Heimlicher Gast beim ÖVP-Ausflug

16.08.2012 | 18:25 |  CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Die Volkspartei setzt im Herbst auf Wirtschaftspolitik. Pühringer übergab dem "richtigen Bergführer" Spindelegger einen Energierucksack. Als stiller Gast mit an Bord: Stronach und seine politischen Ambitionen.

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Mondsee. Schwarze Limousinen, Dirndlkleider und Trachtenjanker, Blasmusik: Am Ufer des Mondsees haben die Touristen an diesem trüben Augusttag einiges zu staunen. „Ist das ein ÖVP-Treffen?“, fragt eine Deutsche und staunt nicht schlecht, als sie die österreichische Finanzministerin Maria Fekter im grünen Dirndl erkennt. Auch Justizministerin Beatrix Karl trägt ein Dirndlkleid – bleibt allerdings von den Touristen unerkannt. ÖVP-Chef Michael Spindelegger hat sein schwarzes Team am Donnerstag zu einem Schiffsausflug mit der „Mondseeland“ geladen – Dresscode Tracht.

Eine traditionsreiche Marktgemeinde mit florierender Wirtschaft – ein passender Ort, um für die Herbstarbeit zu werben und mit netten Bildern von Problemen der Gegenwart abzulenken. Nur das Wetter spielt nicht mit: grauer Himmel, grauer See. Die Sekretärinnen frieren in den Dirndlkleidern.

Als stiller Gast mit an Bord: der Industrielle Frank Stronach und seine politischen Ambitionen. Dass ausgerechnet ein SPÖ-Abgeordneter, Gerhard Köfer, der Erste war, der sich der neuen Partei des Austro-Kanadiers anschloss, sieht man in der ÖVP-Führung mit einer gewissen Genugtuung. Dass der Industrielle auch den einen oder anderen ÖVP-Mandatar zum Wechsel überreden könnte, schließt Generalsekretär Hannes Rauch im Gespräch mit der „Presse“ so gut wie aus. Hundertprozentig sicher könne man nie sein. Spindelegger weiß von sieben oder acht Parteifreunden, bei denen Stronach erfolglos angeklopft hat.

„Politik kannst da net kaufen“, meint Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich zur „Presse“. Das komme bei den Wählern nicht gut an. Auch sonst gibt man sich in der ÖVP betont gelassen. „Wettbewerb belebt das Geschäft“, sagte Rauch. Inhaltlich habe sich Stronach mit seiner Botschaft „Raus aus dem Euro“ ohnehin schon entzaubert. Wer so etwas verlange, schade der Wirtschaft und dem Land.

 

„Kein Arbeitsplatz vom Zurückblicken“

Wirtschaftskompetenz ist das Thema, mit dem Spindelegger die ÖVP im Herbst positionieren will. Man müsse in die Zukunft blicken, auch wenn in den vergangenen Wochen „viele unangenehme, grauenhafte, ja abstoßende Dinge“ passiert seien. „Wir haben als ÖVP unseren Teil zu lernen. Aber wer nur zurückblickt, der schafft keinen Arbeitsplatz“, gibt Spindelegger als Parole aus. Jungunternehmerfonds, Verwaltungsreform oder Teilbildungskarenz seien wichtige Initiativen, bei denen die ÖVP Akzente gesetzt habe. Gerade weil auf EU-Ebene in den nächsten Monaten nicht mit einem großen Wachstumskurs zu rechnen sei, müsse man sich nun auf Wirtschaft konzentrieren. Ohne Wachstum gebe es keine Arbeitsplätze und keinen Wohlstand. „Reformgeist ist das Einzige, was uns weiterbringt“, betont Spindelegger. Solidarität verlangte er auch für die Bauern. Die würden nicht Millionen kassieren, sondern gesunde Lebensmittel produzieren.

Hausherr Landeschef Josef Pühringer – wie Spindelegger ein treuer Mondsee-Urlauber – schenkt diesem einen Energierucksack mit Bauernbrot, Geselchtem und Schnaps. „Für unseren richtigen Bergführer“, betont Pühringer beziehungsvoll. Bei strömendem Regen geht es von Bord – ein ÖVP-Schirm war für manches Dirndl die letzte Rettung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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41 Kommentare
 
12
Gast: zylmurbafi
17.08.2012 20:24
0

zsammruckn.

da strohnach kommt. da haben zwar die schaumschläger, es kann ja eh nix passieren, wenn einer schwadroniert. die ösis nimmt sowieso nieman ernst. das merkt man bereits bei den wetteransagen. den börseberichten und an vielen kleinigkeiten. no, do derf ma scho deftig schaumschlägern. unübersehbar ist das muffensausen wenn die sprache auf stronach kommt. tja, ein profi ist ein profi. und kein schwadroneur.

Auch ÖVP-ler sind käuflich!

Oder wurde Spindelegger nicht von König Abdullah gekauft?

Gast: Knoll
17.08.2012 09:36
7

Export nur durch Euro

Spindelegger meint, nur der Euro ermöglicht Exporte. Das ist natürlich nicht richtig. Wir haben jahrzehnte mit dem Ausland Geschäfte gemacht, auch als es noch keinen Euro gab. Ob man in Euro, Lire, Dollar oder Pfund Sterling verrechnet / bezahlt ist doch einerlei. Dass der Export weltweit anstieg hat mit der Globalisierung, dem Fall des eisenen Vorhangs und der größeren Mobilität zu tun, nicht mit dem Euro! WAs mit dem Euro zu tun hat, ist der Fakt, dass in Österreich immer mehr deutsche Firmen am Markt sind und verkaufen, da ein Prospekt in Euro reicht, z.B. im Tourismus ca 90% ausländischer Marktanteil beim veranstaltermarkt. Die Österreicher werden immer mehr zu Handlangern, nich mehr zu Unternehmern.

Re: Export nur durch Euro

Es zeigt wie völlig irr unser Herr ÖVP-Häuptling und Außenminister ist. Wie bitte, der Euro förderte unsere Exporte? Lachhafgt. Hatte Östereich nicht Jahrzhnte vor dieser Zwangsbeglückung zu den exportrstarken Staaten im westlichen Europa gehört? Warum sind die Excporte etwa der Schweiz, ganz ohne den Euro, relativ wie absolut höher als die Österreichs?
Nein, der Euro hat sich zu einer Zwangsjacke dafür entwickelt, dass die Ländfer, die sich einen Exprotüberschuss erwarbneiten - dafür die Schulden der Bankrott-Staaten des Euro-Systems zuerst finanzieren und dann komplet streichen müssen! Siehe Griechenland. Das seine Importe etwa aus China mit den "Euro" bezahlt, dass es sich mit Staatsschulden von den aktiven Staaten und der Druckerpresse der EZB abholt.

Re: Export nur durch Euro

Spindeldecker war einmal Kammerdiener eines österreichischen Verteidigungsministers Lichal. Gestern las ich in der Presse einen köstlichen Beitrag über den Kammerdiener des Heiligen Vaters Benedikt der X!

Daher bin ich nicht überrascht, dass Spindeldecker glaubt Österreichs Exporte mit dem EURO zu erklären. Er hat eben keine Ahnung oder Bildung in
Wirtschafts- und Währungsfragen. Auch alle ÖVP Finanzminister der Regierung Schüssel und der folgenden SPÖ Bubndeskanzler hatten dies nicht, inklusive Grasser !!! So meinte auch Josef der grosse Pröll, Österrreich könnte mit 800 Mio. Euro zur Rettung
Griechenlands beitragen, Als es schlussendlich 18 Milliarden Euro waren, für die Österreich haften musste, hat Pröll geschwiegen. Ich bin fast sicher, er weiss auch heute nicht, wieviele Nullen eine Milliarde hat! Heute sind es bereits gegen 40 Milliarden Euro, Danke Frau Fekter. Doch die ÖVP behauptet noch immer, sie ist Österreichs Wirtschaftspartei!!!

Aud dem Attersee, dem Steuerhoheitsgebiet der Bundesforste, trauen sich die Herrschaften nicht Schifferl fahren!

Der Trachtenmodezirkus auf dem Lande zur Anbiederung an das "Landvolk" bringt der Wirtschaft auch nichts! Englische Vokabel zur Vortäuschung von Kompetenz werden üblicherweise verzapft. Good Will Zirkus für Schaulustige.

Gast: Vogel Strauss
17.08.2012 08:16
10

Foto ist genial

Der Kasperl in der Mitte, links die Gretl und rechts das Krokodil ...

Gast: total crash
17.08.2012 05:19
1

Eine

direkte Volks-Demokratie muss her.

Volksabstimmungen mit einer neutralen transparenten Fragestellung und das Abstimmungsergebnis ist bindend ,dadurch fallen vorweg tatsächlich jede Menge käuflicher korrupter Politwappler weg. und wir ersparen uns jede Menge Politiker Auftritts-Diskusions-Sprech-Gake ;O)

Das ist die Zukunft und nicht, unnütz aufgeblähter
Politischer-Baddein-Murks die nur sich selbst,ihre Freunderl und Habara bevorzugen.

Re: Eine

dieses system passt ausgezeichnet nach san marino

Gast: KukuruzfürmeinAuto
17.08.2012 00:51
10

Neues vom McDonalds-Minister

Ich tanke Lebensmittel und du?

Berlakovich ist das allerletzte. Der unfähigste ÖVP-Politiker neben Kurz und Spindelegger.

Außer seinem Wutanfall am Flughafen hat dieser Mensch nichts zusammengekriegt. Ausser das die ÖVP-Bauernbünde über 90 % der Agrarförderungen bekommen und Berlakovich in McDonalds-Werbeprospekten für BigMacs und Softdrinks wirbt.

Wer ÖVP wählt, lebt also ungesund.

Gast: mitzischutzpatronindersteuersünder
16.08.2012 23:38
10

Wo die wirklichen Wirtschaftsexperten sitzen

Wie man richtig wirtschaftet hat ja ÖVP-Martinz gezeigt. Am besten auf das Konto der ÖVP-Bundespartei.

Gast: hemingway 11
16.08.2012 22:28
12

Politiker sind käuflich


Sonst bekäme er nicht den Posten-

Genauso wie in der Verwaltung, Wirtschaft und Justiz werden nur SYSTEMKONFORME Marionetten auf die wichtigen und natürlich lukrativen Posten gehievt.

Der WITZ des Tages:
„Politik kannst da net kaufen“, meint Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich zur „Presse“.

Gast: beobachter xy
16.08.2012 22:20
8

Möglichkeiten, dass man jemanden aus der Währungsunion rausschmeißt

Eine Regel jemanden aus dem EURO Raum hätte es von allen Anfang an geben müssen.

Es gibt diese Regel nicht, weil das niemals gewollt war.

Damit dies einegeführt wird, und nicht ein heuchlerischer Ansatz bleibt, ist daher ein massiver DRUCK notwendig.
STRONACH hat dies völlig richtig erkannt.
Er will den nötigen Druck erzeugen.
Sollte dies nicht schnellstmöglich umgesetzt werden (keine 5 Jahre!), so ist die Konsequenz das gleichzeitige Vorantreiben der völligen Umstrukturierung der politischen Landschaft zur Durchführung des PLAN B (Austritt Österreichs aus dem EURO).

Re: Möglichkeiten, dass man jemanden aus der Währungsunion rausschmeißt

Das einzige was der Stronach richtig erkannt hat: Konto und Hauptwohnsitz in der Schweiz, keine Steuern in Oesterreich zahlen, dafuer sich hier wichtig machen und mit dickem Auto auf den Strassen rumduesen, die mit den Steuergeldern gebaut wurden, die der Stronach nicht bezahlt hat.

Bitte lieber Franky, schleich Dich nach Kanada oder in die Schweiz.

und spindelegger

Im niederösterreichischem mao -anzug.
tolles signal an unentschlossene wähler.

Gast: guckmal
16.08.2012 20:42
1

ausgetauscht

das Foto oben wurde ausgetauscht, ob Frau Fekter schon weg ist?? *zynischgrins*


Re: ausgetauscht

also mich versucht sie noch zu erschrecken *fürcht*

Antworten Antworten Gast: guckmal
16.08.2012 22:25
0

Re: Re: ausgetauscht

solang sie es nur versucht *gg* und wir keine Metzger sind hamma nix zu fürchten *troest*

war nit ausgetauscht, hatte mich im Artikel vertan, mea culpa. So sorry.

Re: Re: Re: ausgetauscht

Naja, is ma eh wurscht, i steh (muss) auf Schäuble.
Abers Foto is genial ;-)

Gast: Spindigohome
16.08.2012 19:56
4

Das Ende des Aussenministers

Nun, sieht so Regierungsverantwortung aus?

Die SPÖ empfängt den deutschen Bundespräsident Gauck und die ÖVP fährt mit dem Schifferl.

Hier sieht man, wer wirklich gute Aussenpolitik betreibt.

Danke, Herr Bundespräsident und Herr Bundeskanzler.

Sie übernehmen Gott sei Dank die Verantwortung.

"Auch die ÖVP ist nicht allmächtig"

Endlich hat sich Josef Pühringer einmal die Wahlresultate der letzten Jahre zu Gemüte geführt!

Antworten Gast: b745
16.08.2012 20:22
6

Re: "Auch die ÖVP ist nicht allmächtig"

die övp ist mittlerweile so realitätsfremd wie der bucher der glaubt auch er wird mit 3% landeshauptmann

Gast: b745
16.08.2012 18:45
13

wer die övp wählt tut das wirklich nur mehr aus mitleid


Gast: Karl1958
16.08.2012 18:37
10

Berlakovich

Nicht nur raus aus dem Euro, nein auch raus aus der EU und zwar so schnell als möglich.
Und alle Pro EU Politiker des landes verweisen.

Man kann diesen Artikel immer wieder bringen...


....die ÖVP ist leider so uninteressant geworden, die regt nichtmal mehr auf.


 
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