist das mehr als ein sommerlicher Schiffsausflug im Salzkammergut. Der im Mai des Vorjahres offiziell zum Bundesparteiobmann gewählte Niederösterreicher will damit auch eine Art Neustart vor der Nationalratswahl, die spätestens im September 2013 stattfindet, signalisieren. Daher hat er schon am Dienstag – auf den Koalitionspartner SPÖ gemünzt – als Vizekanzler das Kommando ausgegeben: „Zurück zur Arbeit!“ Schließlich musste die ÖVP in Umfragen zuletzt froh sein, auf Bundesebene nicht hinter die FPÖ auf Platz drei abzurutschen.

 

„Das pickt an der ÖVP“

Der Klubobmann im Parlament, Karlheinz Kopf, hat offen eingestanden, wie sehr die Fälle Martinz und Strasser der ÖVP weh tun, auch wenn mit dem Ende der Parteimitgliedschaften intern Konsequenzen gezogen wurden und für die ÖVP-Zentrale offiziell die Fälle erledigt sind. Dennoch haben die Skandale die Volkspartei massiv getroffen: „Das pickt an der ÖVP, das schmerzt unglaublich“, gab Kopf zu.

Spindelegger möchte sicherstellen, dass die Kärntner Nachwehen möglichst rasch endgültig verebben. Daher drängt er nicht nur parteiintern mit der Kür von Gabriel Obernosterer zum ÖVP-Landeschef auf den formalen Abschluss des Personalwechsels. Er macht seit Ende Juli auch Druck, dass in es in Kärnten rasch Neuwahlen gibt – obwohl die ÖVP im Land schwer gebeutelt dasteht. Mit dem von ihm geplanten „Durchgriffsrecht“ auf Landesparteien, dessen Details allerdings parteiintern noch diskutiert werden und das erst von einem ÖVP-Bundesparteitag abgesegnet werden muss, will Spindelegger sicherstellen, dass ein ÖVP-Bundesparteichef nicht Monate zusehen muss, bis ein Landesobmann trotz Anklage vor Gericht seine Funktion räumt.

In der Sacharbeit werden jetzt die Anstrengungen verstärkt, mit der SPÖ zu einer Einigung über den Ausbau der direkten Demokratie zu kommen. Eine Reihe von Vorschlägen hat die ÖVP seit dem Frühjahr vorgelegt. Weiters ist vorgesehen, den Amtsverlust von Politikern, die im Visier der Justiz oder bereits verurteilt sind, neu zu regeln.

Im Bildungswesen wird die ÖVP den Druck auf den Koalitionspartner SPÖ erhöhen, um zu einer Lösung beim Uni-Zugang und bei Uni-Gebühren zu kommen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es vor dem SPÖ-Bundesparteitag am 13. Oktober, auf dem Uni-Finanzierung und Gebühren Thema sein werden, kaum Fortschritte geben wird. Justizministerin Beatrix Karl soll im Herbst ein Familienrechtspaket inklusive Ausbau der gemeinsamen Obsorge beider Elternteile unter Dach und Fach bringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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51 Kommentare
 
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Die Altlasten von Schüssel und Pröll

fallen Spindelegger nun auf den Kopf. Strasser wurde von Pröll noch nach seinem Abgang als Minister zum EU-Delagationsleiter - trotz Vorzugsstimmen für Karas - gepusht. Grasser wurde von Schüssel gehätschelt und hatte freie Bahn. Was beide unnter "Privatisierung" verstanden, kann man ja im Falle der Buwog nachvollziehen. Die Gerichte werden politisch gegängelt - es ist einfach zum Kotzen, bei uns, in Korruptistan.

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Wunschdenken muß so was von angenehm sein, denn sonst würden es nicht so viele Zeitgenossen betreiben!

Cerberus, Sie reden Stuß! In ganzer Länge!

Wieso ist Strasser eine Altlast Schüssels? Richtig ist, Erwin Pröll drückte Schüssel seinen Gefolgsmann Strasser aufs Auge. Schüssel mußte ihn nehmen, weil in der ÖVP eben die Länder mitreden. Nur, Strasser scheiterte grandios an seiner wirklichen Aufgabe, nämlich Schüssel mitzuteilen, was er zu tun und zu lassen hat auf Bundesebene. Das ist die alte Masche Erwin Prölls, im Bund „verdeckt“ mitreden und möglichst allein entscheiden, aber keine wie immer geartete Verantwortung dafür zu übernehmen. Schüssel ließ sich nicht dreinreden.

Effekt, Strasser schmiß den Innenminister von einem Tag auf den anderen hin, nachdem er die Gendarmerie mit der Polizei fusioniert hatte und ging. Also, wo ist Strasser eine Altlast Schüssels.

Und ob Strasser überhaupt eine Last sein wird, wird sich erst noch zeigen. Nach neuesten Meldungen in den Medien steht die Anklage gegen Strasser auf „wackeligen Beinen“.

Na ja, und der Buwog-Verkauf. Das Geschrei der Roten ist ja nur der Frust darüber, daß eine private Firma den Zuschlag erhielt. Grasser hat offensichtlich für den Bund den höchstmöglichen Ertrag erzielt. Wo ist das also eine Altlast. Selbst wenn sich herausstellen sollte, daß Grasser an der Provision Maischberger beteiligt ist – das waren private Gelder – dann ist zwar Grasser ein Gauner, der Buwog-Verkauf aber immer noch eine Gewinn für den Bund. Alles deutet aber darauf hin, daß Grasser an der Provision nicht beteiligt, also kein Gauner ist.

Spindelegger hätte von Beginn der großen Koaltion an

dem Regierungspartner klar machen müssen, welchen Weg er und sene Partei gehen wollen. Dem war aber nicht so. Vielmehr ging es den Schwarzen darum, dass sie um jeden Preis Regierungsverantwortung tragen wollten, egal was es koste. Wer so hirnverbrannt in eine Regierung geht, dem ist es zu wünschen, dass er jetzt Federn lassen muss. Eine machtgeile Klientelpolitik gekoppelt mit einer korrupten Genossenpolitik ist nun das Ergebnis. Jetzt steht der Königspudel im Regen und weiß sich nicht anders zu helfen, als seine Kumpanen zur Arbeit "anzuspornen". Jetzt, da man wahrscheinlich zur Erkenntnis kam, dass das bisherige "Geleistete" eher miserabel als gut beim Volk ankahm. Normaler Weise würde man sagen, dass man aus Fehlern lernt. Das jedoch kommt nun zu spät. Diese Partei hat in den letzten Jahrzehnten vieles falsch gemacht, aber gelernt hat sie daraus nichts.

Gast: b745
16.08.2012 13:39
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nicht nur picken man erkennt es auch am geruch


Erneuerung

Die heutige ÖVP ob mit oder ohne Spindelegger wird die nächste Wahl klar verlieren. Die Partei braucht einen Neustart ohne Bündedenken und ohne Festhalten an den Landesfürstentümern.

Gast: 2mk
16.08.2012 12:01
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Die ÖVP ist und bleibt

gegen Leistungsträger und für Erben (doppelt hohe ESt, keine Erbschaftssteuer), für Ungebildete und gegen Akademiker; für steuerfaule Bauern und gegen Selbständige (die den Löwenanteil des Staatsbudgets tragen müssen). Spindelegger wird sich also mit einem Teil seiner Klientel anlegen müssen, will er nicht die bürgerlichen, leistungsorierentieren Wähler verlieren.

Le Chuck Spindelegger segelt

mit Zombiemannschaft voll auf das Riff der "fauligen Lumpen"

Die ÖVP hat einen Chef?

Ist mir noch gar nicht aufgefallen. Kann mir jemand verraten wie er heißt und was er so den ganzen Tag macht?

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Re: Die ÖVP hat einen Chef?

Der Chef heisst Erwin Pröll und Spindelegger & Co sind seine Handlanger, dasselbe gilt für SPÖ, wo Häupl die Fäden zieht. Grausam ist jedoch noch, dass ausgere4chnet Erwin Pröll und Michael Häupl Busenfreunde sind und das Volk nur bestehlen wollen!!!

Gast: ehschowurscht
16.08.2012 10:50
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Schwarzer Kapitän

http://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

Mehr fällt mir da nicht dazu ein - beim Klabautermann ups vertippt - beim Spindelmann - nein Schwindelegeer - schon wieder falsch - wie heisst er der Kapitän Österreichs??????

Mir wird schwarz vor den Augen....

Gast: korrupti
16.08.2012 10:48
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Statt die wirkliche Arbeit (tragen die höchste Last der Steueren) der Arbeitnehmer zu entlasten, will die ÖVP

nach wie vor Erben (wo soll da die Leistung sein?) entlasten........Dieser Wiederspruch ist der Untergang der ÖVP!!!!

Gast: Gruftmaus
16.08.2012 10:30
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Was denkt er über das "Wahlvolk"?

http://www.youtube.com/watch?v=t6FUR_nhGX8

Konsequenz

Was denkt man allgemein von Personen, die an einem Tag die Sonne preisen und am nächsten Brandreden über zu viel Sonnenschein halten?
Was denkt man über eine Partei, die einerseits jahrzehntelang Meilensteine ihrer Politik als unumwerfbar publizieren und dann plötzlich diese Markierungen dem Wunsch des Koalitionspartners opfern, nur weil es sonst Schwierigkeiten geben könnte. Lieber die Gesinnung über Bord werfen als dafür eintreten, lieber einen teil der Wähler verärgern, als für seine Prinzipien einstehen, lieber rasch mal das Fähnchen in den medialen Wind gehangen, als argumentativ degegen zu halten.
So gesehen in Steuer- Bildungs- und sonstigen, gesellschaftspolitischen Fragen.
Das ist keie Politik, das nennt man bestenfalls orientierungsloses Herumirren mit parteipolitischem Hintergrund.
Das kann keine Politik einer staatstragenden Partei sein, das ist Mist, der nur mehr von rund 20% der Wähler noch nicht als solcher erkannt wird.
Klientel- und Vollvisierhelmpolitik, "Da müssen wir durch, egal was der Wähler will" siehe momentanes EU - Problem, bringen bestenfalls einige volksbelustigende Meldungen zutage (Griechenland ist ein gutes Geschäft), aber tragen weiter zum Untergang der Partei bei, weil auch hier Politik am Wähler vorbei geschmuggelt, aber gleichzeitig mehr direkte Demokratie gefordert wird.
Dieses inkonsequente Verhalten, das laienhafte Vorgaukeln von Lösungen, die keine sind, das ist der Untergang der ÖVP. Martinz etc. sind eben Früchte dieses Systems.

Re: Konsequenz

man sollte nicht verschweigen, dass Fr. Fekter in den Gouvernärsrat des EMS aufgestiegen ist. Sie hat auch ordentlich gekämpft dafür und Österreich verraten.

Gast: b745
16.08.2012 06:10
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da hat der kopf aber noch den grasser und den schüssel vergessen


eine galeere

muss er nehmen für den ausflug. die mitglieder der regierungsbank auf die ruderbank.
und einen flinken trommler für hohe schlagzahl.

Gast: Gummiente
16.08.2012 03:32
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Spindelegger als Kapitän?

- wohl er nur in seiner Badewanne.

Sein "Gegenspieler" ist Werner Faymann

und wir sehen wie er sich da schlägt. Wie ein Teddybär der mit rosa Zuckerwatte um sich wirft. Er braucht mehr Biss, mehr Profil und... bessere Themen. Im Moment durchleben wir brisante Zeiten und man hat das Gefühl manche "tauchen ab". Ein Trauerspiel.

Faymann ist sein Chef, nicht sein Gegenspieler

Spindelegger hat längst intern von seinen Granden - die heutigen Versagergranden - die Anweisung wieder Faymann zum Bundeskanzler zu machen.

Faymann garantiert im Gegenzug vollen Zugriff auf Steuergeld und höhere Steuern der die ÖVP aus "Kompromiss" zustimmen muss

Mich wundert warum der Kormpromiss nie so aussieht dass die Steuern gesennkt werden, weil halt der Partner ÖVP dies verlangt.

Antworten Antworten Gast: wer ist hier der boss?
16.08.2012 16:31
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Re: Faymann ist sein Chef, nicht sein Gegenspieler

Lustig, wie subjektiv die Wahrnehmung doch ist. Meiner Meinung nach trägt diese Regierung eindeutig die Handschrift der ÖVP, sieht man bereits daran, dass sie praktisch alle wichtigen Ministerien besetzt hat- für einen Juniorpartner sonst unüblich. Und bezüglich Vermögenssteuern ist Österreich Schlußlicht in Europa, bei uns werden Besitzende geschont und Arbeitende (egal ob sie viel oder wenig verdienen) belastet. Alles durchgesetzte ÖVP-Politik.

Zufall?

Stronach erklärt seine Kandidatur und schon in weniger als einer Woche startet die Justiz (ÖVP-Ministerium) Erhebungen gegen Stronach:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1279659/Stronachs-Billigschloss-am-Woerthersee?_vl_backlink=/home/index.do

Re: Zufall?

es trägt die Handschrift des Politbüros aus der Pöwelstrasse und die schwarzen Mitläufer vollzieh´n es.

"...das schwarze Schiffsdeck..."

Das ÖVP-Schinakl wird von der Piratenpartei geentert werden. Danach wird es mitsamt den Piraten wegen Überlastung kentern.

Gast: Der Spindoktor
15.08.2012 22:03
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Spindelegger: Schwarzer Kapitän bei hohem Wellengang

Jetzt fehlt nur mehr die schwarze Augenklappe.

Gast: Gast 2012
15.08.2012 21:35
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die ÖVP sollte einfach mal Pause machen

und sich in der Opposition besinnen. Als ewiger Steigbügelhalter für unfähige rote Kanzler ist sie schon bei niederem Wellengang längst gestrandet.

kreuzritter spindi

mauschelt wieder ...

 
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