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Stronachs Welt der Steuern: Eine legale Provokation

17.08.2012 | 18:26 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Mit seinem Wohnsitz in der Schweiz reizt Stronach die Konkurrenz. Auch seine Abwerbungen setzt er fort. In der Schweiz gilt für Stronach als Nicht-Schweizer nun eine Pauschalbesteuerung.

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Wien. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nennt ihn einen „Steuerflüchtling“, Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl „einen, der bei uns keine Steuern zahlt und primär an sein eigenes Geschäft denkt“: Frank Stronach regt auf, kaum dass er seine Kandidatur mit einer eigenen Partei bei der Nationalratswahl 2013 publik gemacht hat. Vor allem die politische Konkurrenz, die Wählerverluste befürchtet, empört sich. Immerhin kandidiert der Selfmademan, der als Gründer des austro-kanadischen Automobilzulieferers Magna zu Milliarden gekommen ist, in Österreich. Seine Steuern zahlt er aber in der Schweiz. Denn dort, genauer: in der Stadt Zug nahe Zürich, hat er seinen Hauptwohnsitz – und nicht in Österreich oder in Kanada, wo er sein Geld gemacht hat.

Passt das zu einem, der als Spätberufener auszieht, um Österreich liberaler zu machen, um die Bürokratie einzudämmen und Steuern zu senken – nämlich möglichst auf 25 Prozent Flat-Tax in fünf Jahren? Darf Stronach überhaupt in Österreich kandidieren, obwohl er hier nicht hauptgemeldet ist? Das österreichische Recht ist diesbezüglich eindeutig: Auslandsösterreicher dürfen hierzulande kandidieren und wählen gehen, unabhängig davon, wo sie Steuern zahlen. Das gilt bei Nationalratswahlen ebenso wie bei der Bundespräsidentenwahl, bei Volksabstimmungen und bei Volksbefragungen.

Für Landtagswahlen räumen mehrere Länder – etwa Tirol – Auslandsösterreichern mit maximal zehn Jahren Wohnsitz im Ausland das aktive Wahlrecht ein, also die Stimmabgabe, nicht aber das passive Wahlrecht (eine Kandidatur). In Stronachs Heimat-Bundesland, der Steiermark, ist Auslandsösterreichern beides verwehrt. Auch an Kommunalwahlen dürfen sie hierzulande nicht teilnehmen: Gewählt wird auf dieser Ebene (zumindest innerhalb der EU) immer dort, wo man wohnt.

Und das ist in Stronachs Fall laut dem Schweizer „Tages-Anzeiger“ in Zug eine „Wohnung im Hinterhof eines Einkaufszentrums“, die „nicht gerade nach dem Domizil eines Milliardärs“ aussehe. Seine angemessenen Unterkünfte hat Stronach in Österreich und Kanada. In Kanada zahlte er auch zumindest bis zu seiner Rückkehr nach Österreich Ende der 1980er-Jahre Steuern – aktuell beträgt der Bundes-Spitzensteuersatz in Kanada 29 Prozent, dazu kommen je nach Provinz einige Prozentpunkte.

 

Viele Millionen durch Jobs

In der Schweiz gilt für Stronach als Nicht-Schweizer nun eine Pauschalbesteuerung, die Höhe ist mit der Finanzbehörde verhandelbar – je nachdem, wie viele Schweizer Franken der Betreffende verbraucht. So kann es sein, dass Stronach oder andere Ausländer nur wenige hunderttausend Franken Steuern zahlen, auch wenn sie (anderswo) Millionen verdienen.

Allerdings hat kaum einer so viele Jobs geschaffen wie Stronach – nämlich, wie er selbst sagt, 12.000 Arbeitsplätze allein in Österreich. Und über diese Jobs sind Millionen in die heimischen Steuertöpfe geflossen, nicht viel weniger über die nicht gerade bescheidenen Unternehmenssteuern. Stronach spricht auch von „Milliardeninvestments“ Magnas, außerdem von „über hundert Millionen“, die er für wohltätige Zwecke gegeben habe.

Bei seinen Partei-Bestrebungen lässt sich der Ex-Magna-Mann und „Krone“-Kolumnist („Franks Welt“) jedenfalls nicht beirren: Nach den Ex-SPÖ-Politikern Gerhard Köfer und Hartmut Prasch holte Stronach zuletzt auch den „wilden“ Nationalratsabgeordneten Erich Tadler (früher BZÖ) an Bord. Mit dabei sein soll auch der bisherige „Niederösterreichische Nachrichten“-Redakteur Rouven Ertlschweiger – mutmaßlich als Pressesprecher.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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221 Kommentare
 
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Warum

sollte Stronach Almosen verteilen für das Recht zu kanditieren? Seh ich nicht ein. Das österreichische Steuersystem ist antiquiert und zutiefst ungerecht. Es bestraft jegliche Leistung und spornt nur zum Systembetrug und Aussitzen an. Für sowas habe ich nichts übrig.

Stronach schöpft den rechtlichen Rahmen aus aber er verlässt ihn nicht. Anders als unser BK der Steuergelder zur Eigenwerbung unterschlagen hat (strafrechtlich grundsätzlich relevat auch wenn die Staatsanwälte gerne die Augen davor verschliessen) oder 1000ende andere Habitüden die streng genommen alle sanktionabel aber in Österreich halt von der Omerta gedeckt sind.

Man kann von Stronach halten was man will aber der Mann geht halt an die Grenzen des legal machbaren. Dafür drehe ich ihm keine Strick.

Antworten Gast: Stronach1
22.10.2012 14:17
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Mr. lustig


sage nur Zumtobel

Gast: E.T.
19.08.2012 12:10
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Von den Amerikanern

können wir uns zumindest die Einstellung abkupfern:

Denke nach, wie Du auch zu Wohlstand kommst und versuche es !

Die europäische Art und wie mir scheint, insbesonders im deutschen Sprachraum übliche Ansicht, Erfolg ist was Niederträchtiges und der Neid
auf jeden Erfolg, ist eigentlich nicht nur widerwärtig, sondern blockiert uns nur selbst.

In der Zeit in der wir grübeln, wie wir einem anderen was wegnehmen können, könnten wir nachdenken, was wir selbst für unseren eigenen Erfolg tun können.


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wie ist den das - einer der seinen hauptwohnsitz nicht

in österreich und auch nicht in der eu hat - kandidiert in österreich, obwohl er multimillionär ist zahlt er praktisch keine steuern - wenn das rechtlich möglich ist gehört das geändert!

ein nicht österreiche und nicht steuerzahler hat nicht das recht hier für irgendeine politische funktion zu kanditieren!

das ganze zeigt auch wie verhätschelt die geldsäcke werden und wie auf der anderen seite die tüchtigen arbeiter abgezockt werden.....


Antworten Gast: Lingus
19.08.2012 10:36
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Re: wie ist den das - einer der seinen hauptwohnsitz nicht

Völlig richtig!

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Stronach ist eine Art österreichsicher Oligarch,

der jetzt auch Macht bekommen könnte.

Aber was die heutigen Politiker Dreck am Stecken haben, weiß jeder. Also wäre mir der Stronach trotzdem noch lieber.

So ein "Oligarch" könnte mit diesem korrupten Haufen einmal ordentlich aufräumen.


Gast: Kantonsschule Zug
18.08.2012 18:03
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Ein merkwürdiger Kauz der Mann

Bei uns in der Schweiz lebt er steuersparend in einer Substandard Wohnung und in Österreich kauft er steuerschonend ein Schloss am See.

Antworten Gast: sdfsdf
18.08.2012 19:30
4 5

Re: Ein merkwürdiger Kauz der Mann

glaubst du alles was die medien derzeit gegen ihn hetzen??

er kaufte im zuge einer ausschreibung als bestbeiter eine verfallene verschimmelte ruine, erneuerte diese und die gemeinde verdient mit seinen abgaben für diese NUN villa geld. bis zum kauf war es eine verfallene ruine ...

was genau passst dir hier nun nicht? außer dass du alles glaubst, was die medien in aller panik für die 5 anderen parteien gegen herrn stronach schreiben ...

Gast: Frustrierter Seppl
18.08.2012 17:59
2 2

Schwarzenegger als Running Mate


Wenn er Arnold auch noch ins Boot holt wähle ich ihn!

Wie die etablierten Parteien ...

so ihre Felle davonschwimmen sehen: Ein Stronach kann gar nicht so viel Dreck am Stecken tragen, wie es aktive Amtsträger und jene, gegen die "aktiv" ermittelt wird, so praktizieren!

0 0

Re: Wie die etablierten Parteien ...

Einschleichdiebstahl gegen Räuber - eine feine Wahl die da am Wahlzettel steht...

Gast: ROTZbeobachter
18.08.2012 17:29
11 0

Der NEID

Das einzige Argument aller Sozialisten. Und eine der sieben Todsuenden.

Gast: Alfred T.
18.08.2012 17:03
5 4

Steuerhinterziehung?

Wenn Stronach in der Schweiz wegen eines vorgetäuschten Wohnsitzes versteuert und in Österreich überhaupt nicht, obwohl er in Wirklichkeit in Österreich wohnt, also in Österreich mit seinem Welteinkommen steuerpflichtig ist, macht er sich dann nicht der Steuerhinterziehung in Österreich schuldig?

Und dazu die brisante Frage: Warum unternimmt das zuständige österreichische Finanzamt nichts zur Durchsetzung des Besteuerungsrechts der Republik Österreich?
Gibt es schon Anzeigen?

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung!

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Gant ehrlich,

wäre ich der Hr. Stronach, würde ich mir ein Gehalt bezahlen, damit ich die privaten Ausgaben bestreiten kann und dieses Gehalt auch in AT versteuern. Wieviel könnte das sein? 200k vielleicht? Damit sollte er in seinem Alter schon auskommen können, oder?

Der Rest bleibt ohnehin in der Firma.


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Re: Steuerhinterziehung?

der größte Betrug am Steuerzahler ist, dass er für das Gehalt und die Spesen für solche unproduktive Lemuren wie Glawischnig, Leitl, Rudas, Foglar, Westentaler und auch den obersten ÖVP Nasenbären der Republik aufkommen müssen.

2 0

Re: Steuerhinterziehung?

Hat ein 80jähriger ein Einkommen?

Warum behandelt Österreich Einkommenssteuerrechtlich "Weltbürger" anders als "Weltsportler"?

Re: Steuerhinterziehung? Gibt es schon Anzeigen?

Zu hauf und zwar gegen Grasser, gegen Strasser, gegen alle + Konsorten: vorauseilend den Stronach zu diskreditieren, ist einfach niederträchtig!

Antworten Gast: sdfsdf
18.08.2012 17:45
9 7

Re: Steuerhinterziehung?

wer lesen kann ist klar im vorteil, er sitzt die meiste zeit im flugzeug, zahlt die meisten steuern in kanada, ein bisserl was in der schweiz und 2 million an Est in österreich.

er wäre DUMM, wenn er im teuer-steuer-staat österreich 50% seiner hart verdienten kohle privat versteuern würde, wenn er sowieso auch vom magma-konzern durch tausende mitarbeiter lohn- und kommunalsteuern abliefert.

ALLE 5 parteien müssen einmal (von mir aus sogar gemeinsam) soviel steuern zahlen was er und magna in östereich abliefern, DANN haben sie das recht dazu, ihn als "legalen steuerflüchtling" zu bezeichnen. davor sollen die am steuertropf hängenden lieber ganz ganz ruhig sein, und ich sage nur skyling, stadthallenbad, kärnten, korruption usw.....

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Re: Re: Steuerhinterziehung?

Er wird sicher nicht so dämlich sein sich mehrere Mio. Gehalt zu bezahlen. Wozu denn? Braucht er privat noch so viel Geld? Er kann doch das Geld in seiner Firma belassen.

Re: Re: Steuerhinterziehung?

... österreich 50% seiner hart verdienten kohle privat versteuern würde: Die alte leier unwissender Neureicher:

Kein Mensch zahlt in Österreich 50% ESt - ganz im gegenteil, zahlen Sie (wie auch jeder andere Steuierpflichtige) für die ersten 10.000 Jahreskröten null komma gar nix, die geschundenen, so armen Reichen!

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Re: Re: Re: Steuerhinterziehung?

Lassen sie das Posten, wenn sie nicht zwischen "reich" und gut verdienend unterscheiden können. Aber, Sie haben recht in AT, zahlt man unter Umständen als reicher keine Steuern.

Und selbstverständlich zahlt man in AT 50% ESt für eine geleistete Arbeitstunde, während andere die nix zahlen auch die gleichen staatlichen Einrichtungen "genießen" können.

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Re: Re: Re: Re: Steuerhinterziehung?

Als Angrstellter mit 13. und 14. Gehalt sind es aber niemals 50%.

Finanz

Na ich bin gespannt wann unsere vollkommen unabhängige Finanz zu ermitteln beginnt, natürlich rein zufällig gerade jetzt, weil politische Einflußnahme gibts bei unserer total unabhängigen und gesetzeskonformen Finanz natürlich nicht.
Das unsere Finanz bei den SPÖVP Appartschiks nix finden kann ist natürlich Pech und unterstreicht nur die Unabhängigkeit unserer Finanz.
Weil wenn dass nicht so währe, dann könnte mann vielleicht auf die Idee kommen dass da politisch verfolgt wird.
Franki GOO mach unseren Filz auf, meine Stimme hast du.

Gast: b745
18.08.2012 16:47
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manhat geglaubt schlimmer als scheuch und strache kanns nicht werden

da kommt der strohsack daher

Steuer

Er ist halt kein Tepp!

Antworten Gast: trainman
18.08.2012 16:27
0 0

Re: Steuer

Nein, er ist kein Mott!

 
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