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Lehrergehälter: Regierung verstärkt den Druck

17.08.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Beamtenministerin Heinisch-Hosek pocht auf Einigung über Dienstrecht vor der Wahl. Einer internationalen Studie zufolge verdienen Lehrer in Österreich weniger als andere Akademiker.

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Wien/Ett/J.n./Apa. Die Beratungen zwischen Regierung und Lehrergewerkschaft über das neue Dienstrecht und eine Neuregelung der Gehälter kommen auf Beamtenebene wieder in Schwung. Anfang nächster Woche soll die nächste Verhandlung stattfinden. Die für den öffentlichen Dienst zuständige Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bleibt dabei, dass eine Änderung bereits ab dem Schuljahr 2013/14 zum Tragen kommen soll. Eine Einigung mit den Lehrergewerkschaftern müsse sich vor der Nationalratswahl 2013 ausgehen: „Das hat sich die Bundesregierung vorgenommen.“

Die SPÖ-Ministerin erinnerte daran, dass insgesamt drei Ministerinnen in die Verhandlungen eingebunden seien: Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und sie selbst. Der Abschluss eines neuen Dienstrechts sei „Herausforderung genug“. Die rot-schwarze Regierung habe sich aber bei ihrer Klausur im Mai 2011 vorgenommen, dass sie jedenfalls eine Lösung wolle.

Die Lehrergewerkschaft macht unter anderem zur Bedingung, dass gleichzeitig eine Entlastung der Pädagogen von administrativen Tätigkeiten erfolgt. Im Gespräch ist daher auch, bisherige Postbedienstete für Verwaltungstätigkeiten in Schulen einzusetzen. Nach dem Plan der Regierung würden zwar die Einstiegsgehälter für Lehrer steigen, zugleich würde aber die Dauer der Anwesenheit in der Schule erhöht.

 

Schlechte Bezahlung für Lehrer

Mit der Erhöhung der Einstiegsgehälter würde sich Österreich auch dem internationalen Standard annähern. Eine von der OECD veröffentlichte Detailauswertung zur Studie „Bildung auf einen Blick“ zeigt nun, dass Pädagogen in Österreich deutlich schlechter bezahlt werden als in anderen Bereichen tätige Akademiker. Demnach verdienen Lehrer in Österreich nach 15 Jahren Berufserfahrung nur zwischen 58 und 65 Prozent des Durchschnittsgehalts anderer Akademiker. Im EU-Schnitt sind es hingegen zwischen 78 und 88 Prozent, im OECD-Schnitt 77 bis 85 Prozent (siehe Grafik). Österreichs Lehrer sind nach 15 Jahren im Job allerdings noch immer weit vom Höchstgehalt entfernt.

Bei der Differenz zu den Gehältern anderer Akademiker macht es derzeit kaum einen Unterschied, ob Lehrer eine dreijährige Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule oder eine fünfeinhalbjährige an der Uni gemacht haben. Während Volksschullehrer 58 Prozent anderer Personen mit Abschluss im Tertiärbereich verdienen, erhalten AHS-Lehrer 65 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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