SPÖ: Pendlern die Jahreskarte bezahlen

19.08.2012 | 18:21 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Niederösterreichische Landespartei will neues Förderkonzept. Das Papier, das der „Presse“ exklusiv vorliegt, sieht anstelle der derzeitigen von der Lohnsteuer absetzbaren Pendlerpauschale vor, Pendlern bares Geld auszuzahlen.

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Wien/St. Pölten. Die niederösterreichischen Parteien entdecken die Pendler für sich. Nachdem der NÖAAB vor Kurzem mit dem „Pendler-Euro“ (unter Applaus von Burgenlands SP-Landeschef Hans Niessl) ein neues Fördermodell präsentiert hat, legt die Landes-SPÖ nun ebenfalls ein eigenes Konzept vor.

Das Papier, das der „Presse“ exklusiv vorliegt, sieht anstelle des derzeitigen von der Lohnsteuer absetzbaren Pendlerpauschales vor, Pendlern bares Geld auszuzahlen. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, soll nach dem Modell die vollen Kosten einer Jahreskarte für den Weg zur Arbeit ersetzt bekommen. Wer mit dem Auto fahren muss, soll sich vom Bund zehn Cent Kilometergeld holen können.

 

300 Mio. Euro Mehrkosten

Die beide Förderungen sollen Arbeitnehmern bis zur eineinhalbfachen ASVG-Höchstbeitragsgrundlage – derzeit ein Bruttogehalt von 6345 Euro – zustehen, darüber gibt es stattdessen einen Steuerfreibetrag. Ab einem Monatsverdienst von 8460 Euro soll keine Förderung mehr zustehen – anders als beim Pendlerpauschale, das unabhängig vom Einkommen zusteht.

Landes-SP-Chef Josef Leitner will mit seinem neuen Modell „kleine und mittlere Einkommen entlasten“ – was nicht nur durch Steuerabsetzbeträge zu schaffen sei. Gegenüber dem derzeitigen System müsste der Staat für dieses Konzept rund 300 Millionen Euro mehr in die Hand nehmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2012)

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106 Kommentare
 
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Gast: Markus Trullus
25.08.2012 09:15
0

Bitte beenden! Per Verfassungsgesetz!

Liebe Poster
Ihr diskutiert schön, aber um des Kaisers Bart. Tatsächlich gehts um den Wählerstimmenkauf und der Enteigung der einen und dem damit verbundenen Stimmenkauf der anderen. Ganz im Stil von Rot /Schwarz/Grün/usw.
Leute, unserer Republik hält genau das schon lange nicht mehr durch, und die steuer-gschröpften BürgerInnen auch nicht!!!!!

Gast: nestbeschmutzer
25.08.2012 08:58
0

wie lange kapiert ihr das nicht????

"Gegenüber dem derzeitigen System müsste der Staat für dieses Konzept rund 300 Millionen Euro mehr in die Hand nehmen."
Der Staat? Seit ihr alle verrückt? das müssen natürlich wir Steuerzahler drücken,wie immer! Bürger, wacht ENDLICH auf! Was uns dieser derzeitge sche.ß Staat auch immer verspricht, müssen wir alle selbst blechen! Noch immer nicht kapiert????

Gast: Baptist
22.08.2012 15:56
0

Sind diese versteckten Zuschüsse für die ÖBB in der EU erlaubt ?

SPÖ hat wieder die "Super-Idee" wie die ÖBB vom Steuerzahler unterstützt werden kann. Ein gelernter Österreicher (werden immer mehr) weiß jedoch, wenn ein österr. Politiker etwas vorschlägt, das auf den ersten Blick gut aussieht, muß man ganz genau nachdenken wo das bittere Ende versteckt ist. Die Maßnahme Pendler zu unterstützen ist ja begrüßenswert, aber bitte nicht in dieser plumpen Form.

SPÖ bezahlt Jahreskarte,

das wär mal ein tolles Vorgehen!

zuviel Geld

na hat der österreichische Staat noch immer zuviel Geld zu verteilen, den gebe ich gerne meine kontonummer bekannt und warte auf den Geldeingang! Da spricht man Sparpaket und sparen, kaum stehen Wahlen isn Haus wird wieder Geld ausgegeben!

Liebe Politiker von ÖVP und SPÖ, bitte spart das Geld, wir werden andernfalls wieder in Form einer Steuererhöhung zur Kasse gebeten!
Leider muss man nun auch sagen, dass auch die ÖVP nicht wirtschaften kann, von der SPÖ wußte man das schon!
Wird Zeit das Onkel Frank kommt, der wird Euch zeigen wie das geht, Ihr lieben Poplitkversager von ÖVP und SPÖ!!

Gast: Ich bin keine Melkkuh
21.08.2012 07:07
2

Einfach zu lösendes Problem

Es gibt hier eine sehr einfache Lösung - "wo Ihr wohnt und arbeitet, ist Euer Bier".

Würde das Finanzministerium nach dieser Maxime vorgehen, hätte der Staat viel Geld gespart, das er ohnehin nicht hat.

Die Kosten des Transports vom Wohnort zur Arbeitsstelle sind sehr gut berechenbar, wer gerne weiter weg wohnt kann sich das auch etwas kosten lassen.

-> Penderpauschale und andere Zuschüsse abschaffen. Ersatzlos.

Gast: Baur4
20.08.2012 20:46
0

Was sind 300 Mio für Arbeitnehmer in Österreich -

im Vergleich zu den 30 Mia für Griechenland???

naja, wo das geld doch aus der notenpresse kommt...


Gast: zwickerl
20.08.2012 17:21
7

es beginnt schon wieder....

Wahlen nahen, und SPÖ Politiker machen schon wieder "Lockerungsübungen" zum Geldverteilen, das
a) nicht da ist, und
b) den anderen zuerst weggenommen werden müsste!
Aber so sind sie die SPÖler,Schulden machen und gegen die "Reichen" wettern, die mit bereits mehrfach versteuerten Geld sich etwas erspart haben.
Verzicht üben im Wettlauf derartig blöder Ideen wäre angebracht geehrte SPÖ Plitiker/Innen!!!

300 Mio. Euro Mehrkosten

die vollen kosten der jahreskarte zu ersetzen wäre natürlich überschießend und teuer.

sinn würde es aber machen, mit jenen mitteln, die im moment in die pendlerpauschale fließen, die jahreskartenkosten teilzuersetzen. dies würde einerseits keine mehrkosten verursachen und andererseits eine gerechtere pendlerunterstützung darstellen, da sie niemanden bevorzugt.


ÖBB, gratis für alle!

Subventionen bekommens ja schon genug!

Jahreskarte…

…wenn keiner das Produkt freiwillig kauft wird er halt von Herrn Nissl dazu gezwungen :-)

bitte auch...

... den flugverkehr in dieses modell aufnehmen. ich möcht gern in vorarlberg wohnen - und in wien arbeiten...

Re: bitte auch...

was heisst vorarlberg...eigentlich tät ich gern am meer wohnen.

Re: bitte auch...

Da gibts dann ohnehin das große Pendlerpauschale ^^

Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Pendler aus NÖ sind insbesondere sehr bald von der neuen Parkpickerlregelung betreffend die Wiener Außenbezirke betroffen. Abgesehen davon, dass es viel zu wenige effiziente Park & Ride-Plätze am Stadtrand und den Wr. Außenbezirken gibt, sind Öffis nicht in der Lage, die vielfältigen PKW-Routen nur einigermaßen zu ersetzen!
Nun, welche Möglichkeiten, außer sich 2013 bei den NR-Wahlen abzureagieren, haben denn die vielen tausenden Pendler? Ihre Vertreter sind die AK und der ÖGB, die von den Beiträgen der zahlreichen Pendlern ganz gut leben (= fürstlich, siehe Pensionen) leben. Die halten sich diskret bedeckt. Die einbehaltenen Mitlgliedsbeitägen genügen ihnen wohl!

Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

was spricht dagegen, die bahn zu benutzen? noch dazu gratis?

Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

wohnen sie am land? also im dorf, aus dem ich komme, schaut das so aus: der nächste bahnhof ist 5km entfernt, das entspricht ca. einer halben stunde gehzeit, mit dem zug dauert es dann 45 min bis in die nächste stadt...mit dem auto geht das ganze in 20 min. noch fragen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Kibietz
21.08.2012 01:24
2

Re: Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Ssowas geht auch in Wien.

Fahrzeit Leopoldau - Millenium Tower mit den Öffis (U1+11A) 55min. Mit dem Auto ca. 15min. Also eine Zeitersparnis von 40minuten ggü den Öffis.

Re: Re: Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

nach Graz fahr ich auch über Berlin! Gehts noch umständlicher! Leopoldau-Handelskai und ein bisserl gehn oder sind sie Rollstuhlfahrer??

Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Wo sie fährt und wo es entsprechende Intervalle gibt, spricht nichts dagegen. Nur ist das halt leider nicht überall der Fall.

Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Richtig, das könnten die Wiener tun, wenn sie am Wochenende ausrücken.

Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

hallo insigma
Sie überschätzen das ÖBB-Bahnnetz gerade in Wien utopisch maßlos. Noch dazu ist, im Gegensatz zu Ihrer Darstellung, keine Gratis-Nutzung möglich (nur für ÖBBler, wie sie wahrscheinlich einer sind).

Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Beim Europäischen Gerichtshof einklagen! Da Sie damit beruflich benachteiligt werden, stehen die Chancen sehr gut.
AM: Nicht gegen das Parkpickerl, sondern weil sie vom Erwerb ausgeschlossen sind.

Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

hallo hw007
Sehr guter Vorschlag von Ihnen!
Denke auch, dass es sich hier eindeutig um eine gravierende Diskriminierung/Schlechterstellung erwerbstätig Unselbständiger handelt, die zu tausenden täglich nach Wien einpendeln müssen.
Wäre doch ein brillanter Einstieg (Klage bei EU) der neuen Stronach-Partei! Das könnte einige NR-Mandate mehr bringen!

Re: Re: Re: Was Pendler wirklich bewegt und da geschieht nichts!

Der Stronach kann nicht Klagen, das muss schon ein Betroffener tun.
Darauf setzt wohl auch Wien.

 
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